Von SPON zensiert

  • Aus dem einstigen "Sturmgeschütz der Demokratie" ist längst ein Luftdruckgewehr des Boulevards geworden.

    Religion wird von den einfachen Leuten als wahr, von den Weisen als falsch und von den Herrschern als nützlich angesehen.

    Lucius Annaeus Seneca

  • Na ganz so sehe ich das nicht. Es wird schon noch gute Recherchearbeit verarbeitet, allerdings inzwischen mit Rechercheverbündeten. Das lässt sich wohl auf Grund weltweiter Verflechtungen und Kostendruck auch gar nicht mehr anderst stemmen. Obendrein kommt noch eine Komplexität von Zusammenhängen wirtschaftlicher, politischer, rechtlicher und wissenschaftlicher Sicht auf eine Thematik. Ein übles Minenfeld, da gibt es zwangsläufig auch mal einen Kolateralschaden. Ich möchte da nicht generell böse Absicht unterstellen.

    Tendenziöse Berichterstattung läßt sich wohl nie ganz ausschließen, dafür sind wir alle eben Menschen. Wohin ein Medienerzeuger aber eher tendiert ist aber denn doch schon eher Allgemeinwissen.

    :hut:

    Leben und Leben lassen.

    Bevor isch misch uffresch isses mir lieber egal.

    Einmal editiert, zuletzt von Durch Blick ()

  • Aus dem einstigen "Sturmgeschütz der Demokratie" ist längst ein Luftdruckgewehr des Boulevards geworden.

    SPON hat schon eine Tendenz in diese Richtung.

    Gretchenfrage: Liegt es am Erscheinungsmedium und dem Druck dort Geld mit Werbeeinnahmen verdienen zu wollen, müssen?

    Vielleicht hat man den falschen Ansatz in der Geschäftsleitung, weil man zu sehr in alter ökonomischer Manier denkt. Vielleicht wäre es besser das eigene Onlineangebot insgesamt als Webeauftritt für sein eigenes Produkt zu erkennen und begreifen, als pauschal über Kostenloskultur zu jammern. Dann klappt das mit dem Geschäft auch wieder besser. Sich selbst Dinge schön zu reden, obwohl Kunden mit Angabe von Gründen Abos kündigen, anstatt diese Gründe ernst zu nehmen und zu analysieren, ist schon in gewisser Weise ein Kamikazeverhalten. Dieses dann mit Urheberrechtsgefrickel, durch Lobbyisten inszeniert, wieder zurechtrücken zu wollen macht die Situation aufgrund veränderter technischer Rahmenbedingungen, auch nicht besser.

    :hut:

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  • Ich war jahrelang Abonnent der gedruckten Ausgabe, hab das Abo aber wegen zunehmender Verflachung gekündigt. Das kostenpflichtige Onlineangebot ist für die gebotenen Inhalte schlicht zu teuer. Eine Zeit lang habe ich die jetzt als Plus-Artikel gekennzeichneten Artikel und Kolumnen im Einzelabruf genutzt. Jetzt führt kein Weg mehr an dem digital-Abo vorbei, und damit habe ich zwar Zugriff auf alle Inhalte, aber 80% davon interessiert mich kaum oder gar nicht.


    Ich meide mittlerweile den Onlineauftritt, weil die Werbung dort penetrant ist, teils mit automatisch startenden Videos im Hintergrund. Ich habe mit einem Tool mal verfolgt, was beim Aufruf alles nachgeladen und kontaktiert wird (wobei das lange nicht vollständig war), aber es ist fast erschreckend, wie viele MB wegen einem kaum 2 A4-Seiten langen Text durch die Leitung rauschen.

    Religion wird von den einfachen Leuten als wahr, von den Weisen als falsch und von den Herrschern als nützlich angesehen.

    Lucius Annaeus Seneca

  • […] Ist man in dieser Redaktion lernresistent?

    Angesichts des allgemeinen Auflagenschwundes und der hohen Fluktuation in der Redaktion und auf dem Chefposten würde ich eher allgemeine Ratlosigkeit diagnostizieren; zudem stehen Print- und Onlineauftrittverantwortliche anscheinend in Konkurrenz zueinander, was das Finden einer "Linie", in der das Blatt zu führen wäre, auch nicht gerade erleichtert.

  • Angesichts des allgemeinen Auflagenschwundes und der hohen Fluktuation in der Redaktion und auf dem Chefposten würde ich eher allgemeine Ratlosigkeit diagnostizieren; zudem stehen Print- und Onlineauftrittverantwortliche anscheinend in Konkurrenz zueinander, was das Finden einer "Linie", in der das Blatt zu führen wäre, auch nicht gerade erleichtert.

    Konkurrenz zwischen Analog (Print) und Digital wäre aber ein wirklich fataler Fehler und nicht gerade kostenfreundlich. Kann ich mir bei kaufmännischen Konzernprofis eigentlich nicht so richtig vorstellen.

    :thinking-020:

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  • @Manfred Weber

    Regulierung des Netzes

    Das Internet muss europäischer werden

    Die reinen Selbstverpflichtungen der Internetkonzerne reichen nicht aus. Wir müssen zum Prinzip zurück, dass Gesetze regeln, was inner- und außerhalb des Netzes erlaubt ist. Wir Europäer haben die Chance, diese Entwicklung zu prägen.

    Ein Gastbeitrag von Manfred Weber


    Zitat: Als der YouTube-Algorithmus einen Fehler macht, übernehmen die Hetzer
    Stand: 16.04.2019 | Lesedauer: 3 Minuten

    Von Benedikt Fuest WELT. Zitat Ende.


    So, hier wird direkt der Beweis geliefert wovon Netzaktivisten dauernd gesprochen haben. Nachdem die neue absolut vermurkste Gesetzgebung für Urheberrecht noch so richtig Einzug gehalten hat nun dies.
    Herr Weber, denken sie nicht, da sollte nach dem zügigen Durchwinken von deutschen Lobbywünschen, nun doch noch mal schnellstens genauer betrachtet, Fachleuten zugehört, Lobbywünsche abgeschmettert und das ganze Rechtspaket nochmal aufgeschnürt werden. Wenn nicht wird genau solcherlei Vorkommnisse in Zukunft die Regel werden.
    Wollen sie dies als verantwortungsbewuster Politiker wirklich mit ihrem Namen in Zukunft verbunden sehen. Das Netz vergisst nicht, vergessen war letztes Jahrhundert, irgend einer hat immer irgendwo eine Sicherheitskopie von der aus wieder hochgeladen wird. Die Welt hat sich eben grundlegend verändert, auch wenn einige es möchten, zurück ist nicht mehr möglich.

    :hut:


    Mal sehen ob da etwas an Antwort kommt, ansonsten direkt in sein Postfach.

    :duell:

    Leben und Leben lassen.

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  • Der Forenbetreiber hat das virtuelle Hausrecht und kann als solcher frei entscheiden, was andere auf seiner Plattform veröffentlichen, er unterliegt nicht der Pressefreiheit - also kein Grund zur Aufregung

    Dieses "virtuelle Hausrecht" kann der Betreiber aber auch missbrauchen und genau das ist bei Spon der Fall. Ich kann mich noch erinnern,dass die ersten Jahre dort ein freiere Geist die Runde machte, d.h. die Beiträge wurden schnell und unzensiert freigeschaltet. Das lief 2-3 Jahre problemlos, dann startete eine Zensur, die mir schlichtweg willkürlich erschien. Man bekam auch keine Rückmeldung, dass der eigene Beitrag und aus welchen Gründen dieser nicht freigeschaltet wurde. Eine kurze Zeit habe ich da teils unter 3 Nicks mein Zeug dann doch weitgehend durchbekommen, aber das wurde mir dann zu blöd. Wer sich den Mist bei Spon gefallen lässt, ist selber schuld.

  • Ich finde, die ZEIT macht es deutlich besser: Zunächst wird jeder Kommentar veröffentlicht und nur nachträglich wird - mit Begründung - gelöscht oder editiert. Man sieht zumindest immer, wenn jemand etwas geschrieben hatte und bleibt nicht, wie bei SpOn, im Ungewissen, was mit dem eigenen Text wohl geschehen werde. Bei SpOn ist eine sinnvolle Diskussion überhaupt nicht möglich, weil man ohnehin nie weiß, ob ein eigener Beitrag durchkommt, und wenn ja, wann. Wenn überhaupt, gebe ich dort einfach meinen Senf dazu, ohne nachzusehen, ob er veröffentlicht wird, weil mich das zu viel Zeit und Nerven kostet.

    Noch dazu ist der Texteditor geradezu mittelalterlich. Nicht einmal Absätze einzufügen ist möglich ...

  • Gerade heute scheinen die Spiegelvolontäre eine regide Durchsicht der Leserkommentare umzusetzen.


    Weder sind meine EU kritischen Repliken in Sachen Iran ( 3x ) durchgekommen noch den wiederholten Hinweis in Sachen Brasilien, Adressat der Spiegel sich mal mit der Tatsache auseinander zu setzen das nicht Rio sondern drei bis vier andere Metropolen in Sachen Mord und Totschlag die traurige Spitze dort bilden.

    Aber der Umstand den bundesdeutschen nackte Tittenkarneval in Rio Durchschnittstouristen einen kleinen, wohligen Schauer über den Rücken laufen zu lassen gibt es in der Sache und von diesem Format grundsätzlich immer nur Beispiele in Wort und Bild aus dieser Stadt.

  • Gerade heute scheinen die Spiegelvolontäre eine regide Durchsicht der Leserkommentare umzusetzen.


    Weder sind meine EU kritischen Repliken in Sachen Iran ( 3x ) durchgekommen noch den wiederholten Hinweis in Sachen Brasilien, Adressat der Spiegel sich mal mit der Tatsache auseinander zu setzen das nicht Rio sondern drei bis vier andere Metropolen in Sachen Mord und Totschlag die traurige Spitze dort bilden.

    Aber der Umstand den bundesdeutschen nackte Tittenkarneval in Rio Durchschnittstouristen einen kleinen, wohligen Schauer über den Rücken laufen zu lassen gibt es in der Sache und von diesem Format grundsätzlich immer nur Beispiele in Wort und Bild aus dieser Stadt.

    Es lohnt einfach nicht, dem SPON einen Kommentar zu schreiben. Das Journal ist nur noch ein staatshöriges Blatt, das im vorauseilenden Gehorsam zu Manipulation jener Bürger taugt, die mit der "Bildzeitung" weniger erreicht werden, weil sie sich als "intelligenter" einschätzen.