Der Bundesgesundheitsminister spricht

  • Dann kann ja auch das Pflicht-Blut-Spende-Programm eingeführt werden.

    Oder ein Plicht-Sozial-Jahr.

    Ach...wir machen einfach alles zur Pflicht. Und jeder muß für alles immer einen Antrag stellen, wenn er nicht mitmachen will.


    Es ist und bleib, egal wie du es drehst, ein Eingriff in mein Leben, der mich zu etwas zwingt. Zu etwas, das eigentlich selbstverständlich sein sollte.

    Und den Namen müssen wir dann ja auch ändern, denn es ist ja auch keine Spende mehr, sondern eine Abgabepflicht. Eine, aus der man sich "herauskaufen" muß.


    Ganz ehrlich? Da lass ich mir lieber einen Vegi-Day vorschreiben, das schmeckt wenigstens. Und essen muß ich eh so ein/zwei mal am Tag.


    Weißt du wohin befohlene Solidarität führt?

    Pflichtspende ist befohlene Solidarität!


    Hier dürft ihr Wessis den Ossis ruhig mal glauben, dass solches immer schädlich für eine Gemeinschaft ist.


    Und nun frage dich nochmal, warum so wenig freiwillig und im Sinne des Wortes "spenden"? Denn eine Spende ist immer etwas freiwilliges. Wenn keiner Spenden will, dann hat das Gründe.


    Ach, ab nächstes Jahr wird befohlen, dass ALLE an Ärzte ohne Grenzen spenden müssen. Wer das nicht will, der muß nur den Antrag im Bürgeramt ausfüllen, der dort ausliegt.


    Ich liebe Selbstbestimmung, die mir andere aufdrängen. ;)


    mfg

    Wer in Grenzen denkt, denkt begrenzt.

  • Das ist an der Sache vorbei gesehen:


    a) Bei einer Blutspende spendet ein Lebender, er gibt etwas von dem ab, das er noch braucht.


    b) Das Pflicht-Sozialjahr fände ich persönlich sehr gut, denn so mancher junge Löffel hat keine Ahnung vom richtigen Leben.


    c)"Alles zur Pflicht machen" ist natürlich so polemisch wie - äh - unüberlegt.


    d) Der veggie-day ist später unter anderem Namen und mit vorgeblich anderer Zielsetzung (Gesundheit, Weltklima etc) auch von anderen vorgeschlagen worden, er war nur bekläfft worden, weil a) von den Grünen und b) "wir lassen uns nix vorschreiben..."


    e) Dass so wenige Leute spenden wollen, hat was mit Geiz zu tun: "Wie komme ich dazu?, Ich kenne die Empfänger nicht, Ich muss extra hingehen und das dauert eine Weile, vielleicht sind die Nadeln nicht sauber, der Herrgott will mich im Ganzen haben, und überhupt: Wie komme ich dazu, was abzugeben - mir gebet nix..." ",


    f) Ärzte ohne Grenzen sind in der Flüchtlingsfrage aktiv, das ist ja noch mal extra übel - siehe Punkt e: "Mir gebet nix"


    Deine heilige Selbstbestimmung nimmt sich für mich etwas asozial aus, wenn ich das mal hart ausdrücken darf. "Freiwilligkeit" ist allzu oft nur ein anderes Wort für gar nix. Und wenn was für andere, dann nur nach eigenem Gusto.


    Nicht mein Ding, aber macht eben jeder, wie er will.

  • Die Spenderanzahl ist wieder gestiegen, sagt die Dt. Stiftung Organtransplantation.

    https://www.aerztezeitung.de/p…uenftel-organspender.html

    Aber nicht, weil die Menschen plötzlich spenden wollen, freigiebiger oder sonst was bei sich selber geändert haben, sondern weil die Voraussetzungen Erkennen und Melden finanziell und zeitlich besser unterlegt wurden. Da hat der BGesundheitsminister ordentlich gearbeitet.

    Dass er aber parallel alle von uns als Spender in einer Datenbank festhalten will (wer pflegt die überhaupt und wer passt darauf auf, das ist ja auch nicht ganz unwichtig, zu wissen, wie unabhängig die Eingeber sind) ist seinem Zwang geschuldet, alle und jedes und jeden datenmäßig kontrollieren zu können. Für den ist das A und O des menschlichen Seins die Pflege der Daten in Datenbanken. Man könnte dann natürlich auch dabei bleiben und sagen, was solls, dann werfe ich mein Smartphone in die Wupper oder ich nehme die KI so und so halt nicht in Anspruch, aber: Im Falle unserer Gesundheit, hat der Großteil der Bevölkerung zumindest, wenn Herr Spahn mit seinen Vorhaben durchdringt, keinen Spielraum, etwas abzulehnen. Es sei denn, er sieht weiterhin brav zu, wie seine Beiträge einbehalten werden, er aber nicht zum Arzt, ins Krankenhaus geht. Dann kanns ihm natürlich wurscht sein. Das ist aber Unsinn für die meisten von uns. Kein Unsinn ist, dass die Kassen, die das Geld kontrollieren sollen, mit den Optionen


    https://www.bundesgesundheitsministeriu ... ntwurf.pdf

    S. 7 § 68 a:

    "... Zur Verbesserung der Qualität und der Wirtschaftlichkeit der Versorgung können Krankenkassen die Entwicklung digitaler Innovationen, wie insbesondere digitale Medizinprodukte, künstliche Intelligenz sowie telemedizinische oder IT-gestützte Verfahren fördern. Zu diesem Zweck können Krankenkassen digitale Innovationen alleine oder in Zusammenarbeit mit Dritten entwickeln oder von diesen entwickeln lassen. Dritte sind insbesondere Hersteller von Medizinprodukten, Unternehmen aus dem Bereich der Informationstechnologie, Forschungseinrichtungen sowie Leistungserbringer und deren Gemeinschaften. Die Förderung kann durch eine Kapitalbeteiligung nach § 263 Absatz 3 erfolgen, soweit sie mit einer fachlich-inhaltlichen Kooperation zwischen Krankenkasse und Beteiligungsgesellschaft verbunden wird. Um eine bedarfsgerechte und gezielte Förderung der Entwicklung, Plausibilisierung und Evaluation digitaler Innovationen sicherzustellen, können Krankenkassen die nach § 284 Absatz 1 von ihnen rechtmäßig erhobenen und gespeicherten versichertenbezogenen Daten im erforderlichen Umfang auswerten."


    dann noch mehr Einfluss auf die ärztliche Fachkenntnis per Praxissoftware nehmen dürfen und noch krasser mitbestimmen, wie und womit wir behandelt werden. Was schmeißt der gesetzliche versicherte Patient dann weg? Seine Kasse, ach ja, ich vergaß, wir haben ja auch hier Wahlfreiheit.


    Frdl. Grüße

    Christiane

  • Zitat

    Den positiven Trend führt die DSO, die die Organspenden koordiniert, auf ein gestiegenes Engagement der Kliniken zurück. Diese hätten vermehrt an mögliche Organspenden gedacht und 2018 rund 2800 Spender an die Koordinierungsstelle gemeldet; im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Plus von 26 Prozent.

    Kann auch heißen, dass in den Kliniken mehr für Organspende geworben und Überzeugungsarbeit geleistet wurde.


    Ansonsten sehe ich hauptsächlich Paranoia am Werk.

  • Klar, bekommen ja jetzt auch mehr Geld für die Entnahme, vielleicht rechnet sich das jetzt. Und ganz ehrlich, man braucht nur ein wenig mit Google herumspielen und nach den Stichwörtern "Ärzte" wahlweise verbunden mit "Skandal" "Betrug" oder "Behandlungsfehler" suchen, das Ergebnis dieser Suchen ist kaum geeignet, Paranoia einem gewissen Misstrauen entgegen zu wirken.

    Es ist nun mal leider so - je kapitalistischer das ganze organisiert wird umso misstrauischer muss man leider werden.

    Religion wird von den einfachen Leuten als wahr, von den Weisen als falsch und von den Herrschern als nützlich angesehen.

    Lucius Annaeus Seneca

  • Klar, bekommen ja jetzt auch mehr Geld für die Entnahme, vielleicht rechnet sich das jetzt. Und ganz ehrlich, man braucht nur ein wenig mit Google herumspielen und nach den Stichwörtern "Ärzte" wahlweise verbunden mit "Skandal" "Betrug" oder "Behandlungsfehler" suchen, das Ergebnis dieser Suchen ist kaum geeignet, Paranoia einem gewissen Misstrauen entgegen zu wirken.

    Es ist nun mal leider so - je kapitalistischer das ganze organisiert wird umso misstrauischer muss man leider werden.

    Das ist genau der springende Punkt. Sobald Geld im Spiel ist, ist ein gesundes Misstrauen angebracht.

  • Das ist genau der springende Punkt. Sobald Geld im Spiel ist, ist ein gesundes Misstrauen angebracht.

    Solange das Misstrauen gesund ist und nicht in Paranoia ausartet (was besonders dann der Fall ist, wenn man was geben soll, woran ein anderer - behüte! - was verdient), ist es ja vertretbar.

  • Ich bin mir jetzt nicht ganz sicher, was daran als paranoid angesehen wird, wenn mehr Geld aufgewendet wird, dass a) mehr Fachpersonal zur Identifzierung und Entnahme und Weitergabe und b) damit einhergehendem Zeitaufwand zur Verfügung steht. Soll man doch erst einmal diese Maßnahmen greifen lassen und auswerten und dann kann man immer noch überlegen, ob man ein ganzes Volk, egal, ob mündig oder nicht, zu Spendern machen will.

    Aber ganz bestimmt nicht alles auf einmal, nur weil ein Minister hyperaktiv ist.


    https://www.zeit.de/politik/de…immung-gesetz-organspende


    Frdl. Grüße

    Christiane

  • Ich bin mir jetzt nicht ganz sicher, was daran als paranoid angesehen wird, wenn mehr Geld aufgewendet wird, dass a) mehr Fachpersonal zur Identifzierung und Entnahme und Weitergabe und b) damit einhergehendem Zeitaufwand zur Verfügung steht.

    Dagegen ist nichts einzuwenden. Allerdings hilft es nichts, wenn keiner bereit ist, Organe zu spenden.

    Paranoia bezog sich auf den bereits zum zweiten Mal als potentielle Mutter allen Übels zitierten § 68 a des DVG-Entwurfs.

  • Ich habe es kommen sehen. Nur wer gibt, soll auch empfangen. Der neue Präsident der Bundesärztekammer schlägt vor, bevorzugt wird der, der als Spender eingetragen ist.

    https://www.aerzteblatt.de/nac…tQaYhhnZ2vzsQolBsVgCXLRa8


    Nun stelle man sich vor: Jeder, ob Nein- oder Ja- oder Vlt.-Sager, ist in einer Datenbank , wer die pflegt und kontrolliert, weiß ja nur der Bundesgesundheitsminister oder evtl. Beitragszahlers neuer Luxusarbeitnehmer, https://www.spiegel.de/wirtsch…verdoppeln-a-1273613.html

    hinterlegt.

    Die Datenbank liegt in irgendeiner Cloud auf irgendeinem Server mit Sicherheitsversprechen (natürlich).

    Und nun kommen die Schönen und Reichen dieser Welt und benötigen dieses oder jenes Ersatzteil. Das brauchten und bekamen sie schon immer, aber nicht unbedingt aus Deutschland. Hier gilt noch die Notwendigkeit einer Bescheinigung einer evtl. Spendebereitschaft und anders als in allen anderen Ländern, die uns immer unter die Nase gerieben werden, wird in Deutschland der Hirntod als Voraussetzung einer Transplantation hergenommen und nicht der Herzstillstand an sich, wie in Italien. Dort wird bis 5 gezählt/gewartet und schon kann ein Organ entnommen werden. Etwas überspitzt).

    Nun wird lt. Herrn Reinhardt aus der Freiwilligkeit nicht nur eine Widerspruchslösung, sondern der neue Präsident überlegt ernsthaft auch noch eine Ausschlusslösung.


    Aber man führt nach wie vor das Wort „Spende“ im Mund.


    Jetzt, allerspätestens jetzt, würde ich meinen Spenderausweis vernichten (den braucht es bald eh nicht mehr), denn nun werden wir bzw. unsere Organe zum Geschäft gemacht. So schnell kann ich gar nicht gucken, wie sich der Datenbank jemand "annimmt". M. E.


    Frdl. Grüße

    Christiane

  • 👍👍👍🙂Und noch tausend Worte sonst ist die Nachricht zu kurz

    Zwei reichen aus. ;) ...Nieren hat man auch zwei. Ich würde eine von meinen aber nie gegen eine Leber eintauschen.


    Wenn sich das etablieren sollte, dann ist meine Weigerung ein Garant dafür, dass mir auch keine Gebrauchtorgane eingebaut werden. Das ist der einzig positive Aspekt an dem Konzept.


    Ich bin Nichtspender und das ist auch gut so! :)


    mfg

    Wer in Grenzen denkt, denkt begrenzt.

  • Wenn sich das etablieren sollte, dann ist meine Weigerung ein Garant dafür, dass mir auch keine Gebrauchtorgane eingebaut werden.

    Wir haben doch gerade gelernt, dass deine Daten in irgend einer Datenbank in irgendeiner Cloud auf irgendeinem Server mit Sicherheitsversprechen (gemeint war wohl "Versprecher") liegen. Also nix mit Garantie. Ein klares "Nein" zu einer Transplantation, wenn deine Leber hinüber ist, hilft eher.