Schulische Bildung in Deutschland

  • Es gab zu DDR Zeiten mal einen sehr guten Artikel im "Das Magazin": "Wir entsteht eine Bürokratie". Darin wurde erläutert, wie früher die Fürsten sich wenige gebildete Berater leisteten, um ihre Entscheidungen zu treffen. In der Folge wurden dann die Aufgaben delegiert, das Recht verkompliziert und im Ergebnis entstand das, was schon in der DDR für Kritik sorgte, sich heute jedoch so aufgebläht hat, dass in Kürze die Gesellschaft kollabiert, weil sich kaum jemand noch zu handeln getraut, um nicht in die Räder des Rechts- und Steuersystems zu geraten. Zudem wer kann es sich leisten, für sein Recht über alle Instanzen bis zum Europäischen Gerichtshof zu klagen????

  • Deutsche Gruendlichkeit, wo bei anderen Behoerden eine Seite reicht fuellen Deutsche einen ganzen Ordner. Das ist dann so gruendlich, dass es keiner mehr versteht. Und schon ist das Chaos perfekt.

    Bei Gesetzen sieht es aehnlich aus jeder Absatz schafft Hintertuerchen, sogenannte Gummiparagrafen.

    Geht auch einfach und unmissverstaendlich.

    Ich habe verfolgt, was für ein bürokratischer Wahnsinn an einem Grundstückskauf, und nachfolgend dem Versuch eine Baugenehmigung zu bekommen, in Spanien für einen EU-Bürger (meinen Vater) betrieben wurde. Der war nun selbst Rechtsanwalt und hatte einen zweisprachigen Kollegen dort mit der Abwicklung betraut. Das ganze Verfahren dauerte über 5 Jahre.


    Ich denke, viele, die über die deutsche Bürokratie meckern wissen gar nicht, was in anderen Ländern Sache ist. Klar, in manchen Ländern erreicht man mit gewissen Zuwendungen eine unbürokratische und schnelle Bearbeitung, aber das zählt nicht.

    Libertarismus. Eine einfältige rechte Ideologie, die sich ideal für diejenigen eignet,

    die nicht in der Lage oder nicht bereit sind, über ihre eigene soziopathische Haltung hinauszusehen.

    * Iain Banks

  • Diogenes2100


    Mal ganz davon abgesehen, dass ich nicht nachvollziehen kann, wie ihr von Bildung auf Bürokratie gekommen seid:


    Das Beispiel verkennt, dass das nicht auf Bürokratie, sondern auf zwei unterschiedliche Rechte zurückzuführen ist. Eines für Inländer, eines für Ausländer, insbesondere Deutsche. Auf die Umsetzung von EU- Recht wird schlicht gesch*****. Das hat aber nichts mit Bürokratie zu tun.

  • Diogenes2100


    Mal ganz davon abgesehen, dass ich nicht nachvollziehen kann, wie ihr von Bildung auf Bürokratie gekommen seid:


    Das Beispiel verkennt, dass das nicht auf Bürokratie, sondern auf zwei unterschiedliche Rechte zurückzuführen ist. Eines für Inländer, eines für Ausländer, insbesondere Deutsche. Auf die Umsetzung von EU- Recht wird schlicht gesch*****. Das hat aber nichts mit Bürokratie zu tun.

    Im Ursprung ging es darum wieso Dinge sich in Deutschland so lange hinziehen, u.A. der Zustand der Schulen, ohne Anzeichen auf Verbesserung.


    Da darf ich auch auf den Thread Digitalpakt hinweisen.


    Bevor man hier grosse Plaene schmiedet sollte man erst grundlegende Dinge ordnen, Schulen in denen man ordentlich unterrichten kann und ein funktionierendes Internet. Eine verrottete Schule motiviert sicher nicht zum Lernen.


    In Norwegen waren Schulen und Bildungssystem auch unten, dann gab es die sogenannte Bildungsoffensive unter Stoltenberg.

    Dauerte ein paar Jahre bis man oben war, wobei die Mittel kein Problem waren, man hat geklotzt.


    Nur wenn ich mir die zur Verfuegung gestellten Mittel fuer die Digitalisierung so anschaue? Lachhaft.


    Global gesehen, berechnet nach BIP, ist Deutschland mit Bildungsausgaben Durchschnitt, hinter vielen Entwicklungs und Schwellenlaendern. Ach ja, auf die sieht man ja gerne herunter.

    "Unsere Antwort ist mehr Demokratie, mehr Offenheit und mehr Humanitaet" ( J. Stoltenberg nach den Terroranschlaegen)

    2 Mal editiert, zuletzt von Wudi ()

  • […] Schulen in denen man ordentlich unterrichten kann und ein funktionierendes Internet. […]

    Inwieweit jetzt flächendeckende (übrigens doch recht kurzlebige) Computerausstattung und Gratis-WLAN-Anbindung für die sowieso durch ihren ständigen Smartphonegebrauch abgelenkten Schüler Lernmotivation oder den allgemeinen schulischen Lehrerfolg bessern sollte, ist so shlüssig nicht… "veraltete" Lehrmittel haben zumindest den Vorteil, dass a) ihre Anschaffung längst erfolgt ist und b) ihre Anschaulichkeit jeder Datei und jedem Youtube-Lehrfilmchen überlegen ist.

    Selbst die Schautafeln, wie sie früher neben der Wandtafel in ausgerolltem Zustand gezeigt wurden, vermitteln den Schulstoff letztlich zuverlässiger als der Bildschirminhalt, in dessen Blickfeld die Schüler "Schiffe versenken" spielen…

  • Inwieweit jetzt flächendeckende (übrigens doch recht kurzlebige) Computerausstattung und Gratis-WLAN-Anbindung für die sowieso durch ihren ständigen Smartphonegebrauch abgelenkten Schüler Lernmotivation oder den allgemeinen schulischen Lehrerfolg bessern sollte, ist so shlüssig nicht… "veraltete" Lehrmittel haben zumindest den Vorteil, dass a) ihre Anschaffung längst erfolgt ist und b) ihre Anschaulichkeit jeder Datei und jedem Youtube-Lehrfilmchen überlegen ist.

    Selbst die Schautafeln, wie sie früher neben der Wandtafel in ausgerolltem Zustand gezeigt wurden, vermitteln den Schulstoff letztlich zuverlässiger als der Bildschirminhalt, in dessen Blickfeld die Schüler "Schiffe versenken" spielen…

    Du wirst es nicht glauben, Smartphones sind an unseren Schulen verboten, d.h. die werden in den Unterrichtszeiten weg geschlossen


    Und digitale Technik als Lehrmittel vermittelt den Schuelern eben das man sie nicht nur fuer You Tube und Schiffe versenken verwenden kann. War auch nicht im Sinne der Erfinder.

    Und nein, die alten Schautafeln vermitteln den Schulstoff nicht zuverlaessiger. Auch hier, Laptop und Projektor. 1 GB Speicher ergeben mehr Schautafeln als eine Schule einlagern kann, dazu kommt das fast unerschoepfliche Internett.

    "Unsere Antwort ist mehr Demokratie, mehr Offenheit und mehr Humanitaet" ( J. Stoltenberg nach den Terroranschlaegen)

  • @ Sub!


    So sehen Arbeitsplaetze im 21. Jh. nicht mehr aus. :D


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  • […] die alten Schautafeln […]

    […] Laptop und Projektor […]

    Wenn in den "Digitalpakt"-Schulen deutscher Bundesländer die Schultische einheitlich mit PCs ausgstattet werden, gewöhnen sich die Schüler endgültig ab, den vor der Klasse stehenden Lehrer überhaupt noch wahrzunehmen… die alten Schautafeln richteten die Blicke der ganzen Klasse auf den Lehrgegenstand.


    Und die grassierende Verwendung von Laptop und Projektor, um die Unterrichtsstunden als "Powerpoint"-Präsentation abzuhalten (welch unnützer Stromverbrauch!), rechtfertigte letztlich nur, den Unterricht zu schwänzen, um stattdessen klimabesorgt anderswo protestieren zu gehen…

  • […] So sehen Arbeitsplaetze im 21. Jh. nicht mehr aus. […]

    Das ist bekannt. Der links sichtbare sitzende Schreiber säße heute vor'm PC, dessen Tabellenkalkulation oder Betriebssystem gerade ausfiele, und müsste den einen der Herren, deren Arbeitsplatz jetzt nach Bratislava ausgelagert wäre, telefonisch kontaktieren, um sich vom "User Help Desk" supporten zu lassen…

  • Wenn in den "Digitalpakt"-Schulen deutscher Bundesländer die Schultische einheitlich mit PCs ausgstattet werden, gewöhnen sich die Schüler endgültig ab, den vor der Klasse stehenden Lehrer überhaupt noch wahrzunehmen… die alten Schautafeln richteten die Blicke der ganzen Klasse auf den Lehrgegenstand.


    Und die grassierende Verwendung von Laptop und Projektor, um die Unterrichtsstunden als "Powerpoint"-Präsentation abzuhalten (welch unnützer Stromverbrauch!), rechtfertigte letztlich nur, den Unterricht zu schwänzen, um stattdessen klimabesorgt anderswo protestieren zu gehen…

    Du kennst auch nur Schwarz oder Weiss. Wer sagt, dass die alten Lehrmittel verschwinden, die Mischung macht es.

    Also, weiterhin Buecher und Schreibhefte + digital. Hausaufgaben, handschriftlich + digital und online.


    Die kleine Schwedin kann sich den freien Freitag leisten, die hat nach 4 Tagen mehr gelernt als ein deutscher Schueler nach 5 Tagen. 8o


    Aber deine Posts zeigen woran das deutsche Bildungssystem scheitert, verkrustete Menschen gibt es zu viele.

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  • Das ist bekannt. Der links sichtbare sitzende Schreiber säße heute vor'm PC, dessen Tabellenkalkulation oder Betriebssystem gerade ausfiele, und müsste den einen der Herren, deren Arbeitsplatz jetzt nach Bratislava ausgelagert wäre, telefonisch kontaktieren, um sich vom "User Help Desk" supporten zu lassen…

    Natuerlich in englischer Sprache. Und da geht es weiter. 2 Grundlagen sind im 21. Jh. wichtig

    1.) Fremdsprachen

    2.) IT

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  • […] Wer sagt, dass die alten Lehrmittel verschwinden […]

    Die Erfahrung sagt's… an der Schule, die ich bis zum Abitur besucht habe, sind die alten Lehrmittelsammlungen beispielsweise aufgelöst worden - auch aus anderen ortsansässigen Schulen sind Bestände ins Schulmuseum verfrachtet worden. Und diverse Schulen sind völlig von der Bildfläche verschwunden, ohne dass deren einstiges Inventar anderswo eingelagert worden wäre. Wir leben in einer Zeit, die "tabula rasa" mit allem, was sie als veraltet betrachtet, macht.

  • Die Erfahrung sagt's… an der Schule, die ich bis zum Abitur besucht habe, sind die alten Lehrmittelsammlungen beispielsweise aufgelöst worden - auch aus anderen ortsansässigen Schulen sind Bestände ins Schulmuseum verfrachtet worden. Und diverse Schulen sind völlig von der Bildfläche verschwunden, ohne dass deren einstiges Inventar anderswo eingelagert worden wäre. Wir leben in einer Zeit, die "tabula rasa" mit allem, was sie als veraltet betrachtet, macht.

    Dann sind ja verschiedene Dinge dort wo sie hingehoeren, im Museum.


    Kleiner Leitfaden, muss ja nicht 1:1 uebernommen werden.

    http://cisschools.no


    U.A. lernt man, digitale Medien sind Werkzeuge, keine Spielzeuge.

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    2 Mal editiert, zuletzt von Wudi ()

  • Ähh, nöö, so sehen sie nicht mehr aus :flööt: Das wäre viel zu viel Platz und man könnte tatsächlich Ideen austauschen....

    ...... z.B. die Ergebnisse der Bundesliga. 8)

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  • Dann sind ja verschiedene Dinge dort wo sie hingehoeren, im Museum. […]

    Es hat eine Zeit gegeben, in der Institutionen wie ein Museum sich als Volksbildungsanstalt verstanden haben, mithin als frei und jedermann zugängliche Gelegenheit zum heute so gern als Schlagwort gebrauchten "lifelong learning".

  • Es hat eine Zeit gegeben, in der Institutionen wie ein Museum sich als Volksbildungsanstalt verstanden haben, mithin als frei und jedermann zugängliche Gelegenheit zum heute so gern als Schlagwort gebrauchten "lifelong learning".

    Ich sehe ein Museum immer noch als Bildungsanstalt. Geschichte ist auch ein wichtiger Teil der Allgemeinbildung, aber eben Vergangenheit.

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  • ...... z.B. die Ergebnisse der Bundesliga. 8)

    Auch die :biggrin: Und ansonsten hocke ich heute als Verantwortlicher für irgendwas in drei Bundesländern auf 4 qm. Da wird natürlich was werden. Da haben nicht mal Lehrmittel Platz. Es juckt mich nicht mehr, in einem Jahr hat es sich eh. Und was nicht geht, wird halt nicht gemacht. Mir tut der Nachfolger (m, w, d) leid.

  • […] Geschichte ist auch ein wichtiger Teil der Allgemeinbildung, aber eben Vergangenheit.

    Geschichte ist eine Form der Überlieferung - das sich daraus ergebende Geschichtsbild (nach Theodor Lessing "Sinngebung des Sinnlosen") versucht lediglich, das Wissen der Vergangenheit als folgerichtige Entwicklung zu begreifen. Das Museum hingegen bewahrt auf, was aus dem Alltag und der praktischen Erfahrung zu entschwinden droht. Es vergegenwärtigt mithin das Leben früherer Generationen oder Zeitalter.