Der Beschiss an arbeitenden Menschen


  • Irgendwie haben alle die arbeiten davon proftiert.


    Deine Grafik belegt das nachfolgende Pauschalurteil deinerseits nicht. Du übersiehst, wie viele Jobs in Deutschland inzwischen aus der Tarifbindung gefallen sind. 24% der Beschäftigten verdingen sich im Niedriglohnsektor, die(und nicht nur die) können von einer 35 h -Arbeitswoche nur träumen.


    Zitat


    Abgehaengt werden wohl die Bildungsverweigerer. Wer einer zur beruflichen Ausbildung bereit ist hat er auch Chancen, er muss sie nur nutzen. Im Handwerk und Pflegewesen besteht ein Mangel an Arbeitskraeften.

    Schon mal darüber nachgedacht, warum in den benannten Branchen ein Mangel an Arbeitskräften besteht?

  • Und auch heute wir auf der Jagd nach materiellem Zugewinn ein irrationales Verhalten entwickelt, das dem vergangener Zeiten in nichts nach steht.

    Das machen die allermeisten Leute. In westlichen Ländern leben nur sehr wenige in einer selbstgebauten Hütte im Wald, nähen ihre Klamotten selber und leben von dem, was die Natur abwirft. :)

  • Schon mal darüber nachgedacht, warum in den benannten Branchen ein Mangel an Arbeitskräften besteht?

    Nicht alle Branchen mit Mangel an Fachkraeften bezahlen schlecht. Oft ist das Gegenteil der Fall, Mangel treibt die Loehne hoch

    "Unsere Antwort ist mehr Demokratie, mehr Offenheit und mehr Humanitaet" ( J. Stoltenberg nach den Terroranschlaegen)

  • Schon mal darüber nachgedacht, warum in den benannten Branchen ein Mangel an Arbeitskräften besteht?

    In Deutschland ist die Steuerlast sehr hoch, deshalb gehen viele lieber nach der Ausbildung ins Ausland.


    Andererseits finden Flüchtlinge, die in ihrer Heimat jahrelang Berufserfahrung gesammelt haben, hier oft keinen Job der ihrer Qualifikaton entspricht, obwohl es genügend freie Stellen gibt. Ist besonders bei Ärzten der Fall.

  • In Deutschland ist die Steuerlast sehr hoch, deshalb gehen viele lieber nach der Ausbildung ins Ausland.

    Ich treffe bei uns viele deutsche Aerzte, besser bezahlt und kuerzere Arbeitszeiten.

    "Unsere Antwort ist mehr Demokratie, mehr Offenheit und mehr Humanitaet" ( J. Stoltenberg nach den Terroranschlaegen)

  • Andererseits finden Flüchtlinge, die in ihrer Heimat jahrelang Berufserfahrung gesammelt haben, hier oft keinen Job der ihrer Qualifikaton entspricht, obwohl es genügend freie Stellen gibt. Ist besonders bei Ärzten der Fall.

    Wieder andererseits haben meine Abschlüsse Anfang der 90-er im Ausland auch keinen interessiert. Bei genauerer Betrachtung nicht mal im eigenen Land.

  • Nee, der Sinn ist der, dass alle gewinnen, am meisten der Kunde. […]

    Als Kunde frage ich mich allerdings, was ich nun "gewonnen" haben soll… ein zunehmend trostloses Stadtbild sehe ich nicht Gewinn. Und die aktuell stetig längeren Wege für den Einkauf, für Behördengänge und sonstige Erledigungen sind ebensowenig als Gewinn zu werten. Kapitalismus bedeutet übrigens vor allem, dass Geschäftsleute ihre finanziellen Mittel (oder auch ihre Kreditwürdigkeit) für gemeinsame Projekte zusammenlegen können.
    Die jetzt daraus resultiere oligopolistische Marktaufteilung verzerrt, was ursprünglich unter "Marktwirtschaft" subsumiert wurde. Nämlich die freie Konkurrenz zahlreicher Anbieter, der die lebhafte Nachfrage individuell ebenso unterschiedlicher Käufer gegenübersteht.


    Versandhandel hat es in Vor-Internetzeiten schon gegeben; aber irgendwie war er keine Existenzbedrohung für den stationären Einzelhandel.

  • Als Kunde frage ich mich allerdings, was ich nun "gewonnen" haben soll… ein zunehmend trostloses Stadtbild sehe ich nicht Gewinn.

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    Die jetzt daraus resultiere oligopolistische Marktaufteilung verzerrt, was ursprünglich unter "Marktwirtschaft" subsumiert wurde. Nämlich die freie Konkurrenz zahlreicher Anbieter, der die lebhafte Nachfrage individuell ebenso unterschiedlicher Käufer gegenübersteht.


    Versandhandel hat es in Vor-Internetzeiten schon gegeben; aber irgendwie war er keine Existenzbedrohung für den stationären Einzelhandel.

    Der Kunde möchte aber primär eine Ware kaufen. Er will nicht das Stadtbild beleben, Hula- Tänzerinnen bewundern oder mit unwissenden Verkäufer*innen oder Bedürftigen vor der Tür kommunizieren. Er tut das, weil es Alternativen dazu gibt, die (für ihn persönlich) wesentlich mehr Vorteile und meist auch besseren Service bieten. Und das kostet in Masse nun mal Arbeitsplätze und schmälert die Gewinne der im Betrag weiter oben genannten Gruppen.

  • Versandhandel hat es in Vor-Internetzeiten schon gegeben; aber irgendwie war er keine Existenzbedrohung für den stationären Einzelhandel.

    Altes Sprichwort: das Bessere ist des Guten Feind. :)


    Für etwa 30€ bekommste heute ein Handfunkgerät für 70cm und 2m aus China, 8W Sendeleistung.

    https://www.amazon.com/dp/B01J…kb05vdExvZ0NsaWNrPXRydWU=


    "Früher" gabs sowas von Motorola und Yaesu, aber 10 bis 20 mal teurer.

  • Altes Sprichwort: das Bessere ist des Guten Feind. […]

    Und inwiefern soll nun "online-Shopping" besser sein als der Einkauf im Ort, in dem man (der Kunde) auch wohnt? Mal ganz zu schweigen davon, dass ich kein Handfunkgerät benötige… übrigens: Im gutgeführten Einzelhandel findet man auch qualifiziertes und engagiertes Personal.

  • Der Kunde möchte aber primär eine Ware kaufen. Er will nicht das Stadtbild beleben, […]

    Das verödende Stadtbild mit dem allgegenwärtigen Einerlei der immerselben Markennamen im Wechsel mit Ein-Euro-Ramschläden und leerstehenden Gewerbeflächen verleidet den Einkaufsbummel - wo nicht einmal die Schaufenster noch Überraschungen feilhalten, fehlt irgendwann selbst den Bäckern, Friseuren, Händyläden und Döner-Drehspießen die Laufkundschaft…

    Der Kunde hat also persönliche Vorteile davon, wenn er's nicht so weit kommen lässt.

  • Das entscheidet der Kunde. Kauft er lieber online, ist wohl irgendwas "besser" daran.

    Die ist keine Entscheidung, die der Kunde trifft… für Admin Dieter beispielsweise mag die Online-Bestellung vorteilhaft sein, weil die Einkaufsmöglichkeiten an seinem Wohnort dermaßen eingeschränkt sind, dass der zeitliche Aufwand für den konventionellen Einkauf gar nicht mehr vertretbar ist. Zumal die zentrumsnahen Geschäfte der nächsten Ortschaft wegen der Parkraumbewirtschaftung gleichfalls unerreichbar geworden sind.


    Es ist also längst nicht mehr das Bessere des Guten Feind, sondern bei Wahl zwischen zwei Übeln mag das preisgünstigere und bequemere als "besser" erscheinen…

  • Kann nicht sein, denn Religionen beziehen sich auf irgendwas Übernatürliches, Götter, Dämonen, usw.

    Kapitalismus aber ist Realität, wenn freie Menschen untereinander Handel treiben.

    Jaja, die "unsichtbare Hand des Marktes" ....

    8o

    Libertarismus. Eine einfältige rechte Ideologie, die sich ideal für diejenigen eignet,

    die nicht in der Lage oder nicht bereit sind, über ihre eigene soziopathische Haltung hinauszusehen.

    * Iain Banks

  • Das machen die allermeisten Leute. In westlichen Ländern leben nur sehr wenige in einer selbstgebauten Hütte im Wald, nähen ihre Klamotten selber und leben von dem, was die Natur abwirft. :)

    Zwischen dem von dir hier dargestellten einfachen Leben

    und der nicht nachhaltigen Gier nach maximalen Konsum liegen Welten.

  • Nicht alle Branchen mit Mangel an Fachkraeften bezahlen schlecht. Oft ist das Gegenteil der Fall, Mangel treibt die Loehne hoch

    Diese Behauptung erscheint mir auf Deutschland bezogen als Märchenerzähle, denn das von dir benannte Gegenteil ( Mangel an Arbeitskräften treibt die Löhne hoch) fällt hier zu oft aus, Beispiel Pflege. Während Pharmakonzerne Milliarden scheffeln, geizt der Gesundheitsbereich an guten Löhnen und Arbeitsbedingungen. Die Politik sinniert über den Pflegenotstand ohne eigentliche Lösungskonzepte voran zu treiben. Lieber geht diese unverdrossen in Billiglohnländern auf Jagd nach ausbeutbaren Kräften anstatt das hausgemachte Problem des Pflegenotstands mit den Möglichkeiten der Marktwirtschaft zu lösen. Das Dogma von der billigen Arbeit soll im jeden Preis am Leben gehalten werden, egal wie viele Menschen darunter leiden oder sterben müssen.

  • Schon mal darüber nachgedacht, warum in den benannten Branchen ein Mangel an Arbeitskräften besteht?

    Nein. Sag´s uns. Vielleicht, weil man, um diese Berufe zu ergreifen, richtig was lernen muss und meist mehr arbeitet. Das heißt aber auch, dass sie die Leute im so gescholtenen kapitalismus aussuchen können, ob und wieviel sie arbeiten und lernen, und totzdem nicht verhungern.

         



    Höflichkeit ist wie ein Luftkissen - scheinbar ist nichts drin, aber es mildert die Stöße.