Israel: Volk ohne Raum(?)

  • Wolffsohn kritisierte uebrigens Steinmeiers Rede in Jerusalem :"Leere Worte"

    Er forderte eine neue "Gedenkkultur" in Deutschland und diese Foderung ist - natuerlich - gegen Muslime gerichtet.:


    "„Rund ein Viertel der Deutschen hat Migrationshintergrund. Viele sind Muslime. Die bisherige Gedenkkultur Deutschlands richtet sich nur an die Nachfahren der Deutschen, die das NS-Regime miterlebt, getragen und ertragen haben. Als ob etwa die muslimische Welt beim Judenmorden und im Zweiten Weltkrieg nicht mit den Hitler-Banden zusammengearbeitet hätte.“


    https://www.welt.de/politik/au…Gd76p2iEvVCBsXijUne4mnCG0


    Welch unglaubliche Hetze und falsche Anschuldigungen gegen Muslime.

  • Das ist das eigentliche Problem. Für Netanjahu war das Ganze eine Wahlkampfveranstaltung. Das hätten die "Mächtigen dieser Welt" schon vorher erkennen können und die Tagespolitik außen vor lassen sollen. Leider hielten sich beispielsweise Pence und Putin nicht daran. So gesehen hat Steinmeier die richtige Rede gehalten (auch wenn es dem unvermeidlichen Wolffsohn nicht passt).

    Stimmt, das ist das eine Problem. Das andere ist die grosse Heuchelei, von der Levy redet, naemlich aus den Lehren des Holocaust nichts gelernt zu haben, zu neuen Verbrechen schweigt.

  • ............ Was dabei vor allem zu bedauern ist, ist die Ignoranz, was die Opfer des Holocaust einer anderen Nation zufuegen.

    Der Staat Israel nutzt die Erinnerung an die Verbrechen des Holocaust fuer seine Zwecke. Auch das sollte erwaehnt werden..

    Die für die Politik Israels Verantwortlichen sind mehrheitlich keine Opfer der Shoa! Und ihre Politik haben sie schon in den zwanziger/dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts praktiziert, lange vor dem Holocaust. Die derzeitige Eskalation der Unterdrückung des Palästinensischen Volkes ist nur die Fortsetzung der Zionistischen Ideologie.

  • Ich denke nicht das Wolffsohn hier grundsätzlich falsch liegt.Denn Deutschland hat diesen Umstand ja auf Staatsebene fest verankert.


    Das Problem ist nur, dass man Pflichtgefühl, Verantwortung, emotionale Bindung(Anteilnahme) und Schuldannerkennung gebunden an ein Staatsgebilde zwar verordnen/einfordern, ihn aber am Individuum nicht unbedingt durchsetzen kann. Das betrifft sowohl alte wie auch neue Bürger.


    Was muss also getan werden, dass der Kampf gegen Rassismus nachhaltiger und universeller wird?


    Der Gedenktag in England zum 1. Weltkrieg, auch getragen durch den Brexit, war noch gut besucht und man überschlug sich mit den poppy flowers. Die Fernsehübertragung war auch, wie immer, sehr patriotisch und auf die Tränendrüse drückend. Aber die ersten Stimmen erheben sich schon und wenn die letzten Veteranen unter der Erde sind ist diese Art des Gedenkens wohl eher ungewiss.


    https://www.youtube.com/watch?v=ZIEQakyZtdI

  • Das Problem ist nur, dass man Pflichtgefühl, Verantwortung, emotionale Bindung(Anteilnahme) und Schuldannerkennung gebunden an ein Staatsgebilde zwar verordnen/einfordern, ihn aber am Individuum nicht unbedingt durchsetzen kann. Das betrifft sowohl alte wie auch neue Bürger.


    Was muss also getan werden, dass der Kampf gegen Rassismus nachhaltiger und universeller wird?

    Es muss mit gleichem Maßstab und nach gleichen Kriterien gemessen und beurteilt werden. Widerstand gegen ein Besatzungsregime ist eben kein Terrorismus und Israel hat auch keine Sonderrechte, sich über Völkerrecht und Menschenrechte hinweg zu setzen. Antisemitismus ist etwas grundsätzlich anderes als Antizionismus. Wer die Geschichte eben nicht zur Kenntnis nimmt, die richtigen Wertungen vornimmt, ist verdammt sie zu wiederholen. Und das verschweigen sowie tolerieren, was das israelische Apartheidsregime den Palästinensern sowie den arabischen Nachbarstaaten antut, trägt keineswegs dazu bei einen Frieden im Nahen Osten zu befördern.

  • Ich denke nicht das Wolffsohn hier grundsätzlich falsch liegt.Denn Deutschland hat diesen Umstand ja auf Staatsebene fest verankert.

    Die Begründung habe ich nicht verstanden.

    Für mich schreibt Wolffsohn Unsinn. Erstens bezieht man bei uns Muslime tatsächlich in die Verantwortung mit ein; dabei wird dann jede Demonstration gegen israelische Politik als Antisemitismus im Nazisinne interpretiert. Zweitens haben tatsächlich ein paar Araber auf Seiten der Nazis mitgemacht; verglichen mit Kollaborateuren in Frankreich oder Nazi-Sympathisanten in Ost- oder Nordeuropa waren die zahlenmäßig verschwindend gering. Und wer sich dagegen wehrt, dass er von seinem Land vertrieben wird, ist kein Antisemit.

  • Die Begründung habe ich nicht verstanden.

    Für mich schreibt Wolffsohn Unsinn. Erstens bezieht man bei uns Muslime tatsächlich in die Verantwortung mit ein; dabei wird dann jede Demonstration gegen israelische Politik als Antisemitismus im Nazisinne interpretiert. Zweitens haben tatsächlich ein paar Araber auf Seiten der Nazis mitgemacht; verglichen mit Kollaborateuren in Frankreich oder Nazi-Sympathisanten in Ost- oder Nordeuropa waren die zahlenmäßig verschwindend gering. Und wer sich dagegen wehrt, dass er von seinem Land vertrieben wird, ist kein Antisemit.

    Dann hast du meinen Text nicht verstanden oder den verlinkten Text. Über die Kollaborateurs-Vorwürfe habe ich kein Wort verlautbaren lassen.


    Es geht mir um ein Wunschdenken, dass man Ereignisse nicht am Leben halten kann in ihrer Intensität, wenn keine persönlichen Erfahrungen mehr damit zusammenhängen. Darüber habe ich jetzt mehrere Artikel in der internationalen Presse gelesen, wo viele Leiter zu Holocaust-Projekten sich geäußert haben. Grundtenor ist der Verlust der Augenzeugen und was jenes beinhaltet. Zwischen den Zeilen kann man aber in ihren Aussagen herauslesen, dass sie wissen/erahnen das die Sichtweise auf den Holocaust eine andere Form annehmen wird- unweigerlich.


    Der Staat Deutschland hat eine klare Meinung dazu und diese sogar in Gesetze gegossen.


    Meint ihr das der Unabhängigkeitstag der USA heute noch so erlebt wird wie 1786, also 10 Jahre nach der Unabhängigkeit?

  • Dann hast du meinen Text nicht verstanden oder den verlinkten Text. Über die Kollaborateurs-Vorwürfe habe ich kein Wort verlautbaren lassen.

    Ich habe mich lediglich auf deine Einschätzung zu Wolffsohns Ansicht bezogen.

    Der Satz

    Zitat

    Als ob etwa die muslimische Welt beim Judenmorden und im Zweiten Weltkrieg nicht mit den Hitler-Banden zusammengearbeitet hätte.

    ist eindeutig. "Die muslimische Welt" ist Blödsinn. Dort, wo die Wehrmacht gegen die Engländer gekämpft hat, haben sich vielleicht Araber in den Kampf einspannen lassen, nicht ahnend, dass sie irgend wann vom Regen in die Traufe kommen würden. Aber beim Thema Judenmorde wird immer nur der Großmufti von Jerusalem bemüht; verglichen mit den Helfern, die die Nazis in den besetzten Gebieten hatten, war diese "Zusammenarbeit" lächerlich.

  • Ich glaube eher, dass Du es bist, der Wolffsohns Text missversteht oder falsch interpretiert - und nur um diesen ging es.

    Was hat dein Wunschdenken mit dessen Aussage zu tun, dass rund ein Viertel der Deutschen Migrationshintergrund haben, viele Muslime sind. Was damit, dass die "muslimische Welt" im " Zweiten Weltkrieg mit den Hitler-Banden zusammengearbeitet haben?"


    Dies wurde hier - m.E.n. zu Recht - kritisiert.

  • Ich glaube eher, dass Du es bist, der Wolffsohns Text missversteht oder falsch interpretiert - und nur um diesen ging es.

    Was hat dein Wunschdenken mit dessen Aussage zu tun, dass rund ein Viertel der Deutschen Migrationshintergrund haben, viele Muslime sind. Was damit, dass die "muslimische Welt" im " Zweiten Weltkrieg mit den Hitler-Banden zusammengearbeitet haben?"


    Dies wurde hier - m.E.n. zu Recht - kritisiert.

    Das ist doch klar, oder nicht? Der Staat erfüllt die Forderungen die Wolffsohn fordert, aber er selbst (Wolffsohn) unterliegt einem Wunschdenken von dem ich jetzt zum dritten Mal spreche.Eine Veränderung in der Wahrnehmung wird nicht aufzuhalten (auch nicht durch den Staat) sein, je weiter wir uns von diesem Ereignis entfernen- da kann er fordern was er will.

    Wenn es um Muslime geht scheint ihr echt ein wenig kurz angebunden zu sein!


    Es spielt keine Rolle ob es Muslime oder andere Migranten sind, der Bezug zu diesem Ereignis wird sich für diese Menschen auf einer anderen Ebene abspielen (das hat er richtig erkannt). Und die Menschen die neu in Deutschland geboren werden egal was für einen Hintergrund werden ebenfalls ein anderes Verhältnis zu diesem Ereignis haben, als ich es z.B. mit 50 noch habe und ich bin auch lange nach Ende des 2. Weltkrieges geboren.

  • Ich haette mir gewuenscht, dass waehrend der Gedenkshow der Maechtigen in Jerusalem , die einen Treueschwur fuer den Besatzerstaat leisteten, ein Mutiger folgendes Gedicht des juedischen Schriftstellers Erich Fried vorlesen wuerde.


    "Eure Toten - die Palaestinenser an die Zionisten. "


    http://www.eslam.de/manuskript…ried/fried_eure_toten.htm


    Fuer Interessierte kann ich auch folgenden Text von Arn Strohmeyer empfehlen: "Treueschwuere fuer einen Besatzerstaat."


    http://der-semit.de/treueschwuere-fuer-einen-besatzerstaat/

  • Wer sind wir, die wir bei Muslimen "echt ein wenig kurz angebunden zu sein scheinen"?


    Verstehe ich nicht. Der Mann von dem hier die Rede ist, Wolffsohn, erkennt selten etwas " richtig". Wie auch, wenn er den muslimischen Antisemitismus, den er gegenueber der NZZ als liquidatorisch nennt, als den gefaehrlichsten bezeichnet.

    Wer so wie er antizionistisch nicht von antisemitisch unterscheiden kann, dessen " Wunschdenken" ist nichts weiter als haki fadi ( leeres Geschwaetz)

  • Die "Juedische Stimme fuer gerechten Frieden in Nahost" stellt mal wieder etwas richtig, danke dafuer.



    "Wer heute über muslimische Kollaboration mit den Nazis schreibt, ohne den muslimischen Beitrag zum Sieg über die Nazis zu erwähnen, beteiligt sich an einer islamophoben Kampagne und ist entweder ignorant oder ein Rassist."

    Sehr lesenswert - das Vereinmitglied Yossi Bartal schreibt über Muslime während des zweiten Weltkrieges."

    Und dies zur rechten Zeit, wo rechte Scharfmacher den Holocaust Gedenktag fuer Islamfeindlichkeit instrumentalisieren und einige

    wie Wolffsohn sogar von Mitschuld am Massenmord der Nazis reden.


    https://threadreaderapp.com/th…xkFENBXVU0SmGairab7lrfv2w

  • Die UN haben eine Liste von Firmen veröffentlicht, die in israelischen Siedlungen im Westjordanland aktiv sind, 94 aus Israel, weitere aus den USA, den Niederlanden, Großbritannien, Frankreich, Thailand und Luxemburg. Es ist einfach eine Liste, keine schwarze, keine Liste mit Boykottforderungen, einfach nur eine Liste. Und schon springt Netanjahu im Dreieck, und die Amis springen bei.

    Empörung als Zeichen schlechten Gewissens? Schön wär's.

  • Als Zeichen schlechten Gewissens ist es wohl kaum zu deuten. Ein Netanjahu und Konsorten sind niemals schlechten Gewissens . Sie betrachten es

    als "schaendliche Unterwerfung unter Druck von Laendern und Organisationen die Israel schaden wollen.

    Es ist wie immer, wer nicht mit Israel ist, ist gegen Israel. Israel muss sich wie so oft wehren.

    " "Mit der Veröffentlichung dieser Liste hat die UN-Hochkommissarin jegliche Glaubwürdigkeit und Fähigkeit verloren, Menschenrechte in unserer Region zu fördern", teilte die diplomatische Vertretung Israels in Genf, am Sitz des UN-Menschenrechtsbüros, mit. Das werde schwerwiegende Folgen für die Beziehungen Israels zum UN-Menschenrechtsbüro haben. "


    Dreister gehts nimmer. Man sorgt sich um die Faehigkeit, Menschenrechte in "unserer Region" zu foerdern. Wie glaubwuerdig ist das denn?

  • Dreister gehts nimmer. Man sorgt sich um die Faehigkeit, Menschenrechte in "unserer Region" zu foerdern. Wie glaubwuerdig ist das denn?

    Hugh....die Vertretung des "von GOTT auserwählte Volkes" hat gesprochen...wie kannst du da die Glaubwürdigkeit in Frage stellen?

    Ich sehe schon, du legst es tatsächlich wieder auf Ärger mit Coralie an....:lach-m:


    Zum Punkt:

    Wissen die überhaupt, was Menschenrechte sind? Das ist ja lachhaft....Man sollte die Liste noch erweitern, reinschreiben, was für Produkte die Firmen herstellen, in welchen Mengen und in welche Länder exportiert wird und die Liste überall in den soz. Netzwerken zur Vervielfältigung verbreiten....

    Und dann liegt es an jedem selbst, was er daraus macht.....

    Allemagne? C'est un grand Bordel néolibéralement conservateur Merkel'scher l'empreinte


    AMERIKA......oder..... Alles was die Welt nicht braucht....oder....Spiel nicht mit den Schmuddelkindern....



  • Ja ja, nichtsdestotrotz hab ich die Liste mal runtergeladen.....wenn ich viel Zeit habe, komplettiere ich sie wie ich schrieb und veröffentliche dann.....


    Als der Aldi die Sodastream Geräte hatte, hab ich den Leuten auch gesagt, das die von den bösen Zionisten hergestellt werden....und das es dazu durchaus Alternativen gibt....

    Viele, die das Ding im Einkaufswagen hatten, stellten es wieder zurück.....:peace2:

    Allemagne? C'est un grand Bordel néolibéralement conservateur Merkel'scher l'empreinte


    AMERIKA......oder..... Alles was die Welt nicht braucht....oder....Spiel nicht mit den Schmuddelkindern....



  • Ich wuesste sehr gerne die Alternativen. Fertiges Sprudelwasser zu kaufen ist in meinem Land zehr teuer.

    Sodastream Geraete habe ich bislang aus dem von Techniker genannten Grund abgelehnt.

    Andrerseits hat diese Medaille zwei Seiten. Wenn es stimmt, dass diese Firma Wandel zu Frieden ermoeglicht, dann sollte es so sein, dass dieses Geraet kuenftig doch im Aldi Einkaufswagen landet. Die Firma ist von der West-Bank abgezogen, wobei viele palaestinensische Arbeiter ihren Job verloren. Sodastream zog nach Rahat, einer Stadt im Sueden Israels, wo viele Beduinen wohnen, die dort Arbeit und Auskommen fanden. Aehnlich billige Arbeitskraefte !

    Der Werbeslogan auf der Verpackung von Soda - Stream: "Macht Sprudel statt Krieg".


    klingt viel zu schoen um wahr zu sein.