Die Ideologienkrankheit

  • Die einzige Pflicht die ich für mich sehe ist die, achtsam zu sein, dass solches Unrecht nie wieder geschieht und die Pflicht, zumindest wenn es direkt in "meinem" Land und Einflussbereich geschieht, mich auch unter dem Risiko von Repressalien dagegen aufzulehnen, einzusetzen und zu kämpfen.

    Nur darum geht es, von persönlicher Schuld oder Verantwortung hat mir gegenüber noch niemand gesprochen (oder gar mich mit "Ah - Hitler" begrüßt).

    Dieser Pflicht kann aber schwer nachkommen, wenn man sich nicht der Vergangenheit stellt und sich nicht dafür interessiert. Dem entgegen zu wirken ist der Sinn des Gedenkens.

  • Der Text ist nun aber echt sehr kurz und es steht doch nur in Satz davor.


    Zitat

    Die „erhebliche Beschädigung, Zerstörung oder der Verlust von Ökosystemen“ hat einen Namen: Ökozid. Wie Völkermord, Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit oder das Verbrechen der Aggression war der Ökozid von den Vereinten Nationen als Völkerrechtsverbrechen definiert worden. Doch die USA, England, Frankreich und die Niederlande bestanden darauf, Ökozid aus der Liste der Völkerrechtsverbrechen zu streichen.


    TM, die Foren-Lesehilfe mit Lesehilfe (Fern- und Nahbrille, statt Gleitsichtbrille)

  • Die einzige Pflicht die ich für mich sehe ist die, achtsam zu sein, dass solches Unrecht nie wieder geschieht und die Pflicht, zumindest wenn es direkt in "meinem" Land und Einflussbereich geschieht, mich auch unter dem Risiko von Repressalien dagegen aufzulehnen, einzusetzen und zu kämpfen.

    Das setzt aber,so meine ich,voraus,dass an diese mörderischen Schandtaten erinnert wird.Und das auch regelmässig.

    Kopp hoch und wenn der Hals ooch dreckig ist!

  • Gegen Erinnerung daran hab ich nichts.

    Wir haben ja den 27. Januar.

    Und was aus den Taten politisch gemacht wird, sieht man ja beim Thema Israel.


    Dass man auch fast jeden Post erklären muss :(

    Die einen lesen nicht richtig, oder nicht alles, merken es sich nicht, die anderen interpretieren in Gesagtes nicht Gesagtes hinein.

    Ich arbeite dann wohl mal an meiner Ausdrucksfähigkeit, die anderen dafür aber bitte an ihrem Leseverständnis. :umiss:


    TM, die sich zunehmend missgedeutet und -verstanden fühlt

  • Ich selbst distanziere mich innerlich von diesem Thema insofern ebenso, indem ich keine Schuld empfinde und mich auch nicht verantwortlich fühle.

    Bin ich dann schon ein Leugner oder Verharmloser?

    Wenn du solche rhetorischen Fragen stellst, musst du schon mit Antworten rechnen. Und genau um Erinnerungskultur geht es, nicht um Volkssport.

    Wenn der Holocaust politisch instrumentalisiert wird, dann ist das ein ganz anderes Thema.

  • Wieder Leseschwäche und Kontextagnosie? Immer nur was gezielt raus picken, gegen das man dann anreden kann?

    Machst du jetzt einen auf Substi? Oder willst du nur spielen und hast zu viele Stöckchen?

    Zitat

    Ich muss den Substi in so fern in Schutz nehmen, dass ich auch denke, dass sehr viele, die der Opfer gedenken, eine Fassade vor sich her schieben.

    Es ist eine gesellschaftliche Pflicht und dazu gehört auch äußerlich sichtbare Betroffenheit. Ich will nicht wissen, was viele der Politiker oder sonst. Prominenten bei div. Pflichtveranstaltungen denken.


    Bei aller Wichtigkeit, die Geschichte nicht zu vergessen.

    So what?


    Und was hat diese von dir monierte Frage mit den bisherigen Antworten zu tun? Eben!


    TM, die jetzt hoffentlich alles verständlich gesagt hat. Ansonsten einfach nochmal aufmerksam nachlesen ;)

  • Und was hat diese von dir monierte Frage mit den bisherigen Antworten zu tun?

    Sorry, du kannst andere nicht der Leseschwäche bezichtigen und/oder dich beschweren, wenn man einzelne Statements "herauspickt", die dem ernsten Thema Holocaust nicht gerecht werden. Selbst wenn es "sehr, sehr viele" geben sollte, die "eine Fassade vor sich her schieben", rechtfertigt das nicht des Ersatzmanns flapsige Wortwahl gegenüber dem Gedenken sowie deinen Versuch einer Reinwaschung. Ok, wir haben ja den 27. Januar. Und weiter?


    Obige Frage kann ich dir leider nicht beantworten, da ich sie nicht verstehe.

  • TM, noch nie eine solche Gedenkstätte besucht

    Schade kann ich da nur sagen. Vielleicht erahnt man da die Unterscheidung zwischen verantwortlich fühlen und Verantwortung für etwas tragen.


    Wer daraus folgert sich dauernd Asche auf sein Haupt streuen zu müssen ( übrigens prima Relativierungsargument unserer Alt und Neunazis ) hat nichts, aber auch gar nichts begriffen.


    In Anlehnung:.... Wer die Geschichte nicht begriffen hat bzw. nicht daraus gelernt hat ( wie eben unsere Neofaschisten ) ist verdammt Sie zu wiederholen.


    Und noch zwei Gedanken - Alles das wie die erwähnten Atombomben ( btw, die "konventionellen" Flächenbombardierungen der grossen japanischen Städte haben noch grössere Opferzahlen hervorgebracht als Nagasaki und Hiroshima..) und die weiteren Geschehnisse auf der Welt sind eine direkte Abfolge nicht der Taten des deutschen Reichs. Wir können da froh sein das mit einem Ah Hitler begrüsst wird und nicht mit einem Ah, die Deutschen....

    Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen – abgesehen von all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind

  • ............Wenn der Holocaust politisch instrumentalisiert wird, dann ist das ein ganz anderes Thema.

    Ich empfehle die Lektüre dazu von Norman G. FINKELSTEIN: "Die Holocaust Industrie", ISBN: 3-492-04316-X, Piper-Verlag München-Zürich 2001.

    Und ich habe Buchenwald, Auschwitz und Stuthof besucht, bin somit an den Stätten des Verbrechens gewesen, habe auch die entsprechende Literatur gelesen. Solange wir hier in Deutschland die Erinnerungskultur zurecht aufrechterhalten jedoch zu der Politik Israels schweigen, haben wir die grundsätzlichen Lehren aus der Shoa und den Verbrechen der dt, und weiteren Faschisten nicht konsequent gezogen.

  • Ich empfehle die Lektüre dazu von Norman G. FINKELSTEIN: "Die Holocaust Industrie", ISBN: 3-492-04316-X, Piper-Verlag München-Zürich 2001.

    Und ich habe Buchenwald, Auschwitz und Stuthof besucht, bin somit an den Stätten des Verbrechens gewesen, habe auch die entsprechende Literatur gelesen.

    Es gibt unendlich viele gute Bücher über dieses Thema. Warum Du hier nun unbedingt diese hier anbringen musst wo es um die allgemeine Aufarbeitung hier geht und nicht darum das hier jemand einen Nutzen zieht... aber egal.


    Viel interessanter ist dein Schwenk...

    Solange wir hier in Deutschland die Erinnerungskultur zurecht aufrechterhalten jedoch zu der Politik Israels schweigen, haben wir die grundsätzlichen Lehren aus der Shoa und den Verbrechen der dt, und weiteren Faschisten nicht konsequent gezogen.

    ..zum "wir" als Möglichkeit unbedingt nochmal Israelkritik hier unterzubringen.


    Ziemlich unpassend in diesem Kontext und exakt das Verhalten was Du politisch anderen da vorwirfst. Das Grauen für andere Zwecke zu nutzen.


    Also benenne beim Namen und vereinahme hier nicht ungefragt "alle" durch ein ungefragtes "wir".

    Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen – abgesehen von all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind

  • Ich war nie in einem der Konzentrationslager, weder während der Schulzeit noch danach. Mir haben die Filme, Bücher und Dokumentationen vollkommen ausgereicht, um zu wissen, um was für ein mieses Dreckspack es sich bei all denen handelte, die mit dieser systematischen Menschenvernichtung befasst waren, beim kleinsten Rädchen angefangen bis hin zu den Chefs.


    Filme wie dieser z.B:


    Libertarismus. Eine einfältige rechte Ideologie, die sich ideal für diejenigen eignet,

    die nicht in der Lage oder nicht bereit sind, über ihre eigene soziopathische Haltung hinauszusehen.

    * Iain Banks

  • Der böse Kapitalismus ist von jeher die Voraussetzung für größere wirtschaftliche Vorhaben - die ersten Aktiengesellschaften entstanden, um das Investitionsvolumen international agierenden Handels zusammenzutragen - bzw. in privater Initiative den wachsenden Transportbedürfnissen entsprechend Industriestandorte mit Eisenbahnlinien zu verbinden - Kapitalismuskritik ist also zunächst einmal der Wunsch nach Rückfall in die Zeit der Manufakturen und der Heimarbeit… nun ist die Industrie im Zuge fortschreitender Automatisierung längst nicht mehr der Beschäftigungsmotor, der bis etwa zur Ölkrise selbstverständlich schien, und im gegenwärtigen Zeitalter des, ich zitierte den Ausdruck Peter Sloterdijks bereits im Buchhandels-Thread, Aggregatzustands medieninduzierter Aufgeregtheit der Öffentlichkeit, also der Gesellschaft, agieren Unternehmen notgedrungen den aktuellen politischen Themen konformistisch… Der Cartoonist der Frankfurter Rundschau hat dies Dilemma recht anschaulich in Szene gesetzt - die einschneidenden Veränderungen der Arbeitswelt werfen letztlich den Menschen als Relikt einer dem Vergessen zu überantwortenden Vergangenheit in die Nutzlosigkeit, der dann - ausgedient - . nur noch als finanzielle Last in der Statistik auftaucht… die zunehmende Ideologisierung öffentlicher Meinung und deren Befeuerung durch populistische Agitatoren erfüllt gewissermaßen die Funktion eines Ablenkungsmanövers, einer ersatzweisen Scheinbeschäftigung der Gemüter.

  • Der böse Kapitalismus ist von jeher die Voraussetzung für größere wirtschaftliche Vorhaben - .......................

    Menschen haben auch lange vor dem Kapitalismus gelebt, gewirtschaftet und global agiert, sie werden auch nach dem Kapitalismus/Imperialismus ihre Welt gestalten, es sei denn, der Kapitalismus beendet in seiner unermesslichen Gier das menschliche Sein im Inferno eines nuklearen Weltkrieges!

  • Menschen haben auch lange vor dem Kapitalismus gelebt, gewirtschaftet und global agiert, sie werden auch nach dem Kapitalismus/Imperialismus ihre Welt gestalten, es sei denn, der Kapitalismus beendet in seiner unermesslichen Gier das menschliche Sein im Inferno eines nuklearen Weltkrieges!

    Der Kapitalismus ist so alt wie die Menschheit,gab es doch schon immer Habende und Darbende.Selbst bei Neanders und den ollen Römern,Griechen,Ägyptern usw. Scheint 'ne Philosophie zu sein,die allen Modernisierungen ewig widersteht.

    Leider!!

    Kopp hoch und wenn der Hals ooch dreckig ist!

  • Der Kapitalismus ist so alt wie die Menschheit,........................

    Entsprechend der Definition der Gesellschaftsformation "Kapitalismus" entstand er erst im 17. Jahrhundert u.Z. und prägte sich im 19. und 20. Jahrhundert voll aus, ging in den Imperialismus über, der heute im wesentlichen die Welt beherrscht. Und wie alle Gesellschaftsformationen wird er auch nicht das Ende der Geschichte sein, seine Grenzen hat er schon jetzt weitgehend erreicht, zumal die gesellschaftliche Entwicklung derzeit massiv gehemmt wird.

  • Menschen haben auch lange vor dem Kapitalismus gelebt, gewirtschaftet und global agiert, sie werden auch nach dem Kapitalismus/Imperialismus ihre Welt gestalten, es sei denn, der Kapitalismus beendet in seiner unermesslichen Gier das menschliche Sein im Inferno eines nuklearen Weltkrieges!

    Vielleicht reicht schon der Klimawandel. Aber auch er ist eine Folge der Gier.

  • Der Kapitalismus ist so alt wie die Menschheit, es doch schon immer Habende und Darbende. […]

    Das Wesentliche am Kapitalismus ist nicht die Ungleichverteilung - es mag Zeiten gegeben haben, in den Körpergröße, Jagderfolg, erlegte Feinde, vom Nachbarstamm verschleppte Frauen etc. das Ansehen eines Menschen im Kreise der ihn umgebenden Gesellschaft gehoben haben mag. Kapitalismus entsteht erst mit der arbeitsteiligen Produktion - und mit Unternehmensgrößen, die eine Zusammenlegung des Risikokapitals bedingen.