Hamburg und seine "Weltstadt"-Ambitionen…

  • Unter den zahlreichen Threads der Politopia, als sie noch auf vBulletin-Basis lief, gab einen Hamburg-Thread, den man ja durchaus wiederbeleben könnte - schließlich ist an der Waterkant bzw. in der Millionenstadt an der Elbe immer 'was los - beispielsweise zieht die Unilever-Verwaltung wieder mal um, nachdem das Beteiligungs- und Produktportfolio ebenso wie die Mitarbeiteranzahl ganz zeitgemäß ausgedünnt wurden. Die als chic empfundene Hafencity ist denn wohl für einen Konsumgüterkonzern vielleicht doch zu großspurig, zumal für Lebensmittel (hauptsächlich Tiefkühlkost und Convenience Food) und Drogeriewaren die dortige Laufkundschaft (Touristen, Kreuzfahrtschiffspotter, Elbphilharmoniegäste) nicht so recht ansprechen dürfte, und ortsfremde Geschäftskunden wegen der ständigen Verkehrsführungsänderungen sich öfters verfahren haben dürften… ob dann aber der künftige Firmensitz an der Neuen Burg (das dürfte also am Ort des zuletzt abgerissenen Allianz-Gebäudes zwischen Hopfenmarkt und Großem Burstah sein), dem Bereich, der im Sommer autofrei werden soll, um, wie derzeit auch mit Sperrung der Krugkoppelbrücke, den verbliebenen Einzelhändlern in der Nachbarschaft den Garaus zu machen, geschickter gewählt ist, wird sich zeigen,

  • Im ebenso mondänen wie lebhaften Hoheluft-West hat eine Gastwirtin - ähnliches ist ja auch andernorts schon versucht worden und hat heftige Proteste nach sich gezogen - sich entschlossen, keine Kinder unter sechs Jahren in ihrem Lokal zu dulden. Die hierzulande gepflegte "Streitkultur" zeigt sich, nachdem Facebook-Shitstorm und Tweets dem Lokal bislang nichts anhaben konnten, und weiterhin Gäste kommen, in Form eines Farbanschlags - immerhin beschert auch dieser dem Café jetzt einen Andrang von Schaulustigen. Was ist jetzt eigentlich so verwerflich daran, wenn in einer Straße, in der ohnehin Café an Café gereiht ist, eines davon seinen Gästen ein ruhigeres Ambiente bieten will?

  • Wie bei jedem öffentlichen Bauvorhaben regt sich auch dagegen Protest, dass in unmittelbarer Nähe des Messegeländes wieder eine Konzert- und Veranstaltungshalle errichtet werden soll, wo doch sowieso grad der einstige Schlachthof abgerissen wird…

    Aber auch die Clubszene in unmittelbarer Nachbarschaft der Sternbrücke droht, dem Erdboden gleich plattgemacht zu werden - denn der Vorschlag einer Ersatzlocation am Bahnhof Sternschanze findet natürlich ebenfalls Gegner… Waagenbau und Fundbureau wollen jedenfalls weitermachen, so lang es noch geht.

  • Zum Zwecke der Verkehrsflusshemmung sind sich SPD und Grüne einig, die seit Jahrzehnten bewährte Regelung, auf der Verkehrsachse von Winterhude in Richtung Uhlenhorst verlaufenden Herbert-Weichmann-Straße/Sierichstraße angeordneten Richtungsverkehr (vormittags stadteinwärts/nachmittags stadtauswärts) abzuschaffen - dann wird diese Verkehrsachse demnächst wohl in eine Tempo-30-Zone umgewandelt.

  • War heute in Hamburg.Direkt gegenüber vom Grünspan im 4 Stock (Große Freiheit 63). Als der Kunde schrie, da sind sie wieder.Wir gingen zum Fenster und unten im Innehof holt ein Typ seine Nudel raus und läßt sich einen lutschen.Ging dann Live-Show mäßig noch zum koitus über.Das ganze am hellichten Tag und in einer Gegend wo auch jugendliche und Kinder unterwegs waren.

    Der Kunde zieht da jetzt auch aus, da jedes Wochenende eine Schiesserei und Geschlechtsverkehr im Hinterhof.Ich war ja in den Neunzigern ja auch häufig in dieser Gegend unterwegs, aber das habe ich damals nie gesehen.An die Hamburger hier, ist das jetzt ne normale Nummer (kicher) in Hamburg?Oder vielleicht einfach Weltstadt-Ambition;(

  • War heute in Hamburg.Direkt gegenüber vom Grünspan im 4 Stock (Große Freiheit 63). Als der Kunde schrie, da sind sie wieder.Wir gingen zum Fenster und unten im Innehof holt ein Typ seine Nudel raus und läßt sich einen lutschen.Ging dann Live-Show mäßig noch zum koitus über.Das ganze am hellichten Tag und in einer Gegend wo auch jugendliche und Kinder unterwegs waren.

    Der Kunde zieht da jetzt auch aus, da jedes Wochenende eine Schiesserei und Geschlechtsverkehr im Hinterhof.Ich war ja in den Neunzigern ja auch häufig in dieser Gegend unterwegs, aber das habe ich damals nie gesehen.An die Hamburger hier, ist das jetzt ne normale Nummer (kicher) in Hamburg?Oder vielleicht einfach Weltstadt-Ambition;(

    Sagen wir es mal so, in Zeiten des glattgeleckten, der Erwartungshaltung der überall auftauchenden Brut von Yuppies die zwar in äusserlich in angesagt stylischen, sprich den heruntergekommenden Stadtteilen mit dem gewissen Etwas wohnen und arbeiten möchten aber die daraus sich ergebenen Defizite schwer akzeptieren können - ja, genau so ist es, war es und glücklicherweise sogar noch am hellichten Tag !!

    Klasse !!

    Sag Deinem Kunden Olivia Jones und diese ganze Mischpoke ist Kunst, sie ist nicht der Kiez und steht dafür überhaupt nicht. Denn Sie als Kunstfigur hat glaube ich weniger irgendjemandem fürn Zwani auf irgendeinem Hinterhof einen blasen müssen.


    So ist das nun mal leider. Ich bin geborener Övelgönner, also aufgewachsen an der Elbe gegenüber vom Hafen. Als dort die ganzen versch.. Yuppies und Neureichen zuzogen stellte da jemand erstaunt fest : DIe Elbe riecht, nein, sie stinkt sogar öfterdings !!!


    So ist es. Und wären diese ganzen Abziehbilder vor 20, 30 Jahren auf den Kiez gewesen, da hätten sie das unrasierte erlebt, das schmudelige, das Klo auf der Etage, die in der Herbertstr. in der 2 Reihe "..5 Mark, 5 Mark ...brüllenden, völlig abgetakelten... die übrigens auch Ihre "Auslagen" jedem gezeigt haben... ( und das war wirklich kein schöner Anblick !) etc. etc.

  • Der Rowohlt-Verlag ist ja Anfang des Jahres wieder nach Hamburg zurückgekommen - und vielleicht ist es für die künftige Verlagspolitik bezeichnend, dass er seine Büros jetzt im Bieberhaus in unmittelbarer Nähe zum Hauptbahnhof und zugleich der aktuellen Adresse auch des Ohnsorg-Theaters platziert hat… Florian Illies, gegenwärtiger Verlagsleiter, hat schon mal verkündet, dass man pro Jahr erscheinenden 400 Büchern des Verlags künftig anmerken wird, dass der Verlag Teil der Stadtteilkultur werde, und dass die Hemmschwellen sinken. Mit anderen Worten: Die Buchkultur soll endgültig dem Fernsehen und den social media angenähert werden… kein Wunder, dass die beim Umzug gefundenen Briefe Thomas Manns an Ernst Rowohlt in Marbach am Neckar tatsächlich wohl besser aufgehoben sind…