"Prepper" - Spinner oder Gefahr für die Gesellschaft?

  • SPON hat sich in dieser Woche dem Thema gewidmet. Neben sehr seltsamen Vorschlägen hat man keine richtige Einigkeit herstellen können. Die Grundaussage im Beitrag selbst läuft darauf hinaus, vor Leuten zu warnen, die sich Prepper nennen und dabei (manchmal bewusst) den Untergang der Gesellschaft herbeisehnen. Oder radikal rechte Sichtweisen präferieren. Oder eben Geld dafür ausgeben würden sich auf etwas vorzubereiten, was nie eintreten würde. Die Lesermeinungen sind sehr unterschiedlicher Natur und reichen von vollständiger Ablehnung der Thesen bis bedingungsloser Zustimmung.


    Die Frage bleibt also im Raum stehen, wie man es persönlich mit der Vorbereitung auf Katastrophenfälle aller Art in unserer hochtechnisierten Gesellschaft halten sollte.

  • Wenn man mich fraegt, was ich von der "Vorbereitung auf Katastrophenfaelle halte, so lautet meine Antwort - Nichts!

    Vielleicht, weil es aus meiner Sicht eine "westliche" Denke ist, sich gegen alles und jedes zu versichern, sich abzusichern, sich oft vor dem
    Falschen zu fuerchten. Absolute Sicherheit gibt es nicht, das Leben ist ein Risiko. Punkt.Kann man sich auf alle moeglichen oder unmoeglichen Eventualitaeten einrichten, sich wappnen gegen jedmoegliche Katastrophe? Kann man nicht, so meine Meinung.

    Das "Prepper-Konzept " kommt vor allem aus den USA, dem Land der Waffen, der vermeintlichen Ueberlebensgarantie. Gegen Meteroriteneinschlaege oder Erdbeben helfen diese aber recht wenig. Das beste Ueberlebenstraining bestuende meiner Meinung nach darin, dass besonders Menschen in hochtechnisierten Gesellschaften wieder mehr die Kunst des Improvisierens lernten. Dazu bedarf es weder Dschungel-Erfahrung noch vierzig Tage Wuestenwanderung. Vielleicht einfach mehr Bereitschaft zum Risiko.

  • Was ich täte, wenn plötzlich alles ausfällt, was man für ein bequemes Leben alles so hat, hab ich mir schon oft überlegt, allerdings rein theoretisch. Allerdings ist die Prepper-Szene ja noch was anderes, offenbar geht es da psychologisch um ganz was anderes als um Überlebenstraining. Es wäre interessant, mal zu überlegen, warum es besonders Rechte sind, die so anfällig sind für Untergangsgeschwätz. Vielleicht ist ihnen im Grunde alles zu viel, die Welt, das Nachdenken, das Freundlichsein...

  • Unter den Preppern gibt es sicherlich viele Spinner, doch diese pauschal als solche zu betrachten, waere sicherlich nicht richtig. Wenn allerdings der "Spinner" zum Extremisten mutiert, dann ist Vorsicht angesagt. Extremismus in jeder Form ist alles andere als harmlos.

  • Unter den Preppern gibt es sicherlich viele Spinner, doch diese pauschal als solche zu betrachten, waere sicherlich nicht richtig. Wenn allerdings der "Spinner" zum Extremisten mutiert, dann ist Vorsicht angesagt. Extremismus in jeder Form ist alles andere als harmlos.

    Nicht jeder Spinner ist ein Prepper,doch jeder Prepper ist ein....hallo!!!!!

    Kopp hoch und wenn der Hals ooch dreckig ist!

  • Die Frage ist doch, wo hört es schlicht auf "normal" zu sein. Wenn jemand in seinem Keller ein paar Konserven und Taschenlampen bunkert, um für 2-3 Wochen auch mal unabhängig zu sein, wenn ein etwas heftigeres Schadensereignis auftritt, halte ich das für absolut normal. Mache ich auch in kleinem Umfang. 2-3 Kisten Wasser sind immer da, und würden wir nicht einkaufen können kämen wir mit dem, was an Konserven und Trockenzeug da ist sicher 2-3 Wochen aus, ohne uns großartig einzuschränken.

    Wenn ich aber Leute sehe, die ihren eigens gegrabenen Bunker mit Überlebensrationen für Monate, mit Waffen, Benzin und sonstigem bestücken, zweifel ich eher an deren Verstand. Aber, so lange sie niemanden gefährden, ist das halt ihre ureigenste Privatangelegenheit.

    Religion wird von den einfachen Leuten als wahr, von den Weisen als falsch und von den Herrschern als nützlich angesehen.

    Lucius Annaeus Seneca

  • Ein Zitat aus der Frankfurter Allgemeinen als Erklaerung, wann Prepper eine Bedrohung darstellen:


    "Prepper sind Männer, die auf alles vorbereitet sind. Wie Patronen in einem Gewehrlauf. To be prepared heißt: allzeit bereit sein. Aber möglichst unauffällig wie der Jäger auf dem Schießstand. Erst wenn er abdrückt, fliegt die Tarnung auf. Prepper gibt es seit dem amerikanischen Bürgerkrieg und heute auch in Deutschland. Auf eines sind sie ganz besonders gut vorbereitet: auf das Sterben der anderen. Denn Prepper sehen sich selbst als Überlebende: von Bürgerkrieg, Hungersnot und Seuchen und heute von Finanzmarktkrisen, Terroranschlägen, manche sagen, auch von Angela Merkels Wiederwahl. Ganz besonders fürchten sie den Tag X."


    Der Unterschied zwischen und Spinner wurde von Diogenes verstaendlich erklaert.

    Ich haette gerne einen Bunker, den ich mit einigen Vorraeten bestuecken wuerde. Wohnte ich in Istanbul oder San Francisco oder Tokio, dann wuenschte ich ein erdbebensicheres Haus. Aber ist es nicht so: "oft und ueberhaupt, kommt es anders als man glaub."

    Deswegen : don't worry - be happy.

  • Wenn man mich fraegt, was ich von der "Vorbereitung auf Katastrophenfaelle halte, so lautet meine Antwort - Nichts!

    Vielleicht, weil es aus meiner Sicht eine "westliche" Denke ist, sich gegen alles und jedes zu versichern, sich abzusichern, sich oft vor dem
    Falschen zu fuerchten. Absolute Sicherheit gibt es nicht, das Leben ist ein Risiko. Punkt.Kann man sich auf alle moeglichen oder unmoeglichen Eventualitaeten einrichten, sich wappnen gegen jedmoegliche Katastrophe? Kann man nicht, so meine Meinung.

    Ich weiß nicht. Sich gegen irgendwas zu versichern ist ja etwas anderes als sich auf irgendwas, was mit einer bestimmbaren Wahrscheinlichkeit eintreten wird, vorzubereiten. Als da hier und heute hauptsächlich wären Blackout, Zusammenbruch digitaler Dienste, Naturkatastrophen, anders bedingter Zusammenbruch staatlicher Ordnung. Wie hoch ist die Chance, dass etwas davon eintritt? Wie hoch ist die Chance, davon betroffen zu sein? Irgendwie nicht nahe Null, zumal wir uns in den entwickelten Industrieländern in immer mehr sensible Abhängigkeiten begeben. Von daher ist die Idee, sich mal darauf einzurichten, dass der Supermarkt 3 Wochen nichts liefern könnte, es keinen Strom, kein Benzin, kein Gas zum Heizen, keine Medikamente mehr gibt und keine Möglichkeit besteht, außer im direkten Umfeld zu kommunizieren, wohl nicht ganz abwegig. Was in Konsequenz heißt, entsprechende Dinge zu Hause vorrätig zu haben. Ist das jetzt schon, was heute als Prepper bezeichnet wird? Ich bin mir da nicht sicher.


    Und was Waffen betrifft: Natürlich braucht man in solchen Situationen Waffen. Nicht Vollautomaten und dazugehörige Munition in einer Anzahl, mit der man einen Krieg anzetteln könnte. Aber ein vernünftiges Outdoormesser sollte es schon sein. Und irgendwas zur Abwehr aggressiver, weil sehr hungriger Hunde scheint auch eine ganz gute Idee. Die kommen nämlich eher als die hungrigen Menschen...

  • Wenn man wie ich nahe am Alpenvorland wohnt, ist man im Winter immer darauf vorbereitet, dass man mal nicht durch den Schnee kommt, es sei denn mit einem Geländewagen, den wir nicht haben. Also hat man, ohne lang nachzudenken, immer ein bisschen was zu essen vorrätig. Auch eine Taschenlampe ist ganz nützlich, Brennmaterial für den Kamin auch, aber das hat man ohnehin.


    Bei den Prepper-Spinnern ist die Sache etwas anders, in der FAZ ist das ganz gut beschrieben, denn die Preppers bereiten sich darauf vor, Überlebende im Gegensatz zu anderen zu sein. Es liegt eine Aggressivität in ihrem Verhalten, sie führen gedanklich jetzt schon Krieg gegen die, die "sich nicht vorbereitet haben und sie aus Not überfallen". Das ist wohl der Gedanke, und damit sind sie ganz nah am Gedankengut der Rechten, die sich auch im ewigen Kampf gegen "die Anderen" befinden.

  • Auch ich habe gelernt, dass man im Winter mal eine Woche lang zwangsweise das Haus hueten muss, dass auch im Orient heftiger Schneefall zur "Ausgangssperre" zwingen kann. Reichlich Trinkwasservorraete muss man sich hier eh immer zulegen. Stromausfall ist kein Ausnahmeereignis, insofern ist es nuetzlich, einige Gasflaschen gebunkert zu haben. Ist besonders im Winter bei Stromausfall nuetzlich, auf kleine Gasoefen ausweichen zu koennen und die Kueche bleibt dann auch nie kalt. Mehl, Milchpulver und Trockenhuelsenfruechte im Vorratsschrank zu lagern, ist sicher nicht falsch und machen mich gewiss weder zum Prepper noch zum Spinner und unsere Olivenbaueme sorgen dafuer, dass wir immer ueber reichlich Oelvorraete verfuegen.

    So weit, so gut.

    Auf einen moeglichen Katastrophenfall "durfte" ich mich vorbereiten, als per Ultimatum der sog. "Desert-Storm" angekuendigt wurde. Die prophezeiten Giftgas-Angriffe seitens Saddams liessen Schreckliches befuerchten. Fuer deutsche Staatsbuerger wurden Schutzanzuege und Gasmasken verteilt sowie Notfallmedikamente. Was waere, wenn der moegliche Ernstfall eingetreten waere? Allein die Vorstellung war gruselig.

    Wie muss man sich als Ueberlebende zwischen unzaehligen Opfern fuehlen? Ich muss gestehen, dass zwischen meinen Landsleuten vor Schliessung des internationalen Fliughafens mehrfach Panik ausgebrochen war, waehrend die Menschen meiner Wahlheimat ziemlich gelassen blieben und ausser dem Verkleben ihrer Fensterscheiben keine besonderen Massnahmen trafen. Ich verrate nicht, wie ich mich verhalten habe, hoffe aber, mittlerweile etwas mehr Gelassenheit gelernt zu haben.

    Was kommt, das kommt. Es kommt wie es kommt. Wat kuett, das kuett. Et kuett wie et kuett.

  • Nach dem großen Stromausfall vor einiger Zeit in Berlin-Köpenick haben wir mal geschaut, was wir in so einem Fall zu Hause hätte. Nun ja, wirklich viel war das nicht. Also haben wir uns einen Campinggaskocher besorgt und allerlei Konserven, die man warm oder kalt verspeisen kann und solche Sachen. Außerdem haben wir bei der Gelegenheit unsere Hausapotheke auf Vordermann gebracht.

    Das, was die Prepper machen, halte ich allerdings für so ne Art Religion. Auf jeden Fall muss ne Menge Angst dahinter stecken.

  • Nicht nur Angst, auch Aggression, sonst würden sie offen dafür plädieren, dass alle sich auf einen eventuellen Ernstfall vorbereiten. Aber nein, nur sie! Und genügend Waffen haben sie auch im Bunker...

  • Das, was die Prepper machen, halte ich allerdings für so ne Art Religion. Auf jeden Fall muss ne Menge Angst dahinter stecken.

    Ja, das mag sein. Andererseits: Idioten gibt es immer wieder und vor allem überall. Machen die wirklich (in DE) den Großteil einer Bewegung aus, zu der man nun stehen kann, wie man will? Sprich, ist dieses: "Die sind so!" tatsächlich gerechtfertigt? Wie viele Leute bauen denn im DE des Jahres 2019 mikrige Schutzbunker wie anno dunnemals? Gibt welche, klar. Ist das der Maßstab? Nö. Wesentlich differenzierter und auch problematischer sehe ich diese Forderung an Waffen und Munition im Sinne scharfer Schusswaffen zu kommen bzw. das zu legendieren. Andererseits: Braucht man im Falle des Falles Waffen im Sinne des deutschen Waffengesetzes? In einem denkbaren Szenario? Irgendwie ja. Das künftig noch erlaubte 6 cm- Messerchen (Entwurf 3. Waffenrechtsänderungsgesetz und heutige Forderungen) wird für notwendige Handlungen wohl eher suboptimal sein. Und ja, ich würde dann präferieren, nach Aufessen meiner Karnickel und Konservenverbrauch zwei Monate weiter auch mal Hasi zu schießen und zu verwerten. Ja, das kann ich rein praktisch morgen. Noch. Allerdings wird diese Möglichkeit immer weiter eingeschränkt. Das mag in Köln keinerlei Rolle spielen. Anderswo schon.


    Letztlich mündet das in der Frage, ob der Staat als Institution im Fall der Fälle in der Lage sein wird, das Gewaltmonopol des Staates, was nun mal Grundlage unserer staatlichen Ordnung ist, aufrecht zu erhalten. Und meine Antwort darauf ist ohne zu zögern: Nein. Das kann er nicht. Es gewinnt der Stärkere, Und sei es nur regional für drei Wochen. Kann man so machen, hat aber fatale Folgen. Da drüber nicht ernsthaft nachzudenken ist grob fahrlässig.

  • Nicht nur Angst, auch Aggression, sonst würden sie offen dafür plädieren, dass alle sich auf einen eventuellen Ernstfall vorbereiten. Aber nein, nur sie! Und genügend Waffen haben sie auch im Bunker...

    Zu genügend Waffen und Bunker hatte ich oben etwas geschrieben. Und was heißt "offen dafür plädieren"? Allein die Umsatzentwicklung (und die aufgerufenen Preise) im Bereich der für Otto Normalbürger völlig sinnfreien EPAs sprechen da eine andere Sprache...

  • Nicht nur Angst, auch Aggression, sonst würden sie offen dafür plädieren, dass alle sich auf einen eventuellen Ernstfall vorbereiten. Aber nein, nur sie! Und genügend Waffen haben sie auch im Bunker...

    Naja, wie will man sonst zu den "Überlebenden" gehören ? :uglytwink: Genügend Vorräte und die Habenichtse mit Waffen fernhalten. Was anderes kann man kaum machen. :gunman: Und was die eigene, schußwaffensichere Burg betrifft habe ich schon eine Idee. Ich will ja schließlich nicht im Bunker hocken, sondern die Umgebung tyrannisieren. :cool: Ich plündere einen 40-Tonner Kran und stapele Schiffscontainer rund um mein Haus. Das hat den Vorteil, dass ich auch gleich die Vorräte aus den geplünderten Supermärkten prima einlagern kann. Wenn ich dann eine zwei Container hohe Burgmauer habe, brauche ich natürlich auch Knechte die das Anwesen bewachen und schwer bewaffnet auf den Containern patroullieren. Ich würde also ein paar ausgesuchte Nachbarn aufnehmen. Aber nur wenn sie spuren. :uglybreak: :sifone:


    Das mit der Containerburg existiert tatsächlich. Wo ? Natürlich gibt es das nur bei den Amis. :lol:

  • Das mit der Containerburg existiert tatsächlich. Wo ? Natürlich gibt es das nur bei den Amis. :lol:

    Container ? Das hat ja nun so gar keinen Stil. Du hast doch einen geräumigen Kombi ? In Frankreich, Dänemark etc. steht das ...



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    ..ganze Geraffel doch sowieso nur noch nutzlos rum. Jeder Durchschnitts Prep Ami ist da ganz neidisch auf Old Europe....

  • Container ? Das hat ja nun so gar keinen Stil. ...

    Aber Du musst zugeben, dass der Container sehr viel flexibler ist, als dieses europäische oldschool Zeugs. Außerdem - was nützt mich ein Bunker der bei Dieter um die Ecke steht ? Ich wohne in einem Ballungsgebiet und da sind die Chancen für die Survivors ziemlich mies, wenn die Apokalypse ausbricht und du bist froh, wenn Du einen Container hast ! Da schießt keiner so schnell durch und wie gesagt - Du brauchst ja auch Lagerplatz für den geplünderten Kram. :opa: