Digitalpakt!

  • Bedenkt man, wie oft in Onlineforen thematisiert wird, wie es den Lesefluss störe, wenn ein Link in den Text eingebunden ist, muten Meinungsäußerungen wie diese skurril an, denn wem es schon zu kompliziert ist, einen Link anzuklicken, der wird doch garantiert die Mühe scheuen, die weiterführende Information, deren Name genannt ist, eigenhändig zu suchen… der Onlinenutzer heutiger Zeit unterscheidet sich auch darin also entschieden von den Pionieren der discussion-board-user, die im Usenet diskutierten…


    Einerseits sollte man meinen, dass den digital natives die Grundkompetenzen der Internetnutzung gewissermaßen angeboren oder wenigstens von Kindesbeinen an vertraut sein sollten - andererseits ist außer der typischen Handbewegung des Wischens auf dem Touchscreen davon nichts zu merken.

    Eigentlich kennt man die Sitte, weiterführende Informationen an anderer Stelle zu präsentieren, aus der analogen Fachliteratur, nämlich in Form einer angehängten Tabelle mit Zusatzinfos, auf die mittels im eigentlichen Text eingefügten kleinen Zahlen hingewiesen wird. Da steht dann eine kleine 17, und in der angehängten Tabelle findet man unter der Nr. 17 dann "siehe Furzbichler 1928, S. 174".

    Diese kleinen Zahlen, die auf Furzbichlers Erkenntnisse hinweisen, stören, anders als Substis Verlinkungen, den Lesefluss nicht. Denn in der Regel sind die Zusatzinformationen nur für den engsten Kreis der Experten interessant. In der Belletristik werden Zusatzinformationen im Anhang nur gegeben, wenn es sich um alte Werke mit Ausdrücken oder Schilderungen handelt, die man - und mit ihnen den Handlungsablauf - ohne Erklärungen nicht verstehen würde. Der geneigte Leser kann sich aber immer entscheiden, ob ihm das Verständnis eines Buchabschnitts so wichtig ist, dass er zu blättern beginnt. Die kleinen Zahlen selbst stören nicht.


    Ich hab schon lang aufgehört, bei Substi zu "blättern", weil man seine Beiträge auch so versteht.

  • So ungelenk, wie Du das Wesen der Fußnoten erklärt hast, verwundert nicht, dass Du […]

    […] schon lang aufgehört […]

    […] hast, den Unterschied zwischen wissenschaftlichen Arbeiten, editorischen Notizen und Hypertexten überhaupt wahrzunehmen. In der Fußnote vermerkte Quellenhinweise sind in wissenschaftlichen Texten üblich, während editorischen Notizen angehängte Fußnoten sich zumeist auf nachträgliche Anmerkungen, auf Paratexte, beschränken. Der in elektronischen Textmedien gängige Hypertext verwendet stattdessen den direkten Verweis - in Form der technisch verfügbaren Möglichkeit des Hyperlink, der im sich ständig Wandlungen unterworfenen Internet allerdings den Nachteil mit sich bringt, dass nach einiger Zeit manch Link zu einer Fehlermeldung führt. Die Struktur des Internet ist leider auf unbedingte Aktualität angelegt.

    Da aber auch Diskussionen in Onlineforen sich zumeist um aktuelle Gesprächsgegenstände drehen, und kaum jemand seit Jahren brachliegende Threads wieder aufgreift, ist der Hyperlink an dieser Stelle (der Texteditor der Forensoftware bietet, anders als ein aufwendigeres Textverarbeitungsprogramm, gar keine Fußnotenfunktion) das Mittel der Wahl.

  • So ungelenk, wie Du das Wesen der Fußnoten erklärt hast, verwundert nicht, dass Du […]

    […] hast, den Unterschied zwischen wissenschaftlichen Arbeiten, editorischen Notizen und Hypertexten überhaupt wahrzunehmen.In der Fußnote...in wissenschaftlichen Texten ...editorischen Notizen ...Paratexte... Hypertext...

    :lach-m::lach-m::lach-m::brav::brav::brav: You made my day!