Das bedingungslose Grundeinkommen

  • ..... Ein weiterer besteht darin, dass man den Wegfall von bisheriger, sozialer Administration als Einsparung deutet, obwohl eine Einsparung von Personal- und anderer Kosten durch gesetzliche Besitzstandsregeln gar nicht generiert wird.

    Nicht in der Gesamtheit, aber alleine bei der Drangsalierung der Sozialhilfe und Hartz IV-Empfänger ergäbe sich durchaus ein erhebliches Einsparpotential. Nicht sofort, aber mittelfristig mit Sicherheit. Viele der derzeit mit Blockwart-Aufgaben betrauten Angestellten könnten in sinnvolleren Bereichen eingesetzt werden.

    „Fürchte nicht menschlich zu sein, fürchte, nicht menschlich zu sein.“

    (Manfred Hinrich)


  • Also 82,8 Millionen Bürger * 1000 € + 12 Monate = 993,6 Mrd. Euro/Jahr

    ...


    Durch ein BGE würde kein Bürger schlechter gestellt und jeder Bürger von Armut befreit.

    Mal ganz davon abgesehen, dass ja bei keiner der bisherigen Maßnahmen irgendein Bürger schlechter gestellt worden wäre :rofl2: :


    Der Bund hat derzeit Steuereinnahmen von 350 Mrd, die Sozialversicherungen von 600 Mrd und die Ausgaben für Sozialleistungen liegen bei 900 Mrd. Alles grob gerundet. Die Differenz erklärt sich dadurch, dass Städte und Gemeinden ja auch Steuern erhalten und Sozialausgaben als Pflichtaufgaben tätigen, die von den 900 Mrd abzuziehen wären. Die 600 Mrd SV- Einnahmen gehen am Staatshaushalt vorbei, sie sind reine Lohnnebenkosten. Diese Lohnnebenkosten will man jetzt verschwinden lassen. Naja, sie verschwinden nicht, sondern werden nur als Steuer erhoben. Dann werden sie gleichmäßig - füllhornartig über die Einwohner wieder ausgekippt. Damit sind sie erst mal weg. Nicht vollständig weg sind allerdings die Sozialausgaben, auch nach einer Übergangszeit mit Altansprüchen nicht. Die Gesamtproblematik Gesundheitswesen und Pflege als sowieso größter Einzelposten bleibt ja bestehen. Das Geld kommt dann woher?

  • Mit absoluter Sicherheit wären einige bei der Einführung eines BGE schlechter gestellt als vorher - aber denen würde es am wenigsten weh tun. Aber wo kommen wir denn hin, wenn der Plebs bei mies bezahlten Stellen dank des BGE auch einfach mal den Stinkefinger zeigen kann.

    „Fürchte nicht menschlich zu sein, fürchte, nicht menschlich zu sein.“

    (Manfred Hinrich)


  • Mit absoluter Sicherheit wären einige bei der Einführung eines BGE schlechter gestellt als vorher - aber denen würde es am wenigsten weh tun.

    Nach jetzigem Vorstellungsstand (von Planung kann ja keine Rede sein) werden das nicht einige sein, sondern die Mehrzahl derer, die einer regulären bezahlten Arbeit nachgehen. Plus Einzelunternehmer wie viele Handwerker natürlich.

  • Alle, aber wirklich alle bislang bekannt gewordenen Finanzierungsmodelle basierten letztlich darauf, die Mittelschicht anzugleichen. Nach unten natürlich. Das fing bei diesem durchaus als dreist zu bezeichnenden 650 Euro- Modell an und hört auch bei dem durch Sybilla zitierten nicht auf. Das wird sich nicht durchsetzen lassen.

  • Alle, aber wirklich alle bislang bekannt gewordenen Finanzierungsmodelle basierten letztlich darauf, die Mittelschicht anzugleichen. Nach unten natürlich. Das fing bei diesem durchaus als dreist zu bezeichnenden 650 Euro- Modell an und hört auch bei dem durch Sybilla zitierten nicht auf. Das wird sich nicht durchsetzen lassen.

    Nicht eines der Modelle ist realistisch in der Gesamtbetrachtung. Im Grunde stellt sich folgende Frage:


    Ist die Gesamtgesellschaft irgendwann bereit, allen Mitgliedern ökonomische Freiheit zuzubilligen oder bleiben wir auf dem jetzigen Standard der Klassengesellschaft stehen, die Almosen auf der Basis von Bedingungen und Kontrollen verteilt.

    So lange wie wir in einem System verharren, das Konkurrenzdenken und Wettbewerb als allein selig machende Ideologie begreift, werden Egoismus und ökonomische Diskriminierung weiter zunehmen.

    „Fürchte nicht menschlich zu sein, fürchte, nicht menschlich zu sein.“

    (Manfred Hinrich)


  • Musst Du die Linken fragen. Die beschäftigen sich Tag und Nacht nur mit dem Geld, das in den Bäumen wächst oder vom Himmel fällt.

    Das ist ja viel komplizierter als heute. Heute wird es einfach nur von Banken erzeugt - aus dem Nichts.

    „Fürchte nicht menschlich zu sein, fürchte, nicht menschlich zu sein.“

    (Manfred Hinrich)


  • Es wird immer wieder die Idee auftauchen, dass man ein BGE nicht finanzieren könnte....das ist Bullshit!


    Die Geldvermögen privater Haushalte in Deutschland betragen derzeit mehr als 6 Billionen Euro.

    Ein BGE von 1000€ je Monat kostet etwas weniger als 1 Billion Euro je Jahr. Mit einer Vermögensabgabe von unter 17% auf die Geldvermögen kann man also ein BGE finanzieren!


    Gäbe es ein BGE in Höhe von 1000€ im Monat bei ansonsten unveränderten Rahmenbedingungen, dann würden dadurch Einnahmen von 12.000€ im Jahr entstehen - je PERSON. Der BREAK-EVEN für Vermögende läge damit bei Vermögenden mit einem geringeren Geldvermögen als 70.000€. Eine Familie mit 2 Kindern würde also bis zu einem Geldvermögen von 280.000€ durch ein BGE in Höhe von 1000€ für jeden profitieren, wenn dies ohne sonstige Veränderungen über eine Vermögensabgabe von 17% auf Geldvermögen finanziert würde.....


    Es gibt nicht so arg viele Familien mit 2 Kindern in Deutschland, die über Geldvermögen in Höhe von 280.000€ verfügen.....


    UND: SO würde man ein sinnvolles BGE gar nicht erst organisieren.....tatsächlich geht man ja regelmäßig davon aus, dass ein BGE andere soziale Leistungen zumindest in Teilen ersetzen würde.....


    Mehr als 80% der Bevölkerung würden bei einem sinnvoll organisierten BGE zu den Gewinnern gehören - deutlich weniger als 20% der Bevölkerung müsste ihren Lebensstandard ggf. einschränken - und diese 20% gehören definitiv zu denen, bei denen es regelmäßig nicht auf 100€ im Monat mehr oder weniger ankommt.....



    Ob man ein BGE einführen kann oder nicht - das hängt ausschließlich vom politischen Willen ab - es ist keine Frage der Finanzierbarkeit.


    Ein BGE auch in Höhe von 1.500€ je Monat ist prinzipiell finanzierbar.

  • Die Geldvermögen privater Haushalte in Deutschland betragen derzeit mehr als 6 Billionen Euro.

    Ein BGE von 1000€ je Monat kostet etwas weniger als 1 Billion Euro je Jahr. Mit einer Vermögensabgabe von unter 17% auf die Geldvermögen kann man also ein BGE finanzieren!

    Kann man machen, natürlich. Die Frage ist nur, ob man es auch tun sollte. Nachhaltig ist das nämlich nicht. Jahr für Jahr kommt weniger Geld rein. 17% sind fast nirgendwo zu erwirtschaften. Nach einer einstelligen Zahl von Jahren ist die Party dann endgültig vorbei. Zudem sollte man bedenken, was man da plündert. Die vorgeschlagene Maßnahme vernichtet u.a. Altersrückstellungen. Nach einem durchdachten Plan klingt das jetzt irgendwie nicht.

  • Der Blick auf den IST Zustand zeigt doch sehr deutlich so wie es ist kann es nicht bleiben


    16 Millionen in Deutschland Jeder Fünfte ist von Armut bedroht


    Ein Beispiel das für viele steht:


    Erschreckend: „Jeder Vierte im Kreis Gütersloh arbeitet für Niedriglohn“


    Oder:


    Schon vier Kältetote diesen Winter in NRW


    Obdachlose: Protest gegen Bußgelder in Düsseldorf


    Obdachlose Elli (48) in Düsseldorf erfroren. Ihr Tagebuch ist bewegend - und furchtbar traurig


    Eine weiteres Argument für die Alternativlosigkeit eines BGE


    Das BGE – Modell 1000 Euro im Monat für jeden Wer bezahlt das Grundeinkommen? Ökonom Thomas Straubhaar rechnet es vor ist schon ein gut durchdachter Plan er muss ja nicht 1:1 umgesetzt werden. Aber aufgrund der Industrie 4.0 und 5G Komponenten der Robotik das Ende des Verbrennungsmotor und der Autoindustrie in heutiger Form dem Einzug der E - Mobilität und der Fabrik der Zukunft Hannover Messe zeigt Fabrik der Zukunft wird die Alternativlosigkeit eines BGE dann doch offensichtlich.



    Jene die aufrecht gehen, werden nur historisch hoch angesehen.

    Einmal editiert, zuletzt von Sybilla ()

  • […] Gäbe es ein BGE in Höhe von 1000€ im Monat bei ansonsten unveränderten Rahmenbedingungen, dann würden dadurch Einnahmen von 12.000€ im Jahr entstehe […]

    Ui, welch bestechende Rechnung… die somit zu gründende BGE-Zuteilungs-und-Refinanzierungsbehörde würde mithin pro Jahr 17% der privaten Sparvemögen abgreifen, um sie als BGE auszuschütten - dasa klingt mir ganz danach, als würden nach wenig mehr als 5 Jahren die diese Sparvermögen futsch sein - na gut, dann könnte man sich daran machen, an noch vorhandenen "Sachwerten" orientiert eine Sondersteuer in adäquater Höhe einführen - das würde sicher die Auswanderungswilligkeit größerer Bevölkerungsteile kräftig belebem - und schon wäre das BGE noch leichter zu finanzieren…

  • Der Blick auf den IST Zustand zeigt doch sehr deutlich so wie es ist kann es nicht bleiben

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    Das BGE – Modell 1000 Euro im Monat für jeden Wer bezahlt das Grundeinkommen? Ökonom Thomas Straubhaar rechnet es vor ist schon ein gut durchdachter Plan er muss ja nicht 1:1 umgesetzt werden. Aber aufgrund der Industrie 4.0 und 5G Komponenten der Robotik das Ende des Verbrennungsmotor und der Autoindustrie in heutiger Form dem Einzug der E - Mobilität und der Fabrik der Zukunft Hannover Messe zeigt Fabrik der Zukunft wird die Alternativlosigkeit eines BGE dann doch offensichtlich.

    Was den Ist- Zustand betrifft: Den hat der Wähler in Masse doch so gewollt, gewählt und auch bekommen. Jahrzehntelang wurde hart daran gearbeitet, produzierendes Gewerbe aus verschiedenen Gründen heraus "auszulagern". Mit dem nun beklagten (vorläufigen) Endergebnis. Das Ende der Fahnenstange ist ja noch nicht erreicht. Die Gründe dafür mögen teilweise und für sich allein betrachtet auch gute Gründe gewesen sein. In der Gesamtbetrachtung grenzt die Umsetzung allerdings an Idiotie. Das BGE ist da nur ein weiteres Pflaster. Und von den Obdachlosen, die ich im Laufe des Berufslebens kennengelernt habe, bringt ein BGE keinen von der Straße.


    Das Modell von Straubhaar ist eines nicht: zu Ende gedacht. Das einzig positive, was ich dem abgewinnen kann, ist die gleichlaufende Besteuerung von Kapitalgewinnen. Die ist lange überfällig. Ansonsten dürften die jetzigen Befürworter bei Umsetzung recht sparsam aus der Wäsche gucken. 1000 Euro. Minus 200 Euro KV. Minus Miete + Mietnebenkosten (die ja u.a. wegen der Energiewende und deren Finanzbedarf weiter steigen sollte). Keinerlei weitere Sozialleistungen. Wird spannend. Mit dem verbleibenden Rest kann man sicher ein erfülltes, menschenwürdiges Leben führen und seiner Kreativität vollen Lauf lassen. Aber Moment mal, wären wir da nicht bei einer Summe, die hier und heute als absolut unzureichend bezeichnet wird?


    Industrie 4.0 und 5G kann ich angesichts der tatsächlichen Zustände im Land so langsam nicht mehr hören.

  • .... 1000 Euro. Minus 200 Euro KV.....

    Nein die KV geht nicht vom BGE ab, sondern wird mit der PV und der auslaufenden RV zu einem Sechstel (16) % aus der Wertschöpfungsabgabe finanziert. Diese bei einen BIP von 2,580 Mrd. Euro und 1000 € BGE auf 44,8 % berechnet wurde. Zur Wertschöpfungsabgabe sollte eine integrierte global erhobene Finanztransaktionensabgabe angestrebt werden aber diese muss eben gloabl beschlossen werden. Dann würde die Wertschöpfungsabgabe entsprechend absinken.

    Jene die aufrecht gehen, werden nur historisch hoch angesehen.