Hong Kong bzw. China

  • China bestimmt noch lange nicht die Wirtschaft der Erde. Die inneren Probleme sind dazu zu groß. Allerdings hat das Land viel Potential, in vielen Zweigen die Führung zu übernehmen, weil es eben seine Bildungsressourcen nutzt und Millionen Hochschulabsolventen jedes Jahr in die Wirtschaft einbringen kann. Gerade da versagen Europa und auch die meisten übrigen Staaten, die auf die Bildung zuwenig Wert legen, wie auch Deutschland insbesondere. Und die innovation der wissenschaftlich technologischen Ergebnisse in die Produktion geht bei uns eben viel zu langsam. Wenn die Staaten nicht mit massiven Subventionen locken, bewegen sich westliche Konzerne keinen Millimeter. Und wer eben nur nach Chancen für billig auszubeutende Arbeitskräfte sucht, bleibt technologisch zurück.

    Ja da gebe ich dir vollkommen recht. Wenn wir einem autoritären Staat die Stirn in Technologie und Wissenschaft bieten wollen brauchen wir ein starkes Fundament an Bildung (Schule, Uni) und wissenschaftlicher Forschung (unsere Institute). Aber nach meinem Dafürhalten reicht das nicht. Um die "Überlegenheit" unseres liberalen System voll auszuspielen brauchen wir darüberhinaus das wissenschaftliche "Nerd- und Freaktown", dass heißt ein Umfeld für die Hochbegabten und Genies unserer Gesellschaft und aus dem Ausland. Wir brauchen ein zweites Berlin-Dahlem wo diese Menschen sich ihren Gedanken und Visionen ungestört hingeben können, ohne den lästigen Unibetrieb oder konventionellen Institute. Dies sollte unserer Gesellschaft etwas Wert sein und unserer Wirtschaft auch.

    Denn Einstein war ein Freak. Er hasste alles autoritäre, konnte sich nicht unterordnen, brauchte ein liberales und offenes System, ansonsten wäre sein Geist verkümmert und er wäre nie zu diesen Leistungen fähig gewesen. Da liegen die Chancen unseres Gesellschaftssystems.

  • Du willst also eine DDR 2.0.

    "Um die "Überlegenheit" unseres liberalen System voll auszuspielen brauchen wir darüberhinaus das wissenschaftliche "Nerd- und Freaktown", dass heißt ein Umfeld für die Hochbegabten und Genies unserer Gesellschaft und aus dem Ausland. Wir brauchen ein zweites Berlin-Dahlem wo diese Menschen sich ihren Gedanken und Visionen ungestört hingeben können, ohne den lästigen Unibetrieb oder konventionellen Institute." schrieb Schopi. War das so in der DDR? Alle Wetter!

  • Ganz so ist es nicht, wie die lange Suada glauben machen möchte. "Wehret den Anfängen" war nun tatsächlich der Anfang, weil die Hongkonger "Regierung" durch das Gesetz zur Auslieferung an Peking große Ängste erzeugt hat. Wer nach Peking ausgeliefert wird, verschwindet womöglich für immer.

    Immerhin naht der Zeitpunkt, an dem Hongkong tatsächlich an China fällt, und davor Angst zu haben, ist nur zu berechtigt.


    Ich halte das Mittel der gewalttätigen Demos auch für falsch und habe von Anfng an den Verdacht gehabt, dass sie von China aus initiiert wurden. Denn nur China hat den Nutzen.


    Das mit Hamburg zu vergleichen, ist abenteuerlich.

  • Ist es das?


    Wenn wir über Demos lesen, die sich gegen irgendein Regime wehren, dann sind wir eher breit Gewalt zu tolerieren, als wenn hier in D Menschen gegen eine Wirtschaft demonstrieren, die sich schamlos an Ressourcen und Manpower bedient, wie zu Zeiten der Sklaverei.


    Wir haben ja sogar die brutale Gewalt auf dem Maidan akzeptiert und nicht angeprangert. Warum eigentlich?


    Es ist ein Paradebeispiel der Doppelmoral und der unterschiedlichen Bewertung von Ereignissen.

    Eine, die nur aus unserer eingeschränkten Sicht zu verstehen ist, nicht aber aus der Perspektive der Logik. Wer Gewalt ablehnt, der darf sie anderen Ortes nicht gut heißen. Ich als Pazifist lehne Gewalt prinzipiell ab.

    Ergo: Die Protest in HKG sind hart an der Grenze ihre Legitimität zu verlieren.


    Ausgangspunkt war dieses dämliche Gesetz. Das ist nun endgültig vom Tisch. Warum stehen die nun immernoch auf der Straße? Weil immer wieder Forderungen hinterher geschoben wurden, die man nun mal nicht von heute auf morgen realisieren kann. Also bleibt der Protest auf der Straße und er läßt sich immer neue Forderungen einfallen, bis ...ja was? Bis HKG wieder eine Enklave wird? Soll es sich von China lösen?


    HKG ist einer der wichtigsten Trade-Places auf dieser Kugel. Börse, Warenumschlag und schau, welch Firmen dort siedeln. Das kann man den Chinesen doch nicht mit Schleifchen verpackt in den Hintern blasen!

    Welch Macht würde sich da bündeln?


    Der Artikel beschreibt eben dieses Dilemma recht gut. Auch wenn es nicht explizit erwähnt wird. Wer am meisten wettert, das sind die Amis...schon wieder!

    Die sehen ihre Vormachtstellung in Gefahr und den Schlitzaugen trauen die eh nicht.

    Trump hat hier einfach keine Strategie aber wohl die Finger im Spiel.

    Wenn man es genauer beleuchtet, dann scheint er nicht mal eine Idee zu haben, dem Herr zu werden.

    Ich gebe dir die Garantie, dass auch hier wieder Gelder zur Förderung der Demokratie geflossen sind. So wie in der Ukraine.


    mfg

    Wer in Grenzen denkt, denkt begrenzt.

  • ...


    Ich halte das Mittel der gewalttätigen Demos auch für falsch und habe von Anfng an den Verdacht gehabt, dass sie von China aus initiiert wurden. Denn nur China hat den Nutzen.

    ...

    Hongkong wird gerne als die freieste Wirtschaft der Welt bezeichnet. Dort können sich Banken und Geschäftemacher aus aller Welt relativ unbehelligt seit fast 200 Jahren austoben. Ein neoliberales Paradies für Superreiche und Oligarchen sozusagen. Illegale und kriminelle Geschäfte werden nicht verfolgt. Auch keine die China vielleicht schaden. Und nun braucht man sich nur zu fragen, wer Angst davor haben muss, an China ausgeliefert zu werden, wenn er solche Geschäfte macht...


    Die einfache, gerne prekär beschäftigte, Bevölkerung sitzt derweil in Miniwohnungen, deren Miete so hoch ist, dass sie einen Monatsverdienst fast komplett auffrisst. Die Menschen stapeln sich in diesen Wohnungskäfigen, damit sie die Miete bezahlen können und arbeiten dafür in der Regel 55 Stunden in der Woche. Arbeitnehmerrechte in Hongkong ? :grins: Ich glaube kaum, dass der normale Hongkonger Angst vor einer Auslieferung nach China haben muss, aber er wird Angst um seine Zukunft haben.


    Hat nur China den Nutzen ? China muss nur bis 2047 warten und das Politbüro hat einen langen Atem. Der Nutzen für die Superreichen, die Banken und die Unternehmen in Hongkong liegt in einer Abspaltung von China oder zumindestens in der ewigen Erhaltung des Status Quo.

  • Hongkong wird gerne als die freieste Wirtschaft der Welt bezeichnet. Dort können sich Banken und Geschäftemacher aus aller Welt relativ unbehelligt seit fast 200 Jahren austoben. Ein neoliberales Paradies für Superreiche und Oligarchen sozusagen. Illegale und kriminelle Geschäfte werden nicht verfolgt. Auch keine die China vielleicht schaden. Und nun braucht man sich nur zu fragen, wer Angst davor haben muss, an China ausgeliefert zu werden, wenn er solche Geschäfte macht...

    Naja. Ich kenne mich zwar nicht unbedingt bei illegalen oder kriminellen Geschäften aus aber fürs Legale sehe ich nicht jetzt unbedingt so einen großen

    Unterschied zu z.B. Shanghai als Geschäfts und Bankenplatz mit Sicht auf China.

    Und die Zeit der komplett "barrierefreien" Finanzdienstleistung ist auch in Hkg nicht mehr da, es sei denn reflektierst auf beschriebenes Dunkelmiljö welches aber wiederum ihren Humus und Auskommen weltweit etablieren kann. Mal mehr, mal weniger.

    Und irgendwie habe ich im Hinterkopf dass das viel kleinere Macau ( ehem. Portugiesisch ) da irgendwie viel grössere Anteile an diesem "Geschäftsfeld" inne hatte...


    Die einfache, gerne prekär beschäftigte, Bevölkerung sitzt derweil in Miniwohnungen, deren Miete so hoch ist, dass sie einen Monatsverdienst fast komplett auffrisst. Die Menschen stapeln sich in diesen Wohnungskäfigen, damit sie die Miete bezahlen können und arbeiten dafür in der Regel 55 Stunden in der Woche. Arbeitnehmerrechte in Hongkong ? :grins: Ich glaube kaum, dass der normale Hongkonger Angst vor einer Auslieferung nach China haben muss, aber er wird Angst um seine Zukunft haben.


    Hat nur China den Nutzen ? China muss nur bis 2047 warten und das Politbüro hat einen langen Atem. Der Nutzen für die Superreichen, die Banken und die Unternehmen in Hongkong liegt in einer Abspaltung von China oder zumindestens in der ewigen Erhaltung des Status Quo.

    Da ist noch wohl ein bisschen mehr dahinter. Hkg hat 99 Jahre unter den Engländern doch eine ganz andere Meinungskultur entwickelt als das Festland. Also da sind schon Unterschiede, denke mal nur daran was "unsere" 44 Jahre Trennung heute noch im wiedervereinigten Deutschland bedeuten.

    Das die Hkg Chinesen auf solche langsame Strangulierung Ihrer Freiheiten keinen Bock haben kann man da wohl nachvollziehen. Das Peking, egal zu welcher Zeit gut beraten wäre nicht zu viel dieser Athmosphäre zu verändern, sollte denen auch bewusst sein. Denn nur in solch einen Setting kann genau das was Hkg ausmacht überhaupt weiter bestehen.

    Das wiederum andere "Interessierte" versuchen solche Demonstrationen für Ihre Zwecke zu nutzen ist natürlich durchaus plausibel weil gängiges Prozedere....

  • ... sehe ich nicht jetzt unbedingt so einen großen

    Unterschied zu z.B. Shanghai als Geschäfts und Bankenplatz mit Sicht auf China.

    Und die Zeit der komplett "barrierefreien" Finanzdienstleistung ist auch in Hkg nicht mehr da, es sei denn reflektierst auf beschriebenes Dunkelmiljö ...


    Da ist noch wohl ein bisschen mehr dahinter. Hkg hat 99 Jahre unter den Engländern doch eine ganz andere Meinungskultur entwickelt als das Festland. Also da sind schon Unterschiede, ...

    Ohne Hongkong wäre der sensationelle Aufstieg Chinas so vielleicht gar nicht zu machen gewesen, denn über das "Dunkelmilieu" war eine ganze Menge möglich, was in China so vielleicht gar nicht abgelaufen wäre. 8) Barrierefreie Finanzdienstleistungen sind dort aber sicher immer noch zu haben. Gleichzeitig verliert Hongkong gegenüber Shanghai und Shenzen für China an Bedeutung, das stimmt. Auch ein Aspekt der den Hongkonger Oligarchen Angst machen muss.


    Es gibt sicher Unterschiede, aber die sozialen Aspekte lässt man bei der Berichterstattung gerne unter den Tisch fallen - und dadurch fehlt vielleicht auch etwas, was bei den Protesten eine Rolle spielen könnte.

  • Hongkong wird gerne als die freieste Wirtschaft der Welt bezeichnet. Dort können sich Banken und Geschäftemacher aus aller Welt relativ unbehelligt seit fast 200 Jahren austoben. Ein neoliberales Paradies für Superreiche und Oligarchen sozusagen. Illegale und kriminelle Geschäfte werden nicht verfolgt. Auch keine die China vielleicht schaden. Und nun braucht man sich nur zu fragen, wer Angst davor haben muss, an China ausgeliefert zu werden, wenn er solche Geschäfte macht...


    Die einfache, gerne prekär beschäftigte, Bevölkerung sitzt derweil in Miniwohnungen, deren Miete so hoch ist, dass sie einen Monatsverdienst fast komplett auffrisst. Die Menschen stapeln sich in diesen Wohnungskäfigen, damit sie die Miete bezahlen können und arbeiten dafür in der Regel 55 Stunden in der Woche. Arbeitnehmerrechte in Hongkong ? :grins: Ich glaube kaum, dass der normale Hongkonger Angst vor einer Auslieferung nach China haben muss, aber er wird Angst um seine Zukunft haben.


    Hat nur China den Nutzen ? China muss nur bis 2047 warten und das Politbüro hat einen langen Atem. Der Nutzen für die Superreichen, die Banken und die Unternehmen in Hongkong liegt in einer Abspaltung von China oder zumindestens in der ewigen Erhaltung des Status Quo.

    Wobei auch die Bank of China dort gleich eine Vertretung aufgemacht hat8).

  • Das viel kleinere Macau ist ein großes Spielcasino mit den schönsten Nutten, die ich jemals irgendwo gesehen habe. Wir haben im Restaurant am Tisch neben deren Tisch gegessen, hin und wieder stand eine auf und machte die Runde. Alle waren fröhlich und wirkten selbstbewusst und keineswegs gestresst.


    In Macau haben wir übrigens so gut vegetarisch gegessen wie nie zuvor und nie wieder danach.

  • Es ist ein Paradebeispiel der Doppelmoral und der unterschiedlichen Bewertung von Ereignissen.

    Eine, die nur aus unserer eingeschränkten Sicht zu verstehen ist, nicht aber aus der Perspektive der Logik. Wer Gewalt ablehnt, der darf sie anderen Ortes nicht gut heißen. Ich als Pazifist lehne Gewalt prinzipiell ab.

    Ergo: Die Protest in HKG sind hart an der Grenze ihre Legitimität zu verlieren.

    Wie soll es auch anders möglich sein, Gun?Will man dem entgehen müsste man sich eigentlich aus allem raushalten und überhaupt keine Bewertungen und Sichtweisen mehr abgeben, welche eh permanent mit eigenen Interessen kollidieren.

    Die Welt ist heuchlerisch, weil die Interessenlage so vielfältig ist. Und da du es nie und nimmer allen recht machen kannst wirst du gezwungen dich für Lager zu entscheiden (immer wieder). Bestes Beispiel ist die Rüstungsindustrie. Bist du mit deiner Produktion verknüpft mit Partnern, weil es für die eigene Verteidigung ja auch sinnvoll ist (effizienter, billiger) fangen die Probleme an, wenn du Exportstops verhängst und die Partner das aber ganz anders sehen.

    Bei Menschenrechten wird es noch viel viel schwieriger.