Der Beschiss an arbeitenden Menschen

  • Na endlich wird diesem Sklavenmarkt mal ein wenig die Substanz weggebaggert. […]

    Ja, toll. Jetzt werden die Fahrer häufiger wegen Fahrzeitenüberschreitung oder verbotswidrigen Übernachtens im Lkw Bußgelder zu zahlen haben, wodurch sich ihre Einkommenssituation sicher verbessern wird… und sie müssen also (ohne Ladung) zwischendurch heimfahren, das wird sich auf'm Lohnzettel sicher ebenfalls bemerkbar machen… der Lkw-Verkehr wird dadurch allerdings nicht wneiger werden, sondern es wird sicher eher die Zahl der Fuhren erhöhen, denn die Zeitpläne für die Warenanlieferung sind eng, die Wartezeiten an den Grenzen lang, und wenn der einzelne Fahrer wegen der elektronischen Fahrzeitenerfassung pausieren muss, muss dann eben jemand anders Wagen und Ladung übernehmen… zudem dürfte die Zahl der Fahrzeug- und Ladungsdiebstähle steigen, wenn der Wagen auf dem Rastplatz unbewacht steht, und der Fahrer außer Hörweite seinen gesetzlichen Pflichten nachgeht…

  • Hach...unser Krümelkacker hat mal wieder nix verstanden von dem, was er verlinkt.


    Es geht um die Wochenruhezeit! Das ist die Ruhezeit zwischen zwei Wochenarbeitszeiten, also die 48h, die deutsche Trucker eh zu großen Teilen zu hause verbringen.

    Diese Regelung betrifft fast ausschließlich nur Fahre aus dem Ausland und das ist gut so.


    Es wäre schön, wenn Verlinker das verlinkte, welches sich anprangern und aus Unwissenheit falsch interpretieren, auch verstehen würden.


    So,nun können wir mit dem Meckern weiter machen. Wer die Fahr- und Ruhezeitreglung nicht verstanden hat oder sie nicht kennt, dem kann ich diese mal grob erklären.


    Mfg

  • Schau mal, was die fürsorgliche EU jetzt wieder ausgedacht hat: Lkw-Fahrer, die zur Einhaltung der gesetzlich festgelegten Pausenzeiten verpflichtet sind, dürfen künftig nicht mehr in der Schlafkabine ihres Fahrzeugs schlafen… soweit ich weiss, haben die Fernfahrer es jetzt schon schwer, jeweils rechtzeitig einen freien Stellplatz zu finden… demnächst wird wohl ein Begleitfahrzeug in Form eines Wohnmobils jedem Lkw assistieren müssen, weil Hotelzimmer ja an den Autobahnen eher nicht zu finden sind und zudem mit Extra-Kosten verbunden wären…

    na, vielleicht kommt jetzt auch als neues Geschäftsmodell das Trucker-Motel (in unmittelbarer Nachbarschaft zu Raststätten und Autohöfen) auf.

    Natuerlich duerfen die noch im Lkw schlafen, bei den taeglichen Ruhezeiten, d.h. nach 9 Stunden Lenkzeit. Nur nach 45 Stunden Wochenzeit nicht mehr.

    Ehrlich, die Fahrer aus dem Osten sind arme Schweine. Die kommen wochenlang nicht nach Hause und Geld fuer anstaendig essen zu gehen haben die auch nicht. Bleibt nur Dosenfutter und Campingkocher.

    "Unsere Antwort ist mehr Demokratie, mehr Offenheit und mehr Humanitaet" ( J. Stoltenberg nach den Terroranschlaegen)

  • […] die Fahrer aus dem Osten […] kommen wochenlang nicht nach Hause und Geld fuer anstaendig essen zu gehen haben die auch nicht. […]

    Na, das wird sich mit zwischenzeitlichen Heimfahrten dann ja verbessern… im Übrigen kann die frugale Lebensweise während der wochenlangen Touren auch der Tatsache geschuldet sein, den größeren Teil des währenddessen verdienten Geldes daheim der Familie zur Verfügung zu stellen.

  • Na, das wird sich mit zwischenzeitlichen Heimfahrten dann ja verbessern… im Übrigen kann die frugale Lebensweise während der wochenlangen Touren auch der Tatsache geschuldet sein, den größeren Teil des währenddessen verdienten Geldes daheim der Familie zur Verfügung zu stellen.

    "Frugale Lebensweise" ?


    Ich glaub langsam, dein Blick auf die Realität ist stark getrübt.

    https://www.sueddeutsche.de/pa…-fahrer-alkohol-1.4312723


    Dein Beweggrund dieses Schweinesystem zu verteidigen, ist ein ganz anderer: purer Egoismus.

    Zitat

    Lohn- und Sozialdumping auf der Autobahn, nur damit die Preise für Tomaten aus der Toskana und Mozzarella aus Neapel, Wein aus Frankreich oder Möbel aus Schweden für die Kundschaft in Europa erschwinglich bleiben.

    Libertarismus. Eine einfältige rechte Ideologie, die sich ideal für diejenigen eignet,

    die nicht in der Lage oder nicht bereit sind, über ihre eigene soziopathische Haltung hinauszusehen.

    * Iain Banks

  • Na, das wird sich mit zwischenzeitlichen Heimfahrten dann ja verbessern… im Übrigen kann die frugale Lebensweise während der wochenlangen Touren auch der Tatsache geschuldet sein, den größeren Teil des währenddessen verdienten Geldes daheim der Familie zur Verfügung zu stellen.

    Jo, der faehrt in Deutschland fuer Mindestlohn., und logisch braucht die Familie Geld zum leben. Der Sinn der Arbeit besteht ja nicht nur darin die Spesen/ Reisekosten zu decken. Nur, wie sieht die Bezahlung ueber der Grenze aus?

    Ein einfaches Mittagessen, Fruehstueck, Abendessen, Trinken kosten auf dem Rasthof mind. 30 - 40 Euro am Tag. Bleibt wohl nur Dosenfutter von Aldi.

    "Unsere Antwort ist mehr Demokratie, mehr Offenheit und mehr Humanitaet" ( J. Stoltenberg nach den Terroranschlaegen)

  • […] Dein Beweggrund dieses Schweinesystem zu verteidigen, ist ein ganz anderer: purer Egoismus.

    Und Dein Beweggrund ist nun keineswegs altruistischer, denn für den Toskanischen Agronom ist's sicher auch von Vorteil, wenn er nicht nur sein dörfliches Umfeld mit der Tomatenernte versorgen kann, und für Neapel als selbst für italienische Verhältnisse vergleichsweise ärmliche Region mag der Mozarellaverkauf in europäische Nachbarländer existenziell sein.

    Und dass Ikea noch immer als Billigmarke angesehen wird, liegt in erster Linie daran, dass die Möbel vor vielleicht 40 Jahren tatsächlich vergleichsweise preisgünstig waren, und dass die heimische Möbelindustrie sowieso nicht mehr konkurrenzfähig ist… welche Bedeutung hat der Möbelhandel überhaupt noch?

  • Ja, toll. Jetzt werden die Fahrer häufiger wegen Fahrzeitenüberschreitung oder verbotswidrigen Übernachtens im Lkw Bußgelder zu zahlen haben, wodurch sich ihre Einkommenssituation sicher verbessern wird… und sie müssen also (ohne Ladung) zwischendurch heimfahren, das wird sich auf'm Lohnzettel sicher ebenfalls bemerkbar machen… der Lkw-Verkehr wird dadurch allerdings nicht wneiger werden, sondern es wird sicher eher die Zahl der Fuhren erhöhen, denn die Zeitpläne für die Warenanlieferung sind eng, die Wartezeiten an den Grenzen lang, und wenn der einzelne Fahrer wegen der elektronischen Fahrzeitenerfassung pausieren muss, muss dann eben jemand anders Wagen und Ladung übernehmen… zudem dürfte die Zahl der Fahrzeug- und Ladungsdiebstähle steigen, wenn der Wagen auf dem Rastplatz unbewacht steht, und der Fahrer außer Hörweite seinen gesetzlichen Pflichten nachgeht…

    Glaubst du denn Sch.... den du da uns Netz stellst?


    Willst du Gunnie auf die Palme bringen, von der letzte Nacht eine Nuss auf deinen Schädel geplumpst ist, wenn du der aktuell auf Deutschlands Straßen üblichen Ausbeutung noch einen drauf zu setzen versuchst?


    Einerseits trauerst du um kleine Einzelhändler, die nicht mehr in diesem Strom gnadenlosen Profitstrebens mithalten können und dann beschreibst du in fatalistisch gesteigerter Ironie eine Entwicklung die kein Mensch auch nur 1 Sekunde gut finden kann, der sich noch nicht komplett seine soziale Intelligenz hat nehmen lassen.


    Dem Wahn von grenzenlos gedachter und gemachter Ausbeutung

    gehört der gnadenlose Kampf angesagt. Basta.

  • Ich glaub langsam, dein Blick auf die Realität ist stark getrübt.

    https://www.sueddeutsche.de/pa…-fahrer-alkohol-1.4312723

    Der Artikel beschreibt aber auch die "andere" Realität. Erstens sind die Zustände nicht vom Himmel gefallen, sondern basieren auf getroffenen Regeln. Hier der EU. Zweitens haben wir schon hier und heute Probleme, solche Voraussetzungen zu schaffen, dass die täglichen Lenk- und Ruhezeiten tatsächlich eingehalten werden können. Und zum Dritten das grundlegende Schengenproblem: Völlig unterschiedliche Sozial- und Lohnsysteme in der EU bei gleichzeitiger Arbeitnehmerfreizügigkeit. Plus Werksverträge und solche tollen Sachen. kann man ändern, führt aber zu wirtschaftlichem Chaos nebst Folgeauswirkungen. Darum macht es keiner. Theoretisch kann man das mit einem europäischen Staat lösen. Das bedingt dann aber ein Treffen in der Mitte. Bei Löhnen, Sozialleistungen, Steuern, Abgaben, Rente... Da werden nicht nur in Frankreich und Italien Mistgabeln zum sehr begehrten Produkt. Wird also auch nicht kommen. Das geht heute mit subtileren Methoden viel besser. Da hat man wieder etwas beschlossen, was sicher gut gedacht, aber halt schlecht gemacht ist.

  • Und Dein Beweggrund ist nun keineswegs altruistischer, denn für den Toskanischen Agronom ist's sicher auch von Vorteil, wenn er nicht nur sein dörfliches Umfeld mit der Tomatenernte versorgen kann, und für Neapel als selbst für italienische Verhältnisse vergleichsweise ärmliche Region mag der Mozarellaverkauf in europäische Nachbarländer existenziell sein.

    Und dass Ikea noch immer als Billigmarke angesehen wird, liegt in erster Linie daran, dass die Möbel vor vielleicht 40 Jahren tatsächlich vergleichsweise preisgünstig waren, und dass die heimische Möbelindustrie sowieso nicht mehr konkurrenzfähig ist… welche Bedeutung hat der Möbelhandel überhaupt noch?

    Och ne, dann kostet der Kaese und die Tomaten eben 5 Cent mehr. Moebel habe ich uebrigens fast alles made in Germany, Norway, Danmark. Nur die Kuechenmoebel kommen aus dem Osten, ausser den Elektrogeraeten.

    "Unsere Antwort ist mehr Demokratie, mehr Offenheit und mehr Humanitaet" ( J. Stoltenberg nach den Terroranschlaegen)

  • Und zum Dritten das grundlegende Schengenproblem: Völlig unterschiedliche Sozial- und Lohnsysteme in der EU bei gleichzeitiger Arbeitnehmerfreizügigkeit. Plus Werksverträge und solche tollen Sachen. kann man ändern, führt aber zu wirtschaftlichem Chaos nebst Folgeauswirkungen. Darum macht es keiner.

    Erstmal macht es keiner weil genau deswegen der Schengenraum, in Bezug auf die östlichen "Partner"länder ja überhaupt erst gemacht wurde.

    Sprich, dieses Sozialgefälle so auszunutzen um dementsprechend den Reibach zu machen.

    Da werden nicht nur in Frankreich und Italien Mistgabeln zum sehr begehrten Produkt. Wird also auch nicht kommen.

    Glaube ich gar nicht mal. "Der" franz. Bauer hat die Mistgabel in der Hand weil er mit dem steigenden, industrialisierten EU Agrarsystem welches die grossen noch mehr monopolisiert und schon gar nicht mit dem ausbeuterischen und ebenso subventionierten System Tönnies mit halten kann.

    Wäre das ganze weit mehr ausgeglichener und auf Augenhöhe....

    Und natürlich wird sich am status Quo nichts ändern weil die EU zu lange schon in der Geiselhaft jener interessierten Wirtschaftslobbyisten steht.

    Also sprichwörtlich die eine Hand in der Tasche dieser industriellen "Roundtables" und die andere Hand in der olivfarbenden die von einer EU Geopolitik (östlich) schwadronieren.

    Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen – abgesehen von all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind

  • Der Artikel beschreibt aber auch die "andere" Realität. Erstens sind die Zustände nicht vom Himmel gefallen, sondern basieren auf getroffenen Regeln..

    Die Realität ist leider, dass jede Regel in unserem Wirtschaftssystem nur so gut ist, wie die Menschen. Und speziell eine Kaste versucht jede Regel, die wer auch immer aufstellt, zu ihren Gunsten zu dehnen, zu interpretieren und wenn nötig zu brechen - das sind die Leute vom Stamme Nimm.

    Zitat

    "Der Kapitalismus basiert auf der merkwürdigen Überzeugung, dass widerwärtige Menschen aus widerwärtigen Motiven irgendwie für das allgemeine Wohl sorgen werden."

    Libertarismus. Eine einfältige rechte Ideologie, die sich ideal für diejenigen eignet,

    die nicht in der Lage oder nicht bereit sind, über ihre eigene soziopathische Haltung hinauszusehen.

    * Iain Banks

  • Der Artikel beschreibt aber auch die "andere" Realität. Erstens sind die Zustände nicht vom Himmel gefallen, sondern basieren auf getroffenen Regeln. Hier der EU. Zweitens haben wir schon hier und heute Probleme, solche Voraussetzungen zu schaffen, dass die täglichen Lenk- und Ruhezeiten tatsächlich eingehalten werden können. Und zum Dritten das grundlegende Schengenproblem: Völlig unterschiedliche Sozial- und Lohnsysteme in der EU bei gleichzeitiger Arbeitnehmerfreizügigkeit. Plus Werksverträge und solche tollen Sachen. kann man ändern, führt aber zu wirtschaftlichem Chaos nebst Folgeauswirkungen. Darum macht es keiner. Theoretisch kann man das mit einem europäischen Staat lösen. Das bedingt dann aber ein Treffen in der Mitte. Bei Löhnen, Sozialleistungen, Steuern, Abgaben, Rente... Da werden nicht nur in Frankreich und Italien Mistgabeln zum sehr begehrten Produkt. Wird also auch nicht kommen. Das geht heute mit subtileren Methoden viel besser. Da hat man wieder etwas beschlossen, was sicher gut gedacht, aber halt schlecht gemacht ist.

    Es wurde hier vieles schlecht gemacht und zwar so grottenschlecht, dass ich nicht daran glaube, dass es gut gedacht gewesen sein könnte. Die Entwicklung war erstens voraussehbar - zumindest das Risiko einer solch negativen Entwicklung). Dann lässt diese Entwicklung seit Jahren ihren höchst problematischen Verlauf erkennen, so dass längst politisch dagegen hätte gegengesteuert werden müssen. Davon kann nicht im entferntesten die Rede sein, denn dann wären die Sauställe , die hier und in vielen anderen Bereichen zu erkennen sind, längst ausgemistet worden.


    Ich behaupte: In den letzten 35 Jahren ist es im Zusammenhang mit der neoliberalen Bestimmung von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu einem massiven Sittenverfall gekommen, in dem die Rechte und die Würde arbeitender Menschen zunehmen mit den Füßen getreten wurden und getreten werden. Da ist nie wirklich etwas gut gedacht worden.

  • Natuerlich duerfen die noch im Lkw schlafen, bei den taeglichen Ruhezeiten, d.h. nach 9 Stunden Lenkzeit. Nur nach 45 Stunden Wochenzeit nicht mehr.

    Ehrlich, die Fahrer aus dem Osten sind arme Schweine. Die kommen wochenlang nicht nach Hause und Geld fuer anstaendig essen zu gehen haben die auch nicht. Bleibt nur Dosenfutter und Campingkocher.

    Aber was stimmt denn nun - in dem Artikel, der dieser Diskussion zugrundelag, hieß es : "Lkw-Fahrer dürfen ihre gesetzlichen Schlafpausen künftig nun nicht mehr im Fahrzeug verbringen."

    Niemand kann annehmen, dass die gesetzlichen Ruhepausen erst nach 45 Stunden beginnen.

         



    Höflichkeit ist wie ein Luftkissen - scheinbar ist nichts drin, aber es mildert die Stöße.

  • Aber was stimmt denn nun - in dem Artikel, der dieser Diskussion zugrundelag, hieß es : "Lkw-Fahrer dürfen ihre gesetzlichen Schlafpausen künftig nun nicht mehr im Fahrzeug verbringen."

    Niemand kann annehmen, dass die gesetzlichen Ruhepausen erst nach 45 Stunden beginnen.

    Lies noch mal von Anfang an, woechentliche Ruhezeiten, nicht taegliche.

    "Unsere Antwort ist mehr Demokratie, mehr Offenheit und mehr Humanitaet" ( J. Stoltenberg nach den Terroranschlaegen)

  • Da steht "Schlafpausen". Wortwörtlich. Tur mir leid.


    Sprich nach 5 Tagen und 5 x 9 Stunden Lenkzeit ist Wochenruhezeit.

    "Unsere Antwort ist mehr Demokratie, mehr Offenheit und mehr Humanitaet" ( J. Stoltenberg nach den Terroranschlaegen)

    Einmal editiert, zuletzt von Wudi ()

  • Aber was stimmt denn nun - in dem Artikel, der dieser Diskussion zugrundelag, hieß es : "Lkw-Fahrer dürfen ihre gesetzlichen Schlafpausen künftig nun nicht mehr im Fahrzeug verbringen."

    Niemand kann annehmen, dass die gesetzlichen Ruhepausen erst nach 45 Stunden beginnen.

    Das ist mir auch aufgefallen. Das ist schlicht ungenauer Journalismus.

    Wie wudi schon schrub, am Anfang haben die es genau geschrieben.

    Ja, es geht nur um die wöchentliche Ruhezeit.


    Mfg