Russland II

  • Kann es sein, dass ich bei Begriffen wie "prowestliche Presse" oder "in den westlichen Staaten" eine gewisse Feindseligkeit spüre? Es werden doch auch hier eine Menge Medien verlinkt, die nicht zu den Medienkonzernen gehören.


    Immer wieder scheint geistergleich die Mauer auf, oder sogar eine klammheimliche Sehnsucht danach.



    "Oh Tor, im Unglück ist Trotz nicht förderlich!" (Sophokles: Ödipus auf Kolonos)

  • Immer wieder scheint geistergleich die Mauer auf, oder sogar eine klammheimliche Sehnsucht danach.

    Ich würde das nicht so in Richtung Mauer einordnen. Die Berichterstattung über Putin und Russland empfinde ich auch schon lange als einseitig, man könnte es auch pro-westlich nennen. Begonnen hat die Ablehnung Putins bestimmt schon zu dem Zeitpunkt wo er die pro-US-Oligarchen durch seine eigenen Oligarchen ersetzt hat, aber richtig losgegangen mit der Dämonisierung ist es nach meinem Gefühl nach dem Schlagabtausch mit Georgien, also schon eine Weile her.

  • Kann es sein, dass ich bei Begriffen wie "prowestliche Presse" oder "in den westlichen Staaten" eine gewisse Feindseligkeit spüre? Es werden doch auch hier eine Menge Medien verlinkt, die nicht zu den Medienkonzernen gehören.


    Immer wieder scheint geistergleich die Mauer auf, oder sogar eine klammheimliche Sehnsucht danach.

    Da diese "pro-westliche" Presselandschaft auch den Osten Deutschlands beherrscht, hat das wenig mit der Mauer zu tun und auch wenig mit dem ehemaligen Ostblock. Es hat vielmehr damit zu tun, dass diejenigen Medien mit den größten Reichweiten auch den vermeintlichen Mainstream darstellen, jedenfalls nach Meinung der Herausgeber oder Verantwortlichen. Dahinter stehen aber knallharte wirtschaftliche Interessen, die im Zweifel Vorrang vor journalistisch sauberer Arbeit bekommen.

    Religion wird von den einfachen Leuten als wahr, von den Weisen als falsch und von den Herrschern als nützlich angesehen.

    Lucius Annaeus Seneca

  • Kann es sein, dass ich bei Begriffen wie "prowestliche Presse" oder "in den westlichen Staaten" eine gewisse Feindseligkeit spüre? Es werden doch auch hier eine Menge Medien verlinkt, die nicht zu den Medienkonzernen gehören.


    Immer wieder scheint geistergleich die Mauer auf, oder sogar eine klammheimliche Sehnsucht danach.

    Wir brauchen keine Mauer! Und Sehnsucht nach Mauern haben wir im Osten auch nicht. In Deutschland beherrschen drei Medienkonzerne die Meinungsbildung. die Sender sowohl des ÖRR als auch der Privaten sind weitgehend gleichgeschaltet. Linke Medien gibt es de facto kaum noch, und wenn, dann mit begrenzter Verbreitung. Zu den internationalen Ereignissen beruft man sich auf Reuters und eventuell noch zwei weitere Agenturen. Die Sender haben kaum noch Auslandskorrepondenten, die von vor Ort berichten. Einen Peter Scholl-Latour sucht man vergebens hinsichtlich Qualität. Wenn in Syrien was passiert, wird aus Kairo berichtet, analog geht es bei Libyen. Ohne Englisch/Französisch Kenntnisse und damit der Möglichkeit über das Internet sich zu informieren, bekommt der Deutsche nur mit, was ihm zugemutet werden kann.

  • Da diese "pro-westliche" Presselandschaft auch den Osten Deutschlands beherrscht, hat das wenig mit der Mauer zu tun und auch wenig mit dem ehemaligen Ostblock. Es hat vielmehr damit zu tun, dass diejenigen Medien mit den größten Reichweiten auch den vermeintlichen Mainstream darstellen, jedenfalls nach Meinung der Herausgeber oder Verantwortlichen. Dahinter stehen aber knallharte wirtschaftliche Interessen, die im Zweifel Vorrang vor journalistisch sauberer Arbeit bekommen.

    Würdest Du die Süddeutsche Zeitung und den SPIEGEL auch als vorrangig wirtschaftlichen Interessen dienenden Mainstream betrachten?



    "Oh Tor, im Unglück ist Trotz nicht förderlich!" (Sophokles: Ödipus auf Kolonos)

  • Wir brauchen keine Mauer! Und Sehnsucht nach Mauern haben wir im Osten auch nicht. In Deutschland beherrschen drei Medienkonzerne die Meinungsbildung. die Sender sowohl des ÖRR als auch der Privaten sind weitgehend gleichgeschaltet. Linke Medien gibt es de facto kaum noch, und wenn, dann mit begrenzter Verbreitung. Zu den internationalen Ereignissen beruft man sich auf Reuters und eventuell noch zwei weitere Agenturen. Die Sender haben kaum noch Auslandskorrepondenten, die von vor Ort berichten. Einen Peter Scholl-Latour sucht man vergebens hinsichtlich Qualität. Wenn in Syrien was passiert, wird aus Kairo berichtet, analog geht es bei Libyen. Ohne Englisch/Französisch Kenntnisse und damit der Möglichkeit über das Internet sich zu informieren, bekommt der Deutsche nur mit, was ihm zugemutet werden kann.

    Das ist mir ein bisschen zu platt. ÖRR und die privaten sind weitgehend gleichgeschaltet. Gleichschaltung haben wir in totalitären Systemen, nicht hier in D. Davon abgesehen haben wir genügend Möglichkeiten uns eine umfassende und objektive Meinung zu bilden wenn wir das wollen.

    Viele, die aus Kairo berichten sind sehr wohl auch in den besagten Gebieten unterwegs, machen ihre Berichte aber dann in z.B. Ägypten weil sie das dort ungestört machen können. Das Auslandskorrespondenten nicht unbedingt immer von dort berichten wo gerade rumgeballert wird, sollte man auch unter dem Aspekt Sicherheit sehen.

  • Und gerade vor wenigen Minuten hat sich gezeigt, wie Demokratie in Thüringen funktioniert und wie ein weitgehend unbekannter Mann blitzartig von der sehr bedeutenden FDP aufgestellt und mit Hilfe der CDU - Arm in Arm mit der AfD - gewählt worden ist...



    "Oh Tor, im Unglück ist Trotz nicht förderlich!" (Sophokles: Ödipus auf Kolonos)

  • Und gerade vor wenigen Minuten hat sich gezeigt, wie Demokratie in Thüringen funktioniert und wie ein weitgehend unbekannter Mann blitzartig von der sehr bedeutenden FDP aufgestellt und mit Hilfe der CDU - Arm in Arm mit der AfD - gewählt worden ist...

    Jupp, gerade gelesen. Wudi, ist bei dir in Norwegen noch Platz?

  • Würdest Du die Süddeutsche Zeitung und den SPIEGEL auch als vorrangig wirtschaftlichen Interessen dienenden Mainstream betrachten?

    Bei der Süddeutschen handelt es sich noch um eine relativ gute Zeitung, mit leider relativ geringer Reichweite (nicht mal 1,3 Millionen bei 300.000 Abonennten). Der Spiegel und sein Online-Ableger sind kaum noch der Rede wert, das ehemalige "Sturmgeschütz der Demokratie" ist zu einem Mainstreamblatt verkommen, mit vereinzelten, seltenen Highlights im Bereich investigativem Journalismus - die meisten leider nicht aus eigener Kraft, sondern im Verbund.

    Religion wird von den einfachen Leuten als wahr, von den Weisen als falsch und von den Herrschern als nützlich angesehen.

    Lucius Annaeus Seneca

  • ............ Gleichschaltung haben wir in totalitären Systemen, nicht hier in D. Davon abgesehen haben wir genügend Möglichkeiten uns eine umfassende und objektive Meinung zu bilden wenn wir das wollen...........

    Wie nennt man das, wenn man Nachrichten im TV schaut oder in der Zeitung liest und auf 6 bis 8 Sendern, bzw. in zehn Zeitungen oder politischen Journalen die gleichen Aussagen und Wertungen zu den Ereignissen zur Kenntnis nehmen muss? E inzig bei Arte oder ORF, Al Dshasira oder BBC gibt es mitunter differenzierte Nachrichten. Oder man nimmt sich die Zeit und schaut Sendungen nach 23 Uhr, wo ab und zu Dokumentationen gesendet werden, die anspruchsvoller sind. Über Russland, China, den Nahen und Mittleren Osten sowie Nordafrika wird selten objektiv berichtet. Lateinamerika findet nur statt, wenn irgendwie ein außergewöhnliches Ereignis es erfordert. Natürlich kann jeder Interessierte sich umfassend informieren. Dazu braucht es aber Zeit und Interesse. Für die allgemeine Meinungsbildung der Bevölkerung, die dann als verantwortlicher Wähler über die Entwicklung derGesellschaft mitentscheiden soll, reicht das alles nicht.

  • Der Spiegel und sein Online-Ableger sind kaum noch der Rede wert, das ehemalige "Sturmgeschütz der Demokratie" ist zu einem Mainstreamblatt verkommen, mit vereinzelten, seltenen Highlights im Bereich investigativem Journalismus - die meisten leider nicht aus eigener Kraft, sondern im Verbund.

    Dem kann ich nicht zustimmen. Ich finde den SPIEGEL sehr informativ, seine investigativen Berichte entstehen zwar im Verbund, dadurch aber mit besserer Reichweite, und als Mainstream sehe ich ihn gar nicht.



    "Oh Tor, im Unglück ist Trotz nicht förderlich!" (Sophokles: Ödipus auf Kolonos)

  • Das Problem sind nicht die Medien sondern das zunehmende Desinteresse der Leute, die lieber zwölf Stunden am Tag auf ihr Smartphone starren als sich zu informieren. Würden diese Leute tatsächlich Sueddeutsche, Spiegel etc. lesen, die Welt in D. sähe anders aus.

  • Es ist eine seit Jahrzehnten bestehende Tatsache,dass die Zeitung mit den wilden Bildern und den dicken Buchstaben durchaus meinungsbildend ist. Und hinter dieser Zeitung stehen natürlich Interessen,die sich nicht notwendigerweise mit denen der Bevölkerung decken.Aber: mit genügend Geld,sprich Dauerberieselung,lässt sich doch prima Meinung machen.Das geht so lange,bis auch Otto Normalverbraucher davon überzeugt ist,er habe schon immer so gedacht (besser wohl denken lassen).

  • Das Problem sind nicht die Medien sondern das zunehmende Desinteresse der Leute, die lieber zwölf Stunden am Tag auf ihr Smartphone starren als sich zu informieren. Würden diese Leute tatsächlich Sueddeutsche, Spiegel etc. lesen, die Welt in D. sähe anders aus.

    Zumindest würde es nicht schaden! Und es gibt weitere Möglichkeiten im Internet. Wenn sie schon ein Smartphone nutzen, dann wäre es auch für politische Bildung geeignet.

  • Die Zeitung mit den grossen Buchstaben vertritt eine bestimmte Seite, und weil sie von der sehr großen Zielgruppe (Pyramide!) so simpel zu lesen ist und ohne große Mühe zur erwünschten Meinung führt, muss man sich fragen, warum sich die andere Seite zu fein ist, es ihr gleichzutun und nicht mit den gleichen Mitteln eben eine andere Meinung zu erzeugen sucht. Es gab schon ein paar zaghafte Versuche, aber da blitzte denn doch gelegentlich eine Art Intellekt hervor und "man" merkte die Absicht und war verstimmt.



    "Oh Tor, im Unglück ist Trotz nicht förderlich!" (Sophokles: Ödipus auf Kolonos)

  • Die Zeitung mit den grossen Buchstaben vertritt eine bestimmte Seite, und weil sie von der sehr großen Zielgruppe (Pyramide!) so simpel zu lesen ist und ohne große Mühe zur erwünschten Meinung führt, muss man sich fragen, warum sich die andere Seite zu fein ist, es ihr gleichzutun und nicht mit den gleichen Mitteln eben eine andere Meinung zu erzeugen sucht. Es gab schon ein paar zaghafte Versuche, aber da blitzte denn doch gelegentlich eine Art Intellekt hervor und "man" merkte die Absicht und war verstimmt.

    Die Medien haben Zielstellungen! Da wird die Zielgruppe definiert und dann festgelegt, wie man im Sinne der Beherrschung der Menschen die einzelnen Interessengruppen optimal systemrelevant manipuliert. Die Vielfalt der Medien soll Pluralität vermitteln, der Hintergrund ist uniform.