Die Ideologienkrankheit

  • Es ist aber eine wesentliche Folge. […]

    Die Hierarchisierung menschlicher Gesellschaften ist weit älter als ihre ökonomisch zentrierte Lebensweise. Wenn sich die Ungleichverteilung unter kapitalistischen Bedingungen fortsetzt, ist sie dennoch nicht zwingende Folge dieser. Abgesehen davon war's doch der Kapitalismus, der eine stark wachsende Partizipation am erwirtschafteten Wohlstand erst ermöglichte. Und derzeit sind's eben die bisherigen Schwellenländer, in denen sich eine Verbesserung der Lebensverhältnisse andeutet, während die einstigen Industrienationen eine Konsolidierung ihrer Produktionsmittel vornehmen. Die vom "Club of Rome" so alarmistisch verkündeten "Grenzen des Wachstums" machen eben auch bei den Lohnforderungen nicht Halt…

  • Es geht nicht um Hierarchisierung, auch nicht um Verbesserung der Lebensverhältnisse, sondern um Ungleichverteilung. Ich kenne kein kapitalistisches System, das nicht zu einer Ungleichverteilung führt, die nichts mehr mit unterschiedlicher Leistung zu tun hat. Dies geschieht auch und gerade in den Schwellenländern, und dieser Zustand wird von den führenden Industrienationen noch zementiert, notfalls durch militärisches Eingreifen.

    Die moderaten Lohnforderungen bei uns als Überschreiten der "Grenzen des Wachstums" zu charakterisieren, meinst du hoffentlich nicht ernst. Oder bist du ein U-Boot der INSM?

  • […] Ich kenne kein kapitalistisches System, das nicht zu einer Ungleichverteilung führt […]

    Ich bin ziemlich sicher, dass Du auch kein nichtkapitalistisches System kennst, in dem nicht in ähnlicher Weise Ungleichverteilung die Lebensverhältnisse bestimmte… das ist schon bei den "Naturvölkern" so: Wer das Fell und die Klauen des regional am stärksten gefürchteten Raubtiers als Trophäe trägt, ist dann der reichste Mann des Dorfes, und wer nicht einmal am rituellen Jagdausflug teilnehmen darf, ist bestenfalls auf die Wohltätigkeit der im Dorfe bleibenden Frauen und Alten angewiesen - und zugleich das Gespött der Kinderlein…

  • Es ist schon dreist, wie du durch Weglassen den Sinn eines Textes entstellst.

    Zitat

    Ich kenne kein kapitalistisches System, das nicht zu einer Ungleichverteilung führt, die nichts mehr mit unterschiedlicher Leistung zu tun hat.

    So lautete der Satz vollständig. Kannst es nochmal versuchen. Und wenn du dir unter "Leistung" nichts vorstellen kannst - ich helfe dir gern.

  • […] ganz miese Masche das. […]

    Wenn es hier Leute gibt, die meinen, nur ein Vollzitat sei die korrekte Anwendung eines Zitates, dann wäre dies eher ein Themenaspekt für den "Bildung in Deutschland"-Thread. Auch die permanente Themenferne der Beiträge einiger User ist ein Ärgernis, das offensichtlich dem Fernbleiben bzw. Verstummen der Neuuser Vorschub leistet. Immerhin passt Dein Genöle bestens zur Veranschaulichung der in diesem Thread zu besprechenden "Ideologienkrankheit".


    Ideologie geht in social media bzw. der öffentlichen Debatte über alles, und das Aufeinanderprallen der Mehrheiten hinter sich sammelnden Ideologien gibt den Ton an… das sieht man mitlerweile überall, wo der sich erstarkend wähnende Volkszorn (ob Pegida, ob AfD, ob Fridays for Future) für Schlagzeilen sorgt und zu Kollateralschäden führt.

  • Der Satzteil "...die nichts mehr mit unterschiedlicher Leistung zu tun hat." ist allerdings der Kern der Aussage, dessen Weglassen den Sinn verfälscht, weil in allen Systemen offiziell die Leistung als Maßstab für den jeweiligen Entgelt ausgegeben wird.

    Dass sie das eben in kapitalistischen Systemen in Wirklichkeit keineswegs ist und diese Verfälschung des Leistungsprinzips mit Zähnen und Klauen verteidigt wird, darum geht es doch hier.


    Warum nölst Du völlig zusammenhanglos über die angebliche Themenferne einiger User und das Fernbleiben anderer herum, wenn es sich doch zeigt, dass Du versuchst, der Debatte durch Entstellung einer Aussage eine themenferne Wendung zu geben?

  • Der Satzteil "...die nichts mehr mit unterschiedlicher Leistung zu tun hat." ist allerdings der Kern der Aussage, dessen Weglassen den Sinn verfälscht, weil in allen Systemen offiziell die Leistung als Maßstab für den jeweiligen Entgelt ausgegeben wird. […]

    Naja, diese "Leistung" besteht und bestand (in allen Systemen) vor allem in der Fähigkeit zu bedingungslosem Opportunismus… im Vergleich dazu sind die Ansprüche an die erbrachte persönliche Leistung im Kapitalismus (Geschäftstüchtigkeit wird halt belohnt und zahlt sich in klingender Münze aus) eher objektiv messbar als jemals zuvor… insofern ist der im Zitat weggelassene Zusatz keineswegs "Kern der Aussage", sondern lediglich eine ideologische Fehlweisung…

  • Ich behaupte mal, dass deine Definition von "Leistung" eine ideologische (Fehl-)Bewertung ist. Die INSM lässt grüßen.

    Eine Leistungsvergütung ist im Kapitalismus schon deshalb unmöglich, weil das Kapital sich den geschaffenen Mehrwert entgeldfrei aneignet. Und da der Wert der Ware Arbeitskraft den Marktgesetzen unterliegt, durch das Heer der Arbeitslosen zudem weit gedrückt werden kann, wird Leistung nur in Ausnahmefällen entsprechend objektiven ökonomischen Kriterien vergütet. Hinzu kommen die Wettbewerbsverzerrungen sowohl national als auch international durch Subventionen, Steuerwettbewerb, Handelsgesetze und willkürlicher Wertbeurteilungen, die alle generell eine Bewertung von realer Leistung unmöglich machen.

  • […] weil das Kapital sich den geschaffenen Mehrwert entgeldfrei aneignet. […]

    […] Hinzu kommen die Wettbewerbsverzerrungen sowohl national als auch international durch Subventionen, Steuerwettbewerb, Handelsgesetze […]

    "Entgeltfrei" ist die Gewinnmarge wirtschaftlicher Tätigkeit für den Arbeitgeber nun keineswegs, schließlich hat er sein Geschäft erst einmal aufzuziehen, muss Abnehmer für sein Produkt akquirieren, Liquidität vorhalten, um magere Zeiten überbrücken zu können, er muss Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe bzw. vorproduzierte Komponenten vorausschauend (und oft gegen Vorkasse) einkaufen, um den Betrieb aufrechtzuerhalten…

    Und ohne die wettbewerbsverzerrenden Subventionen gäb's wohl noch mehr Betriebsschließungen und Arbeitslose, woran der Staat nun auch kein Interesse haben kann.

  • Eine Leistungsvergütung ist im Kapitalismus schon deshalb unmöglich, weil das Kapital sich den geschaffenen Mehrwert entgeldfrei aneignet. Und da der Wert der Ware Arbeitskraft den Marktgesetzen unterliegt, durch das Heer der Arbeitslosen zudem weit gedrückt werden kann, wird Leistung nur in Ausnahmefällen entsprechend objektiven ökonomischen Kriterien vergütet. Hinzu kommen die Wettbewerbsverzerrungen sowohl national als auch international durch Subventionen, Steuerwettbewerb, Handelsgesetze und willkürlicher Wertbeurteilungen, die alle generell eine Bewertung von realer Leistung unmöglich machen.

    Nicht zu vergessen die Vergütungen von sogenannten Führungskräften, die selten dem Leistungsprinzip und schon gar nicht einer Art Geschäftstüchtigkeit gehorchen, sondern bei denen es sich im Grunde um eine Form von Veruntreuung von Firmengeldern handelt.

  • "Entgeltfrei" ist die Gewinnmarge wirtschaftlicher Tätigkeit für den Arbeitgeber nun keineswegs, ................

    Es ging nicht um die Gewinnmarge sondern um die entgeldfreie Aneignung der von den real Leistung erbringenden Arbeitenden (Lohnarbeitern/Gehaltsempfängern). Du musst doch nicht immer Deine ökonomische Unkenntnis deutlich machen. Ein Unternehmer kann durchaus dem Salto mortale des Kapitals erliegen, wenn er zu höheren Kosten als der Durchschnitt seiner Mitbewerber produziert oder aber sein Produkt auf dem Markt keinen ausreichenden Absatz findet.

  • Es ging […] um die entgeldfreie Aneignung der von den real Leistung erbringenden Arbeitenden (Lohnarbeitern/Gehaltsempfängern). […]

    Unentgeltliche Lohnzahlungen gibt's genaugenommen gar nicht… mag ja sein, dass die Lohnhöhe nicht immer der erbrachten Leistung angemessen ist, aber die tatsächlichen Kosten, die der Arbeitgeber zu tragen hat (um überhaupt Mitarbeitern Beschäftigung zu ermöglichen), sind höher, weit höher!, als das, was als Bruttolohn auf der Gehaltsabrechnung so alles aufgelistet ist… da wird von Gewerkschaftlern so gern übersehen…

  • Unentgeltliche Lohnzahlungen gibt's genaugenommen gar nicht… …

    Sehr geehrter Herr I´m a Substitut, ich empfehle einen Grundkurs in Ökonomie zu besuchen oder aber etwas Lektüre von K. MARX zu lesen, vorzugsweise die 3 Bände des "Das Kapital", damit klar wird, wie Mehrwert entsteht, wie er durch den Unternehmer/Kapitalgeber angeeignet wird und letztlich Profit generiert. Mag zwar mühsam sein, doch dann dürfte Einsicht einkehren. Liebe Grüsse vom grauen kater

  • Gegenwärtig läuft eine Art Wettbewerb, der von den europäischen Verwaltungseinheiten auf allen Ebenen ausgetragen wird: Wer ruft den dramatischsten Klimanotstand aus? Für Influencer, Politiker und Bürokraten ist die damit initierte Runderneuerung des Alltags ein wahrer Jungbrunnen, bei dem die sichtbaren Zeugnisse vergangener Zeiten zur weiteren Nutzung u.a. den jüngeren EU-Mitgliedsstaaten überlässt…

  • Positiv ist, dass sich Widerstand gegen die importierten Stinker regt.

    Der Widerstand bezieht sich wohl eher darauf, dass die jüngeren Fahrzeuggenerationen deutscher Vorbesitzer als Gebrauchtwagen bezahlt wurden und mitsamt ihren Papieren die östliche Grenze Deutschland überquert haben… das war noch vor vielleicht 20 Jahren ja eher die Ausnahme.