Schulische Bildung in Deutschland

  • Beispielsweise die Schließung von Bibliotheken… übrigens heißt dieser Thread immer noch nicht "Schulische Bildung in Norwegen". Und in Deutschland gibt's weiterhin Nachbesserungsbedarf. Der Präsident des Lehrerverbandes, Heinz Peter Meidinger, hat gerade wieder eine Streitschrift vorgelegt…

    Du und Corona. Die Schliessung der Biblotheken ist ja kein Dauerzustand. Was soll der Mist mit Norwegen? Dort stehen, genau wie in Deutschland, auch Buecher.

    Grundsaetzlich solltest du von deinem schwarz - weiss Denken herunter kommen. Digitalisierung der Schulen muss nicht gleich Ende von Buechern und Schreibheften bedeuten. Es geht um die Nutzung von digitalen Mitteln, begleitend.

    Das deutsche Bildungssystem hat sich den Veraenderungen der Berufsbilder nicht angepasst. Die Berufswelt ist halt mal digitalisiert.


    Gutes Beispiel heute, mein Beruf, Servicetechniker im Aussendienst. Ich habe sehr wohl die Entwicklung der letzten 35 Jahre mit bekommen. Heute z.B. stand mein Kd - wagen auf dem Hof, arbeiten am Computer, Teile, Angebote, Kundenbetreung .......

    Waere frueher undenkbar gewesen, das waren alles Aufgaben der Innendienstler. Nur sind die fast alle weg, Stellenabbau.

    Die Aussendienstler sind ja digitalisiert und koennen einen grossen Teil der Aufgaben uebernehmen. Fang bitte nicht wieder mit Norwegen an, das wird zu bloed. Meinen frueheren Kollegen in Deutschland geht es auch nicht anders. Die Zeiten wo nur "geschraubt" wird sind auch in den praktischen Berufen vorbei.

    Ich selbst habe da keine Probleme damit. Ich bin im Zuge der Entwicklung da hinein gewachsen. Nur ein jugendlicher Neuanfaenger ohne Vorkenntnisse?

    Mit rund 85% digitalen Analphabeten stellt sich das deutsche Bildungssystem ein Armutszeugnis aus.

  • […] Die Schliessung der Biblotheken ist ja kein Dauerzustand. […]

    Es ist "nur" ein Zustand auf unbestimmte Zeit - und zumindest bei den kommunalen Bibliotheken sind dauerhafte Schließungen seit 50-59 Jahren an der Tagesordnung… so eine Bibliothek kostet nämlich Geld.

    Und gegenwärtig sind mit der Schließung von Schulen auch die in den in den einzelnen Schulen aufgebauten Bibliothkenen nicht zugänglich… in diesem Thread, das hast Du grad mal wieder übersehen oder vergessen, geht's um schulische Bildung, und für jene ist tatsächlich auch die außerschulische Lektüre, also die in unterrichtsfreien Zeiten praktizierte Bibliotheksnutzung ebenfalls relevant…


    Als flankierende Maßnahme zum allgemeinen Verfall schulischer Bildung in Deutschland ist sinnigerweise auch noch der Buchhandel gleich mit geschlossen - geöffnet sind lediglich jene Läden, in denen neben Büchern auch Tageszeitungen und Zeitschriften verkauft werden…

  • Das gedruckte Buch ist Geschichte. Aber sowas von.


    Ein Ebook-Reder kostet etwa 50€ und speichert Hunderte Bücher. :)

    Giving money and power to government is like giving whiskey and car keys to teenage boys

    -- Beto O'Rourke

  • Ein Ebook-Reder kostet etwa 50€ und speichert Hunderte Bücher.

    Ja natürlich....auch in der Wildnis...ohne Strom, dem könnte man zwar mit Solar beikommen, aber dann ist da noch die Sache mit der Empfindlichkeit des Screens, Wasserdichtigkeit und wenn das Ding mal runterfällt, hatte es sich mit E-Book.

    Ein gedrucktes Buch hält extrem länger....

    Allemagne? C'est un grand Bordel néolibéralement conservateur Merkel'scher l'empreinte


    AMERIKA......oder..... Alles was die Welt nicht braucht....oder....Spiel nicht mit den Schmuddelkindern....



  • Denke nur mal hier ran:"big brother is watching you" -mit Gedrucktem isses 'n Ding der Unmöglichkeit

    Ein billiger Ebook-Reader hat gar keine Netzwerkschnittstelle, bloß einen Slot für eine Speicherkarte. Du kannst ihm nicht einmal einen Virus unterjubeln. Seine "Software" kannste nur mit einem Lötkolben austauschen.


    Alles ganz unkritisch. :)

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    -- Beto O'Rourke

  • Ja natürlich....auch in der Wildnis...ohne Strom, dem könnte man zwar mit Solar beikommen, aber dann ist da noch die Sache mit der Empfindlichkeit des Screens, Wasserdichtigkeit und wenn das Ding mal runterfällt, hatte es sich mit E-Book.

    Ein gedrucktes Buch hält extrem länger....

    Hat beides Vor- und Nachteile, wie Taschenrechner vs. Rechenschieber.

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    -- Beto O'Rourke

  • Als flankierende Maßnahme zum allgemeinen Verfall schulischer Bildung in Deutschland ist sinnigerweise auch noch der Buchhandel gleich mit geschlossen - geöffnet sind lediglich jene Läden, in denen neben Büchern auch Tageszeitungen und Zeitschriften verkauft werden…

    Und wieder Corona. Ohne geht wohl nicht.

    Schulische Bildung und Mittel fuer "normale" Zeiten. Eine Anpassung waehrend der Pandemie ist ja nicht dauerhaft. Also streiche mal Corona und denke an Reformen und Zukunft. Es gibt viel zu tun.


    Beispiel einheitliche Pruefungen und Examen. Es kann nicht sein, dass Zeugnisse/ Abschluesse der Bundeslaender unterschiedlichen Wert haben. Deutsches Abi soll gesamtdeutsches Abi sein.


    Internetzugang und digitale Lehrmittel. Hier erfuellen die Schulen nicht ihre Pflicht, junge Menschen auf das Leben vorzubereiten.

    Mag ja sein, dass du auf Schiefertafeln stehst, nur ist das nicht mehr aktuell, genauso wie der Rechenschieber.


    Dann, der " Arbeitsplatz" der Schueler. Ein verwahrlostes Gebaeude motiviert bestimmt nicht zum lernen.


    Nur ein paar Punkte. Man koennte die Coronazeiten ja nutzen um daran zu arbeiten. Stelle dir vor es ist wieder normaler Unterricht und die Schueler, wie Lehrer, treffen eine schoene Schule an.


    Ich bin mal Optimist, vielleicht schafft Deutschland den Anschluss in 10 - 15 Jahren. Schneller waere fuer deutsche Verhaeltnisse ein Wunder.


    Thilo hatte recht, "Deutschland schafft sich ab". Nur halt nicht so wie er es sieht.

  • Hat beides Vor- und Nachteile, wie Taschenrechner vs. Rechenschieber.

    Ich besitze noch einen Faber Castell, den Umgang mit dem Ding hab ich 69/70 in der Realschule gelernt....

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  • Das gedruckte Buch ist Geschichte. Aber sowas von. […]

    Genau, Daraus folt dann zwangsläufig, dass das Zeitalter der Digitalisiering ihre Geschichte aus den Augen verlieren wird… Dies um so wirksamer, als das Desinteresse an allem Historischen (bis hin zum Nicht-erinnert-werden-wollen, wie die Attacken auf Denkmäler in letzter Zeit unterstreichen, durch die Verlagerung in den virtuellen Raum (als Viedokonferenz) bereits Schülern "eingeimpft" wird…

    Die Digitalisierung der im Unterricht genutzten Medien untergräbt zudem das bisherige Eigentumsrecht; Digitale Medien gehen schließlich nicht ins Eigentum des zahlenden Nutzers über. Sein Nutzungsrecht erlischt etwa nach Anbieterwechsel. D.h. beim eBook etwa, dass das Kindle-Nutzer bei Wechsel auf Tolino seine Bibliothek erst einmal los ist… und dummerweise sind unsere "modernisierungsbegierigen Bildungspolitikern, Schülern und deren Eltern hier recht verblendet…

  • Und wieder Corona. Ohne geht wohl nicht. […]

    Du wirst es noch nicht gemerkt haben, aber seit etwa einem Jahr wirken sich die pandemiebekämpfenden Maßnahmen auf allerlei Lebensbereich massiv aus - und es ist keineswegs abzusehen, wann, oder ob überhaupt jemals, diese Spuk wieder vorbei sein wird…


    Gut, wenn den Schülern und Schülerinnen, die jetzt gerade ihrem Schulabschluss entgegenstrebten, jetzt ein weiteres Schuljahr "geschenkt" wird, weil ja auch Universitäten kaum Neuzugänge aufnehmen werden und Unternehmen weniger Ausbildungsplätze anbieten werden, bleibt "statistisch" vorerst alles in Ordnung…

  • Die Digitalisierung der im Unterricht genutzten Medien untergräbt zudem das bisherige Eigentumsrecht; Digitale Medien gehen schließlich nicht ins Eigentum des zahlenden Nutzers über.

    Von einem herkömmlichen Buch ist auch nur seine Materie dein Eigentum. Der Inhalt gehört weiterhin dem Urheber/Verlag usw.


    Bei Ebooks ist das Schöne, dass man sie ganz einfach kopieren kann. Ich zB. besorge mir zuerst eine illegale Raubkopie. Erst wenn mir das Buch gefällt, kaufe ich es auch. Mit Software genau so. Ich kaufe ungern die Katze im Sack. Das sieht wohl jeder so.

    Giving money and power to government is like giving whiskey and car keys to teenage boys

    -- Beto O'Rourke

  • Du wirst es noch nicht gemerkt haben, aber seit etwa einem Jahr wirken sich die pandemiebekämpfenden Maßnahmen auf allerlei Lebensbereich massiv aus - und es ist keineswegs abzusehen, wann, oder ob überhaupt jemals, diese Spuk wieder vorbei sein wird…

    Sei so gut und komme mal von deiner Corona - Schiene herunter. Kaum ein Post ohne Corona. Das nervt nur noch.

  • Ein kleines Land in Suedamerika zeigt, wie Bildung gehen kann - und dies nicht nur in Zeiten von Pandemie.


    https://www.spiegel.de/politik…f9-4949-99f8-68e0ea4d70b1

    Ja, hatte ich gestern schon gelesen.....

    Du erwartest aber doch nicht im ernst, das Doitschland sich daran ein Beispiel nehmen würde, oder?

    WIR können doch generell alles besser....:lach-m:

    Allemagne? C'est un grand Bordel néolibéralement conservateur Merkel'scher l'empreinte


    AMERIKA......oder..... Alles was die Welt nicht braucht....oder....Spiel nicht mit den Schmuddelkindern....



  • Ein kleines Land in Suedamerika zeigt, wie Bildung gehen kann - und dies nicht nur in Zeiten von Pandemie.


    https://www.spiegel.de/politik…f9-4949-99f8-68e0ea4d70b1

    Ja, das ist wirklich toll. Hut ab.

    Allerdings ist ein Land mit ca. 3,5 Millionen Einwohnern ne andere Hausnummer als ein Land mit 80 Millionen Einwohnern.

    Nichtdestotrotz bestehen auch aus meiner Sicht in Deutschland Defizite, was die schulische Bildung angeht, insbesondere in Bezug auf die Digitalisierung. Probleme, die durch die Coronapandemie in Gänze offengelegt wurden. Auch, was den Föderalismus angeht, denn Schule ist Ländersache. Das allein führt nicht nur zu unterschiedlichen Lehrplänen, sondern auch zu einer unterschiedlichen Ausstattung mit Personal und Materialien.


    Der Bund hatte den Ländern im Rahmen des "Digitalpakts Schule" 5 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. Wenn ich dann lese, dass von den Bundesländern noch nicht einmal eine Milliarde abgerufen wurde, nun ja. Was ist los in den deutschen Bundesländern?


    Zitat

    Fünf Milliarden Euro stellt der Bund über fünf Jahre für den Digitalpakt Schule zur Verfügung, davon 3,5 Milliarden Euro in der dieses Jahr endenden Legislaturperiode. Schulträger und Länder bringen zusätzlich einen finanziellen Eigenanteil ein. Zusammengenommen stehen dann insgesamt mindestens 5,55 Milliarden Euro bereit. Das Ziel: Die Ausstattung der Schulen in Deutschland soll digitaler werden. Schnelles Internet, interaktive Whiteboards, qualifizierte Lehrer.

    ...

    Doch die Bundesländer haben weiterhin nur einen kleinen Teil der Fördermittel, die ihnen aus dem Digitalpakt Schule zur Verfügung stehen, genutzt. Die Mittel fließen nur schleppend ab. Bis Ende des Jahres 2020 sind rund 916 Millionen Euro aus dem 5 Milliarden Euro schweren Programm bewilligt worden. Bis zum Sommer waren es bereits 242 Millionen Euro. Seit August sind das zwar 674 Millionen in einem halben Jahr mehr, jedoch weiterhin nur ein Bruchteil der Summe, die der Bund den Ländern für die Digitalisierung in den Klassenzimmern zur Verfügung gestellt hat.

    https://www.rnd.de/politik/dig…7VMREW3OFDLPBJLKK5LU.html

  • Ja, das ist wirklich toll. Hut ab.

    Allerdings ist ein Land mit ca. 3,5 Millionen Einwohnern ne andere Hausnummer als ein Land mit 80 Millionen Einwohnern.

    So darf man nicht rechnen. Bip/ Kopf, Uruguay = 16.000 $, Deutschland 46.000 $, sprich Deutschland koennte das 3 - fache pro Kopf ausgeben.

  • Natuerlich ist das vergleichsweise arme Urquay eine ganze andere "Hausnummer". Flaechenmaessig etwa halb so gross wie Deutschland mit einer Einwohnerzahl vergleichbar mit Berlin. Dennoch koennte sich nicht nur das reiche Deutschland in Sache Schulbildung eine Lehrstunde erteilen lassen.