Religiös motivierter Terrorismus, Sammelthread.

  • Fehlt hier noch. Neuseeland und Sri Lanka werden bestimmt nicht die letzten Terroraktionen gewesen sein. Jedesmal einen neuen Strang zu eroeffnen eruebrigt sich so.

    Steht unter Politik weil es i.d.R. politische Hintergruende hat.

    Motiviert? Nein, unschuldige Menschen zu toeten gehoert weder zum Christentum, noch zum Islam und hat somit auch nichts unter Religion zu suchen.


    Zum besseren Verstaendnis:

    http://www.whywar.at/was-ist-k…begruendeter-terrorismus/


    Terrorbekaempfung bedeutet also nicht Gewalt, eher das Problem an der Wurzel packen, die Armut und soziale Schieflagen bekaempfen.

  • […] Neuseeland und Sri Lanka werden bestimmt nicht die letzten Terroraktionen gewesen sein. […] unschuldige Menschen zu toeten gehoert weder zum Christentum, noch zum Islam […]

    Religiöse Ideologie kennt (seit der Ursünde) keinen unschuldigen Menschen. Wohl aber kennen religiöse Eiferer ungläubige Menschen, deren bloße Existenz den Zorn des regional verehrten Gottes auf sich zöge. Und nur die Säkularisierung des Alltags seit der Industrialisierung hat dafür gesorgt, dass der Klerus wohltuend kleinlauter geworden ist…

  • Der Terroranschlag in Neuseeland war nicht religiös, sondern rassistisch motiviert. Wenn man sich die Verhältnisse in Sri Lanka oder Myanmar anschaut, wird man feststellen, dass der Terror dort andere historische Ursachen hat als religiöse Motivation. Auch der Bürgerkrieg in Nordirland, bei dem zu befürchten ist, dass er wieder aufflammt, betraf eher zufällig zwei unterschiedliche religiöse Lager. Selbst die Terroranschläge von New York, Madrid, London waren, wenn man genauer hinschaut, allenfalls am Rande religiös motiviert.


    Ich wüsste eigentlich nicht, worüber man hier diskutieren kann.

  • […] Wenn man sich die Verhältnisse in Sri Lanka oder Myanmar anschaut […]

    Abgesehen davon, dass jeder Terrorist schon "historische" oder sonstwie "moralische" Gründe, gar nicht anders handeln zu können, anführen wird, sind religiös motivierte Täter - schon wegen des jenseitigen Heilsversprechens - eher imstande, ihren Fanatismus bis zur Selbstaufgabe zu betreiben… bekanntlich ist des Menschen Wille sein Himmelreich, und wenn dieser Wille vom "geistigen Oberhaupt" vorgegeben ist, um so leichter wird sich eine Menschenmenge finden, die sich diesem Willen anschließt und unterordnet…

  • Zuerst einmal fiel mir auf, als ich Ihre Ausführungen hinsichtlich der Richtigkeit einer Platzierung dieses Themas las, dass Ihre Wahl aus meiner Sicht entgegen dem Tenor des eingestellten Links war. Denn dort heißt es genau wie Ihre headline:

    „Religiös begründeter Terrorismus

    Bei dieser Form des Terrorismus steht die religiöse Begründung im Mittelpunkt und gilt als Rechtfertigung und Legitimation für terroristische Aktionen.“


    Und hier, wie der Artikel ausführt, ist der fruchtbare Boden, auf den die Ideen der Gewalt und des Terrors gedeihen, der religiöse Fundamentalismus. Dort packt man die Menschen. So heißt es denn auch:


    Religiös motivierte Gewalt stellt einen Selbstzweck dar: eine heilige Pflicht wird erfüllt, die als göttliche Forderung oder als heiliges Gebot betrachtet wird."


    So wird auch auf die zunehmende Bedeutung des (Wortlaut) „religiös begründeten Terrorismus“ hingewiesen, wie man diesen beispielsweise bei den radikal-islamischen Organisationen wie z.B. und u.a. die Hamas, oder der libanesischen Hisbollah oder auch Al Qaida findet, was seit den 80er Jahren zu bemerken ist.


    Dass die Gurus, Rattenfänger, die Meinungsbildner und Rekrutierer der willigen Terroristen - die „Motivgeber“ selbst - besondere (Macht)Pläne verfolgen, heißt nicht, dass die Ausführenden, die Vasallen des Terrors keine religiösen Motive haben. Und früher bei christlichen Eroberungszügen hieß es „Deus lo vult“. Und jetzt dann allahu akbar.


    Und jetzt würde mich interessieren, wie Sie die Gewaltbereitschaft und den Terror mit friedlichen Mitteln bekämpfen wollen. Schön wär’s, wenn das so einfach wäre und nur – überspitzt gesagt – es einiger Schüsselchen Reis bedürfen würde.

  • Die Worte "Allahu Akbar" haben mit Terrorismus absolut nicht zu tun. Menschen in islamischen Laendern, nicht nur Muslime, verwenden diese Worte taeglich im Alltag. Ausdruck des Erstaunens, Begeisterung, Verwunderung oder auch Bestuerzung.

    Letzteres empfinde ich (beim Lesen von Beitrag #7) ueber so viel "Unwissen". Anders kann ich es nicht nennen, denn wer die Hizbollah und Hamas mit al Qaida in einen Topf wirft und dann mit einem "ueberspitzten Schuesselchen Reis" endet, sorry, den kann man wirklich nicht ernstnehmen.

  • In Deutschland funktionierte das vor 80 Jahren ganz ohne religiöses geistiges Oberhaupt. Da reichte ein Psychopath.

    Nein, der hätte allein nicht ausgereicht.


    Aber der Hinweis ist trotzdem brauchbar, denn es geht immer nur um Identität, um das "WIR" gegen "Die", auch beim GröFaZ.


    Und dafür taugt die Religion allemal. Das ist sozusagen ihr Wesenskern. Die Abgrenzung von den Ungläubigen und diese Abgrenzung muss nur scharf genug werden, um den Wunsch zu nähren diese mögen verschwinden. Das macht es dann doppelt so befriedigend und für Selbstmordattentäter erfüllend, im Namen des Herrn unterwegs zu sein.


    Identität über eine Ideologie oder eine Religion oder eine Fußballmanschaft oder eine Nation weckt die immer gleichen Emotionen die ein Teil unseres Wesens sind und in denen sich Menschen leicht verlieren. Die monotheistischen Religionen kanalisieren diese menschliche Eigenschaft, ein regelrechtes Oberhaupt oder einen Anführer braucht es dann kaum noch und wenn es ihn gibt ist er nur Beiwerk. In dieser Bündelung liegt eine große Kraft, die unsere Zivilisation wahrscheinlich erst möglich gemacht hat und gleichzeitig auch eine große Gefahr. Damit müssen wir zurechtkommen.

  • Die Worte "Allahu Akbar" haben mit Terrorismus absolut nicht zu tun. Menschen in islamischen Laendern, nicht nur Muslime, verwenden diese Worte taeglich im Alltag. Ausdruck des Erstaunens, Begeisterung, Verwunderung oder auch Bestuerzung.

    Letzteres empfinde ich (beim Lesen von Beitrag #7) ueber so viel "Unwissen". Anders kann ich es nicht nennen, denn wer die Hizbollah und Hamas mit al Qaida in einen Topf wirft und dann mit einem "ueberspitzten Schuesselchen Reis" endet, sorry, den kann man wirklich nicht ernstnehmen.

    Ich empfehle dir, bevor du "zur Feder" greifst, erst einmal in Ruhe und ganz unaufgeregt zum einen Beiträge zu lesen und Anbindungen an Artikel. Denn genau auf den vom TE im Intro eingebrachten bezog ich mich bei der Nennung der Institutionen, die mit "religiös motiviertem Terrorismus" in Verbindung gebracht werden.


    Es ist natürlich immer leichter, abfällige ad personam Bemerkungen zu machen, anstatt sich auf Texte einzulassen.


    Aber vielleicht erklärst du einmal, warum Terroristen/Selbstmordattentäter als quasi letzte Worte "allahu akbar" rufen!? Sind sie verwundert, erstaunt, begeistert, bestürzt? Was ich meine ist, dass durch diese Worte der religiös motivierte Terrorismus ganz deutlich wird.

  • Ganz "unaufgeregt": Wir haben hier einen Thread, zu dem Hizbollah und Hamas sehr viel besser passten, ansonsten gelangen wir unweigerlich zum Nahostkonflikt, den ich nicht "hochzukoecheln" beabsichtige.


    Deine letzte Frage kann ich dir leider nicht beantworten. Es sollte doch einleuchten, dass der Islam fuer die eine oder ander Ideologie instrumentalisiert werden kann. .


    Hier habe ich einen Artikel gefunden, der dir die eine oder andere Antwort geben kann:



    "Nicht der Islam ist eine politische Ideologie, sondern der Islam kann für diese oder jene politische Ideologie instrumentalisiert werden. Dabei geht die Ideologie stets dem Islam voraus. Nicht Muslime sind ideologisch, sondern Ideologen können auch Muslime sein. Hierfür bietet aber der Islam keine spezifische Plattform an.

    Es ist ein historisches Faktum, dass politischen Ideologen islamischer Prägung kaum adäquate theologische Ausbildung erfahren haben. Zumeist handelt es sich um Amateure mit mangelhafter intellektueller Anschauung und marginalem Verständnis der vielfältigen und von Mehrdeutigkeit getragener Geistesgeschichte der islamischen Tradition. Für das Phänomen der Ideologisierung trägt nämlich der Islam dasselbe Schicksal wie das Christentum und der Buddhismus."


    https://www.evangelisch.de/inh…tungen-und-zehn-antworten


    Das ist es doch genau, was Extremisten und selbsternannte Islamkritiker gemeinsam haben: Marginales Verstaendnis der Vielfaeltigkeit und von der Mehrdeutigkeit getragene Geistesgeschichte der islamischen Tradition

  • ... Dass die Gurus, Rattenfänger, die Meinungsbildner und Rekrutierer der willigen Terroristen - die „Motivgeber“ selbst - besondere (Macht)Pläne verfolgen, heißt nicht, dass die Ausführenden, die Vasallen des Terrors keine religiösen Motive haben. Und früher bei christlichen Eroberungszügen hieß es „Deus lo vult“. Und jetzt dann allahu akbar.


    Zitat

    Das Threadthema ist der "religiös motivierte Terrorismus" und nicht der Islam, Traditionen oder anderes in dem Kontext schlechthin! Dazu habe ich mich in Anlehnung an das Intro und den dazu passenden Link eines Artikels geäußert. Hier noch einmal der Link:


    http://www.whywar.at/was-ist-k…begruendeter-terrorismus/


    Der TE wird sich dazu vielleicht äußern, da ich einige Ungereimtheiten feststellte.

    Das Threadthema lautet "Religiös motivierter Terrorismus". Das ist richtig. Von daher spielen Religionen, auch der Islam, sehr wohl eine Rolle. Mindestens, was die persönliche Intention jener Terroristen angeht, die angeben, aus religiösen Motiven zu handeln. Oder wenn Religion als Rechtfertigung für Terrorakte ins Feld geführt bzw. missbraucht wird. Außerdem hast Du das "Allahu Akbar" selbst mit Deiner obigen Äußerung ins Spiel gebracht und es ist doch super, wenn hierzuforum jemand ist, der sich auskennt und Erklärungen liefert.

  • Das Threadthema ist der "religiös motivierte Terrorismus" und nicht der Islam, Traditionen oder anderes in dem Kontext schlechthin! Dazu habe ich mich in Anlehnung an das Intro und den dazu passenden Link eines Artikels geäußert. Hier noch einmal der Link:


    http://www.whywar.at/was-ist-k…begruendeter-terrorismus/


    Der TE wird sich dazu vielleicht äußern, da ich einige Ungereimtheiten feststellte.

    Wer ist den der "TE"?

  • Das Threadthema lautet "Religiös motivierter Terrorismus". Das ist richtig. Von daher spielen Religionen, auch der Islam, sehr wohl eine Rolle. Mindestens, was die persönliche Intention jener Terroristen angeht, die angeben, aus religiösen Motiven zu handeln. Oder wenn Religion als Rechtfertigung für Terrorakte ins Feld geführt bzw. missbraucht wird. Außerdem hast Du das "Allahu Akbar" selbst mit Deiner obigen Äußerung ins Spiel gebracht und es ist doch super, wenn hierzuforum jemand ist, der sich auskennt und Erklärungen liefert.

    Ich sehe das etwas anders, was mir durchaus zugestanden werden kann. Und es ist auch kein Novum, dass jedes Kind einen Namen haben muss, sprich: eine Rechtfertigung schlechthin, die, wie ich auch ausführte, von den "Rädelsführern", den Trägern oder auch Hintermännern der Terrorakte oktroyiert wird. In gläubige Herzen, die bedingungslosen Gehorsam ihrem Gott leisten, egal, was dieser verlangt, resp. was und wie man den Menschen dies erklärt - Belohnung inklusive. Später. Post mortem.


    Somit ist die "persönliche Intention" der Terroristen eine von Außenstehenden "handgemachte". Das erklärt dann auch die Abwanderungen von jungen Menschen zum IS. Verführung heißt das Stichwort.

    Selbstverständlich habe ich das "Allahu Akbar" ins Spiel gebracht. Wozu denn der Hinweis? Dass die mir daraufhin erteilte Antwort jedoch etwas mit "Insider Wissen" jenseits meiner und anderer schlichten Beobachtungsgabe zu tun hat, stelle ich in Abrede und nenne es "Beschönigung" und "Eigeninterpretation".


    Ich dachte, dass dies ein speziell auf die Problematik der Verführung zu Verbrechen eingehender Thread - wie es nun einmal der Terrorismus in schrecklicher Form zeigt - sein soll. Jedoch geht es wohl auf einen neuen "Islam Thread" hinaus.

  • "Motivgeber?" Nur ist das mit der jeweiligen Religion zu vereinbaren? Nein, ist es i.d.R. nicht. Darum geht es. Aehnlich bei politischen Ausrichtungen/ Ideologien. War Stalin mit seinen Motiven Kommunismus/ Marx mit Marx in Einklang zu bringen? Sicher nicht.

    Oder christlich orientierte Sekten/ Organisationem. Ku - Klux - Klan? Sorry, mit Jesus und Christentum nicht zu vereinen, es ist eben kein praktiziertes Christentum.

    Ehrlich, Gewaltverbrechen unter "Der Islam" zu behandeln ist nicht nur primitiv, das ist dumm, unterste Schublade.

  • In Deutschland funktionierte das vor 80 Jahren ganz ohne religiöses geistiges Oberhaupt. Da reichte ein Psychopath.

    Dass dieser Psychopath allerdings in die Schaltstellen der Staatsmacht gelangen konnte, statt in die Irrenanstalt, lässt sich auf Jahrzehnte dauernde ideologische indoktrinierung und eben deformierte Demokratie zurückführen, sowie auf relevante gesellschaftliche Gruppierungen, nicht nur in Deutschland, die sich vom Faschismus die Befriedigung ihrer Interessen erhofften. Wenn in einem Staat die demokratischen Institutionen nicht mehr funktionieren, dann kommen eben Menschen an die Macht, die durchaus dort nie hingehören. USA, Israel, Brasilien, Türkei, Ungarn etc. sind Beispiele. Dass B.BRECHT Recht hatte, wenn er sagte, "Der Schoß, aus dem das kroch, ist fruchtbar noch!" wird selbst in Deutschland deutlich, nachdem die Demokratie über 20 Jahre zunehmend deformiert worden ist.

  • ...................Und früher bei christlichen Eroberungszügen hieß es „Deus lo vult“. Und jetzt dann allahu akbar................

    "Deus lo vult" bedeutet: "Gott will es!" Dagegen steht nicht "Allah hu akbar", denn das sagt nur aus: "Gott ist groß!". Ein Wille Allahs wird damit nicht ausgedrückt, abgesehen davon, dass es Blasphemie ist, wenn Menschen den Willen Gottes kennen wollten.