Unsere neuen Rechten.....

  • Das hab ich mir gerade reingezogen - grauenhaft. Seltsam - wenn Menschen geistig ausufern, haben sie überall dieselben Merkmale, man denke an die Zwölf Stämme, von denen man momentan nix hört. Ich jedenfalls hör nix.

         



    Höflichkeit ist wie ein Luftkissen - scheinbar ist nichts drin, aber es mildert die Stöße.

  • Das hab ich mir gerade reingezogen - grauenhaft.

    Das Grauen kann einem kommen....aber leider waren solch spezielle "Traditionsvereine" in der alten BRD akzeptierter Alltag. Als solch Klamotten noch nicht alt und bieder wirkten, ist das eh keinem aufgefallen. Heute ziehen die sich ja nur so an, wenn die sich treffen. Aber ich denke es geht dir nicht nur um die Klamotten. ;)


    Im Prinzip geb ich dir recht. Ja, es graut einem, wen man sich anschaut, welch Parallelgesellschaften es alles gibt. Auch interessant, wie man sich diesen juristisch widmet. Man sollte sich genau anschauen, ob da nur der Spaß oder privates Interesse dahinter steht oder ob dies eine Form der Ideologisierung darstellt.

    Erschreckend und auch für mich in der Intensität neu, ist die Vernetzung dieser "Familien-Clans".

    Für mich sind das auch Menschen, die sich aktiv gegen unsere FDGO wenden. Obwohl sie diese ja im Sinne ihrer Ideologisierung ausnutzen. Also die Vorteile des Systems mißbrauchen, um sich gegen das System zu wenden. DAS IST SUBVERSION! ...aber vom feinsten.


    Und noch erschreckender ist, dass solche Strukturen weitestgehend unbehelligt agieren können.

    Stell dir mal eine Kommune vor, in der sich Menschen sammeln, die Anhänger der Anarchie sind und dies in ihrer Kommune auch leben. Da wär der Verfassungsschutz aber sowasvon dran am Geschehen!


    Auch interessant ist der Umstand, wie die Einwohner solcher Ortschaften auf die "Neuen" Siedler reagieren. Was könnte man ach tun, wenn die sich einmal festgesetzt haben?


    Persönlich stört mich wieder einmal, wie nordische Begrifflichkeiten und Symbolik mißbraucht werden. Solch Gehirnkrüppel haben nichts aber rein gar nichts mit diesen Werten und Traditionen gemein. Man gibt sich den Anstrich des Heidnischen und rechtfertigt damit seinen Rassismus. Man mißbraucht Symbole und Rituale, um sich eine Historie zu erschwindeln, die so nicht existiert.

    Wer all das macht, hat aus der Historie nichts gelernt oder will sie in seinem Sinn verbiegen.


    Heidentum ist kein Faschismus!


    Gesamtgesellschaftlich ist diese Szene ein Graus. Denn sie separiert, sie spaltet und sie arbeitet gegen einen Zeitgeist, der nach vorn ausgerichtet ist, um etwas zu schaffen, dass rückwärtsgewandt ist.

    Ich finde es auch bedenklich, wie ignorant man sich solch Themen widmet. Warum solch Clans so unbehelligt agieren und sich vernetzen können.


    mfg

  • Gesamtgesellschaftlich ist diese Szene ein Graus. Denn sie separiert, sie spaltet und sie arbeitet gegen einen Zeitgeist, der nach vorn ausgerichtet ist, um etwas zu schaffen, dass rückwärtsgewandt ist.

    Ich finde es auch bedenklich, wie ignorant man sich solch Themen widmet. Warum solch Clans so unbehelligt agieren und sich vernetzen können.

    Was für mich immer wieder heuchlerisch daherkommt ist das die Verantwortlichen erst in Wallung geraten wenn Politentscheider ( jedweder Coleur ) angegangen werden. Erst dann scheint die Grenze überschritten zu dem Punkt wo man der irrigen Annahme ist jene politisch doch noch irgendwo einfangen zu können bzw. für ihre Zwecke zu gebrauchen. Erst dann erfolgt Aktionismus, bei der Bedrohung / Gewalt gegen "Namenlose" scheint das noch nicht so der Fall....

    Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen – abgesehen von all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind

  • Was für mich immer wieder heuchlerisch daherkommt ist das die Verantwortlichen erst in Wallung geraten wenn Politentscheider ( jedweder Coleur ) angegangen werden. Erst dann scheint die Grenze überschritten zu dem Punkt wo man der irrigen Annahme ist jene politisch doch noch irgendwo einfangen zu können bzw. für ihre Zwecke zu gebrauchen. Erst dann erfolgt Aktionismus, bei der Bedrohung Gewalt gegen "Namenlose" scheint das noch nicht so der Fall....

    Ja, da wird dann Betroffenheit gezeigt und "lückenlose Aufklärung" gefordert. Was dann dabei raus kommt, kennen wir zur Genüge. Aber wer immer nur die Wirkungen bekämpft und nie die Ursache, der braucht sich nicht wundern, dass er mit der "Arbeit" nie fertig wird.


    Und wenn man dies in den Kontext mit dem aktuellen Aktionismus gegen "Rechts" sieht, dann wird mir persönlich einfach nur noch schlecht. Es ist allein schon erschreckend, wieviele Menschen es in diesem Land gibt, die "rechte Politik" eher rechtfertigen, als "linke Politik". Und da rede ich nicht mal von den Rändern dieser Richtungen, sondern von der so oft propagierten "Mitte"....was auch immer das sein mag.


    mfg

  • Ja, da wird dann Betroffenheit gezeigt und "lückenlose Aufklärung" gefordert. Was dann dabei raus kommt, kennen wir zur Genüge. Aber wer immer nur die Wirkungen bekämpft und nie die Ursache, der braucht sich nicht wundern, dass er mit der "Arbeit" nie fertig wird.

    Oder so, wenn man endlich mal anfangen würde die "Wirkungen" stringend zu bekämpfen würde man damit auch vielfach die Ursachen ( rechtsradikal, Antidemokratisch ist sexy ) erfolgreich eingrenzen.

    Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen – abgesehen von all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind

  • Diese "Traditionsvereine" waren in der alten BRD akzeptierter Alltag? Was es nicht alles gibt! Ich z. B. habe nie jemanden von so einem Verein kennengelernt und nie einen solchen Verein bei uns auf dem Land gesehen. Das müssen ja ganz Heimliche sein. Hin und wieder hat man was gelesen, aber mir fallen da nur die "Zwölf Stämme" ein, die nach einigem Druck ausgewandert sind, wenn ich mich recht erinnere. Die waren berüchtigt dafür dem biblischen, als Elternliebe verkleideten Züchtigungsgebot gefrönt zu haben, was aber auch in der Doku anklang. Es fällt schon auf, dass alle diese Frommen sich mit Gewalt gegenüber Schwächeren sehr leicht tun. Ob Wotan oder Gott - ziemlich wurscht, sie ähneln sich.

    Was für mich immer wieder heuchlerisch daherkommt ist das die Verantwortlichen erst in Wallung geraten wenn Politentscheider ( jedweder Coleur ) angegangen werden. Erst dann scheint die Grenze überschritten zu dem Punkt wo man der irrigen Annahme ist jene politisch doch noch irgendwo einfangen zu können bzw. für ihre Zwecke zu gebrauchen. Erst dann erfolgt Aktionismus, bei der Bedrohung / Gewalt gegen "Namenlose" scheint das noch nicht so der Fall....

    Das braucht Dich nicht in Wallung zu bringen. Der arglose Normalbürger hat mit solchen völkischen oder volksreligiösen Idioten in der Regel nichts zu tun. Und wenn er was mit ihnen zu tun hat, als Nachbar und Hörer kurioser Klänge, weiß er auch nicht, was es damit auf sich hat, denn sie geben sich ja betont altertümlich, sprich traditionell, und wer´s nicht weiß, kommt nicht auf die Idee, dass da was identitär Naziähnliches ausgebrütet wird. Erst wenn jemand des sog. öffentlichen Lebens zu Schaden kommt, merkt der Normalbürger, dass es sich nicht um normale Straftaten handelt, sondern dass System dahinter steckt.

    Die Reichsbürger-Typen wurden ja auch lange Zeit nur als Volldeppen betrachtet, bis sie den einen oder anderen Polizisten abgeknallt haben. Die Frage stellt sich immer drängender: Was macht eigentlich der Verfassungsschutz, außer die Falschen zu agents provokateurs zu machen ??

         



    Höflichkeit ist wie ein Luftkissen - scheinbar ist nichts drin, aber es mildert die Stöße.

  • Diese "Traditionsvereine" waren in der alten BRD akzeptierter Alltag? ...

    Durchaus. Das fängt bei Studentenverbindungen an und zieht sich über Schützenvereine und Vertriebenenverbände bis hin zu politischen Kleingruppen, die leider derzeit erstarken.

    Libertarismus. Eine einfältige rechte Ideologie, die sich ideal für diejenigen eignet,

    die nicht in der Lage oder nicht bereit sind, über ihre eigene soziopathische Haltung hinauszusehen.

    * Iain Banks

  • Woher kennt Ihr denn alle diese Vereine? Ich hab ja eine Zeit lang lang vorgegeben, in Marburg zu studieren, da sind die Studentenverbindungen allgegenwärtig und haben die schönsten Häuser, aber wenn man nicht dazugehört, bekommt man nichts mit von ihren politischen Umstrieben.

    Allerdings könnte ich mir schon vorstellen, dass es da Netzwerke gibt, von denen Ahnungslose wie ich nix mitbekommen.

         



    Höflichkeit ist wie ein Luftkissen - scheinbar ist nichts drin, aber es mildert die Stöße.

  • ... bekommt man nichts mit von ihren politischen Umstrieben.

    Das bekommst du spätestens mit, wenn genau diese Leute später in leitenden Funktionen in der Politik und Wirtschaft auftauchen. Genau dafür dienen ja derartige Netzwerke.

    Libertarismus. Eine einfältige rechte Ideologie, die sich ideal für diejenigen eignet,

    die nicht in der Lage oder nicht bereit sind, über ihre eigene soziopathische Haltung hinauszusehen.

    * Iain Banks

  • Das braucht Dich nicht in Wallung zu bringen. Der arglose Normalbürger hat mit solchen völkischen oder volksreligiösen Idioten in der Regel nichts zu tun.

    Jupp, es sei den du wurdest beim Oktoberfestattentat durch die Bombe zerfetzt oder schwer verletzt welches von so einem "Volkreligiösen Idioten" gebaut und gelegt wurde, durch Wehrsportgruppen wie die von Hoffmann, Kůhnen, Wiking etc. drangsaliert, verletzt oder sogar getötet wurdest.


    Du warst nicht in der Zeit, den End 1970ern wo NPD Grössen wie ein Rieger (Anwalt der Partei) mit seinen Kumpels im VW Schwimmwagen, Stahlhelm und XX Tarnfleckjacken völlig unbehelligt durch HH kurven konnten. Wo im HHer Umland diese Knaller unverfolgt in den Kiesgruben "ihre" Übungen machen konnten.

    O-Ton Polizei...die sind harmlos...

    Wenn der arglose Normalbürger nicht Ausländer ist und von einer Terrorgruppe wie der NSU erschossen wird.


    Zur Jetztzeit:

    Noch "argloser", stell Dir einfach mal vor Du und Deine Frau ( mit klar ausländischem Aussehen ) stehen in...mal als Bsp. Wismar auf einem "gutbürgerlichen" Flohmarkt.. und auf einmal bist Du umringt von einer Familie mit Kindern und Ihren Kindern. Und die gucken dich so bisschen scheel an.


    Tja und dann erkennst Du, hey.. das sind ja alles Nazis ! Muttern, Vaddern, die halbwüchsigen Gören...der Mastiff an der 5 cm Leine natürlich auch...


    Also gebe es nach Deiner Ansicht andere Normalbürger. Zumindest andere als ich und sehr viele anderer Mitbürger auch.

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  • Also grad Bayern hat seine latent und offen Rechte gepflegt und gehegt. Sie waren integrierter Bestandteil der normalen Gesellschaft. Ich habe 3 Jahre lang in der Nähe von Forchheim gewohnt, da sind die mir sofort aufgefallen. Ich kannte unsere "Scheitelnazis" im Harz. Das waren genausolch Typen.


    Allerdings könnte ich mir schon vorstellen, dass es da Netzwerke gibt, von denen Ahnungslose wie ich nix mitbekommen.


    Schau dir allein die Geschichte der Wehrsportgruppe Hoffmann an.

    Geliebt von unseren "Sicherheitsdiensten" frönten die ein Dasein, unbehelligt von Verfolgung und Repression. Alles was gegen diese in Gang gesetzt wurde, blieb im Sande stecken.


    wer sich mit der rechten Szene seit Ende WK 2 beschäftigt, der wird feststellen, dass grad Bayern sich dort hervortut. Noch ein Hotspot ist Niedersachsen und NRW. Kleine aber nicht unbedeutende Zellen gibt es auch in BW. Sie hatten immer ihre Zeitungen, Vereine, Parteien.

    Das Interesse der Dienste war grad in den 50ern hoch aber lediglich als Verbündete oder Brüder im Geiste.

    Die 60er waren eher ruhig, zu mindest was die Öffentlichkeitsarbeit anging.

    In den 70ern lag der Fokus eher auf Linke und das hat sich dann bis zum NSU nicht geändert.


    Links war schon immer gefährlicher, denn Rechts war den Ermittlern immer näher und gleichgesinnter.


    Das ist mein Fazit bis jetzt.


    mfg

  • Nun muss ich ja zugeben, dass ich mir die Geschichte der einschlägigen Netzwerke, der Neu-Nazis und anderer Unsäglichkeiten nicht reingezogen habe und auch nicht versucht habe, hinter manche Fassaden zu schauen, weil ich sie gar nicht als Fassaden wahrgenommen habe. Wenn ich was mitbekommen habe, dann erst später durch die Presse. Und da gab es bei uns den Spruch: "Alles Nazis, außer Jutta."


    Allerdings weiß ich, dass schon mal alle, die in der DDR aufgewachsen sind, sehr gut über die Nazi-Umtriebe ab 1945 informiert sind, weil es der DDR gelegen kam, dass es solche Umtriebe gab und man sich damit trefflich als das bessere Deutschland profilieren konnte. Sozusagen nix zu kaufen, aber reinen Herzens. Da sind westlich beschulte Leute schlechter dran, zumindest solche wie ich, die sich auch dafür nicht interessierten - unter dem Motto: Heute ist heute. Später hab ich hin und wieder gelesen, dass es auch in der DDR Wichtigs gab, die eine Nazi- oder sonstige kriminelle Polit-Vergangenheit hatten, aber das hat mich auch nicht interessiert. Ich stelle fest, dass mich wirklich wenig Vergangenes interessiert, meine dicken Bretter bohre ich heute. Aber da tu ich.

         



    Höflichkeit ist wie ein Luftkissen - scheinbar ist nichts drin, aber es mildert die Stöße.

  • Naja, das lag alles daran, dass in den Westsektoren eine Gesellschaftsschicht etabliert war (die 50 und Anfänge der 60er waren da wohl prägend), die gewissen Aspekten der alten Ideologie nahe waren. Man wurde ja auch in Teilen von solchen Menschen regiert, bewacht, gerichtet und selbst du könntest dem zustimmen, dass die alten Konservativen das ganze "Naziproblem" als solches gar nicht wahr nahmen.


    Allein wenn man sich die Geschichte des BDJ mal betrachtet und seinen Ableger, den Technischen Dienst.

    Das ist grad zu plakativ, dass mit der Angst vor den Russen etwas geschaffen wurde, was so gar nicht in die "neue Republik" passte. Der allgegenwärtige "Antibolschewismus" (eigentlich eine Kreation der Nazis, die ohne Bedenken übernommen wurde) hat vielen geholfen, ihre Vergangenheit zu relativieren.

    Und weil das so fruchtbar war, haben ja auch die USA so leichtes Spiel gehabt, den Menschen in der Nachkriegszeit jene irrationale Angst einreden zu können.


    Und dies ist ja etwas, dass ich gern als "westliche Gehirnwäsche" bezeichne. Denn das propagierte Bedrohungspotenzial durch die UdSSR gab es schlicht in den 50 Jahren nicht.

    Betrachtet man nun in diesem Licht die Schaffung der Stay Behind Truppe, dann kommt man nicht umhin zu denken, dass es ein reines Förderprogramm der USA war, um Altnazis irgendwie zu beschäftigen, damit die ruhig gestellt sind. Die USA selbst hätte sich nie ausmalen können, dass diese Truppe in Teilen ihr Eigenleben entwickel würde und unschuldige Menschen ermordet. Natürlich nicht immer Otto Normalo, sondern eben auch Politiker, Polizisten, Wirtschaftsgrößen.

    Damals wurden solch Morde eben gern Organisationen angehängt, die eher "links" ausgerichtet waren.

    Die Erkenntnisse, die heute Beweise liefern, dass es eben nicht diese Linken waren, sollte eigentlich aufhorchen lassen. Gesellschaftliche Konsequenzen gab nach der Aufdeckung und dem Aufzeigen der Aktionen so gut wie keine. Größtenteils aus Desinteresse. Politisch hatte die Aufdeckung Konsequenzen.

    Herr Junker mußte zB seinen MP Posten in LUX räumen, wegen einer Gladio-Affäre. Das weiß nur leider ein viel zu kleiner Kreis von Personen.

    In den genannten Kreisen selbst gab es lediglich Personalwechsel und jede Menge Schredder-Aktionen.

    Grundsätzlich aber hat man sich nicht mit den geschaffenen Strukturen beschäftigt.


    Und schau dir unter diesen Umständen nun die 68 Proteste an.

    Das war pressetechnisch doch der absolute Linken-Horror! Da stand der Russe ja fast wirklich, jedenfalls argumentativ, schon direkt vor der Tür.


    Alles hanebüchene Propaganda. Eigentlich ein verbindender Faktor der einfach Bevölkerung in Ost und West. In Teilen vllt sogar ein wenig legitim, in jedem Fall aber zum Nutzen einer Schicht der Gesellschaft, die schon im Deutschland davor die Profiteure des Kriegs waren.


    Und jetzt nur mal kurz etwas zu "Verhältnismäßigkeiten"


    Schau dir doch nur die Prozesse an, die Konzernbosse ertragen mußten, die tausende von Zwangsarbeitern ausbeuteten. Wer wurde da wirklich bestraft und wie lange widmete man sich diesen Menschen?

    Heute stehen immernoch Menschen vor Gericht. 90 jährige Halbtote, die als schlicht Soldaten zum Wachdienst in diversen Lagern eingeteilt wurden. ....lächerlich! Jene werden in solch hohen Alter noch zu mehreren Jahren Zuchthaus verurteilt. Konzernbosse kamen, wenn sie überhaupt einwanderten, schnell wieder raus und bekamen in Teilen sogar ihr Vermögen wieder zugesprochen.


    Ja, die Nachkriegszeit war tatsächlich in den Westsektoren für Altnazis eine wohlige.

    Einige mußten sich nur den Reflex des rechten Armhebens abtrainieren, mehr nicht.


    Solche hatten in der DDR kaum Einfluß. Das ist jetzt auch statistisch nachgewiesen. Der Anteil derer, die für einen strukturellen Aufbau verantwortlich waren, hielt sich in Grenzen. In hohen Positionen fand man mal einen, der hatte aber wegen fehlender Netzwerke keine Möglichkeiten, wie seine "Kameraden" im Westen. Das war der wichtigste Unterschied.


    mfg

  • Naja, das lag alles daran, dass in den Westsektoren eine Gesellschaftsschicht etabliert war (die 50 und Anfänge der 60er waren da wohl prägend), die gewissen Aspekten der alten Ideologie nahe waren. Man wurde ja auch in Teilen von solchen Menschen regiert, bewacht, gerichtet und selbst du könntest dem zustimmen, dass die alten Konservativen das ganze "Naziproblem" als solches gar nicht wahr nahmen.

    Natürlich. Alte Konservative, ich nehme mal den Typus Adenauer (der haarscharf daran vorbei schrammte von den Nazis selbst getötet zu werden ) einigten sich in Ihrer strammen, antikommunistischen Haltung. Und mal jedem Harfenklang seitens der SU aussen vor oder wie man jene im Jetzt beurteilt kann man, war das auch nicht unberechtigt.

    Zu dieser Zeit war Stalin nun mal ein unberechenbarer Massenmörder, der Millionen seiner eigenen Leute gekillt hat und sein Nachfolger Chrutschow planierte mal charmant Ungarn. Wasser also auf deren Mühlen.


    Und ebenso natürlich war das die deutsche Nachkriegsadministration und auch die Zivilgesellschaft durchdrungen von strammen Altnazis und Mitläufer jeglicher Coleur. Ergo verband sich hier die westliche Politik des Bollwerkcharakters und natürlich die Abneigung eines jeden "Konservativen" gegen die Widerständler, Vorkriegsemigrierten und andere, für den Staatsdienst unsichere Kantonisten. Den man war, qua Gesetz schon der Auffassung das jemand der seinen Dienst bis zur letzten Patrone, sprich zum bitteren Ende 1945 ohne Nachfrage geleistet jemand auf dem man sich verlassen konnte.


    Nicht umsonst durfte jemand wie ein Minister Mende bei jedem, mondänen Anlass in Bonn sein Ritterkreuz, also eine schon sehr hohe Auszeichnung des dritten Reichs stolz zur Schau tragen.


    Genau diese Ansicht war grundlegend für das deutsche Staatswesen, unwiedersprochen akzeptiert von sämtlichen Nachkriegsregierungen, egal ob unter Sozis oder CDU/CSU/FDP etc. und erst, nach viel Widerstand um die 2000er Jahre erst aufgehoben ( Rehabilitierung sämtlicher Nazijustizopfer ).


    P.S: Und jeder stelle sich mal vor das bis auf das DDR Politbüro und andere, oberer Chargen diese Knaller heute noch in Ihren Positionen tätig gewesen wären.....


    Und dies ist ja etwas, dass ich gern als "westliche Gehirnwäsche" bezeichne. Denn das propagierte Bedrohungspotenzial durch die UdSSR gab es schlicht in den 50 Jahren nicht.

    Sorry, das stimmt so nicht. Europa war Anfang der 1960er haarscharf am Dritten Weltkrieg, die Flieger waren aufmuntioniert und warteten auf den jeweiligen Taxiways... Und nein, das lag nicht ausschließlich am phösen Ami sondern daran das Chrutschow damals eine vermeintliche Schwäche der amerikanischen Aussenpolitik, bzw. etwas später Kennedy's sah und extrem hoch gepokert hatte. Russische und CSSR Migs verletzten im Tagestakt bundesdeutschen Luftraum ( weil zu dieser Zeit gerade hier die Natoluftüberwachung als auch die Reaktionszeiten dank fehlender Kräfte übelst eingeschränkt war ) und provozierten wo Sie konnten, in der Ostsee bewarf man sich mit leeren Tanks und schaukelte sich dementsprechend hoch.

    Das Sahnehäubchen war dann natürlich die Kubakrise... ( egal wie man die türkische Natoeinbindung bewertet ).

    Also die Russen aussen vor zu lassen ist in diesem Kontext einfach zu einfach.


    Betrachtet man nun in diesem Licht die Schaffung der Stay Behind Truppe, dann kommt man nicht umhin zu denken, dass es ein reines Förderprogramm der USA war, um Altnazis irgendwie zu beschäftigen, damit die ruhig gestellt sind. Die USA selbst hätte sich nie ausmalen können, dass diese Truppe in Teilen ihr Eigenleben entwickel würde und unschuldige Menschen ermordet. Natürlich nicht immer Otto Normalo, sondern eben auch Politiker, Polizisten, Wirtschaftsgrößen.


    Würde ich auch etwas anders bewerten. Die Stay-behind Truppe wurde erst in den 1970er wieder so sexy weil Sie damals in dem Gesamtszenario dieser Zeit passten, sprich als Gegenpart gegen den damals weltweit formierten, linksintellektuellen Widerstand entweder in der direkten, westlichen Hemisphäre oder auch in Südamerika, Afrika etc. der einerseits politisch oder auch direkt gewaltsam daher kam.


    D.H. man grub diese alten Seilschaften wieder aus, reaktivierte Sie, ähnlich wie in anderen, europäischen Ländern ( hier besonders Italien ), auch wo jene halt anders aufgestellt aber den gleichen Zweck dienten.

    Und ich denke das sehr wohl das die Initiatoren damit kalkulierten das Menschen jeglicher Art diesen Zwecks willen getötet wurden. Ob in Mailand, München oder sonst wo. Schließlich galt es auch falsche Fährten zu legen. Und dafür mussten Menschen sterben, egal ob mit öffentlichen Format oder nicht.

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  • Also die Russen aussen vor zu lassen ist in diesem Kontext einfach zu einfach.

    Hab ich nicht. Klar haben die in ihrem Einflußbereich gewütet. Was an Provokationen so lief, war Geklapper beiderseitig.

    Oder was sollten die Atomwaffen in der Türkei?


    ....aber das is hier OT.


    Was man aber unverholen feststellen muß ist, dass Deutschland unisono benutzt wurde. Von den einen so, von anderen anders. "Besser" war hier niemand! Schon gar nicht jene, die gesellschaftlich Stimmung machten.


    Und der verkrustet erzkatholische, rechts der Demokratie verortete Royalistenmoloch, der sich kuschelnd mit Nazis seien Stellung bewahren wollte, hat nach dem Krieg ganz locker den Zeitgeist diktiert.

    Das ging ja sogar soweit, dass die ersten Verträge von Rom eine fast 1:1 Abschrift der Pläne Großdeutschlans für einen europäischen Wirtschaftsektor unter der Ägide der Siegermacht so um 1933 war. Hallstein soll hier mal exemplarisch genannt werden. Es ging genauso weiter...

    Nur wurde "Deutsches reich" durch "europäische Gemeinschaft" ersetzt.


    Rein theoretisch hätte nach einer unmenschlich agierenden Diktatur rechterweis, die Millionen von Menschenleben vernichtet haben und die eigene Bevölkerung drangsalierten, eigentlich etwas anderes hätte kommen müssen, als die alten Garden, die mit dem Großkapital im Rücken genauso weiter agieren konnten wie zu ihren besten Zeiten. Kollaborateure mit den Nazis hätten rigoroser und mit deutlich klareren Worten benannt werden müssen.

    Genau das fand wenn, nur plakativ statt und hatte für die Mehrzahl keine Konsequenzen.

    Auch die paar Schauprozesse im Osten waren nicht befriedigend, wenn ich das mal so im Rückblick beurteilen soll. Denn hier wurde der Fehler genau auf der anderen Seite des Spektrums gemacht.

    Man propagierte die "Säuberung" und war sich doch bewußt, dass es latent (es war ja grad nach dem 2. WK eigentlich die selbe Bevölkerung im Osten wie im Westen) den Alten Geist immer noch gab.

    Aber ebensowenig, wie es reicht die Säuberung offen zu deklarieren, hat es westlicherseits gereicht, einfach so weiter zu machen und diesen Schichten wieder die Macht in die Hände zu geben.

    Natürlich kann man ein Volk nicht austauschen. Es einfach zu trennen und somit verschiedene Entwicklungen zu oktroyieren, war das dümmste, was den Siegermächten in den Kopf geschossen ist.


    Aber das kann man mal woanders diskutieren, wenn man sich Gedanken darüber macht, warum die UdSSR sofort nach Beendigung des 2. WKs als Feind des Westens behandelt wurde und nicht als gleichwertiger Sieger über ein brutales und zerstörerische Regime.


    Dann wäre womöglich ein Kalter Krieg gar nicht erst entstanden. Aber der Hass auf Seiten der Kapitalextremisten auf die Russen war wohl zu bestimmend.

    Ach und spätestens mit dem Koreakrieg hat sich auch die USA in die Reihe der Kriegsgeilen Weltbeherrscher eingereiht. Aber wehe der Russe schielt auf ....da reichen schon Nachbarländer....dann aber! Nein, wenn jemand nach dem 2. WK Kriege führen darf, dann sind das die USA! Egal ob man für die erstmal so richtig lügen muß oder einfach die Terroristen selber ausbildet und bezahlt.


    Warum sind die Russen nochmal in Afghanistan rein?

    Weil die Amis keine russslandfreundliche Regierung (demokratisch gewählt) in dieser Region gebrauchen konnte. Worum ging es im Vietnamkrieg nochmal? Fakt ist, er begann mit einer dreisten Lüge und hat auf beiden Seiten jede Menge Menschenleben sinnlos vergeudet.


    Der weltweite Machtanspruch, den die USA definierten, wurde in D wie in einem Brennglas konzentriert.

    Die Logik daraus ist, dass sich beide Propagandamaschinen hochschaukelten und gesellschaftliche Trümmerfelder hinterlassen hat. Ernsthafte Bemühungen die Umstände nach dem 2. WK in D zu ändern wurden als "Bolschewismus" diskreditiert und Persönlichkeiten der alltäglichen Lebens, die sich in diese Richtung engagierten, wurde gesellschaftlich platt gemacht.

    Das gleiche auf der anderen Seite, nur andersrum.


    DAS ist für mich das perfide! Und letztlich auch, dass aus diesen Zeiten nichts gelernt werden kann, weil bis heute solch sachliche Analysen einfach nicht den Weg in die breite Masse finden.

    Deutschland war die Hure der Siegermächte. Es wurde benutzt, um eigene Machtansprüche zu zementieren und auszuweiten. Und wenn 40 Jahre reichen, um eine Gesellschaft so auseinander zu leben, dass sie nach dieser Zeit nochmal so lange brauchen, um wieder einigermaßen zusammen zu wachsen, dann kann man kein anderes Urteil fällen.


    mfg

  • Als knapp in der Mitte der Siebziger Geborener ist das alles irgendwie an mir vorbeigegangen, allerdings habe ich mich auch nie damit beschäftigt, wann wo die größten Halunken wen sabotiert oder gepampert haben. Weil ich Verwandte in der Ex-DDR habe und als ziemlich junger Schüler nicht nur die wirtschaftlichen Schwierigkeiten sowie die Kontrollen in der Bahn oder auf der Autobahn mitbekommen habe, war für mich immer klar, wie froh man sein kann, dem "westlichen Lager" anzugehören.

    Mir ist schon klar, dass ich hier den Klotzkopf abgebe, aber: Wehrsportgruppe Hiofmann...hä? Das muss man geLESEN haben, und zwar eigens.


    Die Russophobie nun erklärt sich mir ganz einfach: Mit der DDR vor der Nase und den langwirkenden Erzählungen über die Angst aller Frauen vor den russischen Soldaten, die ich ja nur nur marginal kennengelernt habe, dazu den Erzählungen von Schokolade verteilenden GIs, entsteht einfach ein Bild seit frühester Kindheit. Ehe aber der Gedanke entsteht, dass das alles gelenkt war: Mitnichten. Ich hatte eine Urgroßtante, die letzte ihrer Generation in meiner Familie, die als junge Frau samt ihrer Familie Russland verlassen musste - sie durften nur mitnehmen, was sie tragen konnten. Die war den Bolschewiken nicht sonderlich gewogen und hat mir vieles erzählt. Ferner gab es in unserem Dorf zwei alte Frauen, die aus Berlin stammten und sich dort unter dem Tisch verstecken mussten, weil russische Soldaten auf der Jagd nach Frauen waren. Von Amis hat man das nie gehört. Dazu kommen eigene Erfahrungen mit "Ausflügen in die DDR", vor allem die Vorsicht, mit der sich die Leute außerhalb ihres Hauses unterhielten.

    Ich bin also massiv vorbelastet...

         



    Höflichkeit ist wie ein Luftkissen - scheinbar ist nichts drin, aber es mildert die Stöße.

  • ...Angst aller Frauen vor den russischen Soldaten...

    Ich kann dir aus Erzählungen aus meiner Familie bestätigen, wenn es die gegeben hat (hat es leider zu viele), dann wurden diese Soldaten entweder vor Ort mit "§7.62" bekannt gemacht oder sofort der Militärpolizei übergeben. Es kam aber wohl immer auf den Vorgesetzten vor Ort an, wie diese Vergehen gehandhabt wurden.

    ...Erzählungen von Schokolade verteilenden GIs...

    Auch die hat es gegeben, manche haben Schkoi auch gegen Gegenleistungen vergeben. Auch GIs haben vergewaltigt. Nur konnte das im westlichen Teil Deutschland so nicht publik gemacht werden.


    Dei wahren Zahlen werden wohl nie wirklich erfasst werden können aber jene, die man hat, sind schon mehr als genug.

    https://www.spiegel.de/spiegel…ter-frauen-a-1190761.html


    Ich will mir gar nicht die Stimmung der Rotarmisten vorstellen, die in ein Land einmarschieren, dessen Soldaten beim Angriff auf Russland unmenschliche Gräueltaten vollzogen.

    Das Vorgehen vor allem der SS Schergen und dessen willigen Helfern haben durch ihre Taten die Menschen vor Ort entmenschlicht. Wen man nun in die Situation dieses Krieges und seinen brutalen Methoden und seinem grauenhaften Vorgehen hineindenkt, dann werden solche Taten zwar nicht verständlich aber nachvollziehbar. Was nicht bedeutet, dass es Verbrechen sind, die ich gut heiße oder rechtfertigen will.


    In diesem Licht erscheinen die Taten der GIs etwas befremdlich,, denn die Wehrmacht hat ja keinen direkten Krieg gegen sie geführt. Sie war auch im Land of the Free aktiv und hat dort ähnliches veranstaltet. Es war ja sogar Agenda, Deutschland von den Nazis zu befreien. Warum man sich dann hat hinreißen lassen, Zivilisten zu schänden oder brutal zu behandeln, das werden wohl für immer die unverständlichen Mysterien der menschlichen Psyche im Krieg bleiben.


    mfg