Einheitskleidung in der Schule - sinnvoll oder nicht?

  • Wenn ich das richtig verstehe, unterstellst Du denen, die für Schuluniformen plädieren, dass sie gleichzeitig gegen Geschwindigkitsbegrenzungen sind. […]

    Vielleicht sollte man also Schuluniformen mit einem Tempo-30-Schild auf dem Rücken und einem farbenfrohen Sticker "Elterntaxis, nein danke!" auf der Mützenschirm versehen… das verdoppelte den Sinngehalt der angemessenen Schulbekleidung obendrein!

  • Wehret den Anfängen. Es beginnt mit blauen Hosen und orangen Polo-Shirts und endet in Kleidung ähnlich Militäruniformen. Gib dem Staat den kleinen Finger und er reißt dir den Arm aus der Schulter.

    Merkt ihr eigentlich alle nicht, was hier abgeht? Die Transparenz des Bürgers wird immer größer, die Intransparenz des Staates und seine Kontrollmöglichkeiten nehmen dafür im Gegenzug zu. Alleine wenn ich an die in Grundzügen faschistoiden neuen Polizeigesetze denke, wird mir übel. Vorbeugehaft gab es zuletzt im 3. Reich, jetzt kommt sie flächendeckend unter neuem Namen wieder. Früher waren anlasslose Personenkontrollen nur an sogenannten gefährlichen Orten möglich, heute kann es jeden fast überall treffen, inkl. körperlicher Durchsuchung.



    Dieser Staat ist auf einem sehr ungesunden Weg.

    Religion wird von den einfachen Leuten als wahr, von den Weisen als falsch und von den Herrschern als nützlich angesehen.

    Lucius Annaeus Seneca

  • Schuluniformen sollen angeblich innerhalb der Schule für weniger Aggressivität sorgen - sie dienen als Identifikationsmerkmal. Leider gibt es keinerlei Untersuchungen darüber, wie es bei Begegnungen von Schülern unterschiedlicher Schulen aussieht. Abgesehen davon, dass es ohnehin bisher keine wirklich aussagekräftigen und wissenschaftlich sauber durchgeführten Studien zu diesem Themenkomplex in Deutschland gibt.

    Vielleicht weil es keine Sache ist, um die man ein derartiges Bohei macht. Dass Träger verschiedener Schulunifomen aufeinander losgehen, habe ich noch nie gehört, wenn man krampfhaft eine Weltanschauung daraus macht, könnte das aber mal pssieren.


    @Substi: Es sind nicht nur "elitäre" Schulen, die gleiche Kleidung statt Markenposing bevorzugen.

  • Wehret den Anfängen. Es beginnt mit blauen Hosen und orangen Polo-Shirts und endet in Kleidung ähnlich Militäruniformen. Gib dem Staat den kleinen Finger und er reißt dir den Arm aus der Schulter.

    Merkt ihr eigentlich alle nicht, was hier abgeht? Die Transparenz des Bürgers wird immer größer, die Intransparenz des Staates und seine Kontrollmöglichkeiten nehmen dafür im Gegenzug zu. Alleine wenn ich an die in Grundzügen faschistoiden neuen Polizeigesetze denke, wird mir übel. Vorbeugehaft gab es zuletzt im 3. Reich, jetzt kommt sie flächendeckend unter neuem Namen wieder. Früher waren anlasslose Personenkontrollen nur an sogenannten gefährlichen Orten möglich, heute kann es jeden fast überall treffen, inkl. körperlicher Durchsuchung.



    Dieser Staat ist auf einem sehr ungesunden Weg.

    Weißt Du, Dio, da gehe ich nicht mehr mit. Zumindest ich merke schon, was hier abgeht, nämlich, dass Du eine enorme Abneigung gegen alles hast, was mit Staat, gesellschaftlichen Regeln und deren Kontrolle zu tun hat. Durch gleiche Kleidung in den Schulen erhält der pöse Staat erneut mehr Kontrolle, denn er schleicht durch die Straßen und fotografiert alle kids in blauen Hosen.

    Statt dass du wirklich ernsthaft etwas gegen die Verschärfung von Polizeigesetzen oder Vorbeugehaft tust, entwertest Du jede Kritik daran durch die Quasi-Gleichsetzung mit der harmlosen Schul"uniform", die alles andere als martialisch ist. Wenn immer alles gleich staatliche Kontrolle und wehret den Anfängen ist, gibt es keine Differenzierungen mehr. Alles Nazi, oder was?

  • […] Mal sehen, wann das reaktionäre Pack Schuluniformen vorschlägt.

    Da in Deinem tunnelblickdichten Weltbild jeder Mensch, der nicht Deine Ansichten teilt, "reaktionäres Pack" ist, bist Du selbst nicht demokratiefähig… übrigens: In Gesellschaftsformen, wo doch auf "Außerlichkeiten" so übersteigerter Wert gelegt wird, sind Schuluniformen gar keine schlechte Maßnahme, Kindern und Heranwachsenden die elternhausbedingten sozialen Unterschiede weniger gravierend erscheinen zu lasen…

  • Genau das hat Dio ja schon mit dem Hinweis auf die unterschiedlichen, einkommensabhängigen Materialqualitäten der Schuluniformen beantwortet, woraus ich den Schluss zog, dass nur Nacktheit den Klassenunterschied verbergen würde, was aber auch wieder nicht stimmt, weil dann der unterschiedliche Ernährungszustand verräterisch wäre - arme Kinder sind dick...

  • ... Dass Träger verschiedener Schulunifomen aufeinander losgehen, habe ich noch nie gehört ...

    Das war lange Zeit ein ziemliches Problem in England. Ich halte das für durchaus wahrscheinlich, dass innerschulische Gewalt im Zuge der Einführung von Uniformen bzw. gleichartiger Kleidung leicht abnimmt, weil man über Kleidung versucht, eine Gruppenidentität zu schaffen. Aber diese Gruppenidentität ist nicht nur inklusiv, sondern auch exklusiv, d.h. Schüler anderer Schulen, die andere Farbkombinationen tragen werden erkannt als Menschen, die nicht der "eigenen" Gruppe angehören.


    Abgesehen davon reicht für Kenner ein Blick, ob sein Gegenüber sich die Hose von H&M, Lacoste oder bei einer echten Edelmarke gekauft hat. Dass sich dadurch die Cliquenbildung nach Herkunft in Schulen ändert halte ich für äußerst zweifelhaft.

    Religion wird von den einfachen Leuten als wahr, von den Weisen als falsch und von den Herrschern als nützlich angesehen.

    Lucius Annaeus Seneca

  • Schüler suchen immer einen Grund, Kämpfe auszufechten. Schule gegen Schule ist ein Vorwand wie Clique gegen Clique.


    Was die Qualität der Klamotten betrifft, so sind die reinen Qualitätsunterschiede sehr viel subtiler als wenn Sneaker oder Jeans mit fettem Logo getragen werden. Da braucht es für das Erkennen des Unterschieds ein geübtes Auge, und die, die es haben, sind in der Regel nicht auf derselben Schule wie die mit den billigeren Ausführungen. Da mach Dir mal keine Sorgen.


    Übrigens ziehen sich die Schüler normalerweise ihre "Uniformen" nach der Schule aus - so viel Exemplare zum Wechseln haben die wenigsten - so dass sich eventuelle Exklusivität daheim anders bemerkbar macht.

  • Ich denke über Argumente nach und nicht darüber, wer mir beipflichtet oder nicht.

    Ich pflichte dir hinsichtlich deiner Meinung zum Diskussionsthema nicht bei, obigem Satz aber sehr wohl. :)


    Davon, Kinder in Uniformen zu stecken, halte ich nichts. Es gibt mehr als genug unnötige Regeln in diesem Land, lasst die Leute wenigstens anziehen, was sie wollen. Allerdings bin ich ohnehin für die Möglichkeit des Homeschoolings, es wäre umweltfreundlich, weil Fahrtwege entfielen, Kinder könnten in angenehmer Umgebung lernen, statt in maroden, heruntergekommenen Schulen, Lehrer müssten keine Jogginghosen mehr sehen und Kinder keine Lehrer. :-)

  • Früher war ich auch eine Verfechterin der Schulkleidung. Heute ist es mir egal, ob es eine Schulkleidung gibt oder nicht. Weil: Beim Thema "Schule" sollte der Fokus auf Bildung liegen. Darauf, dass genügend Lehrpersonal vorhanden ist, dass die Klassen nicht zu groß sind, dass es moderne Lehrmethoden und -mittel gibt, dass Schulen sauber sind und eine angenehme Atmosphäre besitzen, so dass der Nachwuchs gern in die Schule geht. Wenn es dann noch außerschulische Angebote wie Sport- oder Kultur-AGs gibt, Projekte, die den Gruppenzusammenhalt fördern, ist es perfekt.


    Dort, wo die Bedingungen an einer Schule optimal sind, wo sich genügend Personal um sämtliche Probleme kümmern kann, wo jeder Schüler dieselbe Aufmerksamkeit und Zuwendung erfährt, treten soziale Konflikte meiner Meinung nach schnell in den Hintergrund.

  • Na ja, ich muß gestehen, das ich Anfang der 80er auch Polohemden, Karottenhosen, Collegeschuhe sowie Slipper getragen habe.

    Und das Abfeiern, z.B. in Köln auf den Ringen, ist auch nicht fremd, der Geldbeutel hat, dank Bayer AG, auch enorme Reserven dafür geboten.

    Auch der Golf war natürlich dabei, zu Anfang als GTI und danach in der 2L Oettinger Version...

    Und nachts ging es dann mit den Mädels zum Klarwerden ins nächste Freibad, natürlich über'n Zaun...


    Es gab nur 3-4 empfangbare Fernsehprogramme, Samstags luschi im Ersten 22:00 die Tagesschau, danach das Wetter, dann das Wort zum Sonntag und dann irgendeinen Spielfilm aus der Mottenkiste.

    Das Zweite Programm war nicht viel besser...aktuelles Sportstudio, Nachrichten und irgendeine Klamotte.

    Von den dritten Programmen gar nicht zu reden....bis zu den Zeiten der ARD Rocknacht...


    Keine Handy's, Computer in der zartesten Anfangsphase, da musste man sich was einfallen lassen, wie man das Wochenende klar kriegte...

  • […] arme Kinder sind dick...

    Wie einfach und übersichtlich die Welt doch wird, wenn nur die Vorurteile stark genug verinnerlicht sind…


    Natürlich bietet ein Dresscode noch genügend Gelegenheit, subtil die eigene Besserstellung hervorzuheben - schließlich bedeutet schulseitige Verpflichtung gerade für die schlechtergestellten Elternhaushalte zunächst einmal einen zusätzlichen finanziellen Aufwand, es sei denn, die Kleidung wird gestellt…

  • Weißt Du Substi, wenn Du zu dem Thema nichts weiter beitragen kannst, als aus dem Zusammenhang gerissene Verkürzungen, muss ich annehmen, dass Du das, was du liest, nicht wirklich verstehst oder einordnen kannst.


    Aber danke für den Link, besser hätte ich es auch nicht erklären können. Es wird in dem Artikel mit Bedauern mitgeteilt, dass ein Set der Schul"uniform" immerhin 70 € kostet - wenn ich mir nur die Trainer so mancher kids anschaue, so übersteigen die diesen Preis um vieles. Und das sind nicht die Kinder reicher Eltern! Abgesehen davon werden durch die Schulkleidung die privaten Klamotten geschont...

  • Natürlich bietet ein Dresscode noch genügend Gelegenheit, subtil die eigene Besserstellung hervorzuheben - schließlich bedeutet schulseitige Verpflichtung gerade für die schlechtergestellten Elternhaushalte zunächst einmal einen zusätzlichen finanziellen Aufwand, es sei denn, die Kleidung wird gestellt…

    Es sind ja leider oft genug Kinder "schlechtergestellter" Elternhaushalte die sich über bestimmte Markenartikel definieren (oder es auch nur können) und da wären 70 EUR auch nicht das letzte Problem.


    Aber wie hier schon erwähnt, würden Schulen in dem Stellenwert finanziert wie Sie Gesellschaftlich relevant und wichtig wären und nicht das Geld für irgendwelchen, angeblich so weltpolitisch wichtigen VerteidigungscheiXXXX ausgegeben werden sollen, ist das Thema Schuluniform nur ein Scheingefecht....

  • […], ist das Thema Schuluniform nur ein Scheingefecht....

    Keineswegs - schließlich sollen Schulen ja neben den eigentlichen Lehrplaninhalten auch die später im Leben so zunehmend als wichtig herausstellenden soft-skills vermitteln… es sind ja überwiegend die Versäumnisse des Elternhauses, die letztlich dem Nachwuchs benachteiligter Elternhaushalte das Leben schwermachen, und die dem späteren Aufstieg im Wege stehen.


    Bedenkt man, in welcher Weise "Mode" (oder "Markenbewusstsein") Jugendkultur heutzutage dominiert, und damit den Versuch der Selbstpositionierung der Heranwachsenden, erscheint die sich vereinzelt an Schulen durchsetzende Tendenz zur Trennung des schulischen Habitats vom virtuellen Catwalk der talent- und castingshownacheifernden Langeweile als Lebenszentrum der social-media-Followergemeinde durchaus angebracht.

  • Nicht mal inhaltlich. Schon der erste Absatz strotzt von Überheblichkeit, die Frage ist, ob das, was Schüler aus besser gestellten Elternhäusern für ihr Leben mitbekommen, tauglicher ist für eine humane Gesellschaft oder nur tauglicher für mehr Ellenbogendenken.


    Die Soziopathen unter unseren "Eliten" sind es nämlich, die den stärksten Drang an die Fleischtöpfe entwickeln, und der Apfel fällt halt nicht weit vom Stamm.

    Religion wird von den einfachen Leuten als wahr, von den Weisen als falsch und von den Herrschern als nützlich angesehen.

    Lucius Annaeus Seneca