Unsere Natur

  • Ich habe den Threadtitel geändert. Aus "Unsere schöne Natur" ist "Unsere Natur" geworden. Zwar kommt uns die Natur oft schön und idyllisch vor, tatsächlich ist sie es nicht, sondern ein täglicher Kampf ums Überleben. Deshalb finde ich den neuen Threadtitel passender.

  • Wenn man in Deutschland dem Wolf die natürliche Beute wegschießt, wie Wildschweine, Rehe, Hasen, Kaninchen und dergleichen, ist es kaum ein Wunder, wenn Haustiere attackiert werden und es zu Schäden kommt. Besonders traurig ist es dann, wenn die Jäger Bürzelprämien bekommen müssen, weil kaum Interesse an Wildschweinfleisch besteht und die Preise dem Wert Hohn sprechen.

    Ich erinnere mich auf den einschlägigen (Jagd)Portalen sowieso gelesen zu haben das der Schaden an Wild oder auch Zuchttieren durch z.B. freilaufende Hunde noch wesentlich grösser ist als durch Wölfe. Wird natürlich ungern weiter verbreitet weil nicht so aufregend....

  • Mir geht es nicht primär um den Wolf, denn es gibt viel mehr Tiere und Pflanzen, die stärker bedroht sind als er und in Schutzgebieten ihre letzten Standorte bzw. Lebensräume haben. Betroffen sind heutzutage aber auch Allerweltsvögel, die im landwirtschaftlich und urban geprägten Raum keine Nahrung mehr finden. Entweder wird alles mit Pestiziden und Monokulturen zu Tode gewirtschaft oder aber die Tiere werden permanet durch Menschen gestört. Pflanzen werden ausgegraben. Und und und. Hinzu kommt das Müllabladen. Vielen Menschen ist die Natur nichts wert. Wenn es anders wäre, bräuchten wir keine Schutzgebiete.

  • Mir geht es nicht primär um den Wolf, denn es gibt viel mehr Tiere und Pflanzen, die stärker bedroht sind als er und in Schutzgebieten ihre letzten Standorte bzw. Lebensräume haben. Betroffen sind heutzutage aber auch Allerweltsvögel, die im landwirtschaftlich und urban geprägten Raum keine Nahrung mehr finden. Entweder wird alles mit Pestiziden und Monokulturen zu Tode gewirtschaft oder aber die Tiere werden permanet durch Menschen gestört. Pflanzen werden ausgegraben. Und und und. Hinzu kommt das Müllabladen. Vielen Menschen ist die Natur nichts wert. Wenn es anders wäre, bräuchten wir keine Schutzgebiete.

    Man muss sich nur die Spatzen anschauen. Früher hat man sie überall gesehen. Mittlerweile sind sie eine Seltenheit geworden.

  • Mir geht es nicht primär um den Wolf, denn es gibt viel mehr Tiere und Pflanzen, die stärker bedroht sind als er und in Schutzgebieten ihre letzten Standorte bzw. Lebensräume haben. Betroffen sind heutzutage aber auch Allerweltsvögel, die im landwirtschaftlich und urban geprägten Raum keine Nahrung mehr finden. Entweder wird alles mit Pestiziden und Monokulturen zu Tode gewirtschaft oder aber die Tiere werden permanet durch Menschen gestört. Pflanzen werden ausgegraben. Und und und. Hinzu kommt das Müllabladen. Vielen Menschen ist die Natur nichts wert. Wenn es anders wäre, bräuchten wir keine Schutzgebiete.

    Wenn Glyphosat, Nikotinoide und andere Gifte nicht verboten werden, die Regierung trotz wissenschaftlicher Hinweise stetig Verlängerungen der Zulassung zustimmt, ist das Ergebnis bitter. Man kann Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei auch naturverbunden ausführen, Es bedarf keiner Monokulturen von Mais und Getreide, die die Böden ihrer Fruchtbarkeit berauben. Nur braucht es dazu einer andere Organisation der Betriebe, Technologien mit Zwischenfruchtanbau und 12 bis 15 feldrigen Fruchtfolgen, Abkehr von der Massentierhaltung und der Güllewirtschaft, die nie tiergerecht ist. Angesichts der Arbeitsmarkt-Veränderungen wäre es durchaus sinnvoll in die agrarischen Produktionsprozesse wieder mehr lebendige Arbeit einzubringen, denn das "Auge des Bauern lässt die Pflanzen wachsen und mästet das Vieh"!

  • Ich erinnere mich auf den einschlägigen (Jagd)Portalen sowieso gelesen zu haben das der Schaden an Wild oder auch Zuchttieren durch z.B. freilaufende Hunde noch wesentlich grösser ist als durch Wölfe. Wird natürlich ungern weiter verbreitet weil nicht so aufregend....

    Den größten Schaden richtet der Verkehr an.Auto vs.Reh/Damwild/Wildschwein ist meist 'ne recht einseitige Partie.

    Kopp hoch und wenn der Hals ooch dreckig ist!

  • Den größten Schaden richtet der Verkehr an. Auto vs.Reh/Damwild/Wildschwein ist meist 'ne recht einseitige Partie.

    Weshalb ein grauer kater sich bei Waldstrecken und Wildwechselanzeigen grundsätzlich an die sinnvollen Geschwindigkeitsbegrenzungen hält. Schon 80 km/h können zu viel sein, Abblendlicht und korrekte Beobachtung der Straßenränder sind obligatorisches Verhalten, insbesondere zu Wildwechselzeiten bei ausgehender oder einbrechender Dämmerung und vor allem während Brunftzeiten.

  • Den größten Schaden an unserer Natur richtet nach wie vor die konventionelle Landwirtschaft an. Der enorme Wasserverbrauch, Einsatz von Pestiziden und Düngern, Flächenverbrauch. Eindrucksvollstes Beispiel sind die Maisfelder für E 10, der skandalöser Weise auch noch "Biosprit" genannt wird. Ganz abgesehen davon, dass ich es pervers finde, Nahrungsmittel für das Betanken von Autos zu benutzen.

    Und kaum soll etwas verändert werden, geht ein Aufschrei durch die Bauernschaft und sie sehen sich in ihrer Existenz bedroht. Aktuellstes Beispiel ist die neuerliche Nitratdebatte und das Gülleverteilen in den Landschaften.

  • Was meinst du wie die Bauern hier in Bayern beim Volksbegehren "Rettet die Bienen" aufgejault haben. Sie könnte dann nicht mehr genügend Getreide fürs Brot herstellen.

    Klar wenn nur großflächiger Anbau von Mais und Futterpflanzen und Massentierhaltung subventioniert werden. Das bleibt fürs Getreide nicht mehr so viel Platz.

  • Ich habe den Threadtitel geändert. Aus "Unsere schöne Natur" ist "Unsere Natur" geworden. Zwar kommt uns die Natur oft schön und idyllisch vor, tatsächlich ist sie es nicht, sondern ein täglicher Kampf ums Überleben. Deshalb finde ich den neuen Threadtitel passender.

    In meinen Augen ändert die teilweise Grausamkeit des Überlebenskampfes nichts an der fantastischen Schönheit der Natur.

    Ich sehe nicht, wie die eine Eigenschaft die andere ausschließen würde: Beispielsweise können auch Frauen wunderschön und grausam zugleich sein. :)))


    (Ich habe aber natürlich trotzdem kein Problem mit dem neuen Titel.)

  • Ca. 225.000km² sind derzeit in Kanada Nationalparks, etwa 2% des Staatsgebietes (9,9 Mio km²). Und ich weiß durch einen Freund, der dort seit ca. 15 Jahren lebt, dass Verstöße gegen die Nationalparkregeln sehr empfindliche Strafen nach sich ziehen.

    50% (!) der Fläche Deutschlands sind mittlerweile in irgendeiner Art und Weise geschützt, Tendenz steigend. Wobei in Deutschland Schutz vor allem Verbote bedeutet. Ist ja einfach. In Kanada kann man in einem Schutzgebiet auch Zelten, Angeln, ein Feuerchen machen... Auf festgelegten Plätzen. Ja, man hat zu bezahlen. Für die Aktivität dort und noch mal für die Erlaubnis, beispielsweise zu Angeln. Zu Recht! Alle Erlöse kommen dem Schutz der Natur zu Gute und betragen im Falle Angeln und Kanada gerade mal 1/4 bis 1/6 der deutschen Beträge. Es gibt Regeln, die sind klar, eindeutig und nachvollziehbar. Fangmethode, Fanggebiet, Fangzeiten, Höchstmenge. Und das wird sogar kontrolliert. Da kommt nicht Opa Hubert von der Zivilgesellschaft, da kommt die Staatsmacht. Natürlich sind die Strafen happig. Und auch die kommen dem Naturschutz zu Gute. Direkt, nicht über eine irgendeine NGO. Man kann das Gebiet aktiv und sinnvoll nutzen UND es wird etwas für den Schutz der Natur getan. Natur schützen ohne breites Verständnis für Natur zu entwickeln geht nicht. Gebiete, die ich sonntags ab 10.00 Uhr in Begleitung des Meisters im Rahmen einer Führung vor den Toren der Stadt auf einem ausgelatschten Pfad erkunden kann, interessieren auf Dauer keinen und das entwickelt auch kein Naturverständnis. Das funktioniert in Skandinavien, in Kanada, in Osteuropa wesentlich besser. Nur hier geht das scheinbar nicht. Sorry, das ist nicht meine angestrebte Lebensweise.

  • Vergisst du da vielleicht etwas?


    Bevölkerungsdichte Einwohner/km² in 2017:


    Deutschland: 217 Einwohner/km²

    Polen: 113

    Rumänien: 90

    Bulgarien: 64

    Schweden: 22

    Norwegen: 16


    Und 50% ist wohl ein wenig übertrieben:

    irTWWPY.png

    Religion wird von den einfachen Leuten als wahr, von den Weisen als falsch und von den Herrschern als nützlich angesehen.

    Lucius Annaeus Seneca

  • Und weil das hier gewollt so sehr gedrängt ist, muss man auf Natur verzichten???


    Und das sind 9%? Dabei sind FFH noch gar nicht vollständig berücksichtigt:


    https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/46/1_IÖR-Monitor_Anteil_Schutzgebiete_gesamt_an_Gebietsfläche_2015_Raster_1000_m_.png

    Mmmh, ich kann diese Karte nicht interpretieren, wie wäre es damit?


    https://geodienste.bfn.de/schutzgebiete?lang=de&layers=NSG


    https://www.bfn.de/themen/gebi…e/naturschutzgebiete.html

    Religion wird von den einfachen Leuten als wahr, von den Weisen als falsch und von den Herrschern als nützlich angesehen.

    Lucius Annaeus Seneca

  • Mmmh, ich kann diese Karte nicht interpretieren, wie wäre es damit?

    Damit wäre es schlecht :biggrin: Nicht nur, dass so gut wie alle neueren FFH- Gebiete fehlen, man hat nicht einmal den Nationalpark Sächsische Schweiz zur Kenntnis genommen. Beispielsweise. (Erster Link)


    PS: Das hier aus dem zweiten Link verdeutlicht die Sache schon eher. PPS: Und auch hier fehlen die Natura 2000- Angaben einschl. FFH. So sind am Spitzberg (Oberoderwitz) nur die FND eingezeichnet, nicht aber das FFH.

  • Okay, ich sehe jetzt etwas besser durch, wobei man ja auf der linken Seite im Menü sich die Karten für die verschiedenen Schutzgebietsklassen anzeigen lassen kann:

    7umQyi9.png


    Es ist aber nicht unbedingt fair, Landschaftsschutzgebiete mit einzubeziehen, da diese kaum Einschränkungen für die Nutzung durch die Bürger beinhalten. Zudem überschneiden sich viele Gebiete, z.B. liegen Naturschutzgebiete und Biospärenreservate oftmals innerhalb der Naturparks.

    Alle Schutzformen eingeschlossen komme ich auf etwas über 30% der Fläche Deutschlands, wobei da auch die Naturparks in Ost- und Nordsee schon mit drin sind.


    Im Prinzip können wir noch froh sein, denn meine letzte Fahrradtour durch den Bayrischen Wald mit Frau und Kind war dergestalt, dass uns teilweise über mehrere Stunden kein einziger Mensch begegnete.

    In Holland mit einer Bevölkerungsdichte von über 400/km² wird das noch schwieriger.

    Religion wird von den einfachen Leuten als wahr, von den Weisen als falsch und von den Herrschern als nützlich angesehen.

    Lucius Annaeus Seneca

  • Den größten Schaden an unserer Natur richtet nach wie vor die konventionelle Landwirtschaft an. Der enorme Wasserverbrauch, Einsatz von Pestiziden und Düngern, Flächenverbrauch. Eindrucksvollstes Beispiel sind die Maisfelder für E 10, der skandalöser Weise auch noch "Biosprit" genannt wird. Ganz abgesehen davon, dass ich es pervers finde, Nahrungsmittel für das Betanken von Autos zu benutzen.

    Und kaum soll etwas verändert werden, geht ein Aufschrei durch die Bauernschaft und sie sehen sich in ihrer Existenz bedroht. Aktuellstes Beispiel ist die neuerliche Nitratdebatte und das Gülleverteilen in den Landschaften.

    Du hast Recht in Bezug auf die Auswirkungen auch der konventionellen Landwirtschaft. Allerdings ist sie weit hinter einigen Wirtschaftszweigen einzuordnen. Zementindusstrie, konventionelle Energiewirtschaft, Pharma-, Chemie- und Plastewirtschaft machen viel mehr irreversible Schäden und an der Spitze steht die Rüstungsindustrie unter zwei Aspekten: einmal dem Kapitalentzug gegenüber der Zivilwirtschaft und andererseits hinsichtlich der massiven Auswirkungen von Kriegen und Konflikten.

  • Was meinst du wie die Bauern hier in Bayern beim Volksbegehren "Rettet die Bienen" aufgejault haben. Sie könnte dann nicht mehr genügend Getreide fürs Brot herstellen.

    Klar wenn nur großflächiger Anbau von Mais und Futterpflanzen und Massentierhaltung subventioniert werden. Das bleibt fürs Getreide nicht mehr so viel Platz.

    Mais ist auch ein Getreide, insgesamt werden immer über 50% der Flächen mit Getreideanbau genutzt. Allerdings ist Pflanzenbau für Biosprit oder Biogas ein Unding bei der begrenzten Agrarfläche Deutschlands.