Digitalpakt!

  • Wenn ein Thema zur Diskussion gestellt wird, muss es auch möglich sein, Argumente gegen einen kontemporären Hype vorzubringen und eine zuwiderlaufende Ansicht zu vertreten. Die bloße Mode, dass sowieso so gut wie jeder Schüler sein Smartphone während des Unterrichts nicht aus der Hand legt, verbessert den Lernerfolg erfahrungsgemäß eher nicht. Der "Digitalpakt" ist also reiner Populismus - gegenüber den Lernsoftwareherstellern und gegenüber den durch den körperlich anwesenden Lehrer schon längst nicht mehr erreichbaren Kindern bildungsresistenter Sozialisierung…

    Ich verstehe nicht ganz wieso Smartphone im Unterricht ueberhaupt erlaubt sein sollen. Etwas anderes als Schulgeraete hat im Unterricht nichts zu suchen. Lustlose Lehrer?

    "Unsere Antwort ist mehr Demokratie, mehr Offenheit und mehr Humanitaet" ( J. Stoltenberg nach den Terroranschlaegen)

  • […] Lustlose Lehrer?

    Man könnt's den Lehrkräften nicht verübeln… tendenziell bringt diese Gesellschaft eine zunehmend schwerer erziehbare Generation hervor, die den Schulbetrieb seine Aufgabe bei einem schrumpfenden Prozentsatz der ihn anvertrauten Zöglinge erfüllen lässt. Natürlich könnte man jetzt behaupten, die Digitalisierung des Unterrichts böte dann ja weniger Angriffsfläche, aber weder das Sozialverhalten noch der Lernerfolg profitierten davon. Gute Nacht, Deutschland.

  • Eine Gesellschaft, deren Wirtschaftssystem auf Egoismus, Konkurrenz und Gier beruht braucht sich nicht wundern, wenn diese "Werte" schon in der Schule zunehmend gelebt werden.

    Libertarismus. Eine einfältige rechte Ideologie, die sich ideal für diejenigen eignet,

    die nicht in der Lage oder nicht bereit sind, über ihre eigene soziopathische Haltung hinauszusehen.

    * Iain Banks


  • Genau. Es ist in einem Onlineforum ja auch dringend nötig, bisweilen ein wenig Witz hineinzubringen.

    Und die bösen Schiefertafeln aus kreideweißer Vorzeit müssen gar nicht so dringend ersetzt werden, die halten auch so noch Jahrzehnte. Es müsste nur Lehrpersonal geben, das den Unterrichtsstoff mit einem Stückchen Kreise vermitteln kann, und natürlich Schüler, die wenigstens Grundkenntnisse im Lesen und vielleicht noch im Rechnen zu erwerben bereit sind… alles andere stellt sich dann nach und nach ein.

    Klar, und spaeter hat man am Arbeitsplarz einen Vorgesetzten am Arbeitsplatz der mit Kreide an der Tafel die Auftraege verteilt, die werden dann mit Kugelschreiber und Papier erledigt.


    Sag mal, wieso sollte man bei digitalen Unterricht nicht lesen, schreiben und rechnen lernen?

    "Unsere Antwort ist mehr Demokratie, mehr Offenheit und mehr Humanitaet" ( J. Stoltenberg nach den Terroranschlaegen)

  • Eine Gesellschaft, deren Wirtschaftssystem auf Egoismus, Konkurrenz und Gier beruht braucht sich nicht wundern, wenn diese "Werte" schon in der Schule zunehmend gelebt werden.

    Nun sind "Egoismus, Konkurrenz und Gier" ganz natürliche Überlebensstategie-Bausteine, ohne deren Nutzung die Gattung Mensch nach überaus kurzer Verweildauer auf Erden verschnabuliert worden wäre… welch neckische Laune der Natur also, dem Menschen zusätzlich die Fähigkeit zu spendieren, sich Kulturtechniken anzueignen, die ihm geholfen haben, zum Zwecke der Bedürfnisbefriedigung, sesshaft zu werden, Vorräte anzulegen, Maßnahmen zu ergreifen, Ernteerträge zu steigern und selbst das zwischenmenschliche Zusammenleben zu regeln, zu ordnen, planvoll zu organisieren, und diese Kenntnisse dann auch noch den Folgegenerationen zu vermitteln. Was doch etliche Generationen lang ganz prächtig funktioniert hat.

  • Du widersprichst dir selbst. Das "zwischenmenschliche Zusammenleben zu regeln, zu ordnen, planvoll zu organisieren" wird nicht gelingen, wenn "Egoismus, Konkurrenz und Gier" das natürliche Handeln eines Menschen bestimmen. "Egoismus, Konkurrenz und Gier" haben im Laufe der (jüngeren) Geschichte des Menschen für Rückschritt und nicht für Fortschritt gesorgt.

  • Nun sind "Egoismus, Konkurrenz und Gier" ganz natürliche Überlebensstategie-Bausteine, ohne deren Nutzung die Gattung Mensch nach überaus kurzer Verweildauer auf Erden verschnabuliert worden wäre… welch neckische Laune der Natur also, dem Menschen zusätzlich die Fähigkeit zu spendieren, sich Kulturtechniken anzueignen, die ihm geholfen haben, zum Zwecke der Bedürfnisbefriedigung, sesshaft zu werden, Vorräte anzulegen, Maßnahmen zu ergreifen, Ernteerträge zu steigern und selbst das zwischenmenschliche Zusammenleben zu regeln, zu ordnen, planvoll zu organisieren, und diese Kenntnisse dann auch noch den Folgegenerationen zu vermitteln. Was doch etliche Generationen lang ganz prächtig funktioniert hat.

    Du widersprichst dir selbst. Das "zwischenmenschliche Zusammenleben zu regeln, zu ordnen, planvoll zu organisieren" wird nicht gelingen, wenn "Egoismus, Konkurrenz und Gier" das natürliche Handeln eines Menschen bestimmen. "Egoismus, Konkurrenz und Gier" haben im Laufe der (jüngeren) Geschichte des Menschen für Rückschritt und nicht für Fortschritt gesorgt.

    Substi widerspricht sich nicht. Natürlich bestimmen Egoismus, Konkurrenz und Gier das natürliche Handeln des Menschen - übrigens auch vieler "höherer" Tiere - aber ebenso natürlich ist es, dass, um das Überleben der Art zu gewährleisten, sich Regeln entwickelt haben, die das gemeinschaftsschädigende Handeln des Individuums zugunsten der Art sanktionieren.

    Es gibt viele Untersuchungen darüber, wovon es abhängt, dass Menschen schon als Kinder eigentlich egoistisch sind, aber ziemlich früh lernen, wo sie die Sau rauslassen können oder wo sie sich besser einordnen sollten. Oder wie sie erreichen, nicht erwischt zu werden.

    Schon das Verhalten von Kindern ist ein Spiegel der Menschheitsentwicklung.



    "Nur die allerdümmsten Kälber wählen ihren Metzger selber"

  • Es muss eine Balance sein. Egoismus, Konkurrenz und Gier sind die Voraussetzung für Weiterentwicklung. Regelungen und Ordnung dämmen den Egoismus ein, um das Zusammenleben zu ermöglichen.



    "Nur die allerdümmsten Kälber wählen ihren Metzger selber"

  • Nö. Dort wurde es so formuliert, als sei "Egoismus, Konkurrenz und Gier" Voraussetzung für ein geordnetes und planvoll organisiertes Zusammenleben.

    Dein sprachliches Verständnis ähnelt dem der Google-Translator-Funktion… das lässt für die fortschreitende Digitalisierung der Schule und des Alltags ja nichts Gutes hoffen.

  • Zitat

    Nun sind "Egoismus, Konkurrenz und Gier" ganz natürliche Überlebensstategie-Bausteine, ohne deren Nutzung die Gattung Mensch nach überaus kurzer Verweildauer auf Erden verschnabuliert worden wäre…

    Ich nehme doch an, dieser Satz ist von dir. Alles Andere, was unsere Gesellschaft zusammenhält, ist deiner Meinung nach nur eine "neckische Laune der Natur".

    Egoismus und Gier sind eine Geißel der Menschheit, die für Mord, Folter und Kriege gesorgt hat. Du kannst mir nicht erzählen, dass dies einen Beitrag zum Überleben der Menschheit geleistet hat.

    So viel OT muss sein.

  • Dein sprachliches Verständnis ähnelt dem der Google-Translator-Funktion… das lässt für die fortschreitende Digitalisierung der Schule und des Alltags ja nichts Gutes hoffen.

    Du kannst davon ausgehen, dass die Schule fuer den Sprachunterricht bessere Programme waehlt. Programme die den jetzigen Sprachunterricht in den Schatten stellen, lesen, sprechen, hoeren, Videos. Mache das mal mit einem Englischbuch. Spre hei tut vermutlich ein Englaender in Oxford, kein Lehrer mit deutschem Akzent.


    Zwei wichtige Dinge sind im modernen Zeitalter dazu gekommen:

    1.) IT - Kenntnisse;

    2.) Fremdsprachen;


    Ohne geht im heutigen Facharbeiterleben gar nichts mehr. Bleibt, Reinigungskraft oder Paketfahrer, wobei Letzerer auch mehr und mehr von IT abhaengig ist.


    Handwerk? Baecker, Metzger oder Friseur. Elektriker? Vergesse es, keine Chance.

    "Unsere Antwort ist mehr Demokratie, mehr Offenheit und mehr Humanitaet" ( J. Stoltenberg nach den Terroranschlaegen)

  • Egoismus und Gier sind eine Geißel der Menschheit, die für Mord, Folter und Kriege gesorgt hat. Du kannst mir nicht erzählen, dass dies einen Beitrag zum Überleben der Menschheit geleistet hat.

    Egoismus und Gier sind dann eine Geißel der Menschheit, wenn es kein Gegengewicht in Form von Regel/Gesetzen gibt. Ohne Egoismus gibt es wohl keinen Fortschritt, denn aus Egoismus entsteht Konkurrenzkampf, weil der Mensch als solcher nicht so gebacken ist, dass er anderen zuliebe was austüftelt.



    "Nur die allerdümmsten Kälber wählen ihren Metzger selber"

  • Egoismus und Gier sind dann eine Geißel der Menschheit, wenn es kein Gegengewicht in Form von Regel/Gesetzen gibt.

    So gesehen hätte es niemals WK2 geben dürfen.

    Ohne Egoismus gibt es wohl keinen Fortschritt, denn aus Egoismus entsteht Konkurrenzkampf, weil der Mensch als solcher nicht so gebacken ist, dass er anderen zuliebe was austüftelt.

    Naja, in der Geschichte der Menschheit gab es jede Menge Wissenschaftler, die nur aus einer gesunden Neugier heraus für Fortschritt gesorgt haben. Und vieles wurde nur entwickelt, weil der Mensch von Natur aus faul ist. Das gilt auch für die IT.


    So, das ist mein Schlenker zum eigentlichen Thema. :)

  • weil der Mensch als solcher nicht so gebacken ist, dass er anderen zuliebe was austüftelt.

    Warum sollte man, anderen zuliebe, irgendetwas austüfteln?

    Für andere.....??

    Allemagne? C'est un grand Bordel néolibéralement conservateur Merkel'scher l'empreinte


    AMERIKA......oder..... Alles was die Welt nicht braucht....oder....Spiel nicht mit den Schmuddelkindern....



  • Warum sollte man, anderen zuliebe, irgendetwas austüfteln?

    Für andere.....??

    Na, sag ich doch! Zumindest in den Anfängen des "höheren" Soziallebens hat keiner was für andere ausgetüftelt, auch wenn andere das dann genutzt haben. Auch Tiere beobachten, was andere machen, und wo sie was finden..



    "Nur die allerdümmsten Kälber wählen ihren Metzger selber"

  • Warum sollte man, anderen zuliebe, irgendetwas austüfteln?

    Für andere.....??

    Wissensbegierde scheint dir vollkomen fremd zu sein, nicht wahr?

    Libertarismus. Eine einfältige rechte Ideologie, die sich ideal für diejenigen eignet,

    die nicht in der Lage oder nicht bereit sind, über ihre eigene soziopathische Haltung hinauszusehen.

    * Iain Banks