Die ehemalige DDR

  • Muss man mehr zur Verblödung des deutschen Managements sagen?

    Die ganzen letzten 30 Jahre seit der "Wiedervereinigung" sind ein einziger Jammer, wenn man sich vor Augen hält, was das Ausland damals vermutet hat, wie ein starkes Deutschland zukünftig agieren würde. Statt dessen wurde der Osten platt gemacht, die osteuropäischen Staaten wurden hochgerüstet auf Schuldenbasis, das Feindbild "Russland" blieb erhalten, die Nato wurde an dessen Grenzen ausgedehnt und die EU wurde anstatt integriert, zum Spielball der Spaltungsveranstaltungen der USA.

  • Gelegentlich sieht man Fotos von idyllischen ostdeutschen Städten, deren Straßen voller Farbe und Lebendigkeit sind und deren Häuser eins wie´s andere frisch und hübsch aussehen. Wenn ich dann lese, dass der Osten "plattgemacht" wurde und daran denke, wie trist so manches ostbayerische Kaff aussieht, denke ich an das Wort, das gleich nach der Wende begann, die wiedervereinigten Ostdeutschen zu charakterisieren: Jammerossis.

  • Gelegentlich sieht man Fotos von idyllischen ostdeutschen Städten, deren Straßen voller Farbe und Lebendigkeit sind und deren Häuser eins wie´s andere frisch und hübsch aussehen. Wenn ich dann lese, dass der Osten "plattgemacht" wurde und daran denke, wie trist so manches ostbayerische Kaff aussieht, denke ich an das Wort, das gleich nach der Wende begann, die wiedervereinigten Ostdeutschen zu charakterisieren: Jammerossis.

    Na, das gibt imm Laufe des Tages ganz schön Feuer !!! :P..


    Als ich letztens mit meiner Frau auf Luthers Spuren war, habe ich dort diverse Örtlichkeiten dort gesehen die bei weitem besser im Zustand waren als so einiges aus dem rund um Hamburg.....

  • Dessen bin ich mir bewusst. Aber ich kann diesen dauerbeleidigten, dauervorwurfsvollen Ton einfach nicht zu jeder Tageszeit ertragen.

    Du solltest Dich lieber mal fragen, weshalb 30 Jahre nach dem Anschluß der DDR an die BRD noch immer rund 90 % Wessis in den ostdeutschen Bundesländern die Politik und Wirtschaft prägen und fast alle Führungspositionen besetzen. Ein paar bunte Fassaden und einigermaßen hergerichtete Straßen, die aufgrund miserabler Bauausführung schon wieder zu bröckeln beginnen, können nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Osten wie eine Kolonie behandelt wurde und wird. Und "Jammerossis" kannste Dir sparen. Die Mehrheit der "OSSIS" hat nach der Wende ihr Schicksal selbst in die Hand genommen, die haben nie gejammert sondern die neuen Chancen genutzt, auch wenn das bedeutet hat, ins Ausland zu gehen oder hunderte Kilometer zu pendeln, um besser bezahlte Arbeitsstellen zu finden. Und die Gelder, die angeblich in den Osten geflossen sind, sind zu 90% schnellstmöglich auf westlichen Konten gelandet oder haben die westlichen Politikerimporte alimentiert. Ganz abgesehen davon, dass man sich ja zuvor die ganze DDR angeeignet hatte, die ja angeblich nichts wert war. Wir mussten allerdings unser Grundstück nach der Wende selbst teuer kaufen. Wessis bekamen ganze Firmen mit Grundstücken in Sahnelagen an der Ostseeküste und in den landschaftlich schönsten Lagen für eine symbolische Mark und zusätzlich Subventionen geschenkt...................:evil::evil::evil:

  • Na, das gibt imm Laufe des Tages ganz schön Feuer !!! :P..


    Als ich letztens mit meiner Frau auf Luthers Spuren war, habe ich dort diverse Örtlichkeiten dort gesehen die bei weitem besser im Zustand waren als so einiges aus dem rund um Hamburg.....

    Privatinitiative der Besitzer, u.a. auch westlicher Anleger, die wußten, wie man in Umbruchzeiten Kapital anlegt.

  • Das Geld des Westens wirkt Wunder. Zu ostzonalen Zeiten waren das in der Tat reine Bruchbuden.

    Das Geld des "Westens" stand fast nur "Wessis" zur Verfügung, die Rechtsanwälte und Notare im Grundstücksbereich kamen weitestgehend aus dem Westen und wußten, wie es funktioniert. Und Wunder wurden nicht bewirkt, ganz im Gegenteil, die Treuhand hatte den Freibrief und konnte völlig unkontrolliert alles plattmachen, was westdeutsche Investoren nicht erstrangig interessierte. Selbst nach einem verlorenem Krieg wäre man mit dem unterlegenem Land nicht derart umgegangen.

  • Selbst nach einem verlorenem Krieg wäre man mit dem unterlegenem Land nicht derart umgegangen.

    Du weißt wohl nicht, dass die Sowjets Ostdeutschland regelrecht ausgeplündert haben. Ganze Industrieanlagen haben sie ihr Mutterland verschleppt, nur um sie dort verrotten zu lassen. Das gleiche wiederfuhr auch andern osteuropäischen Ländern, die in die Klauen des Kommunismus geraten sind.

  • Du weißt wohl nicht, dass die Sowjets Ostdeutschland regelrecht ausgeplündert haben. .............

    Nach der verbrannten Erde, die die dt. Faschisten in der UdSSR hinterlassen hatten, und 27 Millionen Menschen, die der UdSSR der Krieg als Opfer hinterlassen hat, waren die Russen noch sehr moderat mit Deutschland umgegangen. Und mit den Industrieanlagen haben sich die Russen keinen Gefallen getan, die waren weitgehend veraltet. Den schlimmen Aderlass an der DDR hat die BRD vorgenommen, die die Spaltung vertieft, Braindrain begünstigt und massiv bis zum Ende der DDR etwa 1500 Milliarden Valuta-Mark dem Osten und seiner Entwicklung durch inadäquaten Handel und Boykotte entzogen hat. Ich bin 1946 geboren und habe die ganze Entwicklung miterlebt. Deine antikommunistischen Argumente ziehen nicht, wir hatten im Ostblock keinen "Kommunismus"!

  • Fakt ist, dass die DDR-Führung die Bevölkerung von vorne bis hinten beschissen und nie die Wahrheit gesagt hat, was den Zustand der DDR-Wirtschaft und die Finanzlage anging. Fakt ist auch, dass die DDR-Führung nichts zu melden hatte und unter der Fuchtel der UdSSR-Oberen stand, was sich erst mit Gorbatschow änderte. Was die Finanzlage der DDR angeht, hier mal ein aufschlussreicher Artikel:


    Zitat

    Jedoch ist wenige Jahre nach Veröffentlichung des Papiers belegt worden, dass wesentliche Aussagen in der Analyse, insbesondere über die Verschuldung der DDR in den westlichen Staaten, falsch waren und der Bericht als Dramatisierung eingestuft wurde. So beliefen sich etwa die DDR-Auslandsschulden keineswegs wie im Schürer-Papier behauptet auf 49 Milliarden, sondern lediglich auf 19,9 Milliarden Valutamark (entsprechend einer Bilanz der Deutschen Bundesbank von 1999). Auch Gerhard Schürer selbst korrigierte bereits 1990 seine Analyse vom Oktober 1989: "Die Auslandsverschuldung der DDR war mit 20,3 Milliarden DM um mehr als die Hälfte niedriger, als wir im Oktober 1989 ausgewiesen haben," sagte er damals in einem Interview.

    https://www.moz.de/nachrichten…l-ansicht/dg/0/1/1731503/

  • In welchen Städten hast sie denn gesehen, diese sagenhaften […]

    […] Straßen voller Farbe und Lebendigkeit [?]

    Natürlich gibt's in den neuen Bundesländern einzelne herausgeputzte Gebäude - aber längst nicht flächendeckend… und so mancher Ort, der vor achtzig Jahren noch ein bedeutender Eisenbahnknotenpunkt war, wirkte doch schon wenige Jahre nach der "Wende" wie leergefegt. Und selbst ein Kreisstädtchen wie Hagenow besticht allenfalls durch den leicht morbiden Charme, dass an der noch vorhandenen Bausubstanz zu erkennen sein mag, wie lang es her ist, dass der Ort lebendig war.

  • In welchen Städten hast sie denn gesehen, diese sagenhaften […]

    Natürlich gibt's in den neuen Bundesländern einzelne herausgeputzte Gebäude - aber längst nicht flächendeckend… und so mancher Ort, der vor achtzig Jahren noch ein bedeutender Eisenbahnknotenpunkt war, wirkte doch schon wenige Jahre nach der "Wende" wie leergefegt. Und selbst ein Kreisstädtchen wie Hagenow besticht allenfalls durch den leicht morbiden Charme, dass an der noch vorhandenen Bausubstanz zu erkennen sein mag, wie lang es her ist, dass der Ort lebendig war.

    Kollege,du kennst Gelsenkirchen nicht!!

    Kopp hoch und wenn der Hals ooch dreckig ist!

  • Leider kenne ich nur Dresden, das sehr, sehr schön ist, inwischen auch überall, nicht nur um den Zwinger herum wie gleich nach der Wende.

    Ich hab aber Fotos - auch hier - von sehr hübschen Kleinstädten gesehen, so richtig schnuckeligen. Solchen, in denen man die Vorkriegssubstanz erhalten hatte, und nicht, wie im Westen, in die schönsten Städte breite Schneisen für den Autoverkehr geschlagen hat. München ist ein gutes Beispiel, aber auch Marburg, das jetzt ein "Allerweltsgesicht" hat.

  • Kollege,du kennst Gelsenkirchen nicht!!

    Doch, dort war ich auch schon. Die Tristesse dürfte in Duisburg und Oberhausen stärker ausgeprägt sein, Aber in der Tat wirkte Neuss lebendiger als Gelsenkirchen. Nordrhein-Westfalen allerdings passt schlecht in diesen Thread. Wenn auch die Demontage der Industrieanlagen hier wie dort irreparable Schäden verursacht, selbst, wenn mit hohem Engagement Wanderwege, Fahrradrouten und Skaterparks angelegt werden…

  • […] München ist ein gutes Beispiel, aber auch Marburg, das jetzt ein "Allerweltsgesicht" hat.

    Marburg, das Universätsstädtchen an der Lahn, dürfte im Bereich der Oberstadt sein Antlitz der Zeiten Kaiser Wilhelms (des ersten! = 1871-1888) weitgehend erhalten haben… aber auch Hessen passt schwerpunktmäßig nicht so recht in diesen Thread.

    Und noch ist die vormalige Zonengrenze durchaus wahrnehmbar - es ist ein überaus dünnbesiedelter Streifen, der einerseits als vorbildliches Biotop der artenreichen Pflanzen- und Tierwelt bewundert wird, aber Menschen erblickt man erblickt man dort heutzutage wohl noch weniger als vor der Öffnung… dabei sollte doch gewiss das Wohnrecht, das in Grenznähe seinerzeit verwehrt war, mittlerweile nicht mehr eingeschränkt sein… und die vormaligen Grenzübergänge (von zahlreichen nach Grenzöffnung neu geschaffenen) sind doch weiterhin vielgenutzte Verkehrsverbindungen!

  • Kollege,du kennst Gelsenkirchen nicht!!

    Doch, und einige andere Städte im Westen auch, die noch extrem schlimmer aussehen, als mancher vernachlässigte Ort im Osten. Doch sind daran nicht die OSSIS schuld, sondern die völlig verfehlte Strukturpolitik der in der BRD etablierten Parteien in den letzten 50 Jahren.