Warum wird Kommunismus oft anders bewertet als Faschismus und Nazismus?

  • Vielleicht sollte man sich von dieser Ideologie Diskussion lösen. ...

    Wenn man sich davon löst könnte man auf ketzerische Gedanken kommen. :diabolo: Der Thread ist ja mit dem Hintergedanken erstellt, die Überlegenheit des Kapitalismus gegenüber faschistischen und kommunistischen (ich lasse mal den Streit beiseite ob es den theoretischen Kommunismus gab oder nicht, weil das dabei keine Rolle spielt) Systemen dadurch herauszustreichen, dass man die mörderische Seite besonders betont, beziehungsweise vergleicht. Dabei ist Beides immer nur die Folge einer bestimmten, besonders destruktiven Form des Kapitalismus gewesen. Im Grunde nicht mehr als besonders harte Ausschläge der dunklen Seite des Kapitalismus. Ich würde das auch bei der Oktoberrevolution behaupten, denn was ging dieser voraus ? Eigentlich nur recht bescheidene Forderungen, um nicht Bitten zu sagen, an den Zaren, die erdrückenden sozialen Verhältnisse ein ganz klein wenig zu verbessern. Die Erfüllungsgehilfen des Kapitals schlugen solche Versuche aber gerne brutalstmöglich nieder. Ohne Kapitalismus kann es die Oktoberrevolution gar nicht geben und auch Mussolini und Hitler nicht. Kommunismus und Faschismus sind die Kinder des Kapitalismus und von daher ist es logisch, dass auch die Opfer von Kommunismus und Faschismus die Opfer des Kapitalismus sind. :kopfkratz2: :nosee: :erol:

  • ............ Kommunismus und Faschismus sind die Kinder des Kapitalismus und von daher ist es logisch, dass auch die Opfer von Kommunismus und Faschismus die Opfer des Kapitalismus sind. :kopfkratz2: :nosee: :erol:

    Kommunismus ist kein "Kind des Kapitalismus" sondern eine vorerst Theoretische Gesellschaftsformation nach vollständiger Überwindung des Kapitalismus.

  • Wenn man sich davon löst könnte man auf ketzerische Gedanken kommen. :diabolo: Der Thread ist ja mit dem Hintergedanken erstellt, die Überlegenheit des Kapitalismus gegenüber faschistischen und kommunistischen (ich lasse mal den Streit beiseite ob es den theoretischen Kommunismus gab oder nicht, weil das dabei keine Rolle spielt) Systemen dadurch herauszustreichen, dass man die mörderische Seite besonders betont, beziehungsweise vergleicht. Dabei ist Beides immer nur die Folge einer bestimmten, besonders destruktiven Form des Kapitalismus gewesen. Im Grunde nicht mehr als besonders harte Ausschläge der dunklen Seite des Kapitalismus. Ich würde das auch bei der Oktoberrevolution behaupten....

    Ja und irgendwie auch nein. Russland zu diesem Zeitpunkt taugt wohl weniger als Beispiel, bzw. war das Feudalreich in der niedrigsten sozialen und gesellschaftlichen Stufe Europas und in seiner Herrschaftstruktur gegenüber dem Volk wohl in den allerletzten Zügen des Offenbarungeids.

    Dort war ja eigentlich niemals die Vorstufe irgendeines ernst zu nehmenden, moderneren Marktsystems vorhanden, bzw. war nur einem elitären Bürgertum und einer überschaubaren Adelskaste vorbehalten. Das sowas in einer solchen Gewaltexplosion münden würde ist bei der Betrachtung des Jahrhunderte langen, auferlegten Elends der Gesamtbevölkerung dann auch nachvollziehbar.


    Nicht umsonst ging bei dieser Vorstellung der jeweiligen, ausserrussischen Aristrokratie und Finanzelite mächtig gewaltig der Kackstift.

  • Kommunismus ist kein "Kind des Kapitalismus" sondern eine vorerst Theoretische Gesellschaftsformation nach vollständiger Überwindung des Kapitalismus....

    Ja aber basierend auf was ?


    Eben, auf Kuddel M's Eindrücke des damals vorherrschenden, Ursprungskapitalismus a la England, USA etc. ohne die er halt gar nicht oder zumindest in anderer Form seine Werke zu Papier gebracht hätte.


    Ich denke das wollte Bud damit ausdrücken.

  • Ja aber basierend auf was ?


    Eben, auf Kuddel M's Eindrücke des damals vorherrschenden, Ursprungskapitalismus a la England, USA etc. ohne die er halt gar nicht oder zumindest in anderer Form seine Werke zu Papier gebracht hat.


    Ich denke das wollte Bud damit ausdrücken.

    Marx ist eher in seinen Vorstellungen zum Kommunismus von der urgesellschaftlichen Gesellschaft ausgegangen, in der weitgehende Gleichheit herrschte. Das übertragen auf die Erreichung einer umfassenden Produktivität, so war seine Meinung, würde dazu führen, dass die Erfüllung der Lebensbedürfnisse jedes Menschen möglich würde. Und da dem Kapitalismus die mit wachsender organischer Zusammensetzung des Kapitals sinkende Profitrate gesetzmäßig eigen ist, dürfte mit umfassende Automation auch die Grundlage des Kapitalismus an ihre Grenzen gelangen, somit die nächste Gesellschaftsformation objektiv notwendig werden.

  • Ja und irgendwie auch nein. Russland zu diesem Zeitpunkt taugt wohl weniger als Beispiel, bzw. war das Feudalreich in der niedrigsten sozialen und gesellschaftlichen Stufe Europas und in seiner Herrschaftstruktur gegenüber dem Volk wohl in den allerletzten Zügen des Offenbarungeids.

    ...

    Ich tue mich mit Russland 1905 als kapitalistisches Land auch etwas schwer, das stimmt. Aber wenn man in den Link schaut sieht man dass ein Streik, ausgehend von Webereien, Werften und Manufakturen ausgerufen wurde. Ich schätze also, dass da irgendwelche Feudalherren oligarchisch absahnten. Von daher dachte ich, es taugt doch so ein bisschen als Beispiel um den Kapitalismus anzuschwärzen. :uglytwink: :biggrin:

  • Marx ist eher in seinen Vorstellungen zum Kommunismus von der urgesellschaftlichen Gesellschaft ausgegangen, in der weitgehende Gleichheit herrschte. Das übertragen auf die Erreichung einer umfassenden Produktivität, so war seine Meinung, würde dazu führen, dass die Erfüllung der Lebensbedürfnisse jedes Menschen möglich würde. ...

    Ich wollte jetzt gar nicht auf diese Sichtweise hinaus, sondern habe dreist in den Raum gestellt dass alles was da passiert ist, also Faschismus, Kommunismus im Sinne der Oktoberrevolution in Russland, Nazideutschland, nur ein extremer Ausschlag des Kapitalismus war. Ist doch mal ein anderer Ansatz, oder ? ;)

  • Ich wollte jetzt gar nicht auf diese Sichtweise hinaus, sondern habe dreist in den Raum gestellt dass alles was da passiert ist, also Faschismus, Kommunismus im Sinne der Oktoberrevolution in Russland, Nazideutschland, nur ein extremer Ausschlag des Kapitalismus war. Ist doch mal ein anderer Ansatz, oder ? ;)

    Dann übernimm doch nicht den Begriff "Kommunismus", denn die Oktoberrevolution war eine sozialistische, in den Anfängen sogar eine bürgerliche Revolution. Und Lenin hat seine "Neue Ökonomische Politik" am dt. Kaiserreich abgeschaut, bis zum Ende der UdSSR wurde dort Staatskapitalismus praktiziert, wobei danach eben die Restauration des Kapitalismus dort ansetzte, wo sie 1905/17 aufgehoben wurde. Russland ist heute ein kapitalistischer Staat. Da beißt die Maus keinen Faden ab!

  • Ich tue mich mit Russland 1905 als kapitalistisches Land auch etwas schwer, das stimmt. Aber wenn man in den Link schaut sieht man dass ein Streik, ausgehend von Webereien, Werften und Manufakturen ausgerufen wurde. Ich schätze also, dass da irgendwelche Feudalherren oligarchisch absahnten. Von daher dachte ich, es taugt doch so ein bisschen als Beispiel um den Kapitalismus anzuschwärzen. :uglytwink: :biggrin:

    ..Und hört die Signale, war das zumindest Auslöser diverser Berg/Hafenarbeiter Streiks im Kaiserreich und in Gesamteuropa.

  • Dann übernimm doch nicht den Begriff "Kommunismus", denn die Oktoberrevolution war eine sozialistische, in den Anfängen sogar eine bürgerliche Revolution. Und Lenin ......

    ..war in seiner Fraktion, neben anderen der sozialistischen Bolschewiki doch auch schon überzeugter Kommunist. Ob er nun kurz vor oder kurz nach der Oktoberrevolution seine Thesen vollständig umsetzte ist doch nun Wortklauberei. Da war doch kein Zeittimer anhand dem man trennscharf sozialistisch ins kommunistische..... umswitchen konnte.

    Genausogut hätte man fast allen SPD Reichstagabgeordneten in der Zeit ( bis auf Liebknecht ) Ihr "Sozialdemokratisch" absprechen können.

  • Marx ist eher in seinen Vorstellungen zum Kommunismus von der urgesellschaftlichen Gesellschaft ausgegangen, in der weitgehende Gleichheit herrschte. Das übertragen auf die Erreichung einer umfassenden Produktivität ...

    Ja - auch. Aber seine weitaus prägenden Ansichten und Theorien zur Kapitalakkumulation, Lohnarbeit, Marktwirtschaft etc. hat er doch aus den gegebenen Verhältnissen seiner Zeit gezogen. Oder etwa nicht ?