Einheitskleidung in der Schule - sinnvoll oder nicht?

  • Es is ja nicht die Lebenswelt sämtlicher Kids, die ich da geschildert habe, sondern explizit derjenigen, die einer gewissen Realitätsflucht anhängen…

    Vielleicht ist es auch so, dass manche 'Alte' einfach glauben, die Hoheit über die Definition von Realität (hart schuften, abends fernsehen oder Kneipe etc.) für sich gepachtet zu haben?

    Wie oft habe ich in letzter Zeit z. B. den Rat an Jüngere gelesen, sich mit der 'Realität' statt dem Internet zu beschäftigen ... Das Internet ist mittlerweile essentieller Bestandteil der (realen) Lebenswelt (hinsichtlich Freundschaften pflegen, die Freizeit verbringen, Einkaufen, arbeiten, ...) vieler - und immer zahlreicher werdender - Menschen.

  • Also, die Alten, die ich so kenne, sind ganz anders drauf, als Du sie schilderst. Die nutzen das Internet, sind viel unterwegs, pflegen ihre Kontakte und Hobbys usw. usf. Was nicht heißen soll, dass es die von Dir beschriebenen Alten nicht gibt. Bei jungen Menschen finde ich es dann problematisch, wenn sie ihre Freizeit nur noch am Computer verbringen. Der Sohn meiner Nachbarin ist 17 und spielt seit Jahren Computerspiele. Der kommt nach Hause und spielt, hat keine Kumpels, keine Freundin, geht nie irgendwo hin. Viele Dinge, die man so als junger Mensch erlebt, z.B. das erste Verliebtsein, das Zugehörigsein zu einer Clique, mit der man alle möglichen Sachen macht - auch viele Sachen, die vor den Eltern lieber verheimlicht werden und und und, hat der noch gar nicht erlebt und wird es wahrscheinlich auch nie. In den letzten Jahren musste er mehrmals die Schule wechseln, weil er nicht in der Lage ist, sich in eine Gruppe zu integrieren. Auch im Sportverein und bei der Jugendfeuerwehr konnte er irgendwann gehen, weil er nicht mal Ansätze einer sozialen Kompetenz oder eines normalen Kommunikationsverhaltens zeigt. Ich finde das traurig.

  • Also, die Alten, die ich so kenne, sind ganz anders drauf, als Du sie schilderst.

    Ich bin ja auch 'alt' (alles ist relativ).


    Ich beschreibe einfach, was ich fast täglich in den Kommentarspalten (oder auch Foren :) ) zu Artikeln lese, die sich mit Internet, Zukunftstechnologien, Digitalisierung, KI, Blockchaintechnologie, ... befassen. Diese Dinge sind Realität, werden aber von einem relativ großen Anteil der - so wie ich vermute - meist eher älteren Diskussionsteilnehmer verleugnet und/oder auf ihre (zweifellos vorhandenen) negativen Aspekte reduziert. Es herrschen Ablehnung und Angst!


    Deutschland sieht sich ja so gern als 'Weltmeister' aller Disziplinen - in meinen Augen ist es das vor allem darin, Potenziale nicht zu erkennen und gerade losfahrende Züge zu verpassen, was m. E. eben doch auch daran liegt, dass bei uns die 'Alten' das Sagen haben, sowohl in der Politik, als auch der Arbeitswelt. Es ist kein Zufall, dass es keine deutschen Smartphonehersteller, Softwarefirmen wie Google oder soziale Netzwerke wie Facebook (ich 'hasse' es ja auch, aber es ist erfolgreich) gibt, dass nur chinesische Elektroautohersteller Akkus verbauen, die kein Cobalt enthalten und dass der Aufbau des 5G-Netzes die Unterstützung von Huawei erfordert. Es ist immer dasselbe: Zukünftige Schlüsseltechnologien werden als irrelevant eingestuft, verschlafen und zu Tode reguliert, und wenn man Jahre später erkennt wie falsch man lag, werden bereits wieder die nächsten Schlüsseltechnologien (z. B. Blockchainanwendungen) von der stockkonservativen Mehrheit sowie den Medien schlecht geredet, bis dann in einigen Jahren wieder gefragt wird, warum Deutschland hinterherhinkt. Ja, weil Neuentwicklungen ständig als nicht 'real' und irrelevant belächelt werden!


    Dass viele 'Alte' ganz anders als oben beschrieben sind, bezweifle ich nicht.


    Dass es Jugendliche mit den von dir beschriebenen Problemen gibt, ist eine traurige Tatsache.



    P. S.: Keine Ahnung, wie wir vom Thema Schulbekleidung hierher kamen. Ich bin jedenfalls offensichtlich voll Of-Topic!

  • ... In den letzten Jahren musste er mehrmals die Schule wechseln, weil er nicht in der Lage ist, sich in eine Gruppe zu integrieren. Auch im Sportverein und bei der Jugendfeuerwehr konnte er irgendwann gehen, weil er nicht mal Ansätze einer sozialen Kompetenz oder eines normalen Kommunikationsverhaltens zeigt. Ich finde das traurig.

    Solche Menschen hat es aber zu jeder Zeit gegeben. Es liegt weder an Büchern, noch am TV oder an Computern oder dem Internet - es gibt eben schlicht Menschen, die soziale Kontakte vermeiden wo es nur geht.

    Bei manchen sind es Phasen, die vorüber gehen, bei anderen bleibt es ihr ganzes Leben so.

    Religion wird von den einfachen Leuten als wahr, von den Weisen als falsch und von den Herrschern als nützlich angesehen.

    Lucius Annaeus Seneca

  • Bevor Geld für solchen Unsinn verballert wird, sollen die das lieber für wesentlich notwendigere Dinge ausgeben.


    Unsere Schulen brauchen keine Uniform, sie brauchen Lehrer, Sozialarbeiter, Erzieher, gute Ausstattung und vor allem: Objekte, die den Namen auch verdienen!


    Klassenstärken von max. 12-14 Schüler.

    Inklusive Klassen brauchen min. zwei Pädagogen, die auch mit der Materie vertraut sind.

    Anfangszeiten, die Sinn machen und Tagesbetreuung die endlich wieder qualitativ was taugt.

    Es muß für die Schüler Möglichkeiten geben, ihren Schulkram in der Schule zu deponieren, damit sie nur das nötigste mitschleppen müssen.

    uswusf....


    Was unsere Schulen als letztes brauchen, sind Uniformen, die die Schüler auch noch selbst bezahlen müssen.


    mfg

    Wer in Grenzen denkt, denkt begrenzt.

  • Wenn man aber umgekehrt hergeht und gewisse Arten der Kleidung verbieten muss, weil sie lt. Lehrer/Eltern nicht angemessen sind, könnte doch der einfache Weg der einer Schulkleidung sein.

    https://www1.wdr.de/nachrichte…enverbot-schulen-100.html


    Frdl. Grüße

    Christiane

    Das war ja der Ursprung der Diskussion. Zunächst einmal muss niemand bestimmte Kleidung verbieten. Das ist genauso dämlich wie die XXL-T-Shirt Aktion für angeblich zu leicht bekleidete Mädchen.

    Religion wird von den einfachen Leuten als wahr, von den Weisen als falsch und von den Herrschern als nützlich angesehen.

    Lucius Annaeus Seneca

  • Sorry !!! :)


    Frdl. Grüße

    Christiane

    Kein Grund für ein Sorry, aber das Ganze hat sich im POTT ja aus der von mir verlinkten Meldung hinsichtlich der Jogginghosen entwickelt.


    Als ich 1975 in die 10. Klasse kam, meinte ein Lateinlehrer zu einer Schülerin, die komplett in schwarz, mit schwarz gefärbten Haaren und schwarz geschminkt in der Klasse saß, sie solle sich gefälligst vernünftig anziehen, und nicht wie auf einer Trauerfeier.

    Am nächsten Tag mit Latein auf dem Stundenplan kamen alle in schwarz, ebenso an den darauf folgenden. Nach drei Wochen hatte er genug und hat sich entschuldigt.

    Religion wird von den einfachen Leuten als wahr, von den Weisen als falsch und von den Herrschern als nützlich angesehen.

    Lucius Annaeus Seneca

  • Wer joggen will, der darf auch Jogginghosen tragen.


    In der Firma, in der ich mal arbeitete, standen ein Kollege und ich draußen und rauchten. Es kamen zwei Typen vorbei, beide in Jogginghosen und so dämliche Daunenwesten (es war locker 25 Grad warm).

    Sie sprachen uns an, wo denn die Firma XXXX sei. Wir schauten beide über das Rolltor, wo der Firmenname in ca 1m großen Lettern stand und grinsten. Ich konnte nicht anders und sagte zu meinem Kollegen in lauter Tonage: Schade, dass der Name nicht über dem Tor steht! ;)


    Und dann wendete ich mich an die Delinquenten und fragte, was sie wollen.

    Sie wollten sich bewerben. "Also ich hätte mich nach dem Sport ja mal umgezogen, wenn ich zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen wurde." ...haben die nicht mal verstanden, das sagte mir die Reaktion des einen "Wieso Sport?" ...den Blick dazu, kann ich hier gar nicht beschreiben.


    Das ganze war dann nach eine viertel Stunde durch und der Chef kam zu uns (ich: Fuhrparkleiter, der Kollege: Verkehrsleiter) und war sichtlich erschöpft. Die Delinquenten waren wohl dermaßen unterirdisch, dass er natürlich nicht mit einer Einstellung reagierte.


    Also mal allgemein.

    Ich kann verstehen, wenn Lehrer und Erzieher gegen die Jogginghosen-Fraktion sind, ist das für mich verständlich, denn fast jeder dieser Gattung ist nicht sozial kompatibel.

    Mal vom eindeutig erkennbaren IQ unterhalb der Außentemperatur abgesehen.


    Ich bin nun wahrlich kein Spießer. Aber angemessene Kleidung der Situation entsprechend, sollte ein Selbstverständnis sein. Jogginghosen, noch dazu etwas fleckig (ich verrate jetzt nicht an welcher Stelle), ist einfach nur erbärmlich Assi!


    In ihrer Freizeit können die ja anziehen, was sie wollen und was sie für "cool" halten aber es gibt einfach Situationen, da geht sowas gar nicht!


    Ach und nur mal nebenbei, für mich ist auch ein Anzug mit Krawatte eine Uniform. Einfallslos, soll wohl Seriosität vortäuschen und in den meisten Fällen ist das nicht mal Stilvoll.

    Nein, Uniformierung ist für mich einfach nur ein Zeichen, dass es an Selbsbewußtsein und Stil mangelt.

    Befohlen ist sie ein Ausdruck von Unterwerfung.


    mfg

    Wer in Grenzen denkt, denkt begrenzt.

  • Kein Grund für ein Sorry, aber das Ganze hat sich im POTT ja aus der von mir verlinkten Meldung hinsichtlich der Jogginghosen entwickelt.


    Als ich 1975 in die 10. Klasse kam, meinte ein Lateinlehrer zu einer Schülerin, die komplett in schwarz, mit schwarz gefärbten Haaren und schwarz geschminkt in der Klasse saß, sie solle sich gefälligst vernünftig anziehen, und nicht wie auf einer Trauerfeier.

    Am nächsten Tag mit Latein auf dem Stundenplan kamen alle in schwarz, ebenso an den darauf folgenden. Nach drei Wochen hatte er genug und hat sich entschuldigt.

    Das kenne ich aus meinem Schülerdasein auch noch ähnlich. Nicht in Sachen Kleidung, aber insofern, dass wir uns gestritten haben ohne Punkt und Komma, aber ein geschlossenes Zusammenhalten gegen die Lehrerschaft war Ehrensache. Immer.


    Frdl. Grüße

    Christiane

  • Tja, wo fängt man da an? Es gibt ja selbst bei Jogginghosen ziemliche Unterschiede, oder?




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    Religion wird von den einfachen Leuten als wahr, von den Weisen als falsch und von den Herrschern als nützlich angesehen.

    Lucius Annaeus Seneca

  • Eine Schülerkleidung hätte m. E. überwiegend Vorteile. Eine Uniform, die einmal nicht negativ besetzt wäre. Das Markenkleidungsdenken wäre weg, der Ausdruck des "kommt grad vom Sofa" wäre weg, und ich könnte mir denken, wenn Schüler als Schüler durch die Kleidung identifiziert werden könnten, hätte das auch im Verhalten der Erwachsenen einen positiven Effekt (meine ich). Ich bin auch absolut gegen eine Uniformität jeder Art, aber hier in Sachen Schulkleidung überwiegen für mich die Vorteile. Für Schüler und Lehrer und Eltern.


    Frdl. Grüße

    Christiane

  • […] Was unsere Schulen als letztes brauchen, sind Uniformen, die die Schüler auch noch selbst bezahlen müssen.

    Der Eifer, mit dem das Streitthema "Schüleruniformen" aufgegriffen wird, zeigt schon mal, wie gering die generelle Bereitschaft ausgeprägt ist, vom Schüler überhaupt noch Anpassungsfähigkeit erwarten zu dürfen… übrigens werden's wohl kaum die Schüler sein, die die Anschaffungskosten für die Pflichtbekleidungsstücke aufzuwenden haben werden.

    Davon abgesehen könnte für Härtefälle schulintern Geld gesammelt werden - etwa in Form der Erhebung von Strafzahlungen bei schulisch unangemessenem Umgangston - wir haben hier doch sonst so vehement nach "Umverteilung" gierende Gesprächsteilnehmer!

  • Ach und nur mal nebenbei, für mich ist auch ein Anzug mit Krawatte eine Uniform. Einfallslos, soll wohl Seriosität vortäuschen und in den meisten Fällen ist das nicht mal Stilvoll.

    Nein, Uniformierung ist für mich einfach nur ein Zeichen, dass es an Selbsbewußtsein und Stil mangelt.

    Befohlen ist sie ein Ausdruck von Unterwerfung.


    mfg

    Natürlich sind Anzug mit Krawatte (Firma) oder ohne (Medien) eine Art Uniform. Uniform heißt ja nichts anderes, als daß alle gleich angezogen sind und hat primär nix mit Militär zu tun. Bei einer Beerdigung tragen die meisten was Schwarzes, bei Einladungen wenigstens was Sauberes und so fort.


    Gunny, es ist albern von Unterwerfung zu sprechen oder Mangel an Selbstbewusstsein, wenn Schüler, die auf dieselbe Schule gehen, die gleichen Klamotten tragen. Jede Interpretation verliert an Wert, wenn man sie an Pipifax festmacht.

  • Es ist absolut nicht albern, denn Fremdbestimmung ist nie albern. Sie ist eines freien Landes unwürdig.

    Religion wird von den einfachen Leuten als wahr, von den Weisen als falsch und von den Herrschern als nützlich angesehen.

    Lucius Annaeus Seneca

  • Nein, Uniformierung ist für mich einfach nur ein Zeichen, dass es an Selbsbewußtsein und Stil mangelt.

    Befohlen ist sie ein Ausdruck von Unterwerfung.


    mfg

    Sorry, ich sehe da überhaupt keinen Unterschied wenn sich die gefühlten 80 % der Kiddies auf dem Schulhof sich fast identisch einem jeweiligen Modediktat unterwerfen, seien es angesagte und dadurch teure Sneaker, Hosen die unterm Arsch hängen oder auch andere Textilien die Sie sich vom "Brand" her eigentlich gar nicht leisten dürften. Das ist so und das war zu meiner Zeit auch so.

    Und da war es egal, die damaligen "Alternativen" hatten ebenso Ihre "Uniformen" sprich Zugehörigkeitssymbole so wie die gymnasialen Freizeitpunks, die Mods, die Popper oder die damaligen Stray Cats Jünger.....


    Alos wer komplett sein eigenes Ding gemacht hat war schon immer als Aussenseiter angesehen, heute wohl als "schwul" bezeichnet...

  • .....


    Alos wer komplett sein eigenes Ding gemacht hat war schon immer als Aussenseiter angesehen, heute wohl als "schwul" bezeichnet...

    Tja, aber genau diesen Individualisten willst du jetzt eine bestimmte Kleidung verordnen, die diese wahrscheinlich nicht anziehen wollen. Immer schön die Spargelköpfe auf gleiche Länge kürzen.

    Die Lehre ist: Wenn du dich anpasst, bist du ein guter Bürger. Wenn nicht, dann zum Teufel mit dir. Und genau das prägt Menschen.


    vermutlich möchtest du dann natürlich auch Jugendliche, die diesen Wahn zur Gleichmacherei der konservativ reaktionären Art nicht mitmachen wollen, entsprechend sanktionieren, oder? Was schwebt dir da vor? Tadel, Verweise oder doch lieber ein Rohrstock?

    Religion wird von den einfachen Leuten als wahr, von den Weisen als falsch und von den Herrschern als nützlich angesehen.

    Lucius Annaeus Seneca

  • vermutlich möchtest du dann natürlich auch Jugendliche, die diesen Wahn zur Gleichmacherei der konservativ reaktionären Art nicht mitmachen wollen, entsprechend sanktionieren, oder? Was schwebt dir da vor? Tadel, Verweise oder doch lieber ein Rohrstock?

    Im Alter bin ich eher für den Rohrstock... mhmmm..


    Aber im Ernst, lese nochmal den Beitrag und versuche den Unterschied zwischen einer (subjektiven) Beschreibung des heutigen und damaligen Alltags und einer Meinung was in deinen Augen sein sollte zu verstehen...


    Kurz, mir schwebt überhaupt nichts vor sondern ich habe die Dinge so benannt wie ich sie wahrnehme.

  • […] vermutlich möchtest du dann natürlich auch Jugendliche, die diesen Wahn zur Gleichmacherei der konservativ reaktionären Art nicht mitmachen wollen, entsprechend sanktionieren […]

    Wer unangepasst ist, wird's auch sein, wenn er sich an den angeordneten Dresscode hält… und Individualismus zeigt sich ohnehin weniger darin, sich jeder gesellschaftlichen Regel zu verweigern…