Europawahl 2019

  • Schaue ich mir konkret an, was die EU in den letzten Jahren geleistet hat - dann erkenne ich schon auch eine Reihe an Themenstellungen, bei denen ich die Interessen der Verbraucher erstaunlich gut und abgewogen gegen die Interessen von Industrie und Handel sehe. In jedem Fall werden Verbraucherinteressen in der EU regelmäßig stärker berücksichtigt als beim nationalen Parlament....die EU ist besser als ihr Ruf!

    Das mag ja sein. Aber auch als überzeugter Europäer bin ich letztendlich zum Schluß gekommen das das politische Konstrukt Europäische Union gescheitert ist. Gescheitert weil irgendwann in den 1990ern diese Idee von Wirtschaftlobbyisten gekapert wurde. Und da helfen auch keine schönen Ideen, der Dampfer ist auf Fahrt und bekommt keinen neuen Kurs.

    Gerade ein Bericht aus Rumänien auf DR gehört. Dort ist eine ganze Generation ausgewandert. Fürs Establishment und für die "Schlauen" vor Ort , oder die, die zurückkommen, sieht es gut aus, sie kommen an Fördermittel der EU und Ihnen geht es Gold. Die dortige Schwerindustrie ist am Boden, Arbeit in der Richtung gibt es kaum, auf dem Land lavieren sich die Leute mit Mindestlöhnen knapp durch. Weißt Du wer da die Strassen asphaltiert ? Chinesen und Vietnamesen, weil die sind noch billiger als die Rumänen. Wer ist dort ( wie in allen anderen "Neu EULändern ) so richtig erfolgreich ? Die westlichen Konsum und Lebensmittelketten. Auf welchen Rücken tragen die Ihren wirtschaftlichen Gewinn aus ?


    Nein, so kann es nicht sein und niemand wird diesen Prozess umdrehen können.

  • Das war ja wohl auch Sinn und Zweck der EU-Osterweiterung. Neue Märkte erschließen.

    Religion wird von den einfachen Leuten als wahr, von den Weisen als falsch und von den Herrschern als nützlich angesehen.

    Lucius Annaeus Seneca

  • Das war ja wohl auch Sinn und Zweck der EU-Osterweiterung. Neue Märkte erschließen.


    Das war für mich der einzige plausible Grund warum man das in diesem Ausmaß gemacht hatte. Neue Märkte und billige Arbeitskräfte

    Das war mir auch klar. Nur das man aus den Fehlern nicht gelernt hat und jetzt mit der menschelnenden EU daher kommt beweist mir eine ordentliche Chuzpe der Entscheider.

  • Was heißt Fehler? Die EU war schon immer mehr eine Wirtschafts- denn eine politische Gemeinschaft. Insofern war es aus deren Sicht kein Fehler (aus unserer Sicht schon).


    Das Projekt EU ist definitiv gescheitert. Ich sehe nur zwei Möglichkeiten:


    - Es bildet sich eine Gruppe von Staaten, die dann geschlossen aus der EU austritt und ohne Zeitverlust eine EU 2.0 gründen.

    - Es bildet sich eine Gruppe innerhalb der EU die sich mehr und mehr zusammenschließt mit letztlich dem gleichen Ergebnis wie bei der ersten Möglichkeit


    Beides ist nicht leicht aber trotzdem machbar.

  • Was heißt Fehler? Die EU war schon immer mehr eine Wirtschafts- denn eine politische Gemeinschaft. Insofern war es aus deren Sicht kein Fehler (aus unserer Sicht schon).

    Es hielt sich zumindest bis zu einem gewissen Zeitpunkt die Waage.


    Spätestens mit den Maastrichtverträgen 92 und dann mit der Lissabonstrategie, wunderbar akzentuiert durch Lobbyistenvereine wie den ERT https://lobbypedia.de/wiki/Eur…ndtable_of_Industrialists wurde das Ganze endgültig neoliberal auf Kurs gebracht.

  • Wir leben alle in einer Welt, somit gibt es Interessen vielfältigster Art. Man kann Einflußnahmen einfach nicht ausschließen. Wenn man zu dem weiss, dass es sie gibt, kann man darauf auch mit geeigneten Mitteln reagieren. Glaubwürdigkeit und Vertrauen sind da essentiell, nur dabei versagt eben unsere "westliche" Politik und die monopolisierte Medienlandschaft grandios.

    Heute auf DLF hat ein Analyst mal der Moderatorin rhetorisch gezeigt, was ne Harke ist. Denn es bei weitem nicht bewiesen, dass solche Falschmeldungen und Beeinflussungen wirklich wirken.


    Ja, es gibt sie. Natürlich nicht nur von russischen Trollfabriken. Aber das ist ja der bevorzugte Zug, auf den unsere Medien aufspringen. Denn die Russen sind ja böse. ;)


    Fakt ist jedenfalls, dass ein Einfluß nicht unbedingt nachgewiesen werden kann. Und ich sage, das auch Fakt ist, dass es auch auf der westlichen Seite Desinformation und Wählerbeeinflussung gibt. Nur wird die halt nicht beanstandet. ....warum eigentlich nicht?


    mfg

    Wer in Grenzen denkt, denkt begrenzt.

  • Hab ich auch gehört und hab mich anhand der Zahlen echt erschrocken. Hatte das so gar nicht aufm Schirm.


    Wenn man sich jetzt mal ausmalt, welche Konsequenzen das hat, dann ist Rumänien am Arsch. Aber war ja so gewollt. Die ganze Osterweiterung ist ein Graus für die betroffenen Länder und wird dem Konstrukt EU noch mächtig auf die Füße fallen.


    Gut gedacht, schlecht gemacht!


    mfg

    Wer in Grenzen denkt, denkt begrenzt.

  • ......................Und ich sage, das auch Fakt ist, dass es auch auf der westlichen Seite Desinformation und Wählerbeeinflussung gibt. Nur wird die halt nicht beanstandet. ....warum eigentlich nicht?


    mfg

    Man muss sich nur die verlogene Berichterstattung in dt. Medien zu Israel anschauen, die derzeitigen Kampagnen zu einem angeblichen steigenden Antisemitismus. Einige rechte Idioten mögen da ihre Finger schmutzig machen, doch die etwa 10 000 bis 15 000 Juden oder jüdischen Mitbürger in Deutschland leben insgesamt sicherer als in Israel und fallen i.d.R. kaum auf.

  • Schon beruflich kenne ich sehr viele Leute, aber niemanden, von dem ich wüsste, dass er Jude ist. Und wenn ich es von jmandem wüsste, würde ich es genau so werten, wie wenn ich weiß, dass jemand evangelisch ist. Es hätte keine Bedeutung für mich, es sei denn, er spränge mir mit seinem Glauben schier ins Gesicht und betone ständig sein partielles Anderssein. Wir Menschen in Deutschland sind schon "anders" genug, meine Toleranz jedenfalls wird tagtäglich genügend strapaziert von unerzogenen, lästigen, heuchlerischen, humorlosen oder protzigen Zeitgenossen, da brauche ich nicht noch obendrein die erwartungsvolle Belästigung mit religiösen Besonderheiten. Echt jetzt.


    Der Fall Israel ist ein gänzlich anderer und hat mit dem Glauben, denke ich, wenig zu tun.

  • Stimmt schon. Aber die Bienen....

    Eben. Ich wüsste nicht, dass die "Partei" jemals solche Weichenstellungen angestrebt - geschweige denn erreicht - hätte wie die ÖDP mit ihren diversen Volks. und Bürgerbegehren.

    Auch ich hätte kein AKW in der Nähe Rosenheims haben wollen, fand den bayerischen Senat, diesen unsäglichen reaktionären Altmännerclub, ebenfalls entbehrlich und freue mich noch immer, wenn ich in einem Lokal nicht in Qualmwolken sitzen muss. Die einen sind nur eine lustige Idee, die anderen machen...

    Das finde ich so gut, dass ich der ÖDP sogar regelmäßig was spende, denn die nimmt noch dazu als einzige Partei keine Spenden "juristischer Personen", die von den Unternehmen unter "Pflege der politischen Landschaft" verbucht werden, aber eigentlich Bestechung sind.

    Dass die Parteien von Großunternehmen und auch Mittelständlern regelmäßig Geld bekommen (dürfen), finde ich unsäglich, denn sie brkommen ja Steuergelder.

  • Das mag ja sein. Aber auch als überzeugter Europäer bin ich letztendlich zum Schluß gekommen das das politische Konstrukt Europäische Union gescheitert ist. Gescheitert weil irgendwann in den 1990ern diese Idee von Wirtschaftlobbyisten gekapert wurde. Und da helfen auch keine schönen Ideen, der Dampfer ist auf Fahrt und bekommt keinen neuen Kurs.

    Gerade ein Bericht aus Rumänien auf DR gehört. Dort ist eine ganze Generation ausgewandert. Fürs Establishment und für die "Schlauen" vor Ort , oder die, die zurückkommen, sieht es gut aus, sie kommen an Fördermittel der EU und Ihnen geht es Gold. Die dortige Schwerindustrie ist am Boden, Arbeit in der Richtung gibt es kaum, auf dem Land lavieren sich die Leute mit Mindestlöhnen knapp durch. Weißt Du wer da die Strassen asphaltiert ? Chinesen und Vietnamesen, weil die sind noch billiger als die Rumänen. Wer ist dort ( wie in allen anderen "Neu EULändern ) so richtig erfolgreich ? Die westlichen Konsum und Lebensmittelketten. Auf welchen Rücken tragen die Ihren wirtschaftlichen Gewinn aus ?


    Nein, so kann es nicht sein und niemand wird diesen Prozess umdrehen können.

    Habe denselben Bericht gehört - bin nur nicht sicher, dass wir die gleichen Schlüsse daraus ziehen!


    Prinzipiell geht es Rumänien seit dem EU-Beitritt deutlich besser - und vielen Rumänen auch. Viele Rumänen (ca. 5 Millionen) sind ausgewandert - schicken aber regelmäßig Geld in die Heimat. Zusammen mit den EU-Fördergeldern (Rumänien ist Nettoempfängerland) konnten damit schon viele Straßen saniert werden, Häuser an die Kanalisation angeschlossen werden, Kläranlagen gebaut werden, und Pensionen für Feriengäste gebaut werden.....


    Entwicklung braucht Zeit - aber Rumänien ist auf einem guten Weg. Und - wenn in Rumänien heute Arbeitskräfte fehlen, und Straßen dann von Chinesen und Vietnamesen gebaut werden, dann ist auch das ein Indiz dafür, dass hier eine aufstrebende Volkswirtschaft entsteht.


    Gewinner sind längst nicht nur die westlichen Konsum und Lebensmittelketten - sondern vielmehr auch viele Rumänen, die heute bessere Lebensbedingungen und höhere Löhne vorfinden, als noch vor 20 Jahren. Heute finden sie auch in westlichen Supermarktketten Jobs, in denen sie Vor Ort halbwegs vernünftig bezahlt werden. Das selbst anbauen von Gemüse lohnt immer weniger - weil Gemüse aus dem Supermarkt billiger ist.....


    Selbst Schweine und Hühner zu halten lohnt immer weniger - weil auch da das Produkt aus dem Supermarkt günstiger ist, als die eigene Aufzucht.....und so spart man sich die Arbeit, und spart auch das Geld und investiert lieber in den eigenen Wohlstand.....


    Was ist da also falsch gelaufen?


    Nicht alle Rumänen gehören zu den Gewinnern......aber Rumänien insgesamt in jedem Fall!


    Würden die Rumänen heute noch immer in die EU wollen? Es gibt kaum ein EU-Land, in dem die Stimmung so positiv gegenüber der EU ist wie Rumänien.....

  • Gewinner sind längst nicht nur die westlichen Konsum und Lebensmittelketten - sondern vielmehr auch viele Rumänen, die heute bessere Lebensbedingungen und höhere Löhne vorfinden, als noch vor 20 Jahren. Heute finden sie auch in westlichen Supermarktketten Jobs, in denen sie Vor Ort halbwegs vernünftig bezahlt werden. Das selbst anbauen von Gemüse lohnt immer weniger - weil Gemüse aus dem Supermarkt billiger ist.....

    Selbst Schweine und Hühner zu halten lohnt immer weniger - weil auch da das Produkt aus dem Supermarkt günstiger ist, als die eigene Aufzucht.....und so spart man sich die Arbeit, und spart auch das Geld und investiert lieber in den eigenen Wohlstand.....

    Du erkennst schon hier den Widerspruch, bzw. genau das was in der gesamten EU, also auch bei uns falsch läuft ? Nein ? Ok....


    Das als Fortschritt, vor allen auf längere Sicht verkaufen zu wollen ist mehr als blauäugig....