Provokation als Stilmittel

  • Aus gegebenem Anlass, beziehungsweise weil es auffällt dass Threads erstellt werden, die im Aufhänger oder im Einführenden Text versuchen bestimmte Reaktionen zu provozieren, habe ich mich gefragt ob man das nicht gleich selbst zum Thema machen könnte. :nerd:


    Es ist natürlich möglich ungewollt zu provozieren, was vom Gesprächspartner abhängt, der auf bestimmte Dinge mehr oder weniger empfindlich reagiert und es darüber zu Auseinandersetzungen kommt. Das ist aber hier nicht gemeint. Höchstens in dem Sinne, dass bei einem Beispiel, welches vielleicht hier gebracht wird dann letztlich gesagt wird, dass die Provokation wahrscheinlich eher unabsichtlich geschehen ist. Hier soll es aber um Absicht gehen. :angel:


    Was ist eine Provokation ? Wikipedia meint es wäre das gezielte Hervorrufen eines Verhaltens oder einer Reaktion bei anderen Personen. Hierbei agiert der Provokateur bewusst manipulativ oder unbewusst in einer Weise, dass die provozierte Person oder Personengruppe ein tendenziell erwünschtes Verhalten zeigt.


    Das erwünschte Verhalten in einer politischen Diskussion und gerade in einer digitalen Umgebung wie der unseren hier - ist Ärger, Wut oder Empörung. Und diese Emotionen werden dann gerne genommen um einzuordnen, abzustempeln, zu verurteilen. Es geht dabei selbstverständlich darum zu gewinnen, nicht darum ein Thema zu besprechen.


    Ist das eine zulässige Strategie ? Vielleicht nicht immer, aber manchmal ? Kommunistenhasser machen es. Nazijäger machen es. Marktradikale machen es. Trump macht es. Feministinnen machen es. Öko- und sonstige Aktiviten machen es. Wann ist Provokation legitim oder auch unterhaltsam oder wann ist sie nervig und dümmlich ?

    Provoziere ich genug, wenn ich in einem Thread eine provozierenden Beitrag schreibe oder provoziere ich nicht doch sehr viel wirkungsvoller, wenn ich es in einem neuen Thread verpacke. Wie man sieht ist das eine Sache des persönlichen Stils. 8)

  • Also prinzipiell sag ich mal, hat es jeder irgendwie schon mal gemacht. Ja, es ist ein dialektisches Mittel. Wird aber explizit eine Person oder eine Gruppe immer in ähnlich provokanter Weise angemacht, dann ist das einfach nur plump. Man kann ja gegen Links/Rechts/Neolib sein etc. nur wenn gleich mal jemand der eine Konträre Meinung hat (Beispiel Marx) als "Fan" "Jünger" oder sonstwie diffamiert wird, nur weil er lieber sachlich an Fakten und Quellen diskutieren will, dann hat das schon Geschmäckle.


    Provokation allein nützt nichts, wenn sie nicht klärend am Ende ein Ergebnis erzielt.

    Ist wie eine Strategie ohne Taktik...oder umgekehrt...


    Falls du aber einen gewissen User meinst, dann sollte man auch wissen, wer die User um sich herum nicht kennt, der sollte etwas vorsichtig sein mit Spekulationen über "Gesinnung" und "Meinung" des Gegenüber.


    Der Stamm hier kennt sich mindestens von Schreiben her recht gut. Und wer will bestreiten, dass es auch mal unter den sich bekannten Usern sowas wie Zoff gab? Hat sich am Ende aber meinst selbst wieder eingerenkt oder es wurde in vielen Fällen einfach drüber gesprochen.


    Solches ist einem reinen Provokateur aber egal. Der will gar nicht näher eintauchen und sich das Gegenargument anhören. Dem reicht ein Satz oder eine Äußerung, um zu kategorisieren und abzuschreiben. Eigentlich erbärmlich, denn wenn ich mir vorstelle, wie solche Menschen im reallife klar kommen, wenn sie ähnlich agieren, dann versagt meine Vorstellungskraft. ;)


    mfg

  • Ich stimme damit ziemlich überein und gebe natürlich zu dieses Mittel auch anzuwenden. In den allermeisten Fällen versuche ich es humoristisch zu verpacken, aber das versteht auch nicht jeder oder es will nicht verstanden werden, weil man sich aufregen will.


    Eine Provokation in einer Diskussion einzusetzen ist also nicht ungewöhnlich. Es gibt aber Zeitgenossen, bei denen es nicht mehr überraschend, lustig oder unterhaltend ist, sondern bei denen wie bei einer Zwangsstörung bestimmte Muster ablaufen. Die Zwangsgedanken drängen sich fast unkontrollierbar auf und werden stereotyp in nahezu jedes Thema gezwängt. Es ist kein Schlenker zu blöd und keine noch so offensichtliche Ablenkung zu absurd um die Kurve zum Lieblingsfeindbild zu kriegen, um irgendeine dumme Bemerkung loszuwerden.

  • Ihr habt natürlich völlig recht, aber habt Ihr mal überlegt, warum manche Menschen so versessen darauf sind, Andere zu provozieren? Klar, das kann einem im Prinzip latte sein, aber es sind doch immer dieselben Muster:

    1. Ohne Provokation würde mit denen kaum einer reden, weil sie und ihre Ansichten eigentlich völlig uninteressant sind. 2. Sie fühlen sich unwichtig und beziehen all ihr Selbstbewusstsein daraus, andere "aufmischen" zu können.

    3. Sie sind einsam und etwas verbittert, würden gern freundlicher sein, aber können´s einfach nicht, was sie noch mehr verbittert. Sie meinen, sie vergeben sich was, wenn sie einfach auf Argumente eingehen, weil die anderen ja Deppen sind...

    Es gibt ungeheuer viel Gestörte um einen herum, aber man muss ja irgendwie auch mit denen klarkommen.


    Es schadet allerdings nicht, ihnen ab und an mal deutlich zu sagen, was man von ihrem Getue hält, wobei man auch kurz darauf eingehen kann, wo man dessen Ursache vermutet. Leider sind nicht viele sich selbst gegenüber ehrlich genug, mal in sich zu gehen. Und viele sind auch einfach nur ein bisschen dumm. Leider.



    "Oh Tor, im Unglück ist Trotz nicht förderlich!" (Sophokles: Ödipus auf Kolonos)

  • Man sollte schon unterscheiden zwischen einem provokativen Argument und einer Provokation ad hominem. Ersteres ist wie das Salz in der Suppe; immer nur Friede, Freude, Eierkuchen wird auf Dauer auch langweilig. 🙂 Letzteres sollte umgehend unterbunden werden.

  • Ich finde, dass man polemisch sein darf, solange man keine Diskussionspartner persönlich angreift.


    Wenn ich z.B. dem komischen "Karl Marx" verbal in die Fresse trete, sollte sich der zivilierte Mitteleuropäer nicht so verhalten, wie ein ISIS-Jihadi, wenn jemand Mohammed beschimpft hat.


    Also nicht:

    A sagt: "Ideologe X und seine Ideologie sind scheiße"

    B antwortet: "Du bist scheiße!"


    Das ist der falsch Weg ...

  • ...

    1. Ohne Provokation würde mit denen kaum einer reden, weil sie und ihre Ansichten eigentlich völlig uninteressant sind.

    2. Sie fühlen sich unwichtig und beziehen all ihr Selbstbewusstsein daraus, andere "aufmischen" zu können.

    3. Sie sind einsam und etwas verbittert, würden gern freundlicher sein, aber können´s einfach nicht, was sie noch mehr verbittert. ...

    ...viele sind auch einfach nur ein bisschen dumm. Leider.

    Sie haben auf jeden Fall charakterliche Schwächen und wenig soziale Kompetenz. Selbstbewusstsein durch Unfrieden säen ist ziemlich mies. Privat hätte man sehr wahrscheinlich nichts mit ihnen zu tun. Das unterscheidet den um sich selbst drehenden Provokateuer von einem der so etwas hin und wieder mal einsetzt.

  • Man sollte schon unterscheiden zwischen einem provokativen Argument und einer Provokation ad hominem. Ersteres ist wie das Salz in der Suppe; immer nur Friede, Freude, Eierkuchen wird auf Dauer auch langweilig. 🙂 Letzteres sollte umgehend unterbunden werden.


    Ein Argument ad hominem umgeht das Thema durch einen persönlichen Angriff. Das ist immer auch eine Provokation und der anschließende Streit beendet das Thema drastisch. Solche Aktionen sind leicht durchschaubar. Es genügt völlig die Dinge zu kennen die dem "Gegner" wichtig sind und diese dann verächtlich zu machen, um ähnliche Reaktionen zu erzielen wie bei einer direkten Beleidigung. Das zu unterbinden ist kaum möglich. Bestimmt auch nicht im Einzelfall. Was aber ist dann, wenn jemand nur mit Provokationen arbeitet, weil er die Reaktionen des Gesprächspartners zu kennen glaubt ? Wenn das allein die Kommunikation bestimmt ?

  • Sie haben auf jeden Fall charakterliche Schwächen und wenig soziale Kompetenz. Selbstbewusstsein durch Unfrieden säen ist ziemlich mies. Privat hätte man sehr wahrscheinlich nichts mit ihnen zu tun.

    Vielleicht haben sie im RL auch nicht den Mut dazu, um Klartext zu reden. Im Internet können sie das immerhin halbwegs anonym und gefahrlos machen.

  • Ich finde, dass man polemisch sein darf, solange man keine Diskussionspartner persönlich angreift.


    ...

    Ja, aber nicht dauernd. Finde Marx ruhig scheiße und die Amis für das Beste was der Welt passieren konnte. Das stört hier keinen. Aber verteidige diese Positionen nicht jedes mal damit den Kommunismus oder eine VT ins Feld zu führen. Das nutzt sich sehr schnell ganz stark ab.

  • Ja, aber nicht dauernd. Finde Marx ruhig scheiße und die Amis für das Beste was der Welt passieren konnte. Das stört hier keinen. Aber verteidige diese Positionen nicht jedes mal damit den Kommunismus oder eine VT ins Feld zu führen. Das nutzt sich sehr schnell ganz stark ab.

    Das ist direkt proportional zur hiesigen Verteidigung marxitischer Anschauungen. Ich bin übrigens sehr froh darüber, dass ich hier noch keinen Neonazi/AfDler u.ä. gelesen habe. Die sind noch schlimmer.

  • Das finde ich nicht. Wie kommst Du darauf ?

    Musst du darauf achten, was die gestiefelte Katze so absondert, oder der Gunner1888. Erstere kann sich wenigstens noch benehmen, aber Letzterer ist ein Hardcore-Adhominem-Pöbler, der zudem noch von den Fahrrad-Frickelmännern gedeckt wird.


    Kurz gesagt: Antiamerikanismus ist hier Mainstream. So scheint es mir jedenfalls.

  • was die gestiefelte Katze so absondert, .....................

    Kurz gesagt: Antiamerikanismus ist hier Mainstream. ..................

    Der graue kater läuft auf seinen Pfoten ohne Stiefel, falls Du mich ansprechen wolltest. Und Gunny ist immer sehr sachlich. Antiamerikanismus gibt es hier nicht, erstens besteht Amerika nicht nur aus den USA und zweitens haben wir alle hier nichts gegen die Amerikaner sondern nur etwas gegen die völlig abwegige Politik diverser USA Administrationen, die der Menschheit insgesamt die Existenzgrundlagen gefährdet.

  • Der graue kater läuft auf seinen Pfoten ohne Stiefel, falls Du mich ansprechen wolltest. Und Gunny ist immer sehr sachlich.

    Nichts für ungut, Bo. Dich respektiere ich ohne Einschränkung, weil du meistens sachlich bist. Davon kann dieser 'Gunnie' jedoch nicht zehren.


    Antiamerikanismus gibt es hier nicht, erstens besteht Amerika nicht nur aus den USA

    Ach komm, mit dem gleichen Argument versuchen Antisemiten den Antisemitismus für nicht existent zu erklären. Man sollte jedoch wissen, dass Antisemitismus speziell auf Juden zielt, nicht aber auf alle Semiten. Und ebenso adressiert Antiamerikanismus die Bewohner der USA, und nicht etwa ganz America.

  • ......Ach komm, mit dem gleichen Argument versuchen Antisemiten den Antisemitismus für nicht existent zu erklären. Man sollte jedoch wissen, dass Antisemitismus speziell auf Juden zielt, nicht aber auf alle Semiten. Und ebenso adressiert Antiamerikanismus die Bewohner der USA, und nicht etwa ganz America.

    Unter vernünftig denkenden Menschen gibt es weder Antiamerikanismus noch Antisemitismus. Der Hype der gegenwärtig den Antisemitismus ganz anders definiert, ihn als verwerfliche Kritik an Israel sieht, ist reine Hasbara Sicht. Und wer Deutschen Antiamerikanismus unterstellt, geht auch fehl. Die überwiegende Mehrheit der Deutschen mag die USA und ihre Bürger, aber nicht die Politik der Trump Truppe und keineswegs das Vasallentum der Transatlantiker und ihren Rüstungswahn.