Der Beschiss an arbeitenden Menschen

  • Ein Mindestlohn kann sich eigentlich nur an den Tarifloehnen der Region orientieren. Ein Euro ist nicht gleich ein Euro. Was willst du in Muenchen mit 1.000 € Nettolohn? Geht nur mit sozialer Stuetze oder unter der Bruecke wohnen.

    Ist damit gemeint, dass sich die Gehälter nicht an der Produktivität (Leistung), sondern an dem jeweiligen Bedarf des Arbeitnehmers orientieren sollen?

    Soll gleiche Arbeit eines Städters grundsätzlich besser dotiert werden als die eines Dörflers?

  • Ist damit gemeint, dass sich die Gehälter nicht an der Produktivität (Leistung), sondern an dem jeweiligen Bedarf des Arbeitnehmers orientieren sollen?

    Der Lohn spiegelt in einer funktionierenden Marktwirtschaft, gerade nicht die Produktivität des Einzelnen wider, sondern die Produktivität, die die Gesellschaft als Ganzes jeweils erreicht.

    Heiner Flassbeck hat das gut aufgezeigt. Würde der Lohn sehr eng die Produktivität widerspiegeln, dürften Lehrer, Polizisten, Krankenschwestern z.B. nie mehr bekommen, sondern eben nur in den Bereichen, wo die Produktivität steigt.

    „Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.“

  • Der Lohn spiegelt in einer funktionierenden Marktwirtschaft, gerade nicht die Produktivität des Einzelnen wider, sondern die Produktivität, die die Gesellschaft als Ganzes jeweils erreicht.

    Stimmt ja auch, volkswirtschaftlich betrachtet. Nur beantwortet es nicht das Problem mit der Höhe eines Mindestlohnes in unterschiedlichen Regionen.

  • Ist damit gemeint, dass sich die Gehälter nicht an der Produktivität (Leistung), sondern an dem jeweiligen Bedarf des Arbeitnehmers orientieren sollen?

    Soll gleiche Arbeit eines Städters grundsätzlich besser dotiert werden als die eines Dörflers?

    Nein, an den Lebenshaltungskosten. Duerfte ja nicht so schwer zu verstehen sein.

    "Unsere Antwort ist mehr Demokratie, mehr Offenheit und mehr Humanitaet" ( J. Stoltenberg nach den Terroranschlaegen)

  • Nein, an den Lebenshaltungskosten. Duerfte ja nicht so schwer zu verstehen sein.

    Ergo, die Arbeitgeber sollen denen, mit hohen Lebenshaltungskosten, mehr zahlen als den anderen? Soll die Qualifikation und damit die Leistung - sprich Produktivität – wirklich nur eine sekundäre Rolle spielen? Eine interessante Aufgabe für Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände, wenn sie die Löhne nach dem individuellen Bedarf ermitteln sollen.

    Was geschieht, wenn Leistung keine Rolle spielt, kennen meine Freunde aus der Ex-DDR zu genüge.

  • Ergo, die Arbeitgeber sollen denen, mit hohen Lebenshaltungskosten, mehr zahlen als den anderen? Soll die Qualifikation und damit die Leistung - sprich Produktivität – wirklich nur eine sekundäre Rolle spielen? Eine interessante Aufgabe für Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände, wenn sie die Löhne nach dem individuellen Bedarf ermitteln sollen.

    Was geschieht, wenn Leistung keine Rolle spielt, kennen meine Freunde aus der Ex-DDR zu genüge.

    Falls es dir noch nicht aufgefallen ist, die Loehne sind in den Regionen sehr unterschiedlich und richten sich nach der Wirtschaftskraft.

    Was bitte soll ein in Muenchen Lebender mit 10 € Mindestlohn? Das reicht mal gerade fuer eine 2 - zimmer Wohnung mit Nebenkosten.

    Der in einer strukturschwachen Gegend kann damit leben, wenn auch nur sehr bescheiden.

    Lasse mal Gewerkschaften und Verbaende draussen, die haben mit dem gesetzlichen Mindestlohn nicht viel am Hut.

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  • Das ist sehr schwer zu verstehen. Aus welchem Grund genau sollte der Endverbraucher allgemein die erhöhten (!) Lebenshaltungskosten eines Stadtbewohners subventionieren??

    Oder, wieso sollte der Landbewohner die sozialen Zuschuesse des Stadtbewohners finanzieren? Mit Mindestlohn kann der Muenchener unmoeglich leben. Eigentlich nicht so schwer.

    Loehne muessen den Lebenshaltungskosten der Region angepasst sein. Tarifloehne sind es i.d.R. Warum nicht der gesetzliche Mindestlohn?

    "Unsere Antwort ist mehr Demokratie, mehr Offenheit und mehr Humanitaet" ( J. Stoltenberg nach den Terroranschlaegen)

  • Gibt es nicht schon länger, als 25 Jahre, das Union-Busting?


  • Oder, wieso sollte der Landbewohner die sozialen Zuschuesse des Stadtbewohners finanzieren? Mit Mindestlohn kann der Muenchener unmoeglich leben. Eigentlich nicht so schwer.

    Und derjenige auf dem Land ? Mit 1000 kommt der auch nicht viel weiter. Ergo ist das alles eine Milchmädchenrechnung.

    Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen – abgesehen von all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind

  • Ergo, die Arbeitgeber sollen denen, mit hohen Lebenshaltungskosten, mehr zahlen als den anderen? Soll die Qualifikation und damit die Leistung - sprich Produktivität – wirklich nur eine sekundäre Rolle spielen? Eine interessante Aufgabe für Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände, wenn sie die Löhne nach dem individuellen Bedarf ermitteln sollen.

    Was geschieht, wenn Leistung keine Rolle spielt, kennen meine Freunde aus der Ex-DDR zu genüge.

    Arbeitgeber sollte ein für alle mal einsichtig sein, dass ein arbeitender Mensch gut von seinem Lohn leben soll, zumindest wenn er in Vollzeit arbeitet. Fad heißt einem Arbeitgeber, der in einem Ballungsgebiet seinen Standort betreibt (was ja durchaus mit Vorteilen für ihn verbunden sein kann) sollte anerkennen, dass mit einem schlechten Lohn für seine Mitarbeiter diese ein sattes Problem auf dem Wohnungsmarkt und auch anderswo bekommen können.


    Und wie kommst du darauf, dass wenn Menschen so bezahlt werden, dass sie von ihrer Arbeit anständig leben können, dass dann Leistung keine Rolle spielen würde?


    Andersherum:


    Glaubst du, dass Menschen die wenig verdienen sich motiviert fühlen tolle Leistungen zu erbringen?

  • ....... dass mit einem schlechten Lohn für seine Mitarbeiter diese ein sattes Problem auf dem Wohnungsmarkt und auch anderswo bekommen können.

    Andersherum:

    Glaubst du, dass Menschen die wenig verdienen sich motiviert fühlen tolle Leistungen zu erbringen?

    Löhne und Mieten sollten und müssen nicht zwingend miteinander verknüpft werden. Auch bei den Wohnungsmieten geht es nach Angebot und Nachfrage. Höherer Zuzug in die Städte bedeutet dort gleichzeitig höhere Mieten und guten Einnahmen für Vermieter.

    Menschen, die sich nicht mit einer teuren kleinen Wohnung in der Stadt zufriedengeben wollen, können sich überlegen, ob sie nicht die Option auf eine kostengünstigere größere Wohnung auf dem Land war nehmen möchten.

    Wenn Behörden, und andere Dienstleister – mit geringem Publikumsverkehr - außerhalb von Städten angesiedelt würden, wäre dies eine nicht unerhebliche Entlastung für den Wohnungsmarkt in den Städten.


    Ja, auch Menschen mit nicht so guter Bezahlung sind motiviert und bringen hervorragende Leistungen.

  • Und derjenige auf dem Land ? Mit 1000 kommt der auch nicht viel weiter. Ergo ist das alles eine Milchmädchenrechnung.

    Nicht jeder auf dem Land verdient nur Mindestlohn. Einfache Sache, Loehne sollten den regionalen Lebenshaltungskosten angepasst sein.

    "Unsere Antwort ist mehr Demokratie, mehr Offenheit und mehr Humanitaet" ( J. Stoltenberg nach den Terroranschlaegen)

  • Nicht jeder auf dem Land verdient nur Mindestlohn. Einfache Sache, Loehne sollten den regionalen Lebenshaltungskosten angepasst sein.

    Löhne sollten sollten sich nach dem Umsatzvolumen des Unternehmens richten. Ich finde, dass die Angestellten am betrieblichen Erfolg mitverdienen sollten, nicht nur per Anerkennung. Auch finanziell. :)

  • Löhne und Mieten sollten und müssen nicht zwingend miteinander verknüpft werden. Auch bei den Wohnungsmieten geht es nach Angebot und Nachfrage. Höherer Zuzug in die Städte bedeutet dort gleichzeitig höhere Mieten und guten Einnahmen für Vermieter.

    Menschen, die sich nicht mit einer teuren kleinen Wohnung in der Stadt zufriedengeben wollen, können sich überlegen, ob sie nicht die Option auf eine kostengünstigere größere Wohnung auf dem Land war nehmen möchten.

    Wenn Behörden, und andere Dienstleister – mit geringem Publikumsverkehr - außerhalb von Städten angesiedelt würden, wäre dies eine nicht unerhebliche Entlastung für den Wohnungsmarkt in den Städten.

    Da brummelt Bärchen sich mal wieder schön realitätsfern etwas zusammen.

    Löhne und Mieten sollten und müssen nicht zwingend miteinander verknüpft werde?


    Hast du auch ein Argument für diese m.E. bizarre Forderung?


    Ich halte klar dagegen: Natürlich gehören Löhne und Mieten miteinander verknüpf da (das Bärchgen höre und staune) Brutto-Mieten vorwiegend mit Hilfe von Netto-Löhnen finanziert werden müssen. Eventuell kommt indem einem oder anderen Fall ein wenig Wohngeld hinzu, aber die Fälle kann man mit der Lippe suchen.


    Interessant dass du bezogen auf den Wohnungsmarkt mit dem freien Markt daher kommst. Ein höherer Zuzug in die Städte darf scheinbar für dich dort gleichzeitig höhere Mieten und gute Einnahmen für Vermieter bedeuten?


    Wie wäre es denn einmal damit Gerechtigkeit zu versuchen und die Regeln der Marktwirtschaft auf den Arbeitsmarkt anzuwenden?


    Sprich in allen Berufen bzw. Arbeitsbereichen wo es einen Facharbeitermangel gibt wird das Angebot an Fachkräften durch höhere Löhne stimulierte. Wo Mieten um 7% pro Jahr steigen können, steigen auch einfach mal die Löhne im selben Maß. Ist dich eine Idee, oder?


    Und wi die Reallöhne seit Jahren stagnieren gibt es gleich mal eine ordentliche Portion Zuschlag obendrauf, sagen wir mal 20%. Warum sollen immer nur die Vermieter bzw. die besitzenden Klassen die Gewinner sein?


    Auch im folgenden denkst du nicht weiter und willst die Lösung der durch den Kapitalismus verursachten Probleme den Opfern dieser Politik einseitig allein übertragen:


    Menschen, die sich nicht mit einer teuren kleinen Wohnung in der Stadt zufriedengeben wollen, können sich laut deiner Rede überlegen, ob sie nicht die Option auf eine kostengünstigere größere Wohnung auf dem Land wahr nehmen möchten.


    Hat das Bärchen vor dem Brummeln dieser Rede auch daran gedacht, wie diese Menschen dann vom Land in die Stadt zum Arbeiten und zurück nach Hause kommen sollen?


    Auf dem Rücken von Elfe Ariane?


    Hat Bärchen daran gedacht, was die dann weiter ausweitende Pendelei die betroffenen Menschen an Zeit und Geld kosten kann, die Autobahnen und Züge vollbläst?


    Du willst nur die Daumenschrauben bei den abhängig Beschäftigten anziehen und dann noch gerade bei denen, wo diese Schrauben teilweise schon weit angezogen sind ( z.B. hohe Mieten, beschissene Löhne) .Bei uns in der Lehre hieß es bezogen auf Schrauben anziehen "Nach fest kommt ab".

    Zitat

    Ja, auch Menschen mit nicht so guter Bezahlung sind motiviert und bringen hervorragende Leistungen.


    Der Mensch kann so vieles.

    Ich kann mir auch eine Ring durch die Nase ziehen und einen Papagei drauf setzen.

    Kann ich aber auch bleiben lassen.


    Und was m,.E. viel besser geht:


    Arbeitgeber, die auf Mitarbeiter setzen, die hervorragende Leistungen bringen (sollen),

    können auch dementsprechende Löhne zahlen.

  • Löhne sollten sollten sich nach dem Umsatzvolumen des Unternehmens richten. Ich finde, dass die Angestellten am betrieblichen Erfolg mitverdienen sollten, nicht nur per Anerkennung. Auch finanziell. :)

    Umsatz sagt nicht viel über den betrieblichen Erfolg aus… die Baumarktketten Praktiker und Max Bahr sind, wie wohl auch Drogeriekette Schlecker, deswegen insolvent geworden, weil ihre Rentabilität mit den ehrgeizigen Umsatzzielen nicht mithalten konnte…