Ist die Rezession schon da?

  • […] Noch immer sind es weite Teile der Haushalte, die maßgeblich zu dieser Sparquote beitragen.[…]

    Nun ist eine Sparquote von ca. 10% im internationalen Vergleich nicht sonderlich hoch - zudem wird oft für eine spätere (aber fest eingeplante) Anschaffung gespart, so dass ein beträchtlicher Teil der Sparvermögen ja doch wieder in den Geldkreislauf zurückfließt. Und schließlich ist zu berücksichtigen, dass Selbstständige und Gewerbetreibende für Steuerforderungen, Einnahmenausfälle (Durststrecken und säumige Zahlungen), für den Krankheitsfall und für's Alter vorsorgen müssen.

  • Eigentlich zeigt schon das vor geraumer Zeit begonnene Thema "Videothekensterben", dass sich zumindest in einzelnen Branchen, insbesondere im Einzelhandel, seit geraumer Zeit Rezessionstendenzen nicht zu leugnen sind - mittlerweile schwinden hie und dort selbst die örtlichen Niederlassungen des Bekleidungshandels, die Filialisten - die traditionellen Flanier- und Einkaufsmeilen veröden zusehends, auch Banken reduzieren Personal und dünnen zugleich ihre Filialnetze aus.

    Wie ich kürzlich bemerkt habe, hat dafür die Drogeriemarktkette "Müller" eine verhältnismäßig große Verkaufsfläche in Hamburg angemietet, um dort neben Drogeriewaren auch Haushaltswaren, DVDs und Spielzeug zu verkaufen, was kleinere Wettbewerber wohl noch rascher verdrängen wird…

    Neben den wirtschaftlichen Aspekten der Rezession schlägt sich in der Verödung einstmals bester Innenstadtlagen mentalitätsgeschichtlich zugleich nieder, dass sich im in den Schaufenstern präsentierten Warenangebot nicht mehr die Wünsche, Bedürfnisse und Freizeitgewohnheiten Otto Normalverbrauchers widerspiegeln. Leere Geschäftsräume muten eher Symbol des Wartens auf bess're Zeiten an.

  • In München gibt es in Bestlage einen "Müller", der schon seit vielen Jahren auch Spielzeug, Haushaltswaren und DVDs verkauft. Das ist nix Neues.



    "Oh Tor, im Unglück ist Trotz nicht förderlich!" (Sophokles: Ödipus auf Kolonos)

  • Was es […]

    [… i]n München […] seit vielen Jahren […]

    […] kann anderswo, wo die Drogeriemarktkette Müller bislang nicht vertreten war, durchaus eine Neuheit sein - und da Drogeriewaren (u.a. Seife, Shampoo, Deo etc.) dem täglichen Bedarf zuzurechnen ist, ist die Sortimentserweiterung vorrangig um Dinge, deren Fachhändler zusehends von der Bildfläche verschwinden, für letztere um so stärker existenzbedrohend.


    Ein noch aussagekräftigerer Indikator für die zu erwartende Entwicklung der Binnenkonjunktur ist allerdings der Zeitungsmarkt - was zunimmt, ist also lediglich ein latentes Desinteresse sowohl am Weltgeschehen wie auch am näheren Lebensumfeld…

  • In München gibt es in Bestlage einen "Müller", der schon seit vielen Jahren auch Spielzeug, Haushaltswaren und DVDs verkauft. Das ist nix Neues.

    Kriegst du bei Rossmann mittlerweile auch. In Trudering zum Beispiel. DVD's eingeschränkt (also geringe Anzahl) auch bei Netto.

  • Nach der Phase der Sicherung der Macht vor konterrevolutionären Kräften muss die umfassende Demokratisierung einsetzen

    Der Knackpunkt ist die Länge dieser Phase. Sie wird vermutlich nie vorbei sein.


    Keine kommunistische Experimentalgesellschaft konnte sie je überwinden, obwohl Millionen konterrevolutionärer Menschen getötet oder eingesperrt wurden.

  • Der Knackpunkt ist die Länge dieser Phase. Sie wird vermutlich nie vorbei sein.


    Keine kommunistische Experimentalgesellschaft konnte sie je überwinden, obwohl Millionen konterrevolutionärer Menschen getötet oder eingesperrt wurden.

    Der Knackpunkt ist in der heutigen Zeit eher, dass man die Geschichte mit den "konterrevolutionären Kräften" umdenken muss. Man kann sie nicht wie zu Lenins Zeiten mal eben kurz ermorden oder einsperren. Sie sind heutzutage gar nicht mehr im Land bzw. bleiben nicht da. Produktionsstätten können verlagert werden, Investitionen wo anders getätigt werden, Forschen kann man auch in anderen Ländern mit günstigeren Bedingungen. Das kann nur schief gehen. Um erfolgreich zu sein müsste man heute einer Mehrheit im Land zeigen, dass der neue Weg etwas Besseres ist. Praktisch in der Gegenwart, nicht als Versprechen einer güldenen Zukunft. Ohne solches Handeln auch keine mehrheitliche Unterstützung. Und genau daran hapert es.

  • Um erfolgreich zu sein müsste man heute einer Mehrheit im Land zeigen, dass der neue Weg etwas Besseres ist. Praktisch in der Gegenwart, nicht als Versprechen einer güldenen Zukunft. Ohne solches Handeln auch keine mehrheitliche Unterstützung. Und genau daran hapert es.

    Das gilt prinzipiell für alle dogmatischen Weltanschauungen. Nicht nur Kommunisten, auch Neonazis und Religionsgemeinschaften stehen vor diesem Problem. Deshalb fließt auch ein immenser Aufwand in die Propaganda, respektive das taktische, psychologisch gestützte Lügen; Gehirnwäsche, um die Leute von Unsinn zu überzeugen, den jeder Mensch mit klarem Verstand ablehnen würde.


    Doch offensichtlich sind Nazismus, Kommunismus und Religion immer noch brandgefährlich. Jeder kennt ihre Leichenberge und das unendliche Elend, das sie hervorbrachten. Aber trotzdem scheint der Abschreckungseffekt nur minimal zu sein. Die Leute wollen lieber glauben, dass ihre bevorzugte Heilslehre die Richtige ist. Man muss es nur wieder und wieder versuchen. Sie nehmen die Realität als etwas Abscheuliches wahr, das überwunden werden muss. Und dazu ist ihnen wohl jedes Mittel recht.

  • […] Um erfolgreich zu sein müsste man heute einer Mehrheit im Land zeigen, dass der neue Weg etwas Besseres ist. Praktisch in der Gegenwart, nicht als Versprechen einer güldenen Zukunft. […]

    Von wegen - um erfolgreich zu sein, sind nebulöse "Heilsversprechen" immer noch das Mittel der Wahl gewesen. Egal ob in religiösen Bewegungen oder als politische Ideologie. Ganz einfach schon deshalb, weil so der bleibende Handlungsbedarf darüber hinwegtröstet, wenn sich real nichts verbessert… und dieser bleibende Handlungsbedarf ist doch Garant dafür, dass die gerade aktuelle Ideologie weiterhin versprechen darf, dass künftig alles schon besser werde.

  • Ganz einfach schon deshalb, weil so der bleibende Handlungsbedarf darüber hinwegtröstet, wenn sich real nichts verbessert… und dieser bleibende Handlungsbedarf ist doch Garant dafür, dass die gerade aktuelle Ideologie weiterhin versprechen darf, dass künftig alles schon besser werde.

    Bezogen auf die Westliche Welt ist bloß keine Ideologie der Platzhirsch, sondern ein (wehrhafter!) Konsens aus (Meinungs)Freiheit und Humanismus, der vielen Ideologien Raum gibt. So versuchen wir aktuell mit dem Problem umzugehen, dass viele Exemplare unserer Spezies gefährliche Idioten sind. Jedoch ohne ihnen die Möglichkeit zu geben, unsere Gesellschaft zu zerstören.

  • Der Knackpunkt ist die Länge dieser Phase. Sie wird vermutlich nie vorbei sein.


    Keine kommunistische Experimentalgesellschaft konnte sie je überwinden, obwohl Millionen konterrevolutionärer Menschen getötet oder eingesperrt wurden.

    Es gab nie Millionen "konterrevolutionärer Menschen" und vor allem nie eine "kommunistische Experimentalgesellschaft"! Zudem hätte es gereicht, wenn in einer Experimentalgesellschaft die Gegner von der Entscheidungsebene isoliert worden wären, man hätte sie nicht physisch vernichten müssen. Stalinismus, Maoismus und Regimes, wie die von Pol-Pot oder Kim il Sunk waren Despotien und hatten mit Sozialismus/Kommunismus nichts gemein. Und die in der Neuzeit einzige demokratische Hinwendung zum humanistischen Sozialismus in Chile ging eben an der Machtfrage zugrunde, die danach mindestens 30 000 Menschenleben durch Pinochet forderte. Die Angst vor realen Sozialismus ist in den Zentren der imperialen Macht kolossal.

  • Es gab nie Millionen "konterrevolutionärer Menschen" und vor allem nie eine "kommunistische Experimentalgesellschaft"! Zudem hätte es gereicht, wenn in einer Experimentalgesellschaft die Gegner von der Entscheidungsebene isoliert worden wären, man hätte sie nicht physisch vernichten müssen. Stalinismus, Maoismus und Regimes, wie die von Pol-Pot oder Kim il Sunk waren Despotien und hatten mit Sozialismus/Kommunismus nichts gemein. Und die in der Neuzeit einzige demokratische Hinwendung zum humanistischen Sozialismus in Chile ging eben an der Machtfrage zugrunde, die danach mindestens 30 000 Menschenleben durch Pinochet forderte. Die Angst vor realen Sozialismus ist in den Zentren der imperialen Macht kolossal.

    Mag sein, aber kolossal war die Angst auch bei den Spielfiguren dieser "Entscheidungsebene", sprich Bürgern des Landes. Auch in Chile ging es den Leuten unter Allende erstmal ziemlich dreckig. "It´s the economy, stupid!"



    "Oh Tor, im Unglück ist Trotz nicht förderlich!" (Sophokles: Ödipus auf Kolonos)

  • Stalinismus, Maoismus und Regimes, wie die von Pol-Pot oder Kim il Sunk waren Despotien und hatten mit Sozialismus/Kommunismus nichts gemein.

    Sie haben versucht, den Kommunismus auf die harte Tour zu etablieren. Das ging nun total schief, wie wir alle wissen.


    Hatte nicht Godfather Marx himself gesagt, dass die Anfangsphase nur mit Gewalt vollzogen werden kann? Ich will ihm daraus keinen Vorwurf machen, denn immerhin war er mehr Ökonom als Ethiker.

  • Mag sein, aber kolossal war die Angst auch bei den Spielfiguren dieser "Entscheidungsebene", sprich Bürgern des Landes. Auch in Chile ging es den Leuten unter Allende erstmal ziemlich dreckig. "It´s the economy, stupid!"

    Den Leuten ging es auch vorher mehrheitlich dreckig, weshalb Allende gewählt wurde. Doch dann wurde durch die USA die Konterrevolution eingeleitet und die UdSSR hatte auch kein übermäßiges Interesse daran, dass eine sozialistische Entwicklung entgegen der "Revolutionstheorie" durch politische Machtübernahme mittels Wahlen demokratisch eingeleitet würde. Sozialismus/Kommunismus im Hinterhof der USA, das geht gar nicht! Also weg mit allen diesen Leuten, wie Allende, Che, Castro, Chaves, Morales etc.etc.!

  • Sie haben versucht, den Kommunismus auf die harte Tour zu etablieren. Das ging nun total schief, wie wir alle wissen............

    Sie haben nichts als ihre persönliche Macht im Sinn gehabt ,die staatlichen Strukturen okkupiert und mißbraucht, von Kommunismus hatten alle diese Personen keine Ahnung, Marx, Engels, Sartre, Jaspers etc. at al. haben die nie in Ansätzen begriffen.

  • Bezogen auf die Westliche Welt ist bloß keine Ideologie der Platzhirsch, sondern ein (wehrhafter!) Konsens aus (Meinungs)Freiheit und Humanismus,

    Der Platzhirsch ist die Ideologie des bürgerlichen Neoliberalismus/Imperialismus und wenn unser Gesellschaft freiheitlich-humanistisch wäre, müsste man zuerst "Rüstung und Kriege als Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln" ächten, d.h. einzig diplomatische Lösungen akzeptieren.

  • .... "It´s the economy, stupid!"

    Der Spruch des Bauernfängers Clinton.


    "It's the society, stupid" müsste es heute eher heißen, denn wir merken ja langsam, dass stete Bevorzugung der pseudoelitären Kackbratzen aus den Konzernen und Finanzinstitutionen die Gesellschaften zerreißt.

    Religion wird von den einfachen Leuten als wahr, von den Weisen als falsch und von den Herrschern als nützlich angesehen.

    Lucius Annaeus Seneca

  • Sie haben nichts als ihre persönliche Macht im Sinn gehabt ,die staatlichen Strukturen okkupiert und mißbraucht, von Kommunismus hatten alle diese Personen keine Ahnung, Marx, Engels, Sartre, Jaspers etc. at al. haben die nie in Ansätzen begriffen.

    Sie haben Marx sehr wohl begriffen, denn sie sind exakt seiner Lehre gefolgt.

    Zitat


    „Es gibt nur ein Mittel, die mörderischen Todeswehen der alten Gesellschaft, die blutigen Geburtswehen der neuen Gesellschaft abzukürzen, zu vereinfachen, zu konzentrieren, nur ein Mittel – den revolutionären Terrorismus.

    Quelle: https://books.google.de/books?id=wwIHhy2N0nEC&pg=PA143

  • Das entzieht sich Deiner Beurteilung, denn Du hast Marx, Engels et al. auch noch lange nicht begriffen.

    Diese Beurteilung eines Max-Jüngers weise ich entschieden zurück. Ich gehe mal davon aus, dass Marxens Gegner mehr von seinen falschen Thesen verstanden haben, als seine Befürworter. Der gemeine Marxist argumentiert oft auf der moralischen bzw. ethischen Schiene. Schon das ist doch recht bedenklich.