Warum wird Kommunismus oft anders bewertet als Faschismus und Nazismus?

  • wagenknecht gibt bereitwillig statements im russischen staatsfunk ab und lobt putins aggressionspolitik:

    Ersteres machen viele, und letzteres ist Unsinn; kein Wort von dem, was sie sagt, ist falsch. Wer richtig sucht, findet auch Aussagen zu Putin.

    Zitat

    ...insoweit sehe ich auch die russische Politik, sie ist auch imperiale Politik. Die machen auch Politik um Einflusssphären, sie machen das mit militärischen Mitteln. Das sehe ich sehr kritisch, das habe ich immer kritisiert.

    Bezüglich der Flüchtlingspolitik hat sie lediglich eine realistischere Sicht als andere. Es gibt rund 70 Mio Flüchtlinge auf der Welt, und es gibt bei uns Träumer, die anscheinend der Meinung sind, wir könnten die Welt retten indem wir alle bei uns aufnehmen, dazu noch alle, die aus wirtschaftlichen Gründen ihr Land verlassen wollen. Das hat Sahra Wagenknecht kritisiert, mehr nicht. Sie auf eine Stufe mit den Rassisten von der AfD zu stellen, ist Blödsinn.

  • Wer sich über Konsum definiert, hatte es natürlich schwerer in der DDR als in der BRD. In der BRD konnte man alles kaufen und überall reisen, aber wer nicht das nötige Kleingeld hatte, dem blieb das auch verschlossen.

    Das Leben war aber auch im real existierenden Sozialismus im Grunde konsumorientiert. Wenn auch nicht im heutigen Sinne. In der realsozialistischen Planwirtschaft herrschte nun mal zu jeder Zeit Mangel als systemimmanentes Merkmal. 10 Sack Zement, um die Mauer vorm Grundstück wieder zu richten? Ein neuer Auspuff für den Trabbi? Da hatten sicher Reparationen und kalter Krieg eine Teilschuld daran. Ursächlich waren sie nicht. Ursache des Mangels war die Planwirtschaft, die ihrerseits dann eine Schattenwirtschaft mit Korruption, Schwarzmarkt, (West-) Währungssystem, Tauschgeschäften etc. entstehen ließ. Die Menschen wurden in diesem System ja plötzlich keine anderen, sie hatten auch keine anderen Bedürfnisse. Die haben sich halt nur gekümmert, die doch noch irgendwie erfüllt zu sehen.

  • ....

    Meine Güte, nicht so schnell und wütend: Das ist nicht vergleichbar. Ein H4-Bezieher muss nicht ein "neuer Mensch" werden, es sei denn, er muss lernen, pünktlich aufzustehen, was die meisten nicht betrifft.

    Nicht vergleichbar? Entweder du machst den 1€ Job oder wir streichen dir deine Stütze ist knallharte staatliche Nötigung.

    Libertarismus. Eine einfältige rechte Ideologie, die sich ideal für diejenigen eignet,

    die nicht in der Lage oder nicht bereit sind, über ihre eigene soziopathische Haltung hinauszusehen.

    * Iain Banks

  • nein, es ist das übliche 'ausländer raus', als logik und geheuchel verpackt.

    Und das ist jetzt gesetzt. Deine Analyse ist richtig und alle andere sind Spinner?

    Junge, gewöhne dich daran, dass nicht nur andere, sondern auch du mal ganz gewaltig daneben liegen.

    ....oder beide!

  • Und das ist jetzt gesetzt. Deine Analyse ist richtig und alle andere sind Spinner?

    das ist nicht 'meine'. die taz sieht das ähnlich.

    Wagenknecht bedient seit einem Jahr rassistische Ressentiments.


    Junge, gewöhne dich daran, dass nicht nur andere, sondern auch du mal ganz gewaltig daneben liegen.

    bleib locker, du komischer gunnery sergeant des marxismus. denk an deinen blutdruck. :)

  • zizou

    Hat den Titel des Themas von „warum wird kommunismus nicht ebenso sehr abgelehnt wie faschismus und nazismus?“ zu „Warum wird Kommunismus oft anders bewertet als Faschismus und Nazismus?“ geändert.
  • ................... dass der Mensch umgebaut werden muss, bevor er das Paradies erlangen kann. Auch der Kommunismus setzt den Umbau voraus.

    Gesellschaftsformationen lösen sich aufgrund der sich entwickelnden Produktivkräfte nacheinander ab, wenn die Produktionsverhältnisse zum Hemmnis der Entwicklung werden. Der Mensch wird nicht "umgebaut" sondern passt sich diesen Verhältnissen an. Das Bewußtsein im Feudalismus war ein anderes als das Bewußtsein im Kapitalismus und im Kommunismus werden Menschen auch andere Ziele und Bedürfnisse entwickeln als im Kapitalismus. Ein Mensch des Neolithikums würde, käme er in unsere Welt, aus dem Staunen nicht herauskommen, selbst bei hoher Intelligenz überall Magie vermuten.

    Auch ist der Ausdruck "ist eine Gesellschaftsformation" durchaus richtig und impliziert keineswegs, dass es sie gegeben haben muss. Kommunismus wird so beschrieben, wenn er entsteht, wird man sehen, ob und wie er sich ausformt. Letzteres bestimmen die Menschen, die ihn dann entwickeln.

  • Bezogen auf den Threadtitel sollte sich der Threaderöffner zunächst einmal mit der Frage befassen, ob es einen Unterschied zwischen Kommunismus und Sozialismus gibt. Die flow argumentiert vorwiegend mit der DDR, in der es jedoch gar keinen Kommunismus gab. Es gab überhaupt noch keinen kommunistischen Staat auf dieser Welt, sondern lediglich sozialistische. Gemeinhin wird der Sozialismus als Vorstufe des Kommunismus betrachtet. Von daher wäre es wirklich angebracht, sich zunächst ernsthaft mit den Begriffen "Kommunismus" und "Sozialismus" zu befassen.

  • Es gab überhaupt noch keinen kommunistischen Staat auf dieser Welt, sondern lediglich sozialistische. Gemeinhin wird der Sozialismus als Vorstufe des Kommunismus betrachtet.


    ganz so einfach ist es nicht. siehe:

    Zitat von https://de.wikipedia.org/wiki/Kommunismus

    Kommunismus (lateinisch communis ‚gemeinsam‘) ist ein um 1840 in Frankreich entstandener politisch-ideologischer Begriff mit mehreren Bedeutungen: Er bezeichnet erstens gesellschaftstheoretische Utopien, beruhend auf Ideen sozialer Gleichheit und Freiheit aller Gesellschaftsmitglieder, auf der Basis von Gemeineigentum und kollektiver Problemlösung.

    Zweitens steht der Begriff, im Wesentlichen gestützt auf die Theorien von Karl Marx, Friedrich Engels und Wladimir Iljitsch Lenin, für ökonomische und politische Lehren, mit dem Ziel, eine herrschaftsfreie und klassenlose Gesellschaft zu errichten.

    Drittens werden damit Bewegungen und politische Parteien (vgl. Kommunistische Partei) bezeichnet, die das Ziel verfolgen, Gesellschaften zum Kommunismus zu überführen bzw. solche Lehren praktisch umzusetzen.

    Viertens bezeichnet er – als von der ersten Bedeutung unterschiedene Fremdbezeichnung – daraus hervorgegangene Herrschaftssysteme. Das mächtigste dieser erreichte mit der Sowjetunion sowie ihrer verbündeten Ostblockstaaten sowie China während des Kalten Krieges ihre grösste Ausdehnung. In einigen dieser kommunistischen Parteidiktaturen (Realsozialismus) kam es zu Massenverbrechen (etwa dem Großen Terror in der stalinistischen Sowjetunion der 1930er Jahre oder in der maoistischen Kulturrevolution in der Volksrepublik China in den 1960er und 1970er Jahren). Die meisten realsozialistischen Staaten brachen um das Jahr 1990 zusammen.

    Eine Abgrenzung zum Sozialismus ist nicht immer möglich.

    deine 'belehrung' weise ich hiermit zurück. ich werde mich hüten, die lesart der marxisten und ihrer freunde zu verwenden.

  • ..... als von der ersten Bedeutung unterschiedene Fremdbezeichnung

    Also die Zuschreibung eines Begriffes zu einem Herrschaftssystem, was mit der ursprünglichen Bedeutung nichts zu tun hat.


    Das ist in etwa, als wenn man "Ketchup" als Artikelbezeichnung auf ein Glas Majo druckt.

    Libertarismus. Eine einfältige rechte Ideologie, die sich ideal für diejenigen eignet,

    die nicht in der Lage oder nicht bereit sind, über ihre eigene soziopathische Haltung hinauszusehen.

    * Iain Banks

  • ganz so einfach ist es nicht. siehe:

    deine 'belehrung' weise ich hiermit zurück. ich werde mich hüten, die lesart der marxisten und ihrer freunde zu verwenden.

    Nimms mir nicht übel, aber um ernsthaft über das von Dir eingebrachte Thema zu diskutieren, bedarf es eindeutiger Begriffsdefinitionen und da reicht das Überfliegen eines Wikiartikels und eines Zitats daraus mitnichten aus. Schon allein die Tatsache, dass mein Hinweis auf den Unterschied zwischen Kommunismus und Sozialismus als Belehrung aufgefasst und zurückgewiesen wird, erklärt das ständige Verwässern dieser Begrifflichkeiten und die Pauschalierungen von Dir, um Deine Meinung zu rechtfertigen. Der Kommunismus ist das Ziel einer sozialistischen Gesellschaftsordnung. Es ist ganz einfach. Und es ist kein Geheimnis, dass dieses Ziel bisher von keinem sozialistischen Staat erreicht wurde; sie sind ja schon an der Idee des Sozialismus gescheitert wie die DDR.


    Liste doch mal kurz und knapp auf, was Kommunismus, Faschismus und Nazismus aus Deiner Sicht gemeinsam haben.

  • Das Problem ist, dass 70 Jahre antikommunistischer Propaganda das Hirn so manch eines Westlers zerfressen hat. Ich bin zwar auch einer, aber diesen Bullshit konnte ich erfolgreich abwehren. Für unsere angeblichen Freunde von jenseits des Atlantiks ist im Grunde alles, was mit Umverteilung zu tun hat schon Sozialismus. Dort ist es noch viel schlimmer als hier, aber hier wirkt das Gift leider seit dem Lambsdorff-Papier auch schon deutlich.

    Gier ist gut, Ellenbogen sind sexy und Eigentum ist geil, möglichst auf Kosten anderer.

    Libertarismus. Eine einfältige rechte Ideologie, die sich ideal für diejenigen eignet,

    die nicht in der Lage oder nicht bereit sind, über ihre eigene soziopathische Haltung hinauszusehen.

    * Iain Banks

  • Liste doch mal kurz und knapp auf, was Kommunismus, Faschismus und Nazismus aus Deiner Sicht gemeinsam haben.

    die auffälligste gemeinsamkeit ist die behauptung, die welt strebe einer apokalypse zu, die nur durch die eigene ideologie zu stoppen ist. verantwortlich dafür ist ein fiktiver feind, den man mit allen mitteln bekämpfen muss. dieser totalitarismusanspruch ist das eigentlich teuflische daran. es erlaubt den tätern, beliebige verbrechen zu begehen, denn sie tun es ja immer für ein höheres ziel.

  • Das Problem ist, dass 70 Jahre antikommunistischer Propaganda das Hirn so manch eines Westlers zerfressen hat. Ich bin zwar auch einer, aber diesen Bullshit konnte ich erfolgreich abwehren. Für unsere angeblichen Freunde von jenseits des Atlantiks ist im Grunde alles, was mit Umverteilung zu tun hat schon Sozialismus.

    als kind lebte ich dort. ich hielt die antikommunistischen reden meiner geschichtslehrerin (die ich sehr schätzte) für maßlos übertrieben. so gut wie alle schüler namen sie in dem punkt kaum ernst. inzwischen glaube ich mehr und mehr, dass sie recht hatte. zumindest agieren die fans dieser ideologie extrem verlogen, eben so wie honecker und sudel-ede.


    das wirft eine ganz neue frage auf: sind faschismus und kommunismus für unehrliche menschen d.h. 'schlechte' menschen, also solche mit hang zum lügen und zum verbrechen, besonders attraktiv? immerhin könnte die beantwortung dieser frage hinweise geben, wieso jeder versuch den kommunismus zu implementieren, in einer katastrophe mündete. denn nach hiesiger mehrheitsmeinung ist der kommunismus ja nicht schlecht, nur seine protagonisten waren es (was ich persönlich stark bezweifle).

  • Nicht vergleichbar? Entweder du machst den 1€ Job oder wir streichen dir deine Stütze ist knallharte staatliche Nötigung.

    Nicht Dein Ernst, oder? Etwas für ein Ziel zu tun - auch wenn man sich dazu überwinden muss - ist nicht dasselbe, wie "ein neuer Mensch" zu werden.

    Der Kommunismus erfordert aber einen neuen Menschen, frei von Gier, frei von Egoismus. Einen solchen Menschen zu erziehen, ist ja wohl auch das Ziel.

    Das hat nicht das Geringste damit zu tun, dass oder ob der Staat einen Menschen zu etwas nötigt, was der nicht will.

    Im Übrigen sehe ich es nicht als Nötigung an, wenn jemand etwas dafür tun muss, dass er etwas bekommt. Das ist doch der Deal im ganzen Leben. Jeder Kauf ist ein Deal.



    "Nur die allerdümmsten Kälber wählen ihren Metzger selber"

  • Nicht Dein Ernst, oder? Etwas für ein Ziel zu tun - auch wenn man sich dazu überwinden muss - ist nicht dasselbe, wie "ein neuer Mensch" zu werden.

    ...

    Doch, mein voller Ernst. Entweder du beugst dich unserer Auffassung/Ideologie, oder du kannst sehen wo du bleibst. Reih dich ein in die Schlange der Looser, die von der Hand in den Mund leben oder du hast nichts mehr in der Hand, was du in den Mund stecken kannst.

    Libertarismus. Eine einfältige rechte Ideologie, die sich ideal für diejenigen eignet,

    die nicht in der Lage oder nicht bereit sind, über ihre eigene soziopathische Haltung hinauszusehen.

    * Iain Banks

  • ...


    das wirft eine ganz neue frage auf: sind faschismus und kommunismus für unehrliche menschen d.h. 'schlechte' menschen, also solche mit hang zum lügen und zum verbrechen, besonders attraktiv? ...


    Ja, das versucht die CDU, die Kapitalisten und die Amis uns schon seit den Fünfzigern klarzumachen und Du kannst sicher sein, dass das gewirkt hat. :L Hier sieht man zum Beispiel wie der Kommunismus in einem nach amerikanischem Vorbild angelegten Bürogulag wütet. Und er hat offensichtlich großen Spaß daran ! :opa:


    giphy.gif

  • Doch, mein voller Ernst. Entweder du beugst dich unserer Auffassung/Ideologie, oder du kannst sehen wo du bleibst. Reih dich ein in die Schlange der Looser, die von der Hand in den Mund leben oder du hast nichts mehr in der Hand, was du in den Mund stecken kannst.

    Das ist sehr unlogisch, denn von Auffassung oder <ideologie ist ja im von Dir geschilderten Fall gar keine Rede.

    Es ist aus anderen Gründen oft ungut, aber nicht aus ideologischen.



    "Nur die allerdümmsten Kälber wählen ihren Metzger selber"

  • Moderation:

    Drei Beiträge haben den Weg in ein anderes Reich genommen und dürften unschwer zu finden sein. Erwähnt sei noch, dass mein Geduldsfaden in Bezug auf threadfremde Beiträge inzwischen leicht angespannt ist.