Österreich taumelt

  • Das Verhältnis der Deutschen zu ihrer Geschichte ist schwierig und schuldbelastet. Ich kann es verstehen, wenn der Staat - in diesem Fall vertreten durch Kommunen - seine Räume nicht an Organisationen vermieten möchte, in denen Israel heftig (!) kritisiert wird, wobei es aller Erfahrung nach dabei nicht bleibt, sondern es immer irgendwelche Ausleger gibt, die auf solchen Veranstaltungen auch von der Vernichtung Israels schwadronieren.

  • Das Verhältnis der Deutschen zu ihrer Geschichte ist schwierig und schuldbelastet. ..................

    Das Verhältnis der Deutschen zu ihrer Geschichte hat von der Bewertung der geschichtlichen Ereignisse auszugehen. Die heute lebenden Generationen tragen keine Schuld an Verbrechen ihrer Vorfahren, wohl aber eine Verantwortung dafür, dass solche Untaten sich nicht wiederholen, nirgends und an keiner Stelle der Erde. Wer zur Politik des rassistischen, siedlerkolonialistischen Apartheidsstaates Israel schweigt, sogar jüdischen Kritikern/Oppositionellen des Netanyahu-Regimes den Auftritt verweigert, macht sich schuldig. Völkerrecht und Menschenrechte gelten auch für die Palästinenser. Das Nationalstaatsgesetz Israels ist ein Apartheidsgesetz.

  • Das ist völlig richtig, ich kann nur sehr gut verstehen, dass offizielle Vertreter der Deutschen sehr zögern mit jeglicher Kritik an Israel, zumal Israel diese Gelegenheit nutzen und genau wegen unserer Geschichte ein Riesengeschrei anfangen würde.

  • Das ist völlig richtig, ich kann nur sehr gut verstehen, dass offizielle Vertreter der Deutschen sehr zögern mit jeglicher Kritik an Israel, zumal Israel diese Gelegenheit nutzen und genau wegen unserer Geschichte ein Riesengeschrei anfangen würde.

    Was offizielle Vertreter tun, müssen sie verantworten. Zudem sollten sie die Geschichte besser kennen, als der Durchschnittsbürger. Für einen Herrn Maas kann man sich als geschichtsbewußter Mensch nur schämen. Dass die zionistische Lobby nicht schweigt, ist kein Argument, gegenüber dem Regime Netanyahu nicht auf Einhaltung der UNO- und Sicherheitsratsresolutionen, des Völkerrechts, des Kriegsvölkerrechts und der Menschenrechte zu bestehen. Gerade Deutschland trägt dafür eben eine Verantwortung. Mit der gegenwärtigen Politik wird Israel keinen Frieden und Ausgleich mit den Palästinensern erreichen und selbst langfristig seine Existenz in Frage stellen.

  • Das Verhältnis der Deutschen zu ihrer Geschichte ist schwierig und schuldbelastet. Ich kann es verstehen, wenn der Staat - in diesem Fall vertreten durch Kommunen - seine Räume nicht an Organisationen vermieten möchte, in denen Israel heftig (!) kritisiert wird, wobei es aller Erfahrung nach dabei nicht bleibt, sondern es immer irgendwelche Ausleger gibt, die auf solchen Veranstaltungen auch von der Vernichtung Israels schwadronieren.

    Ich habe fuer solche Raumverbote absolut kein Verstaendnis. Von welcher "Erfahrung" kannst du berichten? Wenn wir schon von deutscher Schuldbelastung und historischer Verantwortung sprechen, dann insbesondere fehlt mir jedes Verstaendnis dafuer, dass man juedischen Menschen, darunter namhafte israelischen Historikern, Raumverbote erteilt. Ich nehme das Beispiel den Verein "Juedische Stimme fuer einen gerechten Frieden in Nahost", die einen Friedenspreis in Empfang nehmen sollte, doch weder wollte die Stadt noch die Uni Goettingen einen Raum zur Verfuegung stellen. Dieser Organisation wurde ebenfalls ein Konto der Bank fuer Sozialwirtschaft gekuendigt. Wenn einer von "Vernichtung Israels schwadroniert', dann ist es Hasbara- Geschrei, die jede Kritik und historische Aufarbeitung verhindern moechte. Die Massregelungen von Juedinnen und Juden insbesondere in Deutschland und auch in Oesterreich bezeichne ich als absolute Schande. Warum nennt man dies nicht antisemitsch?

  • Na gut, ich gebe zu, von "Maßregelungen von Jüdinnen und Juden in Deutschland und Österreich" keine Ahnung zu haben, sondern nur gelegentlich von Angriffen auf Kippaträger was zu lesen. Kannst Du ein bisschen was über die "Jüdische Stimme für einen geechten Frieden in Nahost" erzählen? Davon habe ich noch nie was gehört und auch nicht davon, dass die Bank für Sozialwirtschaft ihr das Konto gekündigt hat. Mit welcher Begründung übrigens?


    Dass Juden in Österreich nicht immer unbehelligt bleiben, glaube ich sofort - es gibt dort Leute, die ein Münchner Kennzeichen noch mit "Ah, Hauptstadt der Bewegung" kommentieren, und zwar nicht mal feindselig.

  • Leute ich will ja nicht sticheln aber irgendwie ging es hier doch um Österreich

    Absolut richtig, was du sagst, dieterbruno. Irgendwie ging es dabei auch um Meinungsfreiheit, die wie ich meine, bei einem gewissen Thema im deutschsprachigen Raum, zu dem Oesterreich zaehlt, eingeschraenkt wird. Ich werde nur noch Argonauts Fragen beantworten und dann wird es damit hoffentlich gut sein.

  • Na gut, ich gebe zu, von "Maßregelungen von Jüdinnen und Juden in Deutschland und Österreich" keine Ahnung zu haben, sondern nur gelegentlich von Angriffen auf Kippaträger was zu lesen. Kannst Du ein bisschen was über die "Jüdische Stimme für einen geechten Frieden in Nahost" erzählen? Davon habe ich noch nie was gehört und auch nicht davon, dass die Bank für Sozialwirtschaft ihr das Konto gekündigt hat. Mit welcher Begründung übrigens?


    Dass Juden in Österreich nicht immer unbehelligt bleiben, glaube ich sofort - es gibt dort Leute, die ein Münchner Kennzeichen noch mit "Ah, Hauptstadt der Bewegung" kommentieren, und zwar nicht mal feindselig.

    Ich weiss sehr wohl von gelegentlichen Angriffen auf Kippatraeger, die ich hoechst bedauerlich finde, nicht minder die Angriffe auf Kopftuchtraegerinnen. Wie kann man gegen solch hohlkoepfige Rassisten vorgehen? Gewiss nicht, in dem man Israelkritik unterdrueckt.

    Die staerksten Kritiker der israelischen Politik kommen uebrigens aus juedischer Quelle, die "Juedische Stimme fuer einen gerechten Frieden in Nahost ist nur eine von vielen, die in einigen europaeischen Laendern vertreten ist, u.a. in Deutschland und hoffentlich auch in Oesterreich, damit wir hier nicht allzu fern vom Thema entfernt sind.



    "Juedische Stimme für gerechten Frieden in Nahost

    Die “Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost” wurde am 21. Oktober 2007 als Verein gegründet. Am 9. November 2003 wurde in Berlin unter dem Namen “Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost” die Sektion der Föderation “EUROPEAN JEWS FOR A JUST PEACE” (“Europäische Juden für einen gerechten Frieden”) in den Räumen des Hauses der Demokratie und der Menschenrechte ins Leben gerufen.

    Die “Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost” handelt auf der Grundlage der Gründungserklärung der “EUROPEAN JEWS FOR A JUST PEACE” (EJJP), die im September 2002 in Amsterdam von 18 jüdischen Organisationen aus 9 europäischen Ländern verabschiedet wurde. Als assoziiertes Mitglied der Föderation will sie über die Notwendigkeit und Möglichkeit eines gerechten Friedens zwischen Palästina und Israel informieren. Ihre wesentliche Aufgabe sieht sie darin, darauf hinzuwirken, dass die Bundesregierung ihr außenpolitisches und ökonomisches Gewicht in der Europäischen Union, in den Vereinten Nationen und nicht zuletzt auch in Nahost nachdrücklich und unmissverständlich im Interesse der Herstellung eines lebensfähigen, souveränen Staates Palästina auf integriertem Hoheitsgebiet und innerhalb sicherer Grenzen nutzt und aktiv zur Verwirklichung eines dauerhaften und für beide Nationen lebensfähigen Friedens beiträgt.

    Allen jenen, die sich anmaßen, für alle Juden einer Nation oder gar der Welt zu sprechen, rufen wir entgegen:

    Nicht in unserem Namen!

    Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost


    https://www.juedische-stimme.de/uber-uns/


    Das Konto dieses Vereins wurde gesperrt, weil er die BDS - Kampagne unterstuetzt.


    'Mitgliedsgruppen bestehen in Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Italien, Niederlande, Österreich, Schweden, Schweiz und dem Vereinigten Königreich" (Wikipedia)

  • Das Konto dieses Vereins wurde gesperrt, weil er die BDS - Kampagne unterstuetzt.


    'Mitgliedsgruppen bestehen in Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Italien, Niederlande, Österreich, Schweden, Schweiz und dem Vereinigten Königreich" (Wikipedia)

    Leider habe ich Klotzkopf kene Ahnung gehjabt, was der oder die BDS ist, Bund der Sudetendeutschen? Jetzt hab ich mich aber mal durchgeklickt und eine lose Organisation gefunden, die Israels Umgang mit den Palästinensern kritisiert - das wird sie wohl sein.


    Einen meines Erachtens neutralen Bericht fand ich hier: https://www.tagesschau.de/fakt…nland/bds-israel-101.html

  • Neutral ist etwas anderes.


    https://de.wikipedia.org/wiki/Demokratieindex


    Israel ist gemäß diesem Index keine vollwertige Demokratie. Und in den herangezogenen Kommentaren von Pogrund und Salzborn kann man auch gut sehen, wie die Masche funktioniert. Denen geht es nämlich um die vollständige Deligitimierung jeglichen Protestes gegen Israel nach dem Motto "Ein paar Radikale sind immer darunter, also taugt der ganze Protest nichts".


    Die Masche ist sehr weit verbreitet und dient nichts anderem als dem Machterhalt korrupter Cliquen überall auf dieser Erde.

    Religion wird von den einfachen Leuten als wahr, von den Weisen als falsch und von den Herrschern als nützlich angesehen.

    Lucius Annaeus Seneca

  • Neutral ist etwas anderes.


    https://de.wikipedia.org/wiki/Demokratieindex


    Israel ist gemäß diesem Index keine vollwertige Demokratie. .........................

    Israel ist eine Ethnokratie und die letzte Bewertung berücksichtigt noch nicht mal die Lage nach dem Nationalstaatsgesetz, wonach alle nichtjüdischen Bürger Israels zu Menschen II./III. Klasse erniedrigt werden und nur noch eingeschränkte Bürgerrechte haben.

  • eine lose Organisation gefunden, die Israels Umgang mit den Palästinensern kritisiert - das wird sie wohl sein..................

    Allein die Formulierung "Umgang mit den Palästinensern" ist schon diskriminierend und spricht der Neutralität Hohn.

    Es handelt sich um Menschen, nicht um eine Herde Tiere, mit denen man "umgeht".

    Die Palästinenser sind seit dem Zerfall des Osmanischen Reiches durch die Zionisten ihres Landes beraubt worden, mit Hilfe der Briten, mit der Nakba dann vertrieben worden, werden bis heute weiter ethnischer Säuberung durch Israel unterworfen und sämtliche Rechte werden ihnen vorenthalten, selbst dann, wenn sie Staatsbürger Israels sind. Ganz zu schweigen von den Verhältnissen, die Israel ihnen in den besetzten Gebieten und in Gaza zumutet, wo de facto Kriegsrecht herrscht.