Schulische Bildung in Deutschland

  • Die 2,3 Millionen Euro pro Jahr für einen Ex-Bundespräsidenten wären in schulischer Ausstattung sicherlich auch besser angelegt ...

    Da wäre ein BGE für jeden (auch Ex-Bundespräsidenten), das alle sonstigen Leistungen ersetzt, doch deutlich günstiger. :)

    Gerade deswegen ist bei der geplanten Grundrente die Bedürftigkeitsprüfung von soo eklatanter Bedeutung?????

    Kopp hoch und wenn der Hals ooch dreckig ist!

  • Das eine Beispiel von Steuerverschwendung rechtfertigt also ein weiteres?

    Das habe ich nicht geschrieben. Im übrigen sind viele der Beispiele, welche der Bund der Steuerzahler immer skandalisiert, recht populistische Darstellungen, die der Komplexität mancher Vorgänge nicht gerecht werden. Ganz abgesehen davon, dass das eine Lobbytruppe der mittelständischen Unternehmen ist.

    Libertarismus. Eine einfältige rechte Ideologie, die sich ideal für diejenigen eignet,

    die nicht in der Lage oder nicht bereit sind, über ihre eigene soziopathische Haltung hinauszusehen.

    * Iain Banks

  • Erziehung von möglichst gut funktionierenden, allenfalls leise Kritik übenden Konsumenten ist das Ziel der Klasse.

    Libertarismus. Eine einfältige rechte Ideologie, die sich ideal für diejenigen eignet,

    die nicht in der Lage oder nicht bereit sind, über ihre eigene soziopathische Haltung hinauszusehen.

    * Iain Banks

  • Von diesem Kongress in Kuala Lumpur weiß ich nix, aber wenn es einer wäre (wäre!), der Großes beschließt, wäre er sinnvoller als die Brücke ohne Straßenanschluss. Jeder weiß doch irgendwas, das sinnvoller wäre als was anderes. "Statt dass man...." ist eine alte Leier, und wer sie spielt, sollte sich bemühen, auf irgendeine Art Entscheider zu werden.

         



    Höflichkeit ist wie ein Luftkissen - scheinbar ist nichts drin, aber es mildert die Stöße.

  • Gerade deswegen ist bei der geplanten Grundrente die Bedürftigkeitsprüfung von soo eklatanter Bedeutung?????

    Ich würde einfach allen, ohne aufwändig-bürokratische Prüfung, ein BGE geben, auch als Rente, und es wäre mir dann z. B. auch völlig egal, dass ich selbst dann deutlich weniger Rente erhielte, als das voraussichtlich der Fall sein wird.

  • […] sich bemühen, auf irgendeine Art Entscheider zu werden.

    Der Initiativbürger gefällt sich doch eher darin, Entscheidungen zu verhindern oder wenigstens zu verzögern - wenn Brücken bereits fertiggestellt sind, die darüber hinwegführenden Straßen jedoch noch auf sich warten lassen, dann liegt dies zumeist doch daran, dass jemand deren Bau noch gerichtlich hat verhindern können - das nächste Problem ist, dass auch "nutzlos" in der Landschaft stehende Brücken altern und somit Folgekosten nach sich ziehen, weil deren Sicherheit ja gewährleistet sein muss, selbst wenn sie erst Jahre später in Betrieb genommen werden.


    Und da die mit dem Brückenbau beauftragten Unternehmen und deren Belegschaft/Subunternehmer eher nicht im jeweiligen Landkreis ansässig und somit von der Steuerveranlagung her relevant sind, hat auch das regionale Schul- oder Bildungswesen keinerlei Vorteil von derartigen Baumaßnahmen.

  • Eines der Grundprobleme Deutschlands: Alles hat komplex zu sein, wodurch z. B. eine ganze Steuerberaterindustrie erst nötig wird.

    Es geht natürlich bei großen Bauvorhaben auch wesentlich einfacher, dann steht die Brücke wegen unerwarteten Verzögerungen nicht als Solitär in der Landschaft. Dazu müsste man schlicht die Justiz entmachten, Bürgerbeteiligung abbauen und das Wort das Bauplanungschefs zum Gesetz erheben.


    Also etwa so, wie in Diktaturen üblich ...

    Libertarismus. Eine einfältige rechte Ideologie, die sich ideal für diejenigen eignet,

    die nicht in der Lage oder nicht bereit sind, über ihre eigene soziopathische Haltung hinauszusehen.

    * Iain Banks

  • Von diesem Kongress in Kuala Lumpur weiß ich nix, aber wenn es einer wäre (wäre!), der Großes beschließt, wäre er sinnvoller als die Brücke ohne Straßenanschluss. Jeder weiß doch irgendwas, das sinnvoller wäre als was anderes. "Statt dass man...." ist eine alte Leier, und wer sie spielt, sollte sich bemühen, auf irgendeine Art Entscheider zu werden.

    Ich sage nicht, dass es immer sinnvoll wäre, aber vieles könnte heute per Videochat erledigt werden.


    Und ich sage es ganz sachlich: Es handelt sich schlicht um einen Interessenkonflikt über die Verteilung vorhandener finanzieller Mittel. Bevor ich - als stellvertretendes Steuerzahlerbeispiel - (noch) mehr Steuern zahle, zeige ich zunächst auf Ex-Bundespräsidenten mit eigenem Büro und bezahlten Privatflügen, die Beraterausgaben des Verteidigungsministeriums, verpeilte Bauprojekte wie den Berliner Flughafen oder die berühmten Brücken und sage "Spart erstmal da, stopft erstmal das Loch in eurer Tasche, ihr Nimmersatte! Und erst wenn das nicht reicht, könnt ihr wieder kommen."


    Klar, so ein Bundespräsident lebt gern ein angenehmes Leben nach seiner aktiven Zeit, nehme ich ihm nicht übel, er ist auch nur ein Mensch, aber ich eben auch! :)

    Und nicht, dass die paar Ex-Bundeespräsidenten nun hinsichtlich der Gesamtausgaben besonders ins Gewicht fielen, das ist mir klar, aber solche Privilegien stehen m. E. für eine in politischen Kreisen verbreitete Denkweise, dass man Geld ruhig mit vollen Händen ausgeben darf, solange immer neues nachkommt.


    Noch ein Beispiel: Wie oft vor unserem Haus die Straße aufgerissen und wieder geschlossen wurde - für jede Leitung und jeden Kanal immer wieder von neuem (statt das so zu planen, dass nur einmal geöffnet werden muss) - und wie dann nochmals die obere Schicht entfernt wurde, um sie durch einen Verbundsteinbelag zu ersetzen, obwohl kein Anlieger das wollte, zeigt, wie bedenkenlos die 'öffentliche Hand' Geld ausgibt, solange klar ist, dass jemand anderes zahlt.


    Kein weiteres Beispiel mehr, denn finge ich erst mal richtig an, wäre ich vermutlich bis spätabends mit der Auflistung von Geldverschwendungsbeispielen beschäftigt. :)

  • Es gibt nicht nur Schwarz und Weiß (nicht nur die Wahl zwischen Bürokratiemonster und Diktatur).

    Sicherlich nicht. Aber ein Gemeinwesen, in dem es ein Rechtssystem mit mehreren Instanzen gibt, wo es Bürgerbeteiligungen bei Änderungen des Flächennutzungsplans und bei der Realisierung von Großprojekten gibt, und hunderte Dinge mehr, die ein größeres Projekt in Zeitverzug bringen können, ist nun Mal komplex.

    Je mehr man das einschränkt, umso unfreier die Gesellschaft.

    Es ist sicherlich nicht befriedigend, wenn eine Straße 4 oder 5 Mal aufgerissen wird. Aber das ist ähnlich wie bei der grünen Welle. Je komplexer die Aufgabe wird mit Kreuzungen, Busspuren, Abbiegerspuren, unterschiedlichen Entfernungen zwischen den Ampelanlagen, umso schwieriger wird die Planung. Bis sie an einen Punkt kommt, wo zwingend Kompromisse gemacht werden müssen, um das System lauffähig zu erhalten.

    Libertarismus. Eine einfältige rechte Ideologie, die sich ideal für diejenigen eignet,

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    * Iain Banks

  • In Berlin sind nicht nur die Schulgebäude eine Katastrophe, sondern das gesamte Thema "Bildung" (übrigens seit 2001 als Ressort von der SPD verantwortet). Marode Schulgebäude, veraltete oder zu wenige Lernmittel, zu wenige Lehrer, kaum noch außerschulische Angebote wie Kunst- oder Sport-AGs. Schnelle Abhilfe ist schlichtweg unmöglich. Wer will schon Lehrer in einer Stadt mit einer teilweise schwierigen Schülerklientel werden, in der man so gut wie keinen bezahlbaren Wohnraum, in der Regel auch keinen Kitaplatz (zumindest nicht dann, wenn man ihn braucht) findet und wo man als Lehrer auch noch mies bezahlt wird. Es ist beschämend, absolut beschämend. Dass der Berliner Politik Bildung so lange nichts wert war.

    Berlin ist nur die Reflexion der Zustände in ganz Deutschland, seit Schröder und Merkel die politischen Zügel in die Hand bekommen haben.

  • ................... Bis sie an einen Punkt kommt, wo zwingend Kompromisse gemacht werden müssen, um das System lauffähig zu erhalten.

    Jedes Gemeinwesen bedarf der Kompromisse, um zu funktionieren. Nur, wenn nicht derart viele Gehirnamputierte in die Prozesse hineinpfuschen könnten, wären wir besser dran. Und die aufgeblähten Apparate, Institutionen, Bürokratien etc., die dann noch externe Berater benötigen, die hochhonoriert Vorschläge ohne Kenntnis der Sachlage abliefern, sind einfach ein Gräuel für jeden demokratischen Rechtsstaat.

  • Ich sehe es so:


    Die Maxime des sogenannten "schlanken Staats" ist ein Irrweg, der aber von Wirtschaft und liberalen Ideologen planvoll betrieben wird. Einer der größten Erfolge dieses inhumanen Gespanns ist die Schuldenbremse für Staaten.

    Der Gedanke ist ganz einfach: Nimm einem Staat die Verfügungsgewalt über die Geldschöpfung und begrenze seine Fähigkeit, sich zu verschulden, alles weitere kommt nahezu von alleine. Diese Strategie zwingt den Staat auf lange Sicht, auf jegliche Reserven zu verzichten, den Vorhalten von Personal und Ressourcen kostet Geld.

    Also wurden in den letzten Jahrzehnten etliche Budgets so auf Kante genäht, dass jetzt nur noch unzureichend Personal, zum Beispiel in der Schule vorhanden ist. Aber nicht nur der Lehrermangel trifft uns jetzt mit voller Breitseite, auch der Mangel an Sozialarbeitern, Bauplanern, Steuerfahndern, Nachwuchs für die Bundeswehr usw. usw.

    Da der Staat wegen der planvoll betriebenen Ausblutung über Jahrzehnte keinerlei Reserven gebildet hat, weder im personellen noch im strukturellen Bereich, sorgt jede Krise dafür, dass die Missstände größer werden, was dann durch Auslagerung von Aufträgen an die "freie" Wirtschaft abgedeckt werden muss. Das trifft alle Bereiche, bei den Schulen und der Bildung ist es nur am offensichtlichsten.


    Die Steuergerechtigkeit in den USA war nie so hoch wie während des New Deals und bis etwa Mitte der siebziger Jahre - ab dem Zeitpunkt ging es abwärts, aber nur für die unteren Einkommensklassen.

    Libertarismus. Eine einfältige rechte Ideologie, die sich ideal für diejenigen eignet,

    die nicht in der Lage oder nicht bereit sind, über ihre eigene soziopathische Haltung hinauszusehen.

    * Iain Banks