Tarifpolitik - Lohnabschlüsse - Diskussion

  • Das "Qualitätsmedium Tagesschau" und das Framing


    Öffentlicher Dienst der Länder - Beschäftigte bekommen acht Prozent mehr


    Acht Prozent das ist ja einmal ein sehr guter Tarifabschluss denkt zumindest der "treue" und auf die Tagesschau "vertrauende" Medienkonsument.


    Also wieder einmal der Blick auf die Details des Tarifabschluss:

    Die Inflationsrate für Deutschland wurde 2018 auf 1,9 % berechnet.

    Die EZB rechnet mit einer Inflationsrate für Deutschland von 2,0 Prozent in 2019


    Die Verdi-Forderung:


    Die Forderung von Verdi umfasste 6 Prozent mehr Einkommen, mindestens 200 Euro (Laufzeit: 12 Monate)


    Das Ergebnis:


    Die Laufzeit umfasst mit 33 Monaten nahezu 3 Jahre.


    Rückwirkend zum 1. Januar 2019 werden die Gehälter in einem Gesamtvolumen um 3,2 Prozent steigen, mindestens um 100 Euro.

    Zum 1.Januar 2020 ebenfalls um 3,2 Prozent, um mindestens 90 Euro,

    Zum 1. Januar 2021 dann um 1,4 Prozent, mindestens 50 Euro.


    Beispiel:


    Bei 2500 € Brutto steigt das Brutto Einkommen in 2019 um mindestens um 100 Euro auf 2600 € an, In 2020 steigt das Brutto Einkommen dann um mindestens 90 Euro auf 2690 €.

    In 2021 steigt das Brutto- Einkommen um mindestens 50 € auf 2740 € an.


    Das heißt bei (Brutto 2500) in Netto (Steuerklasse I) Mitglied GKV (1,1% Zusatzbeitrag) unter Einbeziehung der erwarteten Inflation von 2,0 % bezogen auf den Wert der Kaufkraft Netto 2018 1.659,87 €


    2019 (2600 € Brutto) = Netto 1.712,41 € Kaufkraft - 2% Inflation ca. 1678 € monatlich + ca.19 €/Monat

    2020 (2690 € Brutto) = Netto 1.759,43 € ( Kaufkraft 1678 €+ 47 € Nettolohnanstieg = 1725 € - 2 % Inflation ca € 1690 € monatlich + ca. 12 €/Monat

    2021 ( 2740 € Brutto) = Netto 1.785,41 € ( Kaufkraft 1690 € + 26 € Nettolohnanstieg = 1726 € - 2 % Inflation ca, 1691 € monatlich + ca.1 €/ Monat


    Meine Analyse:


    Die Beschäftigten im Öffentlicher Dienst der Länder haben neben sehr sicheren Arbeitsplätzen auch einen voraussichtlichen Kaufkraftgewinn für 2019 und 2020 erreicht. Für 2021 minimal. Bei Familien mit Kinder steigt des Einkommen aufgrund der Steuerprivilegien etwas mehr. Ob das jetzt für die Krankenschwester oder den Polizisten der große Wurf ist weiß ich nicht, eher nicht. Hingegen das für die privilegierten Mitarbeiter in den Landesbehörden die weit mehr als 2500 € Brutto verdienen, schon ein kräftiger Anstieg des Einkommen ist bei 5000 € Brutto in 2018 steigt das Bruttoeinkommen in 2019 auf 5160 ab 2020 dann auf 5325 und 2021 auf 5400 € an.


    Das heißt bei (Brutto 5000 €) in 2018 Netto 2.875,89 € (Steuerklasse I) Mitglied GKV (1,1% Zusatzbeitrag) 2021 bei (Brutto 5400 €) Netto 3.062,42 € (Steuerklasse I) Mitglied GKV (1,1% Zusatzbeitrag)


    Netto + 186,53 € bei 5000 € Bruttoeinkommen versus Netto + 125,54 € bei 2500 € Bruttoeinkommen die höheren Einkommen steigen also schneller die soziale Lohnspreizung öffnet sich weiter.


    Die 8 % der „Framing“ Tagesschaumeldung relativieren sich im Detail auf wenige Euro Kaufkraftgewinn.

    Jene die aufrecht gehen, werden nur historisch hoch angesehen.

  • Die prozentuale Anhebung der Gehälter begünstigt die oberen Gehaltsgruppen einseitig und vergrößert den Abstand zu den niedrigeren Gruppen weiter.Ein einheitlicher Festbetrag wäre sicher die bessere Lösung,denn egal ob A6 oder A15 -für jeden ist das Brot gleich teuer.

    Ob's die Gewerkschaft irgendwann mal begreift??

    Kopp hoch und wenn der Hals ooch dreckig ist!

  • Ich hatte das ja schon mal angesprochen - mir wäre es am liebsten, das würde im jährlichen Wechsel vollzogen. Ich verstehe durchaus, dass die Spreizung zwischen den Gehaltsgruppen auch wächst und auch wachsen darf, aber wenn es immer im Wechsel mit einem Festbetrag geschehen würde käme definitiv mehr unten an als bei der jetzigen Regelung.

    Religion wird von den einfachen Leuten als wahr, von den Weisen als falsch und von den Herrschern als nützlich angesehen.

    Lucius Annaeus Seneca

  • Kann man so machen. Sollte man vielleicht auch. Die andere Seite der Medaille: Je höher das entsprechende Einkommen, desto weniger bleibt vom festen Satz übrig. Das deckt dann eben nicht die Inflationsrate, sprich, es führt zu realen Einkommensverlusten. In wie weit das in einer Optimierungsgesellschaft für den ÖD zielführend ist, sei dahingestellt.

  • Vernünftig analysiert - nur darf man von Tarifverhandlungen auch keine Wunder erwarten.

    Ein Kaufkraftgewinn ist ein Gewinn - auch wenn er klein ausfällt. Das Wirtschaftswachstum fällt ja auch klein aus.....


    Wer ernsthaft erwartet, in Einstiegsberufen finanziell durch Tarifverhandlungen Karriere zu machen - der hat relevantes nicht begriffen.

    Wer mehr als ein Gehalt für einen Einstiegsberuf haben will, der muss sich um Berufe bemühen, die mehr Gehalt versprechen.

    Das geht durch Fortbildung oder durch andere Karrierewege - es geht nicht durch nichts tun und abwarten und auf die Ergebnisse der Tarifverhandlungen zu hoffen.....


    Im Handwerk kann man derzeit auch gut Karriere machen - ohne dass man das Abitur haben muss!

    So oder so stehen deutschen Bürgern viele Möglichkeiten offen - ob man sie nutzt, liegt auch am eigenen Willen.

  • Der Grund meiner Analyse war die Framing Meldung des "Qualitätsmedium Tagesschau" das die Beschäftigten im Öffentlichen Dienst der Länder 8 % mehr Lohn bekommen. Diese Schlagzeile suggeriert den Leser der Schlagzeile eben etwas anders als im Detail verhandelt wurde, die Auflösung ergibt sich erst beim lesen des ganzen Artikels. Es ist ein Paradebeispiel für eine Framing Schlagzeile und die Methode des "Qualitätsmedium Tagesschau" (Allerdings wurde in den Tagesschau Sendungen im laufe des Tages nachgebessert und ausführlicher und detaillierter auch mit klaren Graphiken berichtet)

    Jene die aufrecht gehen, werden nur historisch hoch angesehen.

    Einmal editiert, zuletzt von Sybilla ()

  • Der TV ÖD neu gehört eher zu den Nachzüglern neuer Tarifverträge, welche die Bedingungen deutlich verschlechterten. In Sparten der Wirtschaft geschah das überwiegend schon früher. Während man meistens den älteren bzw. bestehenden Mitarbeitern Besitzstände gewährte, mussten die jüngeren Mitarbeiter bei Neueinstellung unter deutlich schlechteren Perspektivbedingungen arbeiten. Ein weiteres geschah in den meisten dieser neuen Tarifverträge: Die gehobenen Qualifikationsgruppen mussten stärker bluten als die unteren Einkommensgruppen, weil in den unteren Einkommensgruppen auch die Mehrzahl der Gewerkschaftsmitglieder beschäftigt sind. So kam es vor allem in den ersten Jahren nach Einrichtung der neuen Tarifverträge häufig dazu, dass der Chef eines Teams derjenige mit dem niedrigsten Gehalt war. Im ÖD dürfte es ebenso häufig vorgekommen sein, dass in einem Team aus mittleren Beamten mit einem Angestellten Chef TV ÖD neu vergleichbar gehobener Dienst alle mittleren Dienstbeamten besser verdient haben als ihr angestellter Chef. Eine prozentuale Anhebung der Tarife korrigiert diesen Geburtsfehler sukzessive wieder. Abgesehen davon ist die Variante, die hier im Forum als wünschenswert betrachtet wird, von Gerichten längst gekippt worden.

  • Netto + 186,53 € bei 5000 €Bruttoeinkommen versus Netto + 125,54 € bei 2500 €Bruttoeinkommen die höheren Einkommen steigen also schneller diesoziale Lohnspreizung öffnet sich weiter.

    6 % sind 6 %. Wer mehr verdient bekommt auch mehr Lohnerhöhung.

    Wie sich das bei der Reallohn-Erhöhung auswirkt, hängt aber von der % tualen Erhöhung des Steuersatzes ab. Genau genommen von den effektiv zu zahlenden Steuern (Durchschnittssteuersatz) ggü. dem Vorjahr. Denn die Sozialabgaben sind %-tual ja auch gleich (Beitragsbemessungsgrenze mal außen vor gelassen)

    Wenn man da genau an der Grenze ist, kann es passieren, dass man im Durchschnittssteuersatz um 1 % steigt.

    Und da ist es manchmal leider so, dass man durch Lohnerhöhungen netto weniger hat.

    Also schaut man in der Grundtabelle nach.


    Es kann aber ebenso sein, dass man noch beim vorherigen Durschnittssteuersatz bleibt .

    Es kann also auch dem höher verdienenden passieren, dass er von 15% auf 16% steigt und für 1200 € brutto mehr, sein zu versteuerndes EK dann 1 % höher besteuert wird.


    Zudem hast du für die 5000 € die Rechnung nicht so aufgeschlüsselt, wie für die für 2500 €.

    Auch weiß man nicht, ob die Steuertabelle in 2020 geändert wird, aber seis's drum, nicht sooo wichtig.

    Ich rechne das jetzt nicht alles nach.


    Dass die Reallöhne generell geringer steigen und nichts mit der Brutto Lohnerhöhung zu tun haben ist schon immer so.

    Das liegt daran, dass die EK-Bereiche in denen der Steuersatz gleich bleibt bei höheren EK langsamer steigt.

    In den unteren EK steigt der Steuersatz schneller an und durch eine geringe Lohnerhöhung erhöht er sich entsprechend schneller.

    Wer viel verdient kann länger/mehr dazu verdienen, bevor er im Steuersatz steigt.

    Bspl. zu Verst. EK

    Von 83.700 bis 92.400 ( sind es 32%) (8700 € Spanne)

    Von 16.900 bis 17.900 sind es 10 % (1000 € Spanne)


    Daher sollte es eigentlich umgekehrt sein. Unten langsamere Steigerung, oben schnellere, damit sich Lohnerhöhungen dort schneller negativ auswirken. Das würde sich dann - zumindest theoretisch - auch auf die "Managergehälter" im kleineren Bereich auswirken.

    Denn dann rechnet deren Steuerberater brav nach, ob es nicht besser ist, den Lohn nicht zu erhöhen ,weil dann wesentlich weniger übrig bleibt.


    TM, für Abschaffung der Splittingtabelle für Verheiratete ohne Kinder

  • ...Und da ist es manchmal leider so, dass man durch Lohnerhöhungen netto weniger hat.


    Wenn du mir dafür ein nachvollziehbares Rechenbeispiel bringst, wäre ich dir dankbar - dann würde ich diese urbane Legende vielleicht akzeptieren.

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    Lucius Annaeus Seneca

  • Dann ist es halt Legende.

    https://www.gehalt.de/news/in-…ehaltserhoehung-nicht-gut

    https://www.wiwo.de/finanzen/s…nen-sollten/21178988.html

    Zitat

    Zwischenfazit: Für Singles lohnen sich Gehaltssteigerungen bei Gehältern zwischen 1200 und 14.400 Euro kaum und zwischen 14.400 und 17.000 Euro gar nicht.


    2. Alleinerziehender mit Kind

    Ähnlich wie Singles leiden auch Alleinerziehende mit einem Kind ab einem Einkommen von 1200 Euro im Jahr unter einer Grenzbelastung von 80 Prozent und ab 12.000 Euro von 90 Prozent. Ab etwa 14.100 Euro muss Lohnsteuer gezahlt werden, sodass es hier zu einer Grenzbelastung von mehr als 100 Prozent kommen kann – der Alleinerziehende zahlt also für jeden verdienten Euro drauf.

    Auf den Pfennig gesehen hast du zwar recht, aber es geht eben um die kalte Progression und den Reallohn.

  • Es kann also auch dem höher verdienenden passieren, dass er von 15% auf 16% steigt und für 1200 € brutto mehr, sein zu versteuerndes EK dann 1 % höher besteuert wird.

    Nein, genau da liegt auch der Irrtum. Ein einfaches Beispiel für die Funktionsweise:


    Einkommen 1000 €

    Steuersatz 10 %


    zu zahlende Steuern 100 €.


    Einkommen 1500 €

    Steuersatz auf die ersten 1000 € bleibt weiterhin auf 10 %, die Progression in diesem Beispiel lassen wir mal steil auf 20% für alles war darüber ist ansteigen, also

    20% von 500 = 100


    zu zahlende Steuern: 200€ - also verbleiben 300€ mehr Netto im Portemonnaie.


    Weiter:


    Einkommen 2000 €


    Steuersätze:

    10% bis 1000 = 100€

    20% bis 1500 = 100€

    30% bis 2000 = 150€


    Verbleibt netto: 1650,-


    Mathematisch kenne ich keine Möglichkeit, dass bei Lohnerhöhungen durch die Steuersystematik rechnerisch weniger übrig bleibt als vor der Lohnerhöhung.

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    Lucius Annaeus Seneca

  • Meiner Meinung nach liegt die Problematik an ganz anderen Stellen.


    1. Die Progressionstabelle müsste jährlich angepasst werden anhand der Bruttolohnsteigerungen, so dass die Schwellenwerte sich genauso nach oben verschieben wie die Löhne und Gehälter. Das ist über Jahrzehnte nicht bzw. nicht in ausreichendem Maße geschehen. Deshalb zahlen heute selbst Facharbeiter teilweise schon den Spitzensteuersatz für den Teil ihrer Einkünfte der diese Schwelle übersteigt.


    2. Bis zu einer bestimmten Einkommenshöhe werden Kinder schlechter gestellt als bei Besserverdienern - das muss angegangen werden durch entsprechende Anpassungen des Kindergeldes in den unteren Einkommensbereichen. Oder, wie es auch zur Diskussion steht, durch eine komplett andere Form der Familienförderung.


    3. Die Beitragsbemessungsgrenzen müssen komplett weg. Im Gegenzug kann man den Spitzensteuersatz ein wenig senken und den Mittelstandsbauch glätten. Sozialabgaben zur Finanzierung des Sozialstaats sind eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe - und Spitzenverdiener profitieren umso mehr von diesen Grenzen, je höher ihr Gehalt liegt. Gemessen am Brutto tragen die dann erbärmlich wenig zur Finanzierung des Sozialstaates bei.


    4. Ehegattensplittung ersetzen durch ein Familiensplitting - das würde den heutigen Lebensverhältnissen von Patchworkfamilien und weiteren Formen des Zusammenlebens endlich gerecht.

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    Lucius Annaeus Seneca

  • Der Grund für Modelle wie das Ehegattensplitting ist der, dass der Partner bei Bedürftigkeit des anderen Ehepartners erst einmal in die wirtschaftliche Haftung genommen wird und erst dann der Staat, wenn es trotzdem nicht reicht. Lässt man den Steuervorteil der Ehe zugunsten eines Kinderrabatts fallen, dann gibt es keinen Grund für die staatliche Ehe mehr und auch nicht mehr für die gegenseitige Haftung. Dann werden halt irgendwann 98% der Kinder in Haushalten mit nur einem Elternteil aufwachsen.

  • Der Grund für Modelle wie das Ehegattensplitting ist der, dass der Partner bei Bedürftigkeit des anderen Ehepartners erst einmal in die wirtschaftliche Haftung genommen wird und erst dann der Staat, wenn es trotzdem nicht reicht. Lässt man den Steuervorteil der Ehe zugunsten eines Kinderrabatts fallen, dann gibt es keinen Grund für die staatliche Ehe mehr und auch nicht mehr für die gegenseitige Haftung. Dann werden halt irgendwann 98% der Kinder in Haushalten mit nur einem Elternteil aufwachsen.

    WENN dem so ist (und dafür spricht schon so einiges) dann ist das fragwürdig.


    Im Internet musst du heute beständig bestätigen, dass dir klar ist, dass Cookies auf der Seite verwendet werden, die du gerade besuchst....nervend.....und meist völlig irrelevant!


    Bei der EHE wirst du über die wirtschaftlichen Folgen deiner Entscheidung gegenüber dem Staat hingegen so gut wie gar nicht aufgeklärt.


    Wie wäre es mit einem Popup: WENN DU HIER JA SAGST, VERPFLICHTEST DU DICH FÜR DEN REST DEINES LEBENS FINANZIELL FÜR DEINEN PARTNER....WILLST DU DAS WIRKLICH?



    Umgekehrt - es sollte auch frühzeitig! damit begonnen werden, den Kindern und Jugendlichen klar zu machen, dass Sex nicht nur Spaß, sondern eventuell auch Kinder macht - und dass man für Kinder (für die eigenen zumindest) immer (!) auch Verpflichtungen mit eingeht - ein Leben lang!


    Mag sein, dass Kinder in einem solchen Szenario regelmäßiger mit nur einem Elternteil aufwachsen würden - ich glaube das aber noch nicht. Bei passender Aufklärung wäre den Betroffenen immer schon auch wenigstens im Ansatz klar, dass sie auch eine Verantwortung für das neu geschaffene Leben haben. Ein Leben lang!

  • Der Grund für Modelle wie das Ehegattensplitting ist der, dass der Partner bei Bedürftigkeit des anderen Ehepartners erst einmal in die wirtschaftliche Haftung genommen wird und erst dann der Staat, wenn es trotzdem nicht reicht. Lässt man den Steuervorteil der Ehe zugunsten eines Kinderrabatts fallen, dann gibt es keinen Grund für die staatliche Ehe mehr und auch nicht mehr für die gegenseitige Haftung. Dann werden halt irgendwann 98% der Kinder in Haushalten mit nur einem Elternteil aufwachsen.

    Das betrifft genauso Paare, die ohne Trauschein zusammen leben. Hartz IV unterscheidet nicht zwischen Ehe und eheänlicher Gemeinschaft.

    Religion wird von den einfachen Leuten als wahr, von den Weisen als falsch und von den Herrschern als nützlich angesehen.

    Lucius Annaeus Seneca

  • Die meisten Jobangebote die sich an junge Menschen und Berufsanfänger richten, sollen miserabel entlohnt werden. Oft werden die schlechten Konditionen dieser Jobs in den Ausschreibungen derselben verschwiegen, entlohnt wird allgemein schlecht bis sehr schlecht. Das gehört m.E. kritisch betrachtet.


    Am 18.03.2019 kritisiere ich die m.R. zu geringen Honorare der Schülerhilfe Oberursel:



    3 Tage später am 21.03.2019 habe ich noch einmal an meine Kritik/Anfrage erinnert:



    Natürlich habe ich hier auch nichts mehr von dem angefragten Arbeitgeber gehört, also kritisiere ich dessen Lohnpolitik öffentlich:


  • die […] Schülerhilfe Oberursel […]

    […] bietet aktuell doch - online sichtbar - einen Osterferienkurs (acht Stunden Nachhilfeunterricht) für 39,- an. Ansonsten gibt's in Oberursel noch das Lernstudio Barbarossa. - Das gilt doch sogar als bester Anbieter für Schülernachhilfe, während es wohl nur ein erheiternder Zufall ist, dass die Schülerhilfe Oberursel auf Google-Maps als Nachbar von "Alles für die Füss" gezeigt wird…

  • Mathematisch kenne ich keine Möglichkeit, dass bei Lohnerhöhungen durch die Steuersystematik rechnerisch weniger übrig bleibt als vor der Lohnerhöhung.

    Völlig richtig. Aber: Es gibt ein "Aber". In dem Fall sogar sehr viele davon. Das Zauberwort heißt Abgaben und etliche sonstige einkommensabhängige Zahlungen. Da ich nicht nur einen Beamten kennengelernt habe, der eine Beförderung oder eine Prämie abgelehnt hat, habe ich mich und sie natürlich gefragt, warum das so ist. Die Antwort war, mit Rechnung dazu, immer die selbe: letztlich weniger Geld in der Familienkasse.

  • Es geht nicht nur um Steuern, es geht auch um Abgaben.


    Im Prinzip hast du dennoch weitgehend recht - ausser bei der Grenzregion, wenn es darum geht, dass gerade noch keine Steuern und Abgaben bezahlt werden, dann aber durch eine Lohnerhöhung Steuern und Abgaben gezahlt werden müssen. In dieser Grenzregion kommt es sehr wohl vor, dass eine Lohnerhöhung dazu führt, dass die Nettokonsumfähigkeit abnimmt. Wer bis zu 450€ verdient, kann sich von den Sozialversicherungen befreien lassen, und bekommt Brutto wie Netto. Mit 451€ schlägt die Rentenversicherung zu, und Netto gibt es weniger als 361€. 1€ mehr kann also Netto durchaus 90€ weniger bedeuten.....