Rechts motivierte Kriminalität

  • Ist es wirklich "nur" ein deutsches Problem oder nicht eher doch ein internationales??

    Da gibt's doch haufenweise Rechte in Europa,in Schweden,in Dänemark oder Finnland,in Polen,Frankreich,Italien oder Spanien und auch in Tschechien usw.

    Ist es nicht doch eine tief verwurzelte Xenophobie,die alles,was irgendwie anders aussieht oder sich verhält nicht nur ablehnt,sondern gleich mit Stumpf und Stiel ausrotten möchte? Das wird doch auch im Alltag auffällig.

    Alles richtig....

    Mit leichter Sehnsucht erinnere ich mich an Canada,wo des "you're welcome" nicht immer nur als Floskel verstanden wurde.

    ...nur ist es halt leider so das hier das national rechte Dumpfbackentum Millionen von Menschen in den Ofen geschoben hat und zwar bis zum allerletzten, bitteren Ende. Als Vorbild der weltweiten Xenophoben denen dafür bis dato die Traute fehlt(e).

  • ...

    Kann es sein, dass man - wofür die Sache mit Deinem Neffen spricht - einfach als Dummkopf in ein Lager reingerät und nicht mehr raus kann, weil jedes Lager auch eine Blase ist, in der sich die Leute gegenseitig überwachen und bestätigen?


    Psychologisch finde ich die Frage interessant, wo und wie man mit Gegensteuern anfängt.

    Wenn man sich anschaut, wo im Osten und auch im Westen die besten Brutstätten sind, findet man oft wirtschaftlich abgehängte Gegenden, in denen Jugendliche schlechtere Startchancen haben als im Rest der Republik. Und da sind wir wieder bei der sozialen Frage, die für mich das eigentliche Kernproblem ist. Ünrigens unabhängig davon, ob sich jemand als Linksextremist, Rechtsextremist oder Islamist radikalisiert. Es sind seltener die aus intaktem Elternhaus mit überdurchschnittlichen Einkommen, vor allem was die Mitläufer und das Fußvolk angeht. Die Leitungsebene hingegen kommt eher aus der Mittelschicht, und auch bei denen muss man genau hinschauen, wie ihre familiäre Umgebung aussieht. Entweder sind auch die stramm rechts/links/funtamentalislamistisch und es hat abgefärbt, es kann aber auch genauso gut sein, dass es Menschen sind, die vor lauter Fremdengagement keine Zeit für ihre Kinder aufbringen und dadurch eine Kontrahaltung geradezu herausfordern.

    TL:DR Es kann viele Ursachen haben, für die Mitläufer jeder extremistischen Bewegung ist es meist das soziale Umfeld.

    Religion wird von den einfachen Leuten als wahr, von den Weisen als falsch und von den Herrschern als nützlich angesehen.

    Lucius Annaeus Seneca

  • Ich versuche es mal psychologisch ;)

    Ich halte das alles für die Auswirkungen marktradikaler Politik.

    Damit hat es auch zu tun, aber nicht nur. Die Auswirkungen marktradikaler Politik bereiten das Umfeld in dem Ängste und Hass gut steuern lassen. Ein Umfeld das aber noch lange nicht an die Armut und das Elend der Bevölkerung in Deutschland nach dem WK I und der Weltwirtschaftskrise heranreicht. Aber egal, es hat eine wirtschaftliche Komponente.


    Wenn ich mir zu psychischen Komponenten Gedanken mache, so fällt mir eine konservative Grundeinstellung ein, denn diese neigt zu allen möglichen Ängsten, vor denen es sich zu schützen gilt. Vor dem Fremden, vor dem Zerfall der Kultur, dem Untergang des Abendlandes, dem Verfall der guten Sitten, der Zerstörung der Sprache, der schlechteren Qualität bei der Bildung - et cetera pp.


    Die für mich wesentliche psychische Komponente ist aber ein starkes WIR Gefühl. Den Wunsch irgendwo dazuzugehören haben wir alle in uns und je abhängiger wir von der Gemeinschaft sind, zu der wir gehören wollen umso schwerer ist es sich davon zu lösen oder auch nur den Anschein zu erwecken, man würde nicht gerne überall mitziehen, wofür diese Gemeinschaft sich engagiert. Bezogen auf die Volksgemeinschaft oder einfach das Volk als Schicksalsgemeinschaft ist das ja eine ganz genaue Entsprechung dieses WIR Gefühls und der Gemeinschaft zu der man gehören will. Ein starkes WIR Gefühl kann die allergrößten menschlichen Leistungen einer Gemeinschaft begünstigen - oder eben bis zum "letzten Blutstropfen" in den Untergang führen.


    Das WIR Gefühl ist immer ein Selbstläufer, weil es unserer Natur entspricht. Die Abgrenzung ist die andere Seite der Medaille. Das eine ergibt sich aus dem Anderen und beides sind ganz normale menschliche Eigenschaften. WIR gegen die ANDEREN ist ein Konzept, welches nachgewiesenermaßen auch die Horden der Schimpansen pflegen und somit ist das eine Psychologie, die wahrscheinlich eher in uralten Genen verankert ist, als dass sie rein typisch menschlich wäre. Wenn wir dem WIR Gefühl kritiklos oder auch nur aus dem Grund dass wir nicht aus der Gemeinschaft ausgestoßen werden wollen folgen, übernimmt sozusagen das Reptiliengehirn und letztlich, selbst bei den unglaublichsten Konsequenzen, kann dann auch das eigene Verhalten über das WIR Gefühl gerechtfertigt werden.

  • Ich versuche es mal psychologisch ;)

    Damit hat es auch zu tun, aber nicht nur. Die Auswirkungen marktradikaler Politik bereiten das Umfeld in dem Ängste und Hass gut steuern lassen. Ein Umfeld das aber noch lange nicht an die Armut und das Elend der Bevölkerung in Deutschland nach dem WK I und der Weltwirtschaftskrise heranreicht. Aber egal, es hat eine wirtschaftliche Komponente.

    Ja und nein. Rassismus und wie er sich auf die jeweilige Bevölkerung auswirkt hat diverse und teils verschiedene Ursachen. So kann man das auch nicht international über den Kamm scheren wie z.B. "Die anderen sind aber auch..." Die Beweggründe, die Ursachen für jenes Verhalten ist in in den Vereinigten Staaten, Südamerika - Brasilien, Asien ( Indien ) etc. oder in Frankreich, Spanien, England ist anders als z.B. Deutschland.


    So war der Antisemitismus der Nazis ja überhaupt kein Novum oder ein wiederentdecktes Ventil in Deutschland. Hitler hat sich in seiner Zeit in Wien durch die Luegers (etc.) anstecken und fanatisieren lassen. Also das Jahrzehnt vor dem 1 WK wo es damals trotz einer enormen ethnischen Vielfalt ( es lebten mehr Tschechen in Wien als in Ihrem Heimatland ) offener und rigoroser Antisemitismus / Rassismus herrschte.

    Hitler hat das stringent später in seine Politik übertragen und es traf auf fruchtbaren Boden.


    Was viele in Deutschland vergessen, vielmehr bewusst verdrängen ist das Ihr Land noch vor Hitlers "Machtübernahme" heftigst antisemitisch eingestellt war.

    Schon Mitte bis Ende der 1920er war es durchaus üblich in diversen Vereinen oder Organisationen Juden die Mitgliedschaft zu verweigern bzw, diese dahingehend zu ändern.

    Das haben damals schon sehr viele Deutsche als "nationale Pflicht" angesehen.

    Also haben die Nazis nur etwas freigelegt und auf die Spitze getrieben was schon vorhanden war.

  • ...

    Die für mich wesentliche psychische Komponente ist aber ein starkes WIR Gefühl. Den Wunsch irgendwo dazuzugehören haben wir alle in uns und je abhängiger wir von der Gemeinschaft sind, zu der wir gehören wollen umso schwerer ist es sich davon zu lösen oder auch nur den Anschein zu erwecken, man würde nicht gerne überall mitziehen, wofür diese Gemeinschaft sich engagiert....

    Dieses Gefühl greift aber erst, wenn der Schaden schon eingetreten ist. Ich kann jemanden, der sozial abgesichert und mit seinem Leben zufrieden ist, dem Staat daher vertraut längst nicht so leicht in eine solche Gemeinschaft ziehen. Wohingegen es ziemlich einfach ist, schon wütende Menschen um sich zu scharen.

    Religion wird von den einfachen Leuten als wahr, von den Weisen als falsch und von den Herrschern als nützlich angesehen.

    Lucius Annaeus Seneca

  • Der Antisemitismus war und ist ein grundlegendes Problem in ganz Europa! Er wurde durch die Religion und ihre Machthaber über 1000 Jahre kultiviert und vollzogen, da es sich hierbei um die einzige nennenswerte religiöse Minderheit handelte.

    Wenn sie aus einem europäischen Land (wie z.B. England im 13 Jahrhundert) rausgeworfen wurden konnten sie in einem anderen Land für kurze Zeit unterschlupf finden.

    Der neue gerichtliche Fall in Wittenberg zeigt, dass wir mit dieser Vergangenheit auch nicht feinfühlig und pragmatisch umgehen wollen. Wenn eine Gemeinde mit Judensau-Bildnissen anders verfahren möchte, dann sollte man vielleicht kompromissbereiter damit umgehen- ab ins Holocaust-Museum damit.

    https://www.spiegel.de/panoram…d2-454b-8fad-a01e6575af70


    Die einzig heilsame und ehrliche Aufarbeitung wäre, wenn die römische Kurie öffentlich durch den Papst den historischen Kontext, der zur Verdammung der Juden führte, urbi et orbi verkünden würde. Hinsichtlich historischer Unterlagen und der wirtschaftlichen und politischen Intention die dazu führte.


    Er könnte anfangen mit dem Schutz von Rom, der römischen Bürger und den Millionen von möglichen zu bekehrenden Gläubigen im römischen Reich.

  • Die einzig heilsame und ehrliche Aufarbeitung wäre, wenn die römische Kurie öffentlich durch den Papst den historischen Kontext, der zur Verdammung der Juden führte, urbi et orbi verkünden würde. Hinsichtlich historischer Unterlagen und der wirtschaftlichen und politischen Intention die dazu führte.

    Er könnte anfangen mit dem Schutz von Rom, der römischen Bürger und den Millionen von möglichen zu bekehrenden Gläubigen im römischen Reich.

    Mag sein. Aber ich bin eher dort wo mir Zeitzeugen das fast schon aktuelle berichten konnten. Also nicht Mittelalter, sondern bzw. das Jahr 1945. Und da finde ich persönlich eher einen Ansatz. In wie weit trieb Judenhass Menschen meiner Großelterngeneration dazu, z.B. 5,6 Tage vor dem gefühlten Kriegsende noch Juden freiwillig zu jagen und zu töten, wie eben auf den Todesmärschen aus den norddeutschen Lagern oder der Anladung der Schiffbrüchigen aus dem KZ Stutthof rund um Neustadt an der Ostsee. Also auch noch angesichts einer vollkommenden Niederlage und Aussichtslosigkeit den Anweisungen ( es wurde sich dabei freiweillig gemeldet ! ) oder auch nur dem Hass folgend noch Kinder und Frauen zu töten.

  • Also haben die Nazis nur etwas freigelegt und auf die Spitze getrieben was schon vorhanden war.

    Es ist mir bewusst, dass Antisemitismus im 19. Jahrhundert deutsches und europäisches Kulturgut war und in zahlreichen Büchern und Zeitungen auch ganz ohne Hemmungen gelebt worden ist und woran man auch wieder sieht dass Kultur etwas wandelbares ist. Die Möglichkeit, dass sich all diese Verunglimpfungen und der ganze künstlich aufgeladene Hass irgendwann mal ganz konkret entlädt, war ausgesprochen hoch.


    Ich würde mich aber beim Betrachten von "Rechtsnational/Faschistisch" nicht so sehr auf Antisemitismus und im speziellen auf Deutschland/Österreich typischen Antisemitismus versteifen. Das Phänomen an sich funktioniert auf viele "Hass"-Objekte.

  • Dieses Gefühl greift aber erst, wenn der Schaden schon eingetreten ist. Ich kann jemanden, der sozial abgesichert und mit seinem Leben zufrieden ist, dem Staat daher vertraut längst nicht so leicht in eine solche Gemeinschaft ziehen. Wohingegen es ziemlich einfach ist, schon wütende Menschen um sich zu scharen.

    Ja, in einem Land in dem die Menschen sozial abgesichert sind, haben es faschistische Bewegungen eindeutig schwerer oder sie kommen überhaupt nicht auf nennenswerte Gruppierungen. Dann bleiben nur die wirklich Extremen auffällig.


    Die wirtschaftlichen Verhältnisse erschweren oder begünstigen den Aufstieg von Faschisten. Je nachdem. Es gibt aber noch andere Komponenten die starken Einfluss auf konservative Ängste haben. Dort will man zum Beispiel kein Land was seine Grenzen nicht schützen kann. Ganz egal ob das nun stimmt oder nicht, wiegt allein die Vorstellung es könnte so sein teilweise schwerer als die direkte Absicherung der Lebensumstände. Und wenn dann noch "linksgrün versiffte" Hassobjekte zur Verfügung stehen die diese äußerliche Bedrohung befördern, ob sie gefühlt ist oder echt, dann kann der Faschismus diese Ängste umso leichter steuern.

  • Ja, in einem Land in dem die Menschen sozial abgesichert sind, haben es faschistische Bewegungen eindeutig schwerer oder sie kommen überhaupt nicht auf nennenswerte Gruppierungen. Dann bleiben nur die wirklich Extremen auffällig.


    Die wirtschaftlichen Verhältnisse erschweren oder begünstigen den Aufstieg von Faschisten. Je nachdem. Es gibt aber noch andere Komponenten die starken Einfluss auf konservative Ängste haben. Dort will man zum Beispiel kein Land was seine Grenzen nicht schützen kann. Ganz egal ob das nun stimmt oder nicht, wiegt allein die Vorstellung es könnte so sein teilweise schwerer als die direkte Absicherung der Lebensumstände. Und wenn dann noch "linksgrün versiffte" Hassobjekte zur Verfügung stehen die diese äußerliche Bedrohung befördern, ob sie gefühlt ist oder echt, dann kann der Faschismus diese Ängste umso leichter steuern.

    Auch diese Debatte um angeblich unsichere Grenzen basiert zu einem großen Teil auf den sozialen Problemen. Wer Menschen, die nach 30 und mehr Jahren Berufstätigkeit in ALG II abrutschen genauso behandelt wie Flüchtlinge, erntet die Folgen solch asozialer Politik.

    Wer zulässt, dass sich im Straßenbild das in Mülltonnen nach Pfandflaschen suchenden Armutsrentnern manifestiert, sollte als Sozialpolitiker besser Russisch Roulette mit voller Trommel spielen, denn er hat komplett versagt. Holland und Österreich wie auch Skandinavien zeigen in dieser Hinsicht sehr gut, wie es besser funktioniert.

    Religion wird von den einfachen Leuten als wahr, von den Weisen als falsch und von den Herrschern als nützlich angesehen.

    Lucius Annaeus Seneca

  • Auch diese Debatte um angeblich unsichere Grenzen basiert zu einem großen Teil auf den sozialen Problemen. Wer Menschen, die nach 30 und mehr Jahren Berufstätigkeit in ALG II abrutschen genauso behandelt wie Flüchtlinge, erntet die Folgen solch asozialer Politik.

    Bist Du sicher, dass Du die Psychologie und alle Gefühle darum herum nur daran festmachen kannst ? Ist der ganze Faschismus nur ein Produkt asozialer Verhältnisse und marktradikaler Ideen ?

  • Der Faschismus damals, exakt wie jetzt zu sehen bei den Neofaschisten wie der AFD kommt eben nicht von "unten" oder gespeist aus dem Prekariat oder prekären Verhältnissen. Würde ja sogar vielen Beispielen wiedersprechen wo die Nazis erstmal sehr viele Arbeiterhochburgen "schleifen" mussten.

    Damals wie heute wird er von einer bürgerlichen und durchaus gebildeten Schicht getragen und gefördert.

    "Radikal" war ja auch bekanntlich einer der vielbenutzen und beliebten Schlagwörter der Nazis bzw. der Deutschen und deren Anspruch.

  • Bist Du sicher, dass Du die Psychologie und alle Gefühle darum herum nur daran festmachen kannst ? Ist der ganze Faschismus nur ein Produkt asozialer Verhältnisse und marktradikaler Ideen ?

    Wer ein weitgehend sorgenfreies Leben hat, dem Staatswesen und der Gesellschaft vertrauen kann, wird kaum in den Extremismus abrutschen. Die Argumente der Extremisten benutzen reale Unzufriedenheit mit den Verhältnissen als Nährboden.

    Wenn alerdings eine Gesellschaft auf Neid und Missgunst, Ellenbogen, Ungleichheit basiert und stetig dazu weitere Ungerechtigkeit hervorruft, haben es Extremisten leicht.

    Religion wird von den einfachen Leuten als wahr, von den Weisen als falsch und von den Herrschern als nützlich angesehen.

    Lucius Annaeus Seneca

  • Neid, Missgunst, Ellenbogen und Ungleichheit kann aber auch die aufhetzen, die zwar haben, was sie brauchen, aber MEHR wollen, weil der am Ende der Straße auch mehr hat. Ich hab zwar ein Auto, aber der Nachbar hat zwei...


    Wenn man sich so manchen Täter anschaut, so waren oder sind das selten Leute aus wirklich prekären Verhältnissen, oft aber in ihrem Umfeld Versager, die vor allem Bestätigung suchen. Sie sind zwar "angehängt" aber aufgrund eigener echter oder vermeintlicher Unzulänglichkeit. Das erzeugt ja auch Hass.



    "Oh Tor, im Unglück ist Trotz nicht förderlich!" (Sophokles: Ödipus auf Kolonos)

  • .... Wenn man sich so manchen Täter anschaut, so waren oder sind das selten Leute aus wirklich prekären Verhältnissen, oft aber in ihrem Umfeld Versager, die vor allem Bestätigung suchen. Sie sind zwar "angehängt" aber aufgrund eigener echter oder vermeintlicher Unzulänglichkeit. Das erzeugt ja auch Hass.

    Ich rede ja auch nicht von den vollkommen abgedrehten Rechtsterroristen, sondern dem rechten "Mainstream", also der Masse der rechten Wähler.

    Religion wird von den einfachen Leuten als wahr, von den Weisen als falsch und von den Herrschern als nützlich angesehen.

    Lucius Annaeus Seneca

  • Ich rede auch vom Mainstream. Übrigens "abgehängt", nicht angehängt...

    Dann habe ich deinen Verweis auf die Herkunft der "Täter" falsch interpretiert?


    Sicherlich sind einige der Täter eher der Mittelschicht zuzuordnen, sowohl was ihre Bildung wie auch ihre Einkommen angeht, andere wiederum eher der Unterschicht. Wobei der Untersdchied meist darin besteht, dass die Unterschichtglatze ein paar Halbe in der Birne hat, wenn er den Schädel eines Ausländers im Rinnstein knackt, während der Mittelschichtler eher einer Bürgermeisterin ein Messer in den Hals rammt oder einem Politiker eine Kugel in den Kopf jagt - und das meist nüchtern.


    Aber die Täter sind für sich genommen keine Massenbewegung, zum Glück.

    Religion wird von den einfachen Leuten als wahr, von den Weisen als falsch und von den Herrschern als nützlich angesehen.

    Lucius Annaeus Seneca

  • ....und die elitären machen sich nur verbal die Finger schmutzig.


    Im Harz nannten wir die "Scheitel-Nazis". Wenn die nicht grad zu diversen Veranstaltungen unterwegs waren, hätte man die nicht mal als solche erkannt. Das sind aber die "Zünder" die "Prügel-Glatzen" sind der Sprengstoff.


    mfg

  • Ist es wirklich "nur" ein deutsches Problem oder nicht eher doch ein internationales??

    Es ist ein internationales Problem und keineswegs mit der Aufarbeitung des deutschen, spanischen, italienischen oder ungarischen Faschismus behoben. Sobald man den Menschen vermittelt hat, sie seien besser als andere Menschen, sie seien ein "Herrenvolk", ein "von Gott auserwähltes Volk" und dergleichen mehr, die übrigen seien "unmündig", in der Entwicklung stehen geblieben, Untermenschen, so sind sie reif für den Faschismus und verlieren jegliche Solidarität sowie Empathie mit anderen Menschen. Wer nach oben kratzen und nach unten treten darf, verfällt in einen Machtrausch und wenn andere Untermenschen sind, darf man auch Dinge tun, die normalerweise als Schwerverbrechen gelten. Wenn der Führer dann befielt, hat der faschistische Wicht den Freibrief, seine niedersten Instinkte auszuleben.

  • Mag sein. Aber ich bin eher dort wo mir Zeitzeugen das fast schon aktuelle berichten konnten. Also nicht Mittelalter, sondern bzw. das Jahr 1945. Und da finde ich persönlich eher einen Ansatz. In wie weit trieb Judenhass Menschen meiner Großelterngeneration dazu, z.B. 5,6 Tage vor dem gefühlten Kriegsende noch Juden freiwillig zu jagen und zu töten, wie eben auf den Todesmärschen aus den norddeutschen Lagern oder der Anladung der Schiffbrüchigen aus dem KZ Stutthof rund um Neustadt an der Ostsee. Also auch noch angesichts einer vollkommenden Niederlage und Aussichtslosigkeit den Anweisungen ( es wurde sich dabei freiweillig gemeldet ! ) oder auch nur dem Hass folgend noch Kinder und Frauen zu töten.

    Aber es leitet sich daraus ab und hat bis heute nicht aufgehört. Das nicht kapitulieren und die Todesmaschine einfach weiterlaufen lassen liegt an der Perfidität der Maschinerie an sich.

    Bis sie den ollen Kim Jong Un zerhacken wird sich auch in Nordkorea nicht ändern. Es gibt einen Punkt of no return und diesen haben die Nazis früh erreicht und auch ein Kim schon längst überschritten. Nordkorea ist jetzt der grüßte Mafiastaat den die Welt je gesehen hat und der durch Büro 39 so viele Devisen ins Land holt, um das regierende Verbrecher 1% zu verköstigen.


    Von Beweisen vernichten bis zum gehirngewaschenen Befehle ausführen ist die Spannbreite der Intentionen unergründlich.