• Mal ne Frage in die Runde.


    Was haltet ihr eigentlich von der Berichterstattung über den Drohnen-Angriff auf die Saudi-Öl-Anlagen?


    Ich selbst bin ja froh, dass dadurch der Konflikt im Jemen wieder mal in die Zeitungen kommt. Nur bleibt der bittere Nachgeschmack, dass es ein Angriff auf Industrieanlagen schafft, die Weltbevölkerung aufzuschrecken aber Bomben auf Zivilisten und 10 Tausende Opfer nicht. Grotesk? Abersowasvon!


    Und jetzt sind es natürlich jene, die die Droge Öl dem Markt entziehen, die den Konflikt eskalieren lassen aber nicht die Saudis, die weder Rücksicht auf zivile Einrichtungen nehmen und auch sonst kein Kind von Traurigkeit sind, Zivilisten in eine humanitäre Katastrophe zu manövrieren.


    Ich nenne das einfach nur ABARTIG!


    mfg

  • Ich habe ja mal hier verlinkt welche Abertausende von Guns-for-Hire für die Saudis im Jemen Ihr "Handwerk" verrichten:

    Saudi's coalition in Yemen: Militias and mercenaries backed by western firepower

    https://www.middleeasteye.net/…-backed-western-firepower


    Das da natürlich der Iran als internationaler Haumichel herhalten muss, wird einem immer klarer. Egal ob deren Rolle in diesem Konflikt keinen Deut moralischer daher kommt.


    und:



    https://georgetownsecuritystud…ng-arab-allies-withdrawal



    Ach so, Kinder sind auch dabei, macht aber scheinbar nix:


    https://www.nytimes.com/2018/1…yemen-child-fighters.html

  • Gleich nach der Angriffsmeldung war ja zu vernehmen, dass die Benzinpreise sofort in galaktische Höhen....

    Aber moment...der war schon mal bei über 80$ das Barrel. Und wo ist er jetzt?


    Wo ist eigentlich wudi? Der hat uns immer so schön auf dem Laufenden gehalten.


    Ach, wir sind bei unter 70$..hmm....nun gut, dann geht die Welt eben etwas später unter.


    mfg

  • Vier Jahre Krieg im Jemen haben es nicht annaehernd zu so vielen Schlagzeilen gebracht wie der Angriff auf die Oel-Anlagen. Abartig in hoechter Potenz. !

    Da hat's ja auch die Grosskapitalisten getroffen,oh Gott,oh Gott (oder von mir aus auch Allah)! Das arme Volk ist doch so erwähnenswert nicht....

  • Da hat's ja auch die Grosskapitalisten getroffen,oh Gott,oh Gott (oder von mir aus auch Allah)! Das arme Volk ist doch so erwähnenswert nicht....

    Allah ist nur das arabische Wort für Gott. Und wer einen völkerrechtswidrigen Krieg führt, die ärmsten Menschen der arabischen Halbinsel massakriert, muss damit rechnen, dass die sich wehren. Dass über 100 000 Menschen schon Opfer des Krieges wurden, daran tragen auch die USA und die EU Schuld.

  • Ich selbst bin ja froh, dass dadurch der Konflikt im Jemen wieder mal in die Zeitungen kommt. Nur bleibt der bittere Nachgeschmack, dass es ein Angriff auf Industrieanlagen schafft, die Weltbevölkerung aufzuschrecken aber Bomben auf Zivilisten und 10 Tausende Opfer nicht. Grotesk? Abersowasvon!

    Nein, das ist ganz normal. Von Spritpreiserhöhungen sind alle betroffen. Anonyme Kriegsopfer in Middle East interessieren aber nur wenige.


    Jene, die sagen dass sie Mitleid mit diesen Menschen haben, sind zum größten Teil bloß Heuchler. Oft werden die Opfer nur zu politischen Zwecken missbraucht.

  • Nein, das ist ganz normal. Von Spritpreiserhöhungen sind alle betroffen. Anonyme Kriegsopfer in Middle East interessieren aber nur wenige.


    Jene, die sagen dass sie Mitleid mit diesen Menschen haben, sind zum größten Teil bloß Heuchler. Oft werden die Opfer nur zu politischen Zwecken missbraucht.

    Normal ist das keinesfalls, wenn materielle Schäden die Welt mehr aufregen als hunderttausende hingemordete Menschen, zum größten Teil Frauen, Kinder, Jugendliche und Ältere, kaum aber Militärs. Zudem kenne ich den Yemen, drei Jahre habe ich dort gelebt, ein Krieg ist dort ebenso wenig siegreich zu beenden, wie in Afghanistan, es sei denn, man setzt Massenvernichtungsmittel ein. Aber es sind ja nur "Araber" und dazu noch Muslime, sowie auch z.T. noch Shiiten. Zudem hat Saudi Arabien den Yemen noch nie so richtig anerkannt, das Grenzproblem zur Rub al Khali war immer ungelöst, zumal dort Öl, Gas und weitere Rohstoffe vermutet werden, die den Yemen zu Wohlstand verhelfen könnten. Nur als billige Arbeitskräfte waren Yemeniten den Saudis willkommen.

    Hinzu kommt die Stimmungsmache in der EU gegen die Araber, gegen Muslime, die Xenophobien insgesamt, die wohl auch eine nicht unbedeutende Rolle spielen, wenn die Empathien zu den Völkern des Nahen und Mittleren Ostens unterentwickelt sind.

    Deutschland bezieht nur 1,7 % seiner Ölimporte aus Saudi Arabien. somit dürfte die Situation hinsichtlich der Versorgung hier keine Rolle spielen. Doch wo man surplus Profite realisieren kann, macht man die Preise hoch, der Staat hat auch nichts dagegen, denn an jeden Cent Preissteigerung verdient er zwei Cent in etwa mehr mit.

  • Normal ist das keinesfalls, wenn materielle Schäden die Welt mehr aufregen als hunderttausende hingemordete Menschen, zum größten Teil Frauen, Kinder, Jugendliche und Ältere, kaum aber Militärs.

    Das hängt davon ab, ob du selbst Betroffener des materiellen Schadens bist, wie bereits gesagt. Zu den Hunderttausenden Einzelschicksalen haben die meisten Menschen keinen persönlichen Bezug. Das macht den Unterschied aus. Dabei ist es völlig unerheblich, dass ein Menschenleben über allen Sachwerten steht.

  • Das hängt davon ab, ob du selbst Betroffener des materiellen Schadens bist, wie bereits gesagt. Zu den Hunderttausenden Einzelschicksalen haben die meisten Menschen keinen persönlichen Bezug. Das macht den Unterschied aus. Dabei ist es völlig unerheblich, dass ein Menschenleben über allen Sachwerten steht.

    Es haengt eben nicht nur davon ab, ob man selbst Betroffener eines materiellen Schadens ist... Zu den Opfern der fuerchterlichen Terroranschlaegen von 9/11 hatten die meisten Menschen keinen persoenlichen Bezug. aber deren Schicksal geht uns bis heute nahe. Die Opfer bekamen eine Stimme und ein Gesicht und wir verstehen, dass der Schmerz, selbst 18 Jahre danach, fuer die Angehoerigen bis heute kaum zu ertragen ist.

    Warum interessieren uns Einzelschicksale unterschiedlich? Sind die Schmerzen einer Mutter im Yemen ueber den Tod ihres Kindes weniger als die Schmerzen einer trauernden Mutter in New York oder warum steht Letztere uns naeher? Macht den Unterschied etwa die "geographische" Lage aus, oder etwa doch das unterschiedliche Gebetbuch?

  • Warum interessieren uns Einzelschicksale unterschiedlich? Sind die Schmerzen einer Mutter im Yemen ueber den Tod ihres Kindes weniger als die Schmerzen einer trauernden Mutter in New York oder warum steht Letztere uns naeher? Macht den Unterschied etwa die "geographische" Lage aus, oder etwa doch das unterschiedliche Gebetbuch?

    Oder der höhere Wert eines Amerikaners gegenüber einem Jemeniten, wenn es beispielsweise um Schadensersatz geht ...

  • Oder der höhere Wert eines Amerikaners gegenüber einem Jemeniten, wenn es beispielsweise um Schadensersatz geht ...

    Es gibt keinen höheren Wert eines Menschen. In der Bewertung des US-Amerikaners, denn nur den betrifft es, macht sich die Arroganz der USA und ihr verinnerlichter Rassismus deutlich! Wobei Deutschland ähnlich reagiert, wie Kunduz bewiesen hat.

  • Es haengt eben nicht nur davon ab, ob man selbst Betroffener eines materiellen Schadens ist... Zu den Opfern der fuerchterlichen Terroranschlaegen von 9/11 hatten die meisten Menschen keinen persoenlichen Bezug. aber deren Schicksal geht uns bis heute nahe.

    Wen meinst du mit "uns"?


    Warum interessieren uns Einzelschicksale unterschiedlich? Sind die Schmerzen einer Mutter im Yemen ueber den Tod ihres Kindes weniger als die Schmerzen einer trauernden Mutter in New York oder warum steht Letztere uns naeher? Macht den Unterschied etwa die "geographische" Lage aus, oder etwa doch das unterschiedliche Gebetbuch?

    Ich vermute, man verwendet die Opfer/Täter-Konstellation als eine Projektionsfläche für eigene Neigungen und Ressentiments. Wer z.B. das 9/11-Attentat als besonders furchtbar empfindet, hat entweder eine persönliche Beziehung zur USA, oder eine besondere Abneigung gegen Muslime.

  • Es gibt keinen höheren Wert eines Menschen. In der Bewertung des US-Amerikaners, denn nur den betrifft es, macht sich die Arroganz der USA und ihr verinnerlichter Rassismus deutlich! Wobei Deutschland ähnlich reagiert, wie Kunduz bewiesen hat.

    Schoen waer's, so sollte es sein. . Doch wo es Arroganz und Rassismus herrschen und noch einiges mehr, dort ist es nicht sehr weit her mit der Gleichheit der Werte der Menschen.

  • Wen meinst du mit "uns"?


    Ich vermute, man verwendet die Opfer/Täter-Konstellation als eine Projektionsfläche für eigene Neigungen und Ressentiments. Wer z.B. das 9/11-Attentat als besonders furchtbar empfindet, hat entweder eine persönliche Beziehung zur USA, oder eine besondere Abneigung gegen Muslime.

    Merkwuerdige Vermutung. Terroristische Massenmorde kann man nicht anders als furchtbar empfinden, auch ohne persoenliche Beziehung und gewiss ohne "besondere Abneigung gegen Muslime. "

    Furchtbar empfinde ich jedoch gleichfalls die Opfer westlichen Terrors im Namen des Friedens. die medial unter "Kollateralschaeden" abgehakt werden.


    "Schwindelerregend sind die Zahlen rund um den Anti-IS-Kampf, den die USA vor knapp drei Jahren ausgerufen haben, ohnehin. In weit mehr als 20.000 Luftangriffen wurden seither über 80.000 Bomben über Syrien abgeworfen. Sie haben 4.300 Zivilisten das Leben geraubt. Mindestens."


    https://www.deutschlandfunkkul…ml?dram:article_id=390606


    Hat jemals jemand dieser Opfer gedacht, oder jener der "humanitaeren Grosstaten" im Jemen, Irak oder Afghanistan?


    Traenen der Trauer werden noch Jahre und Jahrzehnte am Jahrestag des 9/11 vergossen, begleitet von Trump, Obama und Bush. Wollte man deren " Kollateralschaeden" beweinen, wuerde es einen ganzen Ozean brauchen. Die Trauer wird westlichen Opfern vorbehalten und somit bin ich wieder dort gelandet, wo ich schon mal war: Es gibt doch Menschen, die einen hoeheren, weitaus hoeheren Wert haben als andere.

  • Terroristische Massenmorde kann man nicht anders als furchtbar empfinden, auch ohne persoenliche Beziehung und gewiss ohne "besondere Abneigung gegen Muslime. "

    Doch, und zwar wenn man weder gegenüber Tätern noch Opfern etwas Besonderes empfindet und die Tat auch keine Folgen für einen selbst hat.


    Furchtbar empfinde ich jedoch gleichfalls die Opfer westlichen Terrors im Namen des Friedens. die medial unter "Kollateralschaeden" abgehakt werden.

    Kannst du das begründen?


    Hat jemals jemand dieser Opfer gedacht, oder jener der "humanitaeren Grosstaten" im Jemen, Irak oder Afghanistan?

    Ihre Glaubensgeschwister ganz bestimmt. Sie interpretieren westliche Militärinterventionen in Middle East als Fortführung der Kreuzzüge gegen den Islam und fühlen sich den Menschen dort besonders verbunden, weil sie Anhänger der selben Religion sind.


    Traenen der Trauer werden noch Jahre und Jahrzehnte am Jahrestag des 9/11 vergossen, begleitet von Trump, Obama und Bush.

    Präsidenten und andere Staatsmänner sind Meister der diplomatischen Heuchelei. Das ist ja wohl nichts Neues.

    Die Trauer wird westlichen Opfern vorbehalten ...

    Aus Sicht des Westens, was klar ist. Mit den "eigenen Leuten" fühlt man sich nunmal mehr verbunden als mit Fremden.