• Man sollte versuchen zu verstehen, warum ein Staat Atomwaffen besitzen möchte. Im Iran sitzt immer noch das Trauma des ersten Golfkrieges tief. Von Nordkorea hat man gelernt, dass man dann in Ruhe gelassen wird.

    Es gab keinen Grund, das Atomabkommen aufzukündigen. Sanktionen treffen nur den armen Teil der Bevölkerung; wo bleiben die Sanktionen gegen Saudi-Arabien im Sinne der Gleichbehandlung?

    Basteln die etwa an einer Atombombe.? Sanktionen gegen Saudi -Arabien? Wieso das denn??? Sind doch die besten Freunde Israels.

  • Die Vernünftigen schon, einige andere hätte man mit einer UNO, die Exekutivgewalt hätte ausüben können, dazu zwingen können.

    "Die Vernünftigen schon, einige andere hätte man mit einer UNO, die Exekutivgewalt hätte ausüben können, dazu zwingen können."


    Das ist die Sache mit der Fahrradkette.



    "Oh Tor, im Unglück ist Trotz nicht förderlich!" (Sophokles: Ödipus auf Kolonos)

  • Nur mal so grundsätzlich.


    Wenn ich eine Regierung wie die iranische kristisiere, dann heisst das nicht dass ich die anderen alle gut finde. Es wäre auch ein wenig aufwändig wenn ich jedes mal eine Liste mit anhänge. Die Argumentation wie, die Saudis sind auch nicht besser oder die Amis sind auch nicht besser usw. halte ich eher für kontraproduktiv. By the way, ich sollte mal in ein Projekt in Saudi Arabien und hab mich geweigert mit der Begründung dass ich mit einem Land wo Leute Mittags auf dem Marktplatz geköpft oder sonstwie malträtiert und ermordet werden, mache ich keine Geschäfte. Hätte mich fast meinen Job gekostet. Und so halte ich es bis heute mit jedem solcher Länder.


    Das musste ich jetzt mal loswerden.


    Also nicht wundern wenn ich auf diese Art der Argumentation nicht mehr eingehe.

  • Dem Iran wurde das verwehrt was bei anderen Ländern Gang und Gebe ist. Punkt.

    Das ist richtig, macht aber das Regime was derzeit im Iran das Sagen hat nicht besser. Auch wenn das Motiv für die Sanktionen ein anderes war. Du hast es richtiger Weise in deinen weiteren Ausführungen beschrieben. Auch das Atomabkommen hatte letztlich nur wirtschaftliche Interessen. Zu kontrollieren ob der Iran waffenfähiges Uran herstellt oder nicht, das war ein nützlicher Nebeneffekt aber nicht der wahre Grund für das Abkommen.

    Natürlich sind Geschäfte und Bündnisse jeglicher Art mit Ländern wie Saudi Arabien genauso abzulehnen. Die Saudis sind noch schlimmer.

    Das grundsätzliche Problem in dieser Region ist die unzulässige Einmischung fremder Länder aus rein wirtschaftlich- hegemonialen Interessen.

  • dieterbruno - das ist ja auch völlig ok und legitim. Ich bin auch umgeben von Leuten die mit den Mullahs nichts, aber auch überhaupt nichts anfangen können. Sonst würde ich arbeitstechnisch auch hier gar nicht weiter kommen. Nur ist es aber "Ihr" Land was dort angegriffen wird, Ihr Land soll gezwungen werden sich nach dem Gusto anderer darüber zu entscheiden wie Ihr Land regiert wird und mit wem Sie Geschäfte machten sollen.

    Und genau das treibt die und andere Iraner dazu sich immer noch mit dem Regime zu solidarisieren.

    Und wie immer, sind die Europäer dabei nicht zu begreifen das ein evtl. erfolgter "Regimechange" dazu führt das wirtschaftlich America-first zum Zuge kommt und zwar mit den üblichen Handpuppen die dafür Sorge tragen. Und dann erst kommt Democracy-second. nach üblichen Ami Procedere.

    Und die Europäer dürfen unter dem Tisch auf allen Vieren wirtschaftlich noch die Brosamen aufsammeln. Höchstens.

  • ... das ist ja auch völlig ok und legitim. Ich bin auch umgeben von Leuten die mit den Mullahs nichts, aber auch überhaupt nichts anfangen können. Sonst würde ich arbeitstechnisch auch hier gar nicht weiter kommen. Nur ist es aber "Ihr" Land was dort angegriffen wird, Ihr Land soll gezwungen werden sich nach dem Gusto anderer darüber zu entscheiden wie Ihr Land regiert wird und mit wem Sie Geschäfte machten sollen.

    Und genau das treibt die und andere Iraner dazu sich immer noch mit dem Regime zu solidarisieren.

    Und wie immer, sind die Europäer dabei nicht zu begreifen das ein evtl. erfolgter "Regimechange" dazu führt das wirtschaftlich America-first zum Zuge kommt mit zwar mit den üblichen Handpuppen die dafür Sorge tragen. Und dann erst kommt Democracy-second. nach üblichen Ami Procedere.

    Und die Europäer dürfen unter dem Tisch auf allen Vieren wirtschaftlich noch die Brosamen aufsammeln. Höchstens.

    Ich bin ganz bei dir und unterschreibe jedes deiner Worte.


    Es ist ihr Land und ihre Sache. Das ist die Zwickmühle in der ich stecke. Man kann nicht so einfach in die Souveränität eines Landes eingreifen, man kann aber Menschenrechtsverletzungen auch nicht so einfach hinnehmen. Das gilt übrigens für alle Länder. Nur was soll man tun? Für mich ist klar, es sollen sich alle Nationen aus dieser Region heraushalten. Eine andere Lösung sehe ich eigentlich nicht.

  • .................. So groß die Angst Teherans auch sein mag. Israel wird den Iran nicht angreifen. ....................

    Israel ist seit Jahren bestrebt, die USA zu bewegen den Iran anzugreifen, damit es bei einem Krieg gegen Iran seine ureigendsten Ziele durchsetzen kann. Der Zionismus strebt um jeden Preis ein Großisrael an, obwohl jeder weiss, das nie in der Geschichte Israel über ein Kleinstaatniveau hinaus gekommen ist. Nur heute, mit den USA und Teilen der EU im Rücken und deren willfähriger Finanzunterstützung, insbesondere bei der Aufrüstung, erlaubt sich der Apartheitsstaat jeglichen Rechtsbruch.

  • "Die Vernünftigen schon, einige andere hätte man mit einer UNO, die Exekutivgewalt hätte ausüben können, dazu zwingen können."


    Das ist die Sache mit der Fahrradkette.

    Nein, das wäre eine weltweite demokratische Vernunftleistung. Kein normaler Mensch kann wollen, dass Bellizisten den Lauf der Geschichte im Kernwaffenzeitalter dominant bestimmen.

  • Nein, das wäre eine weltweite demokratische Vernunftleistung. Kein normaler Mensch kann wollen, dass Bellizisten den Lauf der Geschichte im Kernwaffenzeitalter dominant bestimmen.

    Ja, Kater, stimmt ja, aber es ist eben alles leider im Konjunktiv zuberichten. Es wäre...



    "Oh Tor, im Unglück ist Trotz nicht förderlich!" (Sophokles: Ödipus auf Kolonos)

  • Ich bin ganz bei dir und unterschreibe jedes deiner Worte.


    Es ist ihr Land und ihre Sache. Das ist die Zwickmühle in der ich stecke. Man kann nicht so einfach in die Souveränität eines Landes eingreifen, man kann aber Menschenrechtsverletzungen auch nicht so einfach hinnehmen. Das gilt übrigens für alle Länder. Nur was soll man tun? Für mich ist klar, es sollen sich alle Nationen aus dieser Region heraushalten. Eine andere Lösung sehe ich eigentlich nicht.

    In welcher "Zwickmuehle"? Es ist richtig, nicht in die Souveraenitaet eines Landes einzugreifen. Deswegen : Was soll dieses Ansinnen des Regime-Wechsels? Die drei Beispiele Irak, Libyen und Syrien und die daraus resultierenden Katastrophen sollten Beispiel genug sein. Nein, man muss Menschenrechtsverletzungen nicht hinnehmen, ebenso wenig Verstoesse des Voelkerrechts. Sich "heraushalten"ist keine gute Loesung, genau so wenig das Wegschauen, wie es vor allem bei Israel geschieht. Darauf hinzuweisen, wird gerade von dir als "einseitig" kritisiert. Auf der Arabischen Halbinsel gibt es mehr als genug Konflikte und viel Kritikwuerdiges. Der mit Abstand der laengste Konflikt, der gerne als "unloesbar" bezeichnet wird, ist der israelisch-palaestinensische Konflikt. Und ich sage dir auch warum: Weil "man" wegschaut aus "historischen " Gruenden. Nur deswegen ist er "unloesbar,"


    Es ist durchaus lobenswert, dass du aus den von dir genannten Gruenden auf den Job im KSA verzichtet hast. Ein Held warst du deswegen nicht, nur in einer komfortablen Situation, dir das leisten zu koennen. Es gibt viele auslaendische Arbeitnehmer in Saudia, die keine Wahl haben. Ob du oder sie etwas veraendern, kann ich nicht sagen. Was wir machen koennen ist auf unsere Politiker zu schauen, mit wem sie Geschaefte machen und wo und warum sie wegschauen - aber ganz schnell dabei sind, mit dem Finger auf Laender zu deuten und denen ihre " Werte" vorbeten, die nicht nach der westlichen Pfeife tanzen.


    Der Iran ist eines davon.

  • Für mich ist eine Zwickmühle.


    Es ging nicht um Heldentum sondern um die Einstellung und das darus resultierende Handeln.


    Aauch wenn ich jetzt nicht weiß was an einem drohenden Jobverlusst komfortabel sein soll, der Hinweis auf den Job kam deshalb um aufzuzeigen wie ernst mir die Sache war (und immer noch ist).

  • Für mich ist eine Zwickmühle.


    Es ging nicht um Heldentum sondern um die Einstellung und das darus resultierende Handeln.


    Aauch wenn ich jetzt nicht weiß was an einem drohenden Jobverlusst komfortabel sein soll, der Hinweis auf den Job kam deshalb um aufzuzeigen wie ernst mir die Sache war (und immer noch ist).

    Ich wollte nicht in Zweifel stellen, dass es dir nicht ernst mit der Sache sei. Weisst du, wann ein drohender Jobverlust "komfortabel" ist?

    Wenn man aus Europa, explizit Deutschland kommt. Ich dachte an die vielen Aegypter, Jordanier, Palaestinenser, und und.... die bei einem Jobverlust in den reichen Laendern wie Saudia um ihre Existenz und die ihrer Familie fuerchten muessen, von den voellig Unterpriviligierten aus Bangladesh oder Sri Lanka ganz zu schweigen. Die koennen sich den Luxus nicht leisten, sich um die Menschrechtslage des Landes zu kuemmern, in dem sie ihren Lebensunterhalt verdienen und der ihrer Sippe, Doch dies nur als Nebenschauplatz


    Unseren Politikern sollte es nicht egal sein, was dort geschieht. Auch nicht, wenn die USA und ihre Verbuendeten Israel und KSA Teheran fuer Foerderer des Terrorismus halten und dies einer der Gruende ist, dass Trump einseitig das Atomabkommen mit dem Iran aufgekuendigt hat und als Folge wieder Wirtschaftssanktionen einfuehrte.( Das Abkommen, das auch Deutschland, Grossbritannien und Frankreich unterzeichnet haben. )

    Wobei ich wieder auf den Ausgangspunkt angelangt bin: Die Wirtschaftssanktionen gegen den Iran sind ungerecht und in Zeiten von Corona moralisch verwerflich.


    Ich weiss, wie ein daraus resultierendes Handeln aussehen muss. Die naechste Bundestagswahl kommt bestimmt.

  • Na ja, jetzt wirds aber ein bisschen albern. Klar gehts denen schlechter. Ich kann auch sagen dass ein Obdachloser bei uns in einer komfortablen Lage ist weil er nicht verhungern muss im Gegensatz zu anderen.


    Schreibs das nächste mal dazu dann weiß ich bescheid.

  • Dass der Iran nun derzeit nicht gerade der Hort der Demokratie und Menschenrechte ist dürfte allseits bekannt sein.

    Nun schauen wir mal über den grossen Teich. Die USA sind demokratisch? Sie achten die Menschenrechte? Sich sind weltweiter Friedensbringer? Gerade stelle ich mir vor,dass ein einiges Europa alle diese Punkte verneint und globale Sanktionen gegen die USA in die Wege leitet,um dort einen Regimewechsel zu erzwingen.

    Was wäre denn da plötzlich los??

  • Na ja, jetzt wirds aber ein bisschen albern. Klar gehts denen schlechter. Ich kann auch sagen dass ein Obdachloser bei uns in einer komfortablen Lage ist weil er nicht verhungern muss im Gegensatz zu anderen.


    Schreibs das nächste mal dazu dann weiß ich bescheid.

    Ja, manchmal bin ich halt ein bisschen "albern" . Ich habe nur versucht, dein Zwickmuehlendasein und deine Komfortzone zu analysieren.

    Es dreht sich nicht ums besser oder schlechter gehen, sondern um Doppelstandards, um Einmischung und Wegschauen.

  • Was wir machen koennen ist auf unsere Politiker zu schauen, mit wem sie Geschaefte machen und wo und warum sie wegschauen - aber ganz schnell dabei sind, mit dem Finger auf Laender zu deuten und denen ihre " Werte" vorbeten, die nicht nach der westlichen Pfeife tanzen

    Der Iran ist eines davon.

    Der Staat macht keine Geschäfte mit anderen Staaten, dass machen Unternehmen. Der Staat verhandelt die Marktzugänge über die üblichen Parameter (Zölle, Visa etc.). Bei Waffenlieferungen greifen gesetzliche Bestimmungen über Auslieferungen.

    Wir können auch den Handel mit der Welt einstellen und zurück in die Wälder gehen, dann hätten wir zumindest dem Blödmann aus den USA eine Freude bereitet und wären moralisch auf der sicheren Seite. Kein Land ist unbefleckt, aber die Unsympathen-Skala variiert in ihrer Intensität.