Der 20. Juli 1944

  • Das missglückte Attentat auf Hitler jährte sich zum 75. Mal. Claus Schenk Graf von Stauffenberg gilt als das Symbol für den Widerstand. Wurden er und die übrigen Protagonisten des "Unternehmens Walküre" nach dem Krieg zunächst als Verräter angesehen, später heroisiert, ist dies heute einer eher nüchternen Betrachtung gewichen.


    Ein bemerkenswerter Beitrag stammt von Arno Widmann, in dem er sich mit den Motiven und Zielen der Widerstandskämpfer auseinandersetzt. Die meisten von ihnen waren Hitler treu ergeben, waren daran beteiligt, den Krieg vorzubereiten und zu führen, hatten keine Skrupel, so lange die Wehrmacht siegreich war, und auch die "Endlösung der Judenfrage" spielte keine entscheidende Rolle. Erst als sie erkannten, dass der Krieg nicht mehr zu gewinnen war, sahen sie Handlungsbedarf. Dabei sollten nach Erwin von Witzleben die Soldaten trotzdem weiter kämpfen für einen "ehrenvollen Ausgang des Krieges", nicht erkennend, dass man einen ehrlosen Krieg nicht ehrenvoll beenden kann, außer, man legte sofort die Waffen nieder.


    Widmann beendet seinen Beitrag mit einer provozierenden Feststellung.

    Zitat

    "Wir können froh sein, dass der Putsch vom 20. Juli 1944 gescheitert ist. Ohne die vernichtende Niederlage Deutschlands, ohne die brennenden Städte wäre denen, die ganz Europa sich unterworfen hatten, der Glaube an die eigene Herrenrassenherrlichkeit nicht auszutreiben gewesen."

    Vermutlich hat er Recht. Andernfalls hätte es nur eine neue Dolchstoßlegende gegeben.

  • Widmann ist Mitglied der duMont Redaktionsgemeinschaft.


    Also liberal zur Abwurf der Atombombe, oder zu Versuchen Brände zu legen, um dadurch wegen Sauerstoffmangel Menschen zu töten - siehe Dresden.


    Die USA stieg in den Krieg ein, als er für den Gegner bereits verloren war.

    Es ging nur noch darum Russland von Europa fernzuhalten und um das Ausprobieren von Waffen.

  • Wenn ein höherer Offizier es nicht fertigbringt Sprengsätze korrekt scharf zu machen und dann so platziert, dass das Ziel durch den massiven Tisch weitgehend geschützt bleibt, muss man an der militärischen Qualifikation ernste Zweifel haben. Wenn nach dem fehlgeschlagenen Attentat dann noch die gesamte Organisation auffliegt, kann man von einer vernünftigen Planung auch nicht ausgehen. Und die "Ehre" der Wehrmacht wurde damit auch nicht gerettet, die wurde von Beginn des Krieges an zerstört.

  • Also liberal zur Abwurf der Atombombe, oder zu Versuchen Brände zu legen, um dadurch wegen Sauerstoffmangel Menschen zu töten - siehe Dresden.

    Die USA stieg in den Krieg ein, als er für den Gegner bereits verloren war.

    Das wäre meiner Ansicht nach für den Zeitpunkt 1941 (Ende) ein ziemlich schmales Brett. Siehe z.B. Angriff auf die SU und die anfänglichen Erfolge die Deutschland in der Illusion ließen den Krieg im Osten zu gewinnen.


    Der Kriegseintritt der USA war letztendlich aber unausweichlich, passte aber in dem Kriegsszenario zu diesem Datum. Jeder der die US Produktionskapazitäten als Deutscher (mit klaren Blick ) aus der Vorkriegszeit kannte, wusste zumindest zu diesem Zeitpunkt das da der Drops auf längere Sicht gelutscht war. Das jene sich unter den Krieganstrengunegn da noch selbst übertroffen haben ( z.B. Fertigstellung eines Kriegsversorgers/Liberty von Kiellegung bis Fertigstellung = 4 Wochen ) übertraf alles was sich die Deutschen je vorstellen konnten.


    Und btw., die Ursachen des Todes durch Sauerstoffmangel ( siehe übrigens Hamburg/Operation Gomorrha 1943 ) war eine durch die Bombenangriffe erfolgte Ursache, kaum geplant....



    Wenn ein höherer Offizier es nicht fertigbringt Sprengsätze korrekt scharf zu machen und dann so platziert, dass das Ziel durch den massiven Tisch weitgehend geschützt bleibt, muss man an der militärischen Qualifikation ernste Zweifel haben. Wenn nach dem fehlgeschlagenen Attentat dann noch die gesamte Organisation auffliegt, kann man von einer vernünftigen Planung auch nicht ausgehen. Und die "Ehre" der Wehrmacht wurde damit auch nicht gerettet, die wurde von Beginn des Krieges an zerstört.

    Warum das Attentat technisch scheiterte ist ja nun hinlänglich bekannt und lag ja wohl kaum an der Unfähigkeit der Handelnen - in diesem Fall.


    Aber bei allen anderen kannn man dem o.g. Artikel nur Recht geben. Die Wehrmacht/Reichswehr hat Hitlers Aufstieg mit ermöglicht, viele "junge" Offiziere wie eigentlich ja die gesamte "Bewegung" jung war, war begeistert von ihm. Ergo hat sie ihre "Ehre" schon weit vorher verloren.

    Und über die Pläne für das Nachkriegsdeutschland von Teilen des militärischen Widerstands braucht man wohl nur wenige Worte verlieren.


    Stauffenberg und Co, sind das mehr als dürftige Feigenblatt der deutschen Elite und Wirtschaftswunder Entscheider.


    Erst in diesem Kontext wird klar warum man jemanden wie Georg Elser https://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Elser seitens diverser Historienerklärer bis vor kurzem noch so diffamierte....

  • Und über die Pläne für das Nachkriegsdeutschland von Teilen des militärischen Widerstands braucht man wohl nur wenige Worte verlieren.

    Abgesehen davon standen auch die Widerstandskämpfer der Wehrmacht, inklusive Stauffenberg, für eine politische Grundeinstellung, die Hitler in Deutschland ermöglicht hat.

  • Abgesehen davon standen auch die Widerstandskämpfer der Wehrmacht, inklusive Stauffenberg, für eine politische Grundeinstellung, die Hitler in Deutschland ermöglicht hat.

    Das sowieso. Ihre Abkehr waren neben den in rascher Folge abzeichnenden militärischen Niederlagen auch die sich materialisierende Aussicht das auf den Auffahrten zu Ihren prächtigen, ostelbischen Latifundien demnächst Stahlnägel bewehrte, russische Knobelbecher zu hören wären.


    Deswegen deren Gehudel zu Kriegsende hin. Vorher war die Dringlichkeit trotz des unsäglichen Blutzolls wohl nicht so groß.

  • Der Krieg war vor dem ersten Schuss verloren.Niemand kann gegen die ganze Welt gewinnen.


    Und niemand aus der Riege der ehrenwerten Offiziere und der obersten Heeresleitung hat sich getraut diesem Mann aus 2 Meter Entfernung direkt in den Kopf zu schießen und das Kommando zu übernehmen- mehr ist nicht zu sagen.

  • Der Krieg war vor dem ersten Schuss verloren.Niemand kann gegen die ganze Welt gewinnen.


    Und niemand aus der Riege der ehrenwerten Offiziere und der obersten Heeresleitung hat sich getraut diesem Mann aus 2 Meter Entfernung direkt in den Kopf zu schießen und das Kommando zu übernehmen- mehr ist nicht zu sagen.

    Man war berauscht und völlig fehlgeleitet von den Anfangserfolgen. Alle. Das der Feind lernt, das er bessere und vor allen reichhaltige Ressourcen hatte, wurde komplett ignoriert. Der fette Morphinist, die Ja-Sager im Heer, die Blödblaumänner der Marine....

    Und auch hier, diejenigen, die Kritiker, die Skeptiker, waren im einstelligen Promillebereich. Überall. Nicht umsonst hieß es noch im März/April 45.. unsere Mauern brechen, unsere Herzen nicht. Und nicht zu vergessen die mit viel Eifer auch von Freiwilligen (!)n betriebenden tödlichen Hetzjagden auf die KZler an der Ostsee, Tage vor Kriegsende und in Angesicht der engl. Armee. Man war berauscht bis zum Schluß.

  • Aber dieser einstellige Promille-Bereich (z.b. Militär) mochte diesen Mann nicht besonders, hatte aber keine Eier in der Hose. Canaris hatte jahrelang gegen ihn gearbeitet. Die Kommandeure von Paris und Rom haben beide Städte nicht in Schutt und Asche gelegt, laut Führer-Befehl. Die Stabsoffiziere an der Ostfront konnten seinen bekloppten Befehlen nichts abgewinnen.

    Sein höchster Admiral war ein Schleimer aber hatte Ahnung, genutzt hatte es ihm nichts, denn der Verrückte aus der Provinz hat in entscheidenden Fragen nicht auf ihn gehört.Rommel war zu lange in der Wüste, aber als er den Verrückten persönlich kennengelernt hatte wäre er wohl gerne wieder zurück in die Wüste. Jodel, Keitel, Guderian etc. all die Intelligenz wußte was das für ein Rindviech war, aber...Nur der Dicke drogenabhängige (der schon von von Richthofen verachtet wurde) und der Mystiker und Hühnerzüchter sahen ihren Führer wohl als neuen Heiland.Die hatten alle Angst und davon eine Menge.

  • Wenn sich ein totalitäres Regime erst mal etabliert hat, die Überwachung infolge ideologischer Vernebelung der Hirne bis in die Familien erstreckt, ist es total schwer, es von innen heraus zu überwinden. Zudem ging die Strategie des Bombenkrieges nicht auf, sie bewirkte ihr Gegenteil, die Bevölkerung unterstützte den Krieg weiter bis zum bitteren Ende.

    Und das Schlimmste ist: bis heute hat man die richtigen Schlußfolgerungen aus dem II. Weltkrieg nicht gezogen! Die Staaten setzen noch immer auf militärische Lösungen ihrer Ziele, obwohl bei heutiger Waffentechnologie das das Ende der Menschheit insgesamt zur Folge haben kann.

  • Wenn sich ein totalitäres Regime erst mal etabliert hat, die Überwachung infolge ideologischer Vernebelung der Hirne bis in die Familien erstreckt, ist es total schwer, es von innen heraus zu überwinden. Zudem ging die Strategie des Bombenkrieges nicht auf, sie bewirkte ihr Gegenteil, die Bevölkerung unterstützte den Krieg weiter bis zum bitteren Ende.

    Und das Schlimmste ist: bis heute hat man die richtigen Schlußfolgerungen aus dem II. Weltkrieg nicht gezogen! Die Staaten setzen noch immer auf militärische Lösungen ihrer Ziele, obwohl bei heutiger Waffentechnologie das das Ende der Menschheit insgesamt zur Folge haben kann.

    Jeder in der Gesellschaft ist hier in die Pflicht zu nehmen.


    Und das Ganze als "Vernebelung" zu bezeichenen trifft es eigentlich nicht, den dieser Nebel löste sich ja nicht irgendwann, sprich hier 1945 auf.


    Das Ganze war doch wohl eher wie ein Geschwür das viele, zu viele bis an Ihr Lebensende behaftet hat, sie sogar noch 30/40/50 jahre später hat schwärmen

    lassen oder im Thema zur Behandlung Andersdenkender ( "der gehört in ein Lager ) reüssierten.....

  • Die Staaten setzen noch immer auf militärische Lösungen ihrer Ziele, obwohl bei heutiger Waffentechnologie das das Ende der Menschheit insgesamt zur Folge haben kann. m

    Solange an dem Rüstungswahn von einigen Leuten massiv verdient wird,solange wird dieser Rüstungswahn auch international nicht zu stoppen sein.Selbst das Holzhammerargument "Arbeitsplätze muss dafür herhalten.

    Leider ist die gesamte Menschheit zu beschränkt,diesem Wahnsinn durch international verbindliche Abkommen ein Ende zu bereiten.

    Übrigens: Kapitalismus und "Sozialismus/Kommunismus (was es auch immer sein mag) sind sich in dieser Sache überaus einig.

    Kopp hoch und wenn der Hals ooch dreckig ist!

  • Ich halte mich hier an die Definition von Dimitrow für Faschismus! Ob eben der Begriff "Vernebelung" passend war, da ist Deine Kritik schon richtig, Es gibt eben langfristige Nebel und manche Wetterlagen prägen das Denken auch negativ, wenn überhaupt gedacht wird. Allerdings bezog sich mein Beitrag nicht ausschließlich auf das III. Reich. Die "Totalitären Regimes" sind auch heute längst nicht Geschichte.

  • Canaris hatte jahrelang gegen ihn gearbeitet.

    ...und das nicht allein. Da gab es zB noch einen Friedrich Wilhelm Heinz oder einen Otto John.

    Die nur mal herausgefischt. Beide fanden einen Platz, nachdem das Regime erledigt war.

    Was dann aber passierte, sollte sich zu einer Schmierenkomödie abzeichnen.

    Denn der Platzhirsch, Gehlen, dessen geschickt platzierten "Sonderverbindungen", "V-Männer" und freiwillige "Zuträger" konnten es nicht akzeptieren, dass sie mit Verräter zusammenarbeiten.

    "Einmal Verräter, immer Verräter!" ...hat Gehlen mal in einer Besprechung von sich gegeben.

    Das war dann der Start für eine Verleumdungs- und Lügenkampagne, wie sie besser nicht hätte choreografiert werden können. Schon gar nicht wollte man, dass ein zukünftiges Amt für Verfassungsschutz von solchen ( Widerständler gegen Hitler während des Krieges und Kollaborateure nach dem Krieg, weil sie mit den Engländern und nicht mit den USA in Verbindung standen) Verrätern aufgebaut und geführt wird.


    Der Widerstand war also für solche Personen nicht nur zu Zeiten der Diktatur ein Problem, sie wurden auch nach dem Ende des Krieges dafür "bestraft". .....von den gleichen Typen!! ;)

    Und genau das ist für mich der eigentliche Witz. Es zeigt auch, wieviel die damalige Führung der jungen BRD von Menschen hielt, die gegen Hitler arbeiteten. So was passte den "Fahnentreuen bis zum Schluß" (Gehlen) nicht in den Kram.


    mfg

  • Das ging bis runter in alle Ebenen. Denke an alle die, die im öffentlichen Dienst waren und vertrieben wurden. Entschädigung ?

    Bsp. aus der Familie. Als Hamburger /Norddeutscher Fahrensmann mit Kapitänspatent suchte man meist so nach 15-20 Jahren Anstellung als Lotse.

    D.h. Bewerbung bei der HHer Lotsenbrüderschaft mit allen Formalien etc pp. Wie bei Großvatern kam nach der Bewerbung der Krieg dazwischen.

    Also, nach Ende der ganzen Choose mit Hilfsdiensten für die Engländer etc. liefen die Überlebenden des Projekts Welteroberung das ganze Procedere der Bewerbung nochmal durch.

    So, und was glaubst Du welcher gestandene Kapitän ( aus derselben Flotille meines Großvaters ) nicht genommem wurde ?

    Genau, derjenige der 45 auf den Dönitzbefehl geschisxxxxxen und anstatt dessen Flüchtlinge gefahren hat.

    Und obwohl seine damalige Kriegsgerichtsverhandlung nicht beendet wurde hielt Ihn das HHer Seeamt und die Lotsenentscheider Ihn nicht für würdig....

  • Die Kameraden mit gefestigtem Weltbild in gehobenen Positionen, saßen dort bis in die achtziger Jahre relativ ungestört. Mir sind genug davon begegnet, bei denen man Umvolkungsphantasien haben konnte. 8) Wie soll da irgendein aufmüpfiger Kapitän eine Chance gehabt haben ?

    Ich bin mir nicht sicher,ob nicht auch heute noch Verfechter dieser Ideologie an (mit)entscheidenden Stellen sitzen,um so diesem Wahn weiterhin zur Wirkung zu verhelfen.