• Seit die Städte und Kommunen solche Aufgaben wahrnehmen dürfen, wird das Einnahmenpotential gesehen und man blitzt an jeder möglichen Stelle, wo es sich lohnen könnte, selten dort, wo es notwendig wäre. Mit unter stellt man sogar zeitweilige Geschwindigkeitsbegrenzungen auf, nur damit man erfolgreich abzocken kann. Und man weiss genau, dass die Mehrheit der "Sünder" wegen einem Bußgeld von 10 bis 20 Euro keinen Rechtsanwalt und kein Gericht einschaltet.

    Es ist ganz einfach, diese "Abzockerei" ins Leere laufen zu lassen. Einfach an die Geschwindigkeitsvorgaben halten.

    Religion wird von den einfachen Leuten als wahr, von den Weisen als falsch und von den Herrschern als nützlich angesehen.

    Lucius Annaeus Seneca

  • Da sind bei weitem nicht genug Leute unterwegs. Bei Ordnungsaufgaben, Kontrolle und Ahndung von gesellschaftsfeindlichem Verhalten ist dieser Staat dramatisch unterbesetzt.

    So ist es. Hinzu kommt, dass zum Beispiel die Beschäftigten der Ordnungsämter es vermeiden, Hundehalter anzusprechen, weil diese oft aggressiv werden. Nicht anders wird es im Fall jener Leute sein, die ihre Kippen außerhalb eines Aschenbechers entsorgen. Im Idealfall müssten jeweils ein Ordnungsamtmitarbeiter und ein Polizist gemeinsam auf die Straße, schon wegen der unterschiedlichen Befugnisse und weil es halt einen anderen Eindruck macht als "nur" das Ordnungsamt. Beide Institutionen sind in Berlin chronisch und massiv unterbesetzt.

    Unterm Strich werden sich die Ordnungsämter weiterhin darauf beschränken, Knöllchen zu verteilen und hoffen, dass der Autobesitzer nicht auftaucht (denn von denen gibt es nicht selten ebenfalls verbal oder physisch auf die Fresse). Das ändert sich auch nicht dadurch, dass die Arbeitszeiten der Berliner Ordnungsämter bis Mitternacht ausgeweitet wurden.


    Es ist aber typisch für Rot-Rot-Grün in Berlin, irgendwelche durchaus sinnvollen Dinge gesetzlich festzulegen, die in der Realität allerdings entweder sehr schwierig umzusetzen sind (siehe kostenloses Schulessen) oder eben gar nicht.

  • In den Kippen befindet sich ein ganzer Cocktail von gefährlichen Giften, die ins Grundwasser eingetragen werden und die Umwelt verseuchen.! Die Strafen müssten empfindlich sein und vor allem müsste die Ordnung durchgesetzt werden.

    Ganz ehrlich? Ich weiß um die Gifte und die Konsequenzen. Doch bevor man sich über diese Gifte kümmert, sollte man sich mit den massiven Verbrechen an der Natur und unserem Grundwasser kümmern, die unsere Hochleistungs Landwirtschaft schafft.

    Ich glaube dagegen ist das Problem "Kippe" eher zu vernachlässigen.


    Ich will hier nichts schön reden, nur halte ich solch Diskussion für sekundär.


    mfg

  • wenn ich für 5 km/h

    Ähm...hust....Geschwindigkeitsüberschreitung werden erst ab 6 kmh geahndet. ;) ...reale Messung!!! Was nichts anderes heißt:


    Tacho zeigt 65 kmh an, gemessen 60 kmh, Toleranzabzug 3kmh, ergibt 57 kmh, ergo Bußgeld.

    Bei VW Fahrzeugen wird man bei 65 kmh nicht sanktioniert, denn die Tachographen gehen mal richtig falsch, denn da wird 55 kmh gemessen und dann die 3 kmh abgezogen. ;)


    mfg

  • Nein, die schlimmsten zu erst! ;)

    Ehrlich gesagt, hasse ich dieses Argument. Das ist nämlich genau der Mist, mit dem die AfD sich den Klimawandel schönredet. Wir (D) sind nur zu 1-2 am CO2-Eintrag schuld, sollen erst mal die anderen ...

    Der Handlungsbedarf besteht auf allen Ebenen. Das, was wir in D einsparen/nicht verursachen, weil wir auf Grund unseres relativen Reichtums dazu in der Lage sind, ermöglicht es armen Ländern, überhaupt erst mal auf die Füße zu kommen bzw. nicht abzusaufen. Ich könnte mit der gleichen Begründung aufhören, Korruption in D zu bekämpfen, weil wir ja (rein statistisch, bzw. gefühlt nach diesem obskuren Index von Transparency International) viel weniger korrupt sind als viele andere Länder. Sollen doch erst mal die anderen...

    Religion wird von den einfachen Leuten als wahr, von den Weisen als falsch und von den Herrschern als nützlich angesehen.

    Lucius Annaeus Seneca

  • Ich sprach von den schlimmsten Umweltsünden! Man muß Prioritäten setzen. Wenn mein Haus brennt, dann sauge ich doch nicht erst Staub, sondern bekämpfe das Feuer.


    Ich selbst werfe jeden Müll, den ich so nebenbei produziere immer in die dafür vorgesehenen Behälter. Eine Selbstgedrehte fliegt höchstens mal, wenn ich im Auto rauche, aus diesem.


    Ich kenne auch genügend Parkplätze, europaweit, auf denen es aussieht, als wären das Müllkippen.

    Trotz Müllbehälter liegt da mehr daneben und drumherum. :(


    Und wir brauchen zu erst keine "Kippenpolizei", sondern eher eine Sondereinheit für unsere ach so saubere Industrie. Und auch unsere "Umweltfreundlichen" Autos des VW Konzerns sollten zu vorderst angeprangert werden, bevor man sich um den schlimmen CO2 Ausstoß der Fahrer kümmert. ;)


    Aber ja, legen wir dem Kippenwerfer Handschellen an, während im Hintergrund das Kohlekraftwerk raucht und ein Bauer literweise Gülle auf ein Feld schüttet. Das wirkt glaubhaft und man kann jedem persönlich zeigen, wie engagiert man ist. :)


    mfg

  • Aber auch wenn die anderen weit schlimmere Umweltsünder sind, gibt es überhaupt keinen Grund, seine eigenen Kippen aus dem Fenster zu werfen, Gunnie.

    Es gibt überhaupt keinen Grund, egal was es auch sei, den Proleten nachzumachen. Denn das führt letztlich insgesamt zu dem, was derzeit beklagt wird, weil es überhand nimmt: Pöbeleien, Spontanangriffe just for fun, verdreckte Liegewiesen, illegale Autorennen, Beleidigungen von Lehrern und Polizisten, und vieles mehr. Die Proletarisierung der Gesellschaft schadet allen und ich wäre froh, wenn es bei uns zumindest eine Zeitlang zuginge wie in Singapur, wo jedes Kippenschleudern, so man erwischt wird, teuer ist.

    Jaja, ich weiß, Singapur ist ein Überwachungsstaat - nur denke ich, vom Bestrafen des Dreckmachens bis zum Denkverbot ist ein weiter Weg.



    "Oh Tor, im Unglück ist Trotz nicht förderlich!" (Sophokles: Ödipus auf Kolonos)

  • Aber auch wenn die anderen weit schlimmere Umweltsünder sind, gibt es überhaupt keinen Grund, seine eigenen Kippen aus dem Fenster zu werfen, Gunnie.

    Es gibt überhaupt keinen Grund, egal was es auch sei, den Proleten nachzumachen. Denn das führt letztlich insgesamt zu dem, was derzeit beklagt wird, weil es überhand nimmt: Pöbeleien, Spontanangriffe just for fun, verdreckte Liegewiesen, illegale Autorennen, Beleidigungen von Lehrern und Polizisten, und vieles mehr. Die Proletarisierung der Gesellschaft schadet allen und ich wäre froh, wenn es bei uns zumindest eine Zeitlang zuginge wie in Singapur, wo jedes Kippenschleudern, so man erwischt wird, teuer ist.

    Jaja, ich weiß, Singapur ist ein Überwachungsstaat - nur denke ich, vom Bestrafen des Dreckmachens bis zum Denkverbot ist ein weiter Weg.

    Unterschrieben..... ich schrub ja auch, dass dies nur in Ausnahmen geschieht. Wenn ich in einem (Dienst)Nichtraucherauto sitze, dann müssen meine Kippen....1 oder 2 raus. Da die aber nur Papier und Tabak sind und keinen Kunststofffilter haben, kann ich damit leben. Ansonsten kommen die dahin, wo sie hingehören: In den dafür vorgesehenen Müll.


    Ich finde, dass mein Beispiel sich hier grad genauso entwickelt, wie die gesamte Umweltdebatte.

    Wir haben große Ziele, keins davon wird wirklich angegangen, dafür steckt man sich dann lieber seine Ziele noch höher. Dann kommt ein kleiner Prolet vorbei, schnippst seine Kippe in die Fußgängerzone und der wird bis zum moralischen Erguß fertig gemacht. ;)


    Und die großen Ziele müssen warten, weil die vielen Proleten es einfach nicht lassen können.

    Die echten Umwelt-Terroristen lachen sich eins ins Fäustchen und machen einfach weiter. :)


    Natürlich MUSS man Prioritäten setzen, man kann aber auch mit solch marginalen Ersatzprügelknaben wunderbar davon ablenken. ;)


    mfg

  • Vor mir fuhr mal eine Tussi, rauchend. Wie erwartet, flog dann die Kippe aus dem Fenster. Wir hatten zufällig dasselbe Ziel, einen Rewe-Markt, und am Eingang traf ich auf sie und fragte, ob sie das zu Hause genauso macht: "Fenster auf - Kippe raus." "Wäwäwä."

    Na gut, war eh nur eine rhetorische Frage.


    Diese Meldung ging mal durch die Presse:

    Zitat

    Ich habe mir damals schon gedacht, vielleicht kann man die Krähen auch abrichten, dass sie jedem, der seine Kippe auf die Straße wirft, auf den Kopf kacken. Das wäre bestimmt eine wirksame erzieherische Maßnahme.

    Und bei einem Autofahrer müsste ein ganzer Schwarm kommen und die Windschutzscheibe vollkacken. :)


    Die echten Umwelt-Terroristen lachen sich eins ins Fäustchen und machen einfach weiter.

    Das ist ja richtig. Aber konsequenterweise müsste man dann den Tabakanbau verbieten, denn der ist nicht nur umweltschädlich, sondern auch überflüssig.

  • Das mit den auf den Kopf kackenden Kraehen finde ich eine wunderbare Idee. Ich fuerchte, so viele Kraehen, die in meiner Region noetig waeren, gibt es gar nicht. Die Betrachtung voll gekackter Koepfe waere mir eine himmlische Genugtuung.

  • So ist es. Hinzu kommt, dass zum Beispiel die Beschäftigten der Ordnungsämter es vermeiden, Hundehalter anzusprechen, weil diese oft aggressiv werden.

    Also in meiner Geburts"stadt" (heute 3300 Einwohner) findet man fast keine Hundehaufen. Die liegt in der tiefsten Provinz. Ganz ohne Ordnungsamtsstreifen. Das regelt man da unter sich. Außerdem gibt es an wichtigen Stellen, die an den Routen der Hundeausführer und zentralen Plätzen liegen, entsprechende Tütenspender mit integriertem Abfallbehälter. Und die werden sogar regelmäßig geleert. Sogar am Friedhof, doch weit außerhalb der Stadt, steht so ein Ding. Funktioniert. Ich möchte mal erleben, wenn ein Fremder ohne Ortskenntnis versucht, die Ausscheidungen des Hundes auf dem Obermarkt (siehe Wiki- Link oben) liegen zu lassen 8) Das geht nicht gut aus. Daneben gibt es dort jede Menge allgemeine Abfallbehälter und die werden genutzt. Warum funktioniert dort, was in Berlin und anderswo scheinbar unmöglich ist?

  • In kleineren Orten funktioniert es, im anonymen Berlin nicht, weil diese Dings-Kontrolle funktioniert. Jeder kennt jeden und weiß, wer der Saubär ist.



    "Oh Tor, im Unglück ist Trotz nicht förderlich!" (Sophokles: Ödipus auf Kolonos)

  • Das ist ja das Problem, dass niemand wegen einer Kippe fertiggemacht wird, und niemand wird zum Ersatzprügelknaben gemacht. Man empört sich mit Blicken und ts ts ts, aber es sind wenige, die sich empören, und viele, die die Kippen wegschnippen.


    Die echten Umwelt-Terroristen lachen sich keineswegs ins Fäustchen, warum auch - sie fühlen sich mit der Gesellschaft im Einklang. Es gibt kaum noch jemanden, der sich über Dreck ärgert, Ab und an gehen brave Bürger gemeinsam Dreck aufsammeln, aber sie werden von den Vorbeigehenden mit einer Mischung aus Verständnislosigkeit und ironischem Grinsen bedacht, grad dass ihnen nicht noch einer seine Kippe vor die Füße schmeißt. Ich weiß, wovon ich rede!



    "Oh Tor, im Unglück ist Trotz nicht förderlich!" (Sophokles: Ödipus auf Kolonos)

  • Das ist ja richtig. Aber konsequenterweise müsste man dann den Tabakanbau verbieten, denn der ist nicht nur umweltschädlich, sondern auch überflüssig.

    Von mir aus.

    Man kann auch Autos mit über 300 PS verbieten. Die sind eh nur sinnlose Schwanzverlängerungen und verbrauchen mehr Sprit als unser Späti :)

    Die Massentierhaltung kann man auch verbieten und wieder zur Weidehaltung zurück kehren.

    Man kann auch diese bekloppten Tret...E...Roller verbieten. Völliger Schwachsinn!


    Letztlich kann man alles verbieten, was dumm, sinnlos, übertrieben oder einfach nur überflüssig ist.

    Nur würden solche Menschen, die diese Verbot angehen, niemals gewählt werden. ;)


    mfg

  • Und dann ist da ja auch noch die Frage, was ist jetzt blöd und wird verboten und was nicht. Klar, es gibt Dinge die sind gefährlich, umweltschädlich und sonst was aber wenn du mal damit anfängst mit den Verboten. Schau dir das Rauchen an. Rauchverbot in Kneipen, ok, Rauchverbot draußen auf der Strasse? Irgendwann dann auch zu Hause, rausgehen kannst auch nicht weil draußen ist ja auch verboten. Rauchen ist schädlich, müssen wir nicht drüber streiten aber es soll nicht in einer Diskriminierung einer Gruppe, in unseren Fall die Raucher, ausarten.

  • Es ging um die "echten Umwelt-Terroristen" (Zitat gun0815 ), zum Beispiel den Bauern, der "literweise Gülle auf ein Feld schüttet" (wenn es bloß bei "literweise" bliebe). Um dagegen etwas zu tun, müssen wir die Massentierhaltung (die noch ganz andere Probleme verursacht, Stichwort Antibiotika) abschaffen oder zumindest drastisch zurückfahren, d.h. entweder verbieten oder so teuer machen, dass sie sich nicht mehr rentiert (was de facto auf dasselbe hinaus läuft). Oder fällt euch dazu etwas anderes ein?

    Und wenn wir uns die Landwirtschaft mit ihren Umweltbelastungen vornehmen, gehört nun mal der Tabakanbau dazu.