Schulische Bildung in Deutschland

  • Viele Mitglieder im Forum mahnen "Bildung" an, und dann existiert noch kein Thread dazu?


    Ansich beginnt das Dilemma bei den maroden Schulbauten. Unsere pfiffigen Berliner lassen zwar die Schlulen im maroden Zustand, dafür leisten sie sich aber ein goldenes Nest an einer Schule, welches


    Fragen über den Wert von Bildung aufwerfen


    soll, wie der Bund der Steuerzahlen in seinem Schwarzbuch mitteilt.


    https://www.schwarzbuch.de/auf…fh19toBp7fb9-vtao8MPfcHiQ


    In einem anderen Bericht der WELT liest man, dass gewisse Eltern mehr Wert auf einen festen Glauben als auf Schulbildung legen. Das nötige Rüstzeug für die Schule geben sie ihren Kindern nicht mit (Wissen, Respekt und den Willen, sich an Regeln zu halten). Dieser Artikel verbirgt sich leider hinter eine Bezahlschranke (https://www.welt.de/politik/de…NxIhu_n7-vOhX29iFym8uV_Yc).


    Für alles ist Geld da, aber die Schulen hinken hinterher. Viele Lehrer sind am Verzweifeln.

  • Die Sache mit dem "Kunstwerk" ist ziemlich klar - bei jedem öffentlichen Gebäude ist ein fester Prozentsatz der Baukosten für "Kunst am Bau" vorgeschrieben. Steht so in den jeweiligen Baugesetzbüchern der Länder und auch des Bundes.

    Zitat

    Mit Kunst am Bau wird eine Verpflichtung insbesondere des Staates als Bauherrn verstanden, aus seinem baukulturellen Anspruch heraus einen gewissen Anteil – meist um die 1 % – der Baukosten öffentlicher Bauten für Kunstwerke zu verwenden. Diese Verpflichtung ist beim Bund und den Ländern in entsprechenden Regelungen festgeschrieben. Einige Städte wie beispielsweise München (Programm Quivid) oder Dresden haben diese Verpflichtung auf kommunaler Ebene übernommen.

    Also erfüllen die Bauherren nur ihren gesetzlichen Auftrag. Wenn der Bund der Steuerzahler das Gesetz Scheiße findet, kann er sich ja darum bemühen, entsprechende demokratische Mehrheiten zur Abschaffung dieser Regelung zu organisieren.

    Religion wird von den einfachen Leuten als wahr, von den Weisen als falsch und von den Herrschern als nützlich angesehen.

    Lucius Annaeus Seneca

  • Das kenne ich von Neubauten, nicht jedoch von maroden Schulgebäuden.

    Liest du eigentlich auch, was du verlinkst:

    Zitat

    Im November 2018 wurde in dem Neubau einer Grundschule im Bezirk Marzahn-Hellersdorf das Kunstwerk „24 kt“ installiert.

    Religion wird von den einfachen Leuten als wahr, von den Weisen als falsch und von den Herrschern als nützlich angesehen.

    Lucius Annaeus Seneca

  • Also erfüllen die Bauherren nur ihren gesetzlichen Auftrag. Wenn der Bund der Steuerzahler das Gesetz Scheiße findet, kann er sich ja darum bemühen, entsprechende demokratische Mehrheiten zur Abschaffung dieser Regelung zu organisieren.

    Was nichts, aber auch gar nichts daran ändert, dass es auch gestattet sein muss, dergleichen zu hinterfragen. Da zerfallen massenweise Schulen und Berlin lässt ein Nest aus purem Gold bauen? Na gut, es waren "nur" 98.000. Hätte für die Sanierung von wie vielen Toiletten gereicht?

  • Was nichts, aber auch gar nichts daran ändert, dass es auch gestattet sein muss, dergleichen zu hinterfragen. Da zerfallen massenweise Schulen und Berlin lässt ein Nest aus purem Gold bauen? Na gut, es waren "nur" 98.000. Hätte für die Sanierung von wie vielen Toiletten gereicht?

    Tja - wie wärs denn, wenn ihr mal die Uniformen mal ein paar Jahre länger tragt, und dafür mehr Leute einstellt? Mal weniger Kongresse veranstaltet, und dafür Schutzwesten kauft?


    Oder wie in Berlin, zu meiner Zeit: Goldene Affenschaukeln mussten sein, z.B. wurden die einmal im Jahr am jüdischen Denkmal zur Kranzniederlegung dringendst benötigt - aber Schutzbekleidung wurde immer wieder verzögert.


    Aber der Splitter im Auge des anderen ....

    Religion wird von den einfachen Leuten als wahr, von den Weisen als falsch und von den Herrschern als nützlich angesehen.

    Lucius Annaeus Seneca

  • Die Replik war unsinnig wie unnötig. Wer entscheidet die angesprochenen Punkte? Im übrigen gab es genügend Protest, als beispielsweise vorherigen Hosen (3 bis 4 Jahre haltbar) mit den jetzigen (kein Jahr haltbar) ersetzt wurden. Hat nur keinen gestört.

    Wer entscheidet denn über Kunst am Bau?

    Es steht nun mal im Baugesetzbuch. Der Bauherr hält sich dran, und gut ist.


    In jeder Behörde, jeder öffentlichen Einrichtung gibt es Ausgaben, die man hinterfragen kann. Oftmals solche, die nicht einmal explizit durch ein Gesetz gefordert werden wie bei "Kunst am Bau".

    Man kann jetzt über ein bestimmtes Objekt sagen "das gefällt mir nicht", aber Kunst ist ja nun mal in dieser Hinsicht eine Frage des individuellen Geschmacks.


    Abgesehen davon:


    Zitat

    https://www.morgenpost.de/bezi…chule-endlich-fertig.html


    Am Ende kostete der Bau mit 17,5 Millionen Euro sogar eine Million Euro weniger als geplant, das Geld fließt zurück in die Landeskasse.


    Legt man jetzt 1% der Baukosten zu Grunde, was im Schnitt für Kunst am Bau vorgesehen ist, müssten an dieser Schule noch weitere ca. 70-80.000€ für Kunst am Bau vorgesehen sein, vielleicht sogar auch realisiert. Aber vermutlich eignet sich die nicht so gut für Polemik wie ein "Nest aus Gold".

    Religion wird von den einfachen Leuten als wahr, von den Weisen als falsch und von den Herrschern als nützlich angesehen.

    Lucius Annaeus Seneca

    2 Mal editiert, zuletzt von Diogenes2100 ()

  • Man kann jetzt über ein bestimmtes Objekt sagen "das gefällt mir nicht", aber Kunst ist ja nun mal in dieser Hinsicht eine Frage des individuellen Geschmacks.r Kunst am Bau vorgesehen sein, vielleicht sogar auch realisiert.

    Es geht verdammt noch mal nicht darum, ob es mir, Müller oder sonst wem gefällt. Berlin hat kein Geld. Punkt. Sporthallen verfallen, Dächer in Schulen sind undicht, die Sanitäranlagen teils räudig und versifft wie ein Großteil der Stadt. Gesetz hin oder her, da mauere ich ein goldenes Nest irgendwo ein? Man ist doch sonst sehr kreativ in Gesetzesauslegung. Für das Geld könnte man auch einen Schulgarten anlegen und den als Kunst verkaufen. Beispielsweise. Oder das machen, was auch der gesunde Hausverstand machen würde.

  • Tja - dann sollten wir mal ein paar Milliarden den Bayern wegnehmen, die sich überproportional aus diversen Töpfen bedienen. Merkwürdigerweise überall dort, wo die CSU Minister stellt.

    Religion wird von den einfachen Leuten als wahr, von den Weisen als falsch und von den Herrschern als nützlich angesehen.

    Lucius Annaeus Seneca

  • Dio hat vollkommen Recht. Es gibt nun mal Vorgaben/Vorschriften und an die soll man sich auch halten. Natürlich kann und soll man über die Sinnhaftigkeit solcher Vorgaben/Vorschriften streiten. Vor allem, wenn sie unnötig und anderes nötiger ist. Da wär auch ich dafür. Nur etwas anprangern, wo formal keiner was falsch gemacht hat, ist erstmal unscharf und wenig hilfreich, so lange man nicht direkt an diese unnötigen oder sinnlosen Vorschriften ran geht.


    Konstruktive Kritik immer, einfach nur meckern ist etwas erbärmlich.



    Und ja, unsere Schulen brauchen viel mehr Geld! Allein schon aus dem Grund, weil man ja festgestellt hat, dass benachteiligte Kinder immer benachteiligt bleiben und kaputte Schulen immer kaputter werden.


    Stellen wir doch wirklich sinnlose Ausgaben (Beraterhonorare, Feststellungskommissionen, der 4. oder 5. Arbeitskreis zur Feststellung der Notwendigkeit eines Bedarfes....etc.)


    Und wenn wir schon beim Aufräumen sind, dann räumen wir doch gleich unser völlig veraltetes Schulbild und die in Teilen unsinnige Lehrmethodik an den Pranger. Oder solche Unsinnigkeiten, dass sich die Länder untereinander streiten, wer die Schüler am schnellsten verdummt.

    Grad was in den Grundschulen abläuft, ist für die weitere Entwicklung und Bildung unseres Nachwuchs nicht grad vorteilhaft.

    ...und die Schulspeisung....neee, das Faß mach ich um die Uhrzeit noch nicht auf.


    mfg

    Wer in Grenzen denkt, denkt begrenzt.

  • In Berlin sind nicht nur die Schulgebäude eine Katastrophe, sondern das gesamte Thema "Bildung" (übrigens seit 2001 als Ressort von der SPD verantwortet). Marode Schulgebäude, veraltete oder zu wenige Lernmittel, zu wenige Lehrer, kaum noch außerschulische Angebote wie Kunst- oder Sport-AGs. Schnelle Abhilfe ist schlichtweg unmöglich. Wer will schon Lehrer in einer Stadt mit einer teilweise schwierigen Schülerklientel werden, in der man so gut wie keinen bezahlbaren Wohnraum, in der Regel auch keinen Kitaplatz (zumindest nicht dann, wenn man ihn braucht) findet und wo man als Lehrer auch noch mies bezahlt wird. Es ist beschämend, absolut beschämend. Dass der Berliner Politik Bildung so lange nichts wert war.

  • […] beschämend, dass der Berliner Politik Bildung so lange nichts wert war.

    Ist es wirklich "die Politik", der Bildung nichts wert ist oder war, oder sind's nicht eher die Problemschüler und deren Eltern, die andere Prioritäten setzen? Und wenn es bisweilen an Lehrern mangelt, könnte auch das auf Ursachen zurückzuführen sein, die nicht das Kultusministerium zu verantworten hat.

  • Nein, es sind nicht die Problemschüler, die ursächlich für die Bildungsmisere in Berlin sind. Es ist in der Hauptsache der chronische Lehrermangel (wegen der schlechten Bezahlung und weil Lehrer in Berlin seit 2004 nicht mehr verbeamtet werden) in Verbindung mit einer schlechten Infrastruktur für Familien) und das Verfallenlassen der Schulgebäude und Lehrmittel. Gäbe es genügend Lehrer und auch Sozialarbeiter, hätte man sich den steigenden Schülerzahlen und der multikulturellen Schülerklientel rechtzeitig mit entsprechender Personal- und Sachmittelausstattung gewidmet, könnte man sich auch der sogenannten Problemschüler annehmen. Aber wer soll das denn wann und wie machen?


    https://www.tagesspiegel.de/be…el-wirklich/22921968.html

  • Steuern senken ist allemal wichtiger als Zukunftsvorsorge, egal ob bei Bildung, sozialem Wohnungsbau, Erhalt und Ausbau von Infrastruktur.

    Wir bekommen eben jetzt die Quittung für wirtschaftsliberale Politik in all ihren Ausprägungen.

    Religion wird von den einfachen Leuten als wahr, von den Weisen als falsch und von den Herrschern als nützlich angesehen.

    Lucius Annaeus Seneca

  • Steuern senken ist allemal wichtiger als Zukunftsvorsorge, egal ob bei Bildung, sozialem Wohnungsbau, Erhalt und Ausbau von Infrastruktur.

    Wir bekommen eben jetzt die Quittung für wirtschaftsliberale Politik in all ihren Ausprägungen.

    Für mich ist das Desaster Ausdruck davon, die bereits gewaltigen Steuereinnahmen nicht sinnvoll einzusetzen. Steuerverschwendung ist das Problem, nicht zu geringe Einnahmen! Wenn meine Tasche ein Loch hat, stecke ich nicht immer mehr Geld rein, sondern flicke erst das Loch.

  • Laut Rechnungshof werden ca. 2-3% "verschwendet". Ich glaube kaum, dass in der freien Wirtschaft bessere Quoten erzielt werden. Und selbst "verschwendetes" Geld hat oftmals gute Auswirkungen.

    Selbst eine Brücke, die ohne Straßenanschluss in der Gegend herumsteht hat für Arbeit und Löhne gesorgt, für Steuereinnahmen, Mieteinnahmen - ein endloser Rattenschwanz an Folgeaktionen.

    Religion wird von den einfachen Leuten als wahr, von den Weisen als falsch und von den Herrschern als nützlich angesehen.

    Lucius Annaeus Seneca

  • Lasst uns mehr Brücken ohne Anschluss bauen, Hauptsache, der Mensch arbeitet! :)


    Ich wüsste übrigens mal gerne, ob der Rechnungshof beispielsweise die Beraterhonorare für von der Leyens Verteidigungsministerium als Verschwendung einstuft. Ich schon ...

    Das kommt auf den Einzelfall an. Die externen Beratungsleistungen im Hinblick auf die IT dürften weitestgehend gerechtfertigt sein, denn wer als IT-ler zu einer Behörde geht hat sein Leben nicht im Griff.


    Und volkswirtschaftlich gesehen ist so eine freistehende Brücke meist sinnvoller als die Teilnahme von 40 Parlamentariern an einem Kongress in Kuala Lumpur.

    Religion wird von den einfachen Leuten als wahr, von den Weisen als falsch und von den Herrschern als nützlich angesehen.

    Lucius Annaeus Seneca