Der Beschiss an arbeitenden Menschen

  • Nein. Sag´s uns. Vielleicht, weil man, um diese Berufe zu ergreifen, richtig was lernen muss und meist mehr arbeitet. Das heißt aber auch, dass sie die Leute im so gescholtenen kapitalismus aussuchen können, ob und wieviel sie arbeiten und lernen, und totzdem nicht verhungern.

    Um als Pfleger arbeiten zu können, muss man eine ordentliche Ausbildung absolvieren und wird dann dort umfassend gefordert. Das sollte dann aber wertgeschätzt werden und dazu gehört mehr als ein paar Klatscher vom Balkon.


    Du scheint als Ursache für den Mangel an Arbeitskräften in der Pflege das Desinteresse bzw. die mangelnde Leistungsbereitschaft auf der Arbeitnehmerseite auszumachen, dass es aber von der Arbeitgeberseite aus verschuldeten Defizite sein könnten, welche die schleppende Nachfrage nach den Pflegeberufen ausmachen könnte, das kommt dir scheinbar nicht in den Sinn.


    Stattdessen singst du das hohe Lied auf den Kapitalismus, in dem man - oh wie gnädig- auch dann nicht verhungern muss, wenn man sich im beruflichen Hamsterrad überschlagen möchte.


    Hier mal ein paar Fakten zur Abwechslung:

    https://www.dbfk.de/manifest/der-hintergrund/

  • Diese Behauptung erscheint mir auf Deutschland bezogen als Märchenerzähle, denn das von dir benannte Gegenteil ( Mangel an Arbeitskräften treibt die Löhne hoch) fällt hier zu oft aus, Beispiel Pflege.

    Mangel an Leutchen ist nur ein Faktor. Beschäftigung der Leute muss sich für alle Personen auf der Dienstleisterseite lohnen. Wenn die Kunden aber nicht gewillt sind, den Betrag x für Pflege zu bezahlen, dann kann dem Angestellten nicht ein Betrag y gezahlt werden, der größer ist.


    Die Folge davon ist, dass der Pflegeberuf ausstirbt, weil er sich generell nicht lohnt. Denn offenbar scheint er auch nicht gefragt zu sein.

  • […] Stattdessen singst du das hohe Lied auf den Kapitalismus […]

    Nun, in vorkapitalistischen Zeiten gab's gar keine professionelle Pflege, die Lebenserwartung der aus dem Erwerbsleben ausgeschiedenen Personen war dementsprechend von recht kurzer Dauer… übrigens zeigen die Lebensbedingungen in Entwicklungsländern recht anschaulich, wie sich die Absenz kapitalistischen Wirtschaftens auf die Lebensbedingungen auswirkt…

  • Wenn die Kunden aber nicht gewillt sind, den Betrag x für Pflege zu bezahlen, dann kann dem Angestellten nicht ein Betrag y gezahlt werden, der größer ist.

    Und genau das ist das A und O....aber der Tommy versteht das einfach nicht....

    Wir im Sicherheitsdienst haben alle zwei Jahre Tarifverhandlungen, aus denen wir immer mit Lohnerhöhungen heraus gehen....und alle zwei Jahre flippen die Kunden aus, wenn wir die Verträge anpassen müssen.

    Wer das nicht macht, kann den Laden dicht machen.....

    Allemagne? C'est un grand Bordel néolibéralement conservateur Merkel'scher l'empreinte


    AMERIKA......oder..... Alles was die Welt nicht braucht....oder....Spiel nicht mit den Schmuddelkindern....


    Ich bin zum Glück KEIN Europäer.....



  • Und genau das ist das A und O....aber der Tommy versteht das einfach nicht....

    Wir im Sicherheitsdienst haben alle zwei Jahre Tarifverhandlungen, aus denen wir immer mit Lohnerhöhungen heraus gehen....und alle zwei Jahre flippen die Kunden aus, wenn wir die Verträge anpassen müssen.

    Wer das nicht macht, kann den Laden dicht machen.....

    Kein Vergleich, Pflege wird aus oeffentlichen Mitteln finanziert, sprich Abgaben und Steuern. Hier der Fehler beim deutschen System, nur die Mitte traegt positiv dazu bei. Unten holt mehr raus als eingezahlt wird, oben zahlt verhaeltnismaessig wenig bis gar nichts ein.

    "Unsere Antwort ist mehr Demokratie, mehr Offenheit und mehr Humanitaet" ( J. Stoltenberg nach den Terroranschlaegen)

  • Nun, in vorkapitalistischen Zeiten gab's gar keine professionelle Pflege, die Lebenserwartung der aus dem Erwerbsleben ausgeschiedenen Personen war dementsprechend von recht kurzer Dauer… übrigens zeigen die Lebensbedingungen in Entwicklungsländern recht anschaulich, wie sich die Absenz kapitalistischen Wirtschaftens auf die Lebensbedingungen auswirkt…

    In der Tat konnte man vor den 1920ern noch der Meinung sein, dass der Kapitalismus reinstes Satanswerk ist, um die Menschheit in die Hölle zu beamen. Aber die Entwicklung der Welt hat alle Kommunisten, Sozialisten, Antikapitalisten u.ä. Pappnasen lügen gestraft. :)

  • Kein Vergleich, Pflege wird aus oeffentlichen Mitteln finanziert, sprich Abgaben und Steuern. Hier der Fehler beim deutschen System, nur die Mitte traegt positiv dazu bei. Unten holt mehr raus als eingezahlt wird, oben zahlt verhaeltnismaessig wenig bis gar nichts ein.

    Doch ein Vergleich, Wudi....der Bürger zahlt ja auch die Pflegeversicherungsbeiträge, deren Höhe für eine vernünftig bemessene Pflegeleistung einfach ein Witz ist.....wenn du die angemessen erhöhen willst, gibt es einen Aufstand....


    Und Altenheime? Die Pflege darin?

    Privat betriebene Pflegeeinrichtungen?

    Vollkaskomentalität zum Nulltarif macht den Bürger glücklich.....

    Allemagne? C'est un grand Bordel néolibéralement conservateur Merkel'scher l'empreinte


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  • Doch ein Vergleich, Wudi....der Bürger zahlt ja auch die Pflegeversicherungsbeiträge, deren Höhe für eine vernünftig bemessene Pflegeleistung einfach ein Witz ist.....wenn du die angemessen erhöhen willst, gibt es einen Aufstand....

    Das ist genau das Ding, was die Wirtschaftsliberalen ständig beklagen: der marktverzerrende Einfluss des Staates, der zwar gut gemeint ist, aber letztlich nur Schaden anrichtet.


    Pflichtversicherungen sind generell ein großes Übel.

  • […] Vollkaskomentalität zum Nulltarif macht den Bürger glücklich.....

    Nun ist die gesetzliche Pflegeversicherung ja erst vor einigen Jahren eingeführt worden, und zwar eben aus dem Grunde, weil die da Zahl der Pflegebedürftigen, die sich eine aus Eigenleistungen finanzierte angemessene Versorgung nicht leisten könnte, mit der "Überalterung" der Gesellschaft angestiegen ist. Außerdem steht mit Wegfall der allgemeinen Wehrpflicht auch der Altenheimen und Pflegeeinrichtungen zugutekommende Ersatz- oder Zivildienst nicht länger zur Verfügung, somit entstand die heute beklagte Personallücke, die weder Wohneinrichtungen noch ambulante Dienste zu schließen imstande sind.


    Und abgesehen davon würde auch eine signifikante Erhöhung der Verdienstmöglichkeiten in diesem Berufsfeld die Situation der Pflegebedürftigen nicht verbessern, denn wer hauptsächlich des Geldes wegen diesen Beruf ergriffe, würde wohl kaum mit der nötigen Empathie seine Schützlinge waschen, füttern, versorgen…

  • Außerdem steht mit Wegfall der allgemeinen Wehrpflicht

    Der größte Fehler, den das Politgesocks machen konnte.....

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  • Der größte Fehler, den das Politgesocks machen konnte.....

    Naja… mit dem Wegfall des Warschauer Pakts und damit des Gleichgewichts des Schreckens haben sich die Aufgaben der Bundeswehr verändert, auch andere Mitgliedsstaaten der NATO-Partner stellen allein Berufsstreitkräfte. Und Deutschland strebt ja einen ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat an.

    Im Grunde sind die meisten Pflichtdienstleistenden ja eher widerwillig eingezogen worden…


    Im vulgären Sprachgebrauch wurde die Bundeswehr als eine Art Erziehungsanstalt gesehen, die Schulabgängern die Hammelbeine langzieht, JETZT ist sie eine behördengleiche Auffanggesellschaft für Berufseinsteiger…

  • Mit Wehrpflicht bekommt man bloß lauter Leute, die keinen Bock auf Militär haben.

    Also das konnte ich Januar 1979, als ich eingezogen wurde, so aber nicht feststellen.....

    Als wir nach der Grundi MunLagerwache gemacht haben, musste ich die Jungs teilweise davon abhalten, auf alles zu ballern, was sich bewegt hatte.

    Wenn da mal einer über den Zaun rübergemacht hätte, wäre das ein Fall für die Kripo und den MAD gewesen....der wäre durchsiebt worden....und platt und tot.....

    ...auch wenn das kein Russe gewesen wäre, oder von der Russischen Militär Mission.....

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  • Nun ist die gesetzliche Pflegeversicherung ja erst vor einigen Jahren eingeführt worden, und zwar eben aus dem Grunde, weil die da Zahl der Pflegebedürftigen, die sich eine aus Eigenleistungen finanzierte angemessene Versorgung nicht leisten könnte, mit der "Überalterung" der Gesellschaft angestiegen ist.

    Schon mal daran gedacht, dass es auch Mitbürger gibt, die sich die Pflege-Vorsorge durchaus leisten könnten, es aber bewusst nicht tuen.

    Sorgt der „Dumme“ (Selbstzahler) vor, und der „Kluge“ lässt im Bedarfsfall die "Anderen" zahlen?

  • Mangel an Leutchen ist nur ein Faktor. Beschäftigung der Leute muss sich für alle Personen auf der Dienstleisterseite lohnen. Wenn die Kunden aber nicht gewillt sind, den Betrag x für Pflege zu bezahlen, dann kann dem Angestellten nicht ein Betrag y gezahlt werden, der größer ist.


    Die Folge davon ist, dass der Pflegeberuf ausstirbt, weil er sich generell nicht lohnt. Denn offenbar scheint er auch nicht gefragt zu sein.

    Wer verdient wo wie viel?


    Hast du dir diese naheliegende Frage gestellt?


    Ich zweifle daran, denn du scheinst nicht wirklich zu wissen bzw. dich dafür zu interessieren, was im Gesundheitsbereich eigentlich läuft. In dem wird ordentlich Umsatz gemacht und die "Kunden" zahlen und das nicht wenig. Die Frage ist. wer sich von diesen Umsätzen die größten Anteile sichert und wo der eigentliche Geiz zu finden ist?


    Es sollte klar sein, dass niemand drauflegen möchte, Irgendwer zahlt aber immer die Zeche, wenn bestimmte Gruppen mehr einnehmen wollen, als was ihnen eigentlich zusteht und dieses Problem betrifft gerade die Pflegeberufe. Ein Grund für dieses Phänomen kann m.E. darin erkannt werden, dass in diesem Bereich vorwiegend Frauen arbeiten und dass diese traditionell in der Arbeitswelt schlecht behandelt werden. Das war noch nie gerecht und wird es nie sein.


    Die schlechte Behandlung dieser und anderer Berufe verleidet deren Attraktivität. Aber obwohl dieses Problem deutlich zu erkennen ist, reden Politik und die hier verantwortlichen Arbeitgeber an diesem vorbei - genau wie du.

  • Ein Grund für dieses Phänomen kann m.E. darin erkannt werden, dass in diesem Bereich vorwiegend Frauen arbeiten und dass diese traditionell in der Arbeitswelt schlecht behandelt werden. Das war noch nie gerecht und wird es nie sein.

    Wie "schlecht behandelt"? Unfreundliche Kunden? Mieser Arbeitgeber?

    Das muss man ja nicht hinnehmen.

  • Nun ist die gesetzliche Pflegeversicherung ja erst vor einigen Jahren eingeführt worden, und zwar eben aus dem Grunde, weil die da Zahl der Pflegebedürftigen, die sich eine aus Eigenleistungen finanzierte angemessene Versorgung nicht leisten könnte, mit der "Überalterung" der Gesellschaft angestiegen ist.

    Ist die Pflegeversicherung nicht eingeführt worden, um die Sozialkassen zu entlasten? Durch eine gute Marketingstrategie wurde die Pflegeversicherung als gute Tat verkauft. Das hierdurch Eingesparte bei den Sozialämtern wurde eben anderweitig verwendet. Für den zu Pflegenden hat sich dadurch nicht verändert, der wird so oder so mehr oder weniger gut verpflegt!

  • Polizei, Gesundheitswesen, Pflegedienste? Warum ist das so? Mangel an Fachkraft?

    Wenn die Vergütungen so mickrig sind, dass sich Polizisten oder Pflegkräfte noch nicht mal mehr eine bescheidene Wohnung in den Städten leisten können, in denen sie ihren Dienst verrichten, muss man sich nicht wundern, wenn keiner bereit ist, solche Berufe mit schwerer Arbeit auszuüben.

  • Wenn die Vergütungen so mickrig sind, dass sich Polizisten oder Pflegkräfte noch nicht mal mehr eine bescheidene Wohnung in den Städten leisten können, in denen sie ihren Dienst verrichten, muss man sich nicht wundern, wenn keiner bereit ist, solche Berufe mit schwerer Arbeit auszuüben.

    Pflegekraefte fehlen wohl nicht nur in teuren Ballungszentren.

    "Unsere Antwort ist mehr Demokratie, mehr Offenheit und mehr Humanitaet" ( J. Stoltenberg nach den Terroranschlaegen)