Flüchtlingsretterin muss ins Gefängnis ...

  • Dass du das rechte Dreckspack hier ebenfalls mit Verweis auf geltendes Recht verteidigst, war mir klar. Mit "geltendem Recht" als Ausrede sind schon nach dem Ende des 3. Reichs leider viel zu viele durchgekommen.


    Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht.

    Nicht jeder, der geltendes Recht verteidigt ist rechts. Und geltendes Recht als "Ausrede"? Naja. Genau die Regelungen, die sie jetzt unterlaufen, haben ja die NGOs bislang zu ihrem Vorteil genutzt. Da war geltendes Recht ok, oder? Muss wohl, denn es wurde sogar zur Hauptbegründung herangezogen, warum in Nordafrika kein sicherer Hafen zu finden ist. Nur zur Erinnerung, SOLAS- Ergänzung, sinngemäß: "Muss die sichere Anschlussbehandlung" gewährleisten. Das war in Italien gewährleistet? Nö! Warum fährt man dann dort hin? Zumal es ja dieses Jahr bereits das Dritte mal war, dass einschlägige Eilanträge der Seawatch abgelehnt worden sind. Das illegale Rumdümpeln auf Reede vor Lampedusa war auch nicht alternativlos. Der selbst geschaffene Notfall hätte ohne weiteres verhindert werden können. Aber nein, man brauchte ja unbedingt ein Kräftemessen mit Italien. Was spielt es da schon für eine Rolle, dass Macron eine diesbezügliche Anfrage gar nicht beantwortet hat?? Dann muss man halt seinen Flaggenstaat ansteuern. Wäre in der Zeit, die das Ganze jetzt gedauert hat, jederzeit möglich gewesen. Ohne jegliche Notlage und ohne jeglichen Gesetzesbruch.


    Ja, ich kann Italien verstehen. Die EU hatte darauf bestanden, dass die Migranten in Italien registriert werden (Dublin). Nun ist es aber so, dass damit Italien verantwortlich wird, Übernahmeerklärungen hin oder her. Genau dagegen wehrt sich Italien. Griechenland übrigens auch, eben nur anders. Dieses Problem erst einmal zu lösen, hat die EU nicht fertig gebracht. Alle anderen machen sich einen schlanken Fuß und die Einwanderer landen letztlich in Masse in Deutschland. Ich finde das in Gesamtheit nicht sonderlich witzig.

  • Nicht jeder, der geltendes Recht verteidigt ist rechts.

    Tja, in diesem Fall ist das allerdings mehr als offensichtlich, welche politische Richtung hier menschenverachtendes Recht verteidigt und darauf besteht, es selbst über Leichenberge durchzusetzen.

    Religion wird von den einfachen Leuten als wahr, von den Weisen als falsch und von den Herrschern als nützlich angesehen.

    Lucius Annaeus Seneca

  • Mehr als offensichtlich? Also ich wars nicht, der zuerst genau das Recht zur Begründung des Handelns benutzt hat, dass er jetzt als Grund zum Widerstand nennt.


    Und Leichenberge? Ohne den NGO- Fährdienst wäre die Migrationsroute in der jetzigen Form längst dicht. Schleuser arbeiten marktorientiert, so blöd das in diesem Zusammenhang auch klingt. Ohne NGO müssten die sich was einfallen lassen. So wie heute, also die Geschleusten in ein seetüchtiges Boot zu setzen, dann außerhalb der Hoheitsgewässer in ein nicht seetüchtiges Schlauchboot zu setzen und zu hoffen, die NGO würden schon das Mutterboot per AIS geortet haben und ihr Radar das Schlauchboot erfassen und sie dann vertragsgemäß in die EU verfrachten, würde dann nicht mehr funktionieren. Das würde sich rumsprechen. Erst mal weniger Leichen. Überhaupt, was soll das in Gesamtbetrachtung werden? Survival the fittest? Und für die EU ist Zeit, sich endlich zu überlegen (und vor allem zu entscheiden), wie wir das künftig händeln wollen und gesetzliche Grundlagen zu überdenken. Die Richtung sollte dabei ergebnisoffen sein. Wenn sich Mehrheiten dafür finden, den Bevölkerungsüberschuss Afrikas hier aufzunehmen, ist das ja ok. Bislang gibt es diese Mehrheit aber scheinbar nicht. Wo genau liegt das Problem?


    Ich werde nie verstehen, weshalb kurzfristig - populistische, ideologisch geprägte und undemokratische Erpressungen / Entscheidungen den Vorrang vor tatsächlich durchdachten nachhaltigen Entscheidungen erhalten sollten.

  • ... Wo genau liegt das Problem?

    Schlepper haben schon lange, bevor es überhaupt Rettungsschiffe gab, Menschen in überfüllte und abwrackreife Schiffe gesetzt. Denen ist es vollkommen egal, ob die absaufen oder nicht, ihre Kohle haben sie nämlich vorher schon bekommen.

    Deine Argumentation fußt auf falschen Annahmen.


    Man muss nur genug ertrinken lassen damit die Angst der Nachfolgenden groß genug ist, ist wohl die widerlichste Art, dieses Problem anzugehen.

    Religion wird von den einfachen Leuten als wahr, von den Weisen als falsch und von den Herrschern als nützlich angesehen.

    Lucius Annaeus Seneca

  • Deine Argumentation fußt auf falschen Annahmen.

    Das sehe ich in der Tat anders. Die damals benutzten Boote mögen ja das Letzte gewesen sein, was auf dem "Markt" noch aufzutreiben war. Die hatten aber zumindest noch eine Chance, das Ziel zu erreichen - im Gegensatz zu den heutigen Verfahrensweisen.


    Man muss nur genug ertrinken lassen damit die Angst der Nachfolgenden groß genug ist, ist wohl die widerlichste Art, dieses Problem anzugehen.

    Unfug. Wenn ein Ertrunkener 500 weitere verhindert, ist das auch ein Erfolg. Das klingt widerlich, ist aber so. Und ausweislich der tatsächlichen Ergebnisse ist es ja auch so.

  • Das Problem liegt genau darin, dass ihr beide Recht habt. Deshalb führt nur ein Weg aus dem Dilemma: Fluchtursachen bekämpfen. Aber nicht halbherzig, und schon gar nicht nur mit Sonntagsreden.

    Mein Reden. Nur leider konnte sich niemand dazu durchringen, mal eine sinnvolle Entscheidung zu präferieren. Was soll nun werden? Liefern wir keine Lebensmittel mehr nach Afrika? Kann man machen. Da verhungern vermutlich dort aber ein paar Leute. Mal ganz davon abgesehen, dass derzeit genau deswegen Millionen in die EU strömen. Und ihre Erwartungen nie erfüllt sehen werden. Lebenslange Alimentierung durch den Sozialstaat mag ja auf den ersten Blick ganz annehmbar aussehen, aber auf Dauer? Kann ich im Gegenzug nach Afrika ziehen, mit der gleichen Garantie?? Würde ja fetzen. So gut wie keine Heizkosten, so gut wie keine Regulierung, mehr Freiheit. Ach so, das hat Folgen? Nochmal: So geht das nicht!

  • Das sehe ich in der Tat anders. Die damals benutzten Boote mögen ja das Letzte gewesen sein, was auf dem "Markt" noch aufzutreiben war. Die hatten aber zumindest noch eine Chance, das Ziel zu erreichen - im Gegensatz zu den heutigen Verfahrensweisen.

    Auch zu der Zeit dürften etliche ertrunken sein, nur hat das nur dann jemand mitbekommen, wenn Leichen angespült wurden. Und der Unterschied wäre genau welcher, wenn jetzt mehr Boote direkt bis ans europäische Festland kämen? Die Leute wären dann ebenfalls hier und müssten den entsprechenden rechtstaatlichen Verfahren unterzogen werden.

    Zitat

    Unfug. Wenn ein Ertrunkener 500 weitere verhindert, ist das auch ein Erfolg. Das klingt widerlich, ist aber so. Und ausweislich der tatsächlichen Ergebnisse ist es ja auch so.

    Die tätsächlichen, geringeren Zahlen dürften eher darauf beruhen, dass durch die Abkommen und entsprechende Zahhlungen der EU an obskure Figuren mehr Leute in der Sahara verdorren als im Mittelmeer ertrinken. Schöner Erfolg - aus den Augen, aus dem Sinn.


    Was zum Teufel ist eigentlich bei deiner Sozialisation in der DDR schief gelaufen? Hat man euch die Empathie abtrainiert? Sind ja nur Schwarze?

    Religion wird von den einfachen Leuten als wahr, von den Weisen als falsch und von den Herrschern als nützlich angesehen.

    Lucius Annaeus Seneca

  • Mein Reden. Nur leider konnte sich niemand dazu durchringen, mal eine sinnvolle Entscheidung zu präferieren. Was soll nun werden? Liefern wir keine Lebensmittel mehr nach Afrika? Kann man machen. Da verhungern vermutlich dort aber ein paar Leute. Mal ganz davon abgesehen, dass derzeit genau deswegen Millionen in die EU strömen. Und ihre Erwartungen nie erfüllt sehen werden. Lebenslange Alimentierung durch den Sozialstaat mag ja auf den ersten Blick ganz annehmbar aussehen, aber auf Dauer? Kann ich im Gegenzug nach Afrika ziehen, mit der gleichen Garantie?? Würde ja fetzen. So gut wie keine Heizkosten, so gut wie keine Regulierung, mehr Freiheit. Ach so, das hat Folgen? Nochmal: So geht das nicht!

    keiner von denen will von staatlicher stütze leben. sie suchen jobs, um ihre familien in der heimat zu ernähren. das ist der grund für ihre gefährliche reise nach europa.'lebenslange staatliche alimentierung' ist eine rechtsextreme propagandalüge irgendwelcher afd-spinner, um den bürgern angst einzujagen, dass die ausländer uns arm machen.

  • Was zum Teufel ist eigentlich bei deiner Sozialisation in der DDR schief gelaufen? Hat man euch die Empathie abtrainiert? Sind ja nur Schwarze?

    Hold the horses. Wir erinnern uns, oder vielleicht auch nicht:


    https://www.theguardian.com/co…/eu-refugee-libya-gaddafi


    Die gesamte EU war es die mit dem damaligen Beherrscher Lybiens einen recht schmutzigen "Flüchtlingsdeal" machen wollte. Nur wurde der, also der Löwe von Benghasi "leider" höheren, geo-politisch merkantilen Zielen geopfert, die wir wiederum wissen, in die Hose gegangen sind.


    Und danach war das Thema erstmal beerdigt.


    Emphatie hin oder her, die gesamte, respek. (un-) koordinerte Flüchtlingspolitik der Europäer, sofern es den eine gab, ist für den A.... Erstmal hat man die angrenzenden Länder, selbst von jahrelangen Wirtschaftsproblemen gebeutelt, ebenso jahrelang schön im Regen stehen lassen. Wird sich schon irgendwie regeln. Hauptsache man befeuchtet sich nicht selbst das eigene Fell,


    Und das man dann / jetzt mit einer Rechtsaussen Regierung Italiens die erst mit einer Anti-EU Politik ans Ruder gespült wurde oder einem Griechenland das allerfeinst die letzten jahre nur noch die Arschtritte aus Brüssel einfängt auf extrem wenig Kooperation oder Emphatie hoffen kann, sollte wohl klar sein.


    Und zum aktuellen Fall: Ich bin da mit Dieter nicht a jour, aber trotzdem hat er in dem Falle in so fern Recht, aus Sicht eines "Küstenanrainers" und aus einer Nautikerfamilie stammend, ein Kapitän hat als allererstes das Wohl seiner Mannschaft und/oder der Menschen an Bord Rechnung zu tragen.

    Alles andere hat sich dem unter zu ordnen.

    D.H. das dieser Tage oder wochenlange Stand-off mit Italien zwar politisch dramaturgisch in den hiesigen Medien bestens goutiert wird um den ungeliebten Salvini ( und ganz Italien ) eins auszuwischen, das aber angesichts der Möglichkeit in 2 Tagen Richtung nach Frankreich zu schippern und dort auf ein grösseres Aufnahmebereitschaft zu treffen, dieser Umstand sehr Wohl egoistisch auf den Rücken dieser Flüchtlinge ausgetragen wird.


    Ergo sind da genauso Nabelschauen angesagt wie der Gegenseite unterstellt.


    Ich sage sogar das jenes Handeln zwar allseits die Krönung einer weiteren, modernen Jeanne D'Arc gefördert aber wiedermal nur die allseits bekannten, verhärteten Fronten innerhalb der EU aufgezeigt hat. Ist das förderlich für die akute Flüchtlingsproblematik im Mittelmeer ?

    Mitnichten.

  • Und wieviel Seemeilen sind das jetzt bis, sagen wir mal Marseille ? 1500 ?


    Wie lange schipperte das Schiff, voll mit den Flüchtlingen an Bord vor Italien ? 2 Wochen.....

    Und wie viele Seemeilen bis zu einem Libyschen Hafen, da die Flüchtlinge vor Libyen gerettet wurden oder einem Tunesischen ?


    Dieter hat noch auf einem anderen Gebiet Recht. Die EU muss eine Einigung und Verteilung der Lasten zu dem Flüchtlingsproblem herbeiführen. Gezielt herbeigeführte öffentliche Aufregung, um Italien unter Druck zu setzen kann doch nicht wirklich die Antwort darauf sein. Es gäbe mehrere Möglichkeiten alle Schiffbrüchigen zu retten, die Einwanderung aber europäisch zentral verwaltet zu steuern und wo das nicht geht auch wieder zurück zu schicken. Einfach in Italien oder Griechenland anlanden und das Problem dann dort liegen lassen, ist für mich keine akzeptable Lösung. Von daher kann ich solche Aktionen auch nicht befürworten.

  • Und wie viele Seemeilen bis zu einem Libyschen Hafen, da die Flüchtlinge vor Libyen gerettet wurden oder einem Tunesischen ?


    Dieter hat noch auf einem anderen Gebiet Recht. Die EU muss eine Einigung und Verteilung der Lasten zu dem Flüchtlingsproblem herbeiführen. Gezielt herbeigeführte öffentliche Aufregung, um Italien unter Druck zu setzen kann doch nicht wirklich die Antwort darauf sein. Es gäbe mehrere Möglichkeiten alle Schiffbrüchigen zu retten, die Einwanderung aber europäisch zentral verwaltet zu steuern und wo das nicht geht auch wieder zurück zu schicken. Einfach in Italien oder Griechenland anlanden und das Problem dann dort liegen lassen, ist für mich keine akzeptable Lösung. Von daher kann ich solche Aktionen auch nicht befürworten.

    Das ist ja halt das Problem. Man hat oder vielmehr man will gar keinen Plan haben.


    Jeder der EU Länder möchte zwar Global profitieren und/oder seine politischen Duftmarken setzen aber für die sich daraus ergebenen, negativen Ergebnisse soll keiner verantwortlich sein.

  • Und wie viele Seemeilen bis zu einem Libyschen Hafen, da die Flüchtlinge vor Libyen gerettet wurden oder einem Tunesischen ?

    Wir wissen ja wo deren Weg hingehen soll, und das ist ja die Crux. Warum hat wohl z.B. ein europ. Land wie Portugal weniger Probleme mit dieser Causa obwohl sich das Land eigentlich zur Aufnahme einst bereit erklärte....

  • Und wie viele Seemeilen bis zu einem Libyschen Hafen, da die Flüchtlinge vor Libyen gerettet wurden oder einem Tunesischen ?


    Dieter hat noch auf einem anderen Gebiet Recht. Die EU muss eine Einigung und Verteilung der Lasten zu dem Flüchtlingsproblem herbeiführen. Gezielt herbeigeführte öffentliche Aufregung, um Italien unter Druck zu setzen kann doch nicht wirklich die Antwort darauf sein. Es gäbe mehrere Möglichkeiten alle Schiffbrüchigen zu retten, die Einwanderung aber europäisch zentral verwaltet zu steuern und wo das nicht geht auch wieder zurück zu schicken. Einfach in Italien oder Griechenland anlanden und das Problem dann dort liegen lassen, ist für mich keine akzeptable Lösung. Von daher kann ich solche Aktionen auch nicht befürworten.

    In diesem Fall hat sich Italien ja noch immer geweigert, das Schiff anlegen zu lassen, als andere Staaten längst die Übernahme der Flüchtlinge zugesagt hatten. Dieser faschistoide Drecksack Salvini macht auf dem Rücken von Flüchtlingen Innenpolitik.


    Du solltest zudem sehr gut wissen, warum Libyen nicht in Frage kommt.

    Religion wird von den einfachen Leuten als wahr, von den Weisen als falsch und von den Herrschern als nützlich angesehen.

    Lucius Annaeus Seneca

  • In diesem Fall hat sich Italien ja noch immer geweigert, das Schiff anlegen zu lassen, als andere Staaten längst die Übernahme der Flüchtlinge zugesagt hatten. Dieser faschistoide Drecksack Salvini macht auf dem Rücken von Flüchtlingen Innenpolitik.


    ...

    Ja - das macht er. Aber die Herausforderung von Salvini ist nur ein herumdoktern an den Symptomen, welches nicht heilt sondern Europa noch tiefer spaltet. Die ganze Aktion ist doch so offensichtlich eine Inszenierung, dass man sich das Gelaber um Seerecht oder Menschenrecht doch ehrlicherweise sparen kann. Die "Salvinis" im übergeordneten Sinne sammeln damit ihre Truppen, die Open-Border-Fraktion ihre und Beide genießen die Eskalation und den Zustand dass nichts vernünftiges dabei herauskommen kann. So ungefähr wirkt das alles auf mich.

  • Ich finde es sehr gut, dass man anhand solcher Aktionen regelmäßig vor Augen geführt bekommt, mit was für Schweinen man es zu tun hat. Würde alles nach deren Willen laufen und kein Flüchtling mehr dort an die Tür klopfen, wäre sein Ziel erreicht und er könnte sich als der große Retter Italiens aufspielen.


    Hoffentlich haut ihm der EuGH seine Gesetze noch richtig um die Ohren.

    Religion wird von den einfachen Leuten als wahr, von den Weisen als falsch und von den Herrschern als nützlich angesehen.

    Lucius Annaeus Seneca