Die ehemalige DDR

  • Die Bauern hatten umfassende wirtschaftliche Mitspracherechte insbesondere in den LPG.

    Und die abhängig Beschäftigten (früher nannte man sie Knechte) eine weitestgehend geregelte Arbeitszeit.

    Ich habe mich in den 70ern mit Beschäftigten in der Landwirtschaft unterhalten, die die LPGs nicht schlecht fanden.

  • Und die abhängig Beschäftigten (früher nannte man sie Knechte) eine weitestgehend geregelte Arbeitszeit.

    Ich habe mich in den 70ern mit Beschäftigten in der Landwirtschaft unterhalten, die die LPGs nicht schlecht fanden.

    LPG Bauern waren Eigentümer ihrer Betriebe. Auch später in die LPG eingetretene Mitglieder hatten volle Stimmrechte in den Vollversammlungen. Die DDR hatte den Besitz an Grund und Boden nicht angetastet. Enteignet wurden nur Großgrundbesitzer und Kriegsverbrecher durch die SU-Administration zugunsten der Bodenreform und einen staatlichen Bodenfonds, der dann von den Volkseigenen Gütern "VEG" bewirtschaftet wurde. Katasterseitig war jedes Stück Boden erfasst und mittels der Mittelmaßstäblichen Standortkartierung wurden in den 70er jahren alle Besitzverhältnisse auf den neuesten Stand gebracht sowie rechtssicher eingetragen. Für Mitarbeiter in den VEG galten exakte Tarifverträge. Von "Knechten" konnte keine Rede sein.

  • Wieso braucht man nähere Umstände zu kennen, wenn etwas, was staatlicherseits enteignet wurde, wieder kaufen muss, wenn man´s wiederhaben will?

    Falls du dich erinnerst.....oder evtl. hast du davon noch nichts gehört.

    Zitat


    Deutschland hat mit der Enteignung von Grundstücken früherer Bürger der DDR nach der Wiedervereinigung gegen die Europäische Menschenrechtskonvention verstoßen. Das hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte am Donnerstag in Straßburg entschieden.

    ...

    Die Bundesregierung muß nun mit einer Flut von Entschädigungsklagen und möglichen Kosten in Milliardenhöhe rechnen. Damit gab der Gerichtshof fünf früheren DDR-Bürgern Recht, die entsprechende Grundstücke geerbt hatten, sie aber ohne finanziellen Ausgleich an die neuen Bundesländer abtreten mußten.

    https://www.faz.net/aktuell/po…rechtswidrig-1141645.html


    Das war 2004.


    Natürlich sollte man die Umstände kennen. Es gab schließlich Gesetze, die umgesetzt wurden.

    Über die darf man gern urteilen und wie diese Urteile ausfallen, sollte klar sein.

    Grad was ab 1972 abging, war nicht immer vermittelbar und schon gar nicht, für die Eigentümer, erklärbar.

    Es ging schlicht darum, keinen Privatbesitz an Produktionsmitteln und Grund durchzusetzen. Für die Illusion des Sozialismus in der Form und Interpretation der DDR Führung war es notwendig.

    Der Sinn dahinter ist auch logisch. Es sollte kein Monopol an Privatbesitz entstehen. Welch fatale Folgen sowas haben kann, erleben wir im Hier und Jetzt gard. Schau auf die Mieten und Immo-Preise, da gehen grad die Preise durch die Decke und die Ansinnen der Investoren und Kapitalseigner sind die Triebfeder.


    Das WIE ist immer wichtig, genau wie das WARUM.

    Versteh das jetzt aber bitte nicht falsch, ich rede hier niemandem nach dem Maul oder verteidige es. Nur der Kontext sollte bekannt sein. Wertungen sind hinterher immer etwas anderes.

    Das hab ich in meinen geschichtlichen Rückblicken, die ich hier ja auch gern thematisiere immer wieder erfahren müssen.


    Aber warum interessieren eigentlich die Strategien des DDR Sozialismus jedesmal?

    Ich frage nur deshalb, weil mir aufgefallen ist, dass einige Altbundeslänler ja nicht mal wissen, wie so ein Sozialismus eigentlich funktionieren sollte, der ja einen Kommunismus vorbereiten sollte.

    Da ist in großen Einheiten Privatbesitz an Boden und Produktionsmitteln nicht vorgesehen. Egal wie jeder das jetzt bewertet, der heutige Regelungen im Kapitalismus für geeignet hält.


    Klar kann man sich da hinstellen und sagen, "Es war nicht rechtens" oder "Das kann man doch nicht machen" ....heute haben wir sogar soziale Dienste privatisiert und man kann auf dem Rücken der Gesundheit/Krankheit anderer vortrefflich Gewinne machen. Wirkung, Ursache, Konsequenzen, Umstände und der Kontext verbindet das alles.


    Und darum ist eine präzise Information der Umstände wichtig.


    mfg

    Wer in Grenzen denkt, denkt begrenzt.

  • Davon hab ich ja gar nicht gesprochen. Was ich nicht verstrehe, dass etwas, das zu DDR-Zeiten enteignet wurde, nach der Wiedervereinigung zurückgeKAUFT werden musste.

    Oh, na dann stell dir mal vor, man hätte ALLEN Enteigneten ihren ehemaligen Besitz einfach so zurück gegeben. Wie hätte man das den machen sollen und was hätte dies für Auswirkungen gehabt?


    mfg

    Wer in Grenzen denkt, denkt begrenzt.

  • Wir nähern uns dem Tag, an der "anitfaschistische Schutzwall" fiel und die Grundlage für die heutige Ist-Situation geschaffen wurde.


    Ich habe die Kritik an diesem Bauwerk immer verstanden und geteilt. Jedenfalls aus meiner persönlichen Sicht. Im Nachhinein kann ich aber auch den Bau selbst nachvollziehen. Das ist kein Widerspruch.

    Denn bei der Ausgangslage und der daraus resultierenden Bedrohung der DDR, war eine geschlossene Grenze damals sogar notwendig. Oder nicht? Doch! Und das möchte ich hier mal kurz erläutern.

    Natürlich will ich nicht bestreiten, dass im Laufe der Zeit der eigentliche Grund in den Hintergrund rückte und in "einsperren" und Repression der DDR Bürger mündete.


    Aber gehen wir an den Anfang. Die Ausgangslage war eine recht offene Grenze zwischen den Besazungszonen der Briten, der USA und Frankreich zu der der UdSSR. Der nach dem 2.WK in den "Westzonen" sofort entstandenen und massiv propagierten "Angst vor dem Russen", der in "Antibolschewismus" und "Antikommunismus" kanalisiert wurde, war aus meiner Sicht ein erster Schritt zu dieser Grenze. Denn sie war anfangs mehr ideologisch, als dass sie gesellschaftlich war.


    Auf Seite der DDR gab es sachliches Interessen die innere Sicherheit aufrecht zu erhalten. Wie nachweislich festgestellt hatte schon die Vorgängerorganisation des BNDs tausende "Agenden" in der "Zone" untergebracht, die durch Sabotage und gesellschaftliche Subversion störend wirken sollten.

    Vieler dieser "Agenten" wurde wegen des dilettantischen Vorgehens "verbrannt" und landeten oft in Gefängnissen oder einige in Erdlöchern. Der massenhafte Verlust dieser "Mitarbeiter" war damals sogar fast ein Grund, die Org Gehlen dicht zu machen, sie zumindest aber in ihrem Wirken einzuschränken.

    Ja, es gab auch "Agenten" der STASI auf dem Boden der BRD, nur war die hauptsächlich in der Informationsbeschaffung tätig, weniger in realen Aktionen. Sie verübten also keine Attentate aus, sie sabotierten keine Produktionsbetriebe und die subversive Ideologisierung fand wenn dann, nur marginal statt. Das Motto war einfach:Nur nicht auffallen und so viele Infos wie möglich sammeln.


    Was aber bleibt, wenn man beide Seiten betrachtet?

    Es bleibt ein sachlich begründbarer fakt, dass die DDR sich "schützen" mußte. So viel steht fest.

    Es gab natürlich auch begründet die Gefahr, dass jederzeit "Agenten" aus der Zone raus, bzw. rein wollten. So lang es eine offene Grenze war, gab es faktisch keine Kontrollmöglichkeiten.

    Ergo: Dicht machen!


    Ein gefundenes Fressen für die BRD Propaganda


    Jeder, der sein Volk einsperrt, bekommt dafür die Rechnung! Also wer in geschlossenen Grenzen denkt, der denkt begrenzt! Wenn die politische Polizei der Westzonen nicht massiv in den Gedanken einer Zusammenlegung der Besatzungszonen eingegriffen hätte und so gut wie jeden, der dies propagiert hat, politisch nicht verbrämt hätte, dann wäre es vermutlich nicht zu dieser Grenze gekommen.

    Doch leider gab es zu viele freiwillige Zuträger, die Herrn Gehlen allein aus ideologischer Nähe zuarbeiteten (Sonderverbindungen mit dem Buchstaben "J" gekennzeichnet) und nicht mal Geld für ihre "Arbeit" wollten.


    [Ich stelle mal eine Liste mit Beispielen in meinem BND Thread, nicht vollständig, zusammen, die eine Auswahl an Politikern, Journalisten, Ermittlungsbeamte und Staatsdienern aufzeigen, welche der Org Gehlen subversiv zuarbeiteten]


    Nach dem Regierungswechsel (SPD) und dem Wechsel an der Spitze des BNDs (Gehlen ging) gab es offiziell solche Aktionen gegen die DDR nicht mehr. Experten streiten zwar noch, weil die Archive dieses Zeitraums immernoch als Geheim eingestuft sind und daher nicht einsehbar.

    Doch offensichtlich wurde es fast gen Null gefahren. Was Informationsbeschaffung angeht, will ich mal nicht spekulieren, die wird es wohl oder über immer gegeben haben.

    Hätte es da noch auf beiden Seiten einen Willen gegeben, sich zu vereinen, dann wäre Ende der 60er/Anfang der 70er der beste Zeitpunkt gewesen (politisch).

    Doch wahrscheinlich haben die Ereignisse Ende 60 in der BRD dieses Traum endgültig enden lassen. Diese Zeit wurde von der konservativen Mehrheit dazu mißbraucht, jene Studentenbewegungen als "pro Sozialistisch" und damit als "kommunistisch" diffamieren.

    Was bei den verstaubten Hirnen natürlich mit Erschrecken aufgenommen wurde. Alles begleitet von einer der ersten politischen Morde durch Staatsbedienstete in der BRD. Denn der Tod von Dutschke radikalisierte die Bewegung. Auch die daraus resultierenden "Springer-Proteste" wurden von Staatsdienern mißbraucht. So verteilte ein V-Mann (Peter Urbach) aus seinem Auto heraus vorbereitete Mollis, die auf das Springer Gebäude geworfen wurden. Bis dahin flogen nur Steine. Die machen zwar auch was kaputt aber sie stecken nichts in Brand.


    Auf DDR Seite wurde natürlich in späterer Zeit das Argument des Selbstschutzes nur noch aufrecht erhalten, es hatte aber in der Abfolge defakto zu dieser Zeit nur noch den Sinn, die eigene Bevölkerung nicht raus zu lassen. Ebenso wurde aus dem damals sehr wohl wichtigen Grund des Schutzes ein Potenzial an Propaganda geschlagen, dass man (hüben wie drüben) politisch ausnutzte.

    Honni war eh ein Gegner der Offenheit und in seinem Denken mit mehr Mauern gesegnet, als die DDR jemals hätte bauen können. Hinüber jede Hoffnung.


    Nun ist sie weg. Einige DDRler haben die Realität erkannt und sich schnell vom Schlaraffenland der Westens verabschiedet, welches viele zu DDR Zeiten dahinter vermuteten.

    Schnell war klar, hier gelten andere Regeln. Und leider hat auch die Arroganz der Westpolitiker nicht grad zu einer harmonische Wende beigetragen. Sie wollten sich lieber durch plakative Maßnahmen profilieren und schnelle Erfolge, als dass man sich ernsthaft Gedanken über eine gemeinsame Veränderung hat machen wollen. Plötzlich gab es in der DDR Freiheitsextremisten, die unisono alles ablehnten, was auch noch im entferntesten mit einer DDR zu tun hatte, genau wie es Typen gab, die nie was gutes in der DDR gesehen haben, auch wenn es noch so offensichtlich war.

    Es wurde verpasst, sich in eine gemeinsame und neue Zukunft zu transformieren, die alte Abhängigkeiten hinter sich lassen kann und neue Beziehungen aufbauen.


    Fakt ist doch aber eins..


    Heute leben wir in einem Land. Wir sind alle Staatsbürger dieser BRD und wir teilen Rechte und Pflichten.

    Es wäre ein Leichtes gewesen, bis zum heutigen Tag Verhältnisse anzustreben, die gleichwertig sind. Löhne, Gehälter, Renten und Steuern/Abgaben wären gleichwertig.

    Und ein 40h-Wochenarbeiter in der Zone müßte sich nicht fragen, warum ein 35h-Wochenarbeiter rentabler/effektiver/wertiger arbeitet als er und dafür sogar mehr Lohn bekommt.

    Wenn wir heute nach 30 Jahren solche Themen immer noch auf der Platte haben, dann sollten wir uns mit dem Gedanken anfreunden, etwas grundlegend falsch gemacht zu haben. Wir sollten den Schneid besitzen, diese Fehler zu benennen und dazu zu stehen. Ja, so eine Wiedervereinigung hat keine Vorbilder und natürlich kann man dabei Sachen einfach mal falsch machen. Nur wer das negiert, den ist genauso wenig zu helfen, wie dem, der immer nur Fehler als Anklage hernimmt.


    Die Mauer ist weg


    Physisch! Aber ist sie auch psychisch weg? Nicht unbedingt. Einige würden sie wohl gern wieder haben. Die sind aber zu vernachlässigen, weil in recht überschaubarer Zeit werden die ableben.

    Andere wollen gar eine neue und zwar um die BRD herum. Die sind heute gefährlicher denn je, weil die gesellschaftlich toleriert werden. Und wieder andere haben sie immernoch im Kopf. Letztere unterscheiden sich wenig, denn hier reden wir von Menschen, die auf das gesamte Bundesgebiet verteilt sind. Mir ist es dabei auch egal wer es ist, zeigt es doch eine allgemeine Denkblockade, die nicht auf "Ost" oder "West" beschränkt ist. ...naja, wenigsten da mal die gleichen Gedanken, auch wenn der Ursprung ein gänzlich anderer ist.


    Mal schauen, wie das ganze in 10 Jahren aussieht, dann nämlich haben beide "Deutschlands" ein gemeinsames Jubiläum. 40 Jahre West, 40 Jahre Ost und 40 Jahre gemeinsames Leben. Alle sind an diesem Tag gleich und alle haben die gleiche Zeit gehabt sich in dem jeweils herrschenden System zu hause zu fühlen. Bis dahin!


    mfg

    Wer in Grenzen denkt, denkt begrenzt.

  • Seit Gründung der DDR wurde von den "Schwestern und Brüdern in der DDR" ,aber auch von denen in der BRD gefaselt.Als die Vereinigung dann vollzogen war,stellt man sehr schnell und gegenseitig fest,wie bucklig doch die Verwandtschaft war. Daran hat sich bis heute nichts Grundsätzliches geändert.

    Leider!!!!

    Kopp hoch und wenn der Hals ooch dreckig ist!

  • Wenn wir heute nach 30 Jahren solche Themen immer noch auf der Platte haben, dann sollten wir uns mit dem Gedanken anfreunden, etwas grundlegend falsch gemacht zu haben. Wir sollten den Schneid besitzen, diese Fehler zu benennen und dazu zu stehen.

    Die Bundesrepublik Deutschland hat ein Gerechtigkeitsproblem, und das hat sie nicht nur im Osten. Es gelingt ihr aber nicht das langfristig auszugleichen, obwohl das eigentlich ein grundgesetzliches Staatsziel sein sollte. Mit der Grafik kann man sehen, dass die Strukturschwäche im Osten gar keine wirtschaftliche, sondern eine demografische ist. Die sind dort einfach zu alt. Sieht man ja am Kater, Seifert und Gunny 8o:lol:


    Wenn wir heute ein dreißigjähriges Jubiläum der Wiedervereinigung haben, so kann man noch zusätzlich anmerken, dass auch die Auswirkungen des Neoliberalismus seit etwa 30 Jahren wirken und dass das Zusammenwachsen von Dem was zusammen gehört genau in diese Spanne fällt. Ich finde man sollte das dann auch unter diesem Aspekt sehen. Ich halte den Neoliberalismus in seinen Auswirkungen, auch für wesentlich gravierender als die Organisation Gehlen. 8) ;) Sich um die Gerechtigkeitsprobleme zu kümmern kann dann wahrscheinlich nicht falsch sein um in 10 Jahren, beim Vierzigsten, eine Verbesserung im "Verwandschaftsverhältnis" herbeizuführen. Ich persönlich habe da übrigens keine negativen Erfahrungen und würde die fünf "teuren" Bundesländer jederzeit wieder kaufen. :bighug:

  • Wenn wir heute ein dreißigjähriges Jubiläum der Wiedervereinigung haben, so kann man noch zusätzlich anmerken, dass auch die Auswirkungen des Neoliberalismus seit etwa 30 Jahren wirken und dass das Zusammenwachsen von Dem was zusammen gehört genau in diese Spanne fällt.

    Im Kontext muss halt auch der Zusammenbruch des gesamten Ostblocks gesehen werden. Dadurch gab es auch die dementsprechenden, negativen Synergieeffekte die dem Neoliberalismus gewaltig Vorschub leisteten.

    Und zum Thema Gerechtigkeit - Wer wirft hier jetzt die dicksten Brocken Lehm ?


    Es ist ja nun Allgemeingültig das nach dem o.g. Geschehnissen im gesamten Europa und hier auch in dem alten Westdeutschland der Druck im Wirtschaftskessel einseitig erhöht wurde, zu Lasten aller Arbeitnehmer. Warum wohl arbeiten die Rumänen und Bulgaren bei uns auf den Baustellen, bei denen sind es mittlerweile Vietnamesen ....

  • Seit Gründung der DDR wurde von den "Schwestern und Brüdern in der DDR" ,aber auch von denen in der BRD gefaselt.Als die Vereinigung dann vollzogen war,stellt man sehr schnell und gegenseitig fest,wie bucklig doch die Verwandtschaft war. Daran hat sich bis heute nichts Grundsätzliches geändert.

    Leider!!!!

    Ein "Beitritt zum Geltungsbereich des Grundgesetzes" ist keine Vereinigung sondern eine Übernahme und Aneignung!

  • Im Kontext muss halt auch der Zusammenbruch des gesamten Ostblocks gesehen werden.


    ...zu Lasten aller Arbeitnehmer. Warum wohl arbeiten die Rumänen und Bulgaren bei uns auf den Baustellen, bei denen sind es mittlerweile Vietnamesen ....

    Und bei den Polen arbeiten jetzt Ukrainerinnen in der Altenpflege und die Polinnen bei uns. Ich bin auch der Meinung, dass viele im deutschen Osten und bis hin zu Russland die Geschehnisse eher als Zusammenbruch und Bedrohung angesehen haben, als als Chance und aus dieser negativen Grundeinstellung auch nicht mehr viel herausgekommen sind. Das wird sich auch nicht mehr ändern lassen. Die negative Stimmung muss sich durch Zeitablauf lösen. Wie es neoliberal, beziehungsweise wirtschaftlich weitergeht bestimmt vielleicht sogar das Klima, welches ein anderes Wirtschaften erzwingt. Was das dann für Folgen hat, kann man noch gar nicht absehen. DDR-Phantomschmerzen sind dann wahrscheinlich unser geringstes Problem.

  • Die "fünf Bundesländer" wurden nicht gekauft, sie wurden übernommen und das kriminelle Wirken der Treuhand war das Tool dazu. Zudem können eben die fünf Bundesländer bis heute nicht den Aderlass von etwa 2 Millionen Fachkräften ausgleichen, die seit der Wende in den Westen oder ins Ausland abgewandert sind. Die Investitionen in den fünf Bundesländern sind auch keineswegs ausreichend, zukunftsträchtige Werke wurden sogar wieder dichtgemacht, wie z. B. die Solarindustrie und die Windenergieindustrie macht man derzeit platt. Von kleineren Unternehmen ganz zu schweigen, deren Chancen gehen gegen Null.

  • Was aber bleibt, wenn man beide Seiten betrachtet?

    Es bleibt ein sachlich begründbarer fakt, dass die DDR sich "schützen" mußte. So viel steht fest.

    Es gab natürlich auch begründet die Gefahr, dass jederzeit "Agenten" aus der Zone raus, bzw. rein wollten. So lang es eine offene Grenze war, gab es faktisch keine Kontrollmöglichkeiten.

    Ergo: Dicht machen!

    Für mich eine etwas abenteuerliche Begründung. Glaubt man den Historikern Armin Wagner und Matthias Uhl, waren die Aktivitäten des BND auch nach dem Mauerbau ungebrochen. Was m.E. für die DDR viel schwerer wog, waren die 2,7 Mio überwiegend gut ausgebildeten DDR-Bürger, die bis 1961 vorwiegend über West-Berlin in den Westen flüchteten. Einen solchen Aderlass hätte die DDR nicht länger verkraftet.

  • Und bei den Polen arbeiten jetzt Ukrainerinnen in der Altenpflege und die Polinnen bei uns. Ich bin auch der Meinung, dass viele im deutschen Osten und bis hin zu Russland die Geschehnisse eher als Zusammenbruch und Bedrohung angesehen haben, als als Chance und aus dieser negativen Grundeinstellung auch nicht mehr viel herausgekommen sind.

    Naja, diejenigen die solch eine Chance ergreifen und mit der neuen Situation gut umgehen bzw. umgegangen sind aber klar per Alter, Motivation und/oder Ungebundenheit etc. pp. definiert. Alles dazwischen, davor oder danach in Ihrer Generation sind und waren immer schon die Looser dieses Spiels.

    Deswegen wird ja genau das von unseren 2.0 "forever young" Entrepreneuren gern verschwiegen , bzw. ich muss immer ins Essen kotzen wenn ich mir, als Bsp. die Baltenstaaten als großes digitales Vorbild anhören muss aber die dt. Caritas ( und andere, von KL so verteufelten Organisationen ) deren Rentner lange mit ner warmen Suppe und Kleidung versorgte.


    Die negative Stimmung muss sich durch Zeitablauf lösen. Wie es neoliberal, beziehungsweise wirtschaftlich weitergeht bestimmt vielleicht sogar das Klima, welches ein anderes Wirtschaften erzwingt. Was das dann für Folgen hat, kann man noch gar nicht absehen. DDR-Phantomschmerzen sind dann wahrscheinlich unser geringstes Problem.

    Die Zeit heilt alle Wunden hat ja immer 2 Seiten. Die einen umnebeln sich in Historienverklitterung, die anderen wiederum könnten der jugendlichen Arbeitnehmergeneration mal erzählen das eine soziale Marktwirtschaft sehr wohl existierte und man darin auskömmlich leben konnte.

    Eine Erkenntnis die leider immer mehr in die Ferne rückt.