• Die "Verbundenheit" , wie du es nennst, zu Menschen hat aus meiner Sicht weder mit der geographischen Entfernung, noch mit unterschiedlicher Kultur, Religion oder Nationalitaet zu tun.

    Zu meinen "eigenen" Leuten zaehle ich Familie und Freunde, was nicht bedeutet, dass mich das Schicksal von "fremden" Kriegs - und Terroropfern, egal wo, nicht beruehrt - und da sind mir Amerikaner weder naeher noch fremder als Yemeniten. Oder meinst du, die "eigene" Hautfarbe ist einem naeher?

  • Oder meinst du, die "eigene" Hautfarbe ist einem naeher?

    Das sieht jeder anders. Ob Religion, Hautfarbe, Nationalität, Berufsgruppe, usw. Jeder versteht unter "meine Leute" etwas anderes, falls er ein Zugehörigkeitsgefühl zu anderen Gruppen außerhalb der eigenen Familie empfindet.


    Wenn die Menschheit von Außerirdischen bedroht werden würde, würden die meisten Menschen sich bedingungslos für den Homo Sapiens einsetzen, anstatt für die Fremden aus dem All.

  • Und wieder ein Seitenhieb gegen etwa 332 Millionen Menschen. :(

    Es dürften wohl noch einige hundert Millionen mehr Menschen sein, die rassistisch von ihrem Herrenmenschentum überzeugt sind, sich von Gott erwählt glauben und damit jedes Verbrechen ihrer Führungen mitmachen oder zumindest unterstützen bzw. rechtfertigen.

  • Moderation:

    Wollt ihr einen Thread "Die Dreigroschenoper" oder so haben? Tipp: Dieser Thread heißt "Jemen".

    Ich bin aber sehr gern bereit, euch einen neuen Thread zu eröffnen, damit ihr eure Diskussion weiterführen könnt.


    Der letzte Beitrag von DieFlow hat mich dazu gebracht, den Gedanken in die Tat umzusetzen. Über die Goldenen Zwanziger kann daher hier weiter diskutiert werden:

    Link: Die Goldenen Zwanziger

  • .... Zu den Opfern der fuerchterlichen Terroranschlaegen von 9/11 hatten die meisten Menschen keinen persoenlichen Bezug. aber deren Schicksal geht uns bis heute nahe....

    Was mich absolut nicht verwundert. Viele haben in Deutschland und weltweit am Tag der Anschläge die Live-Berichterstattung aus New York gesehen, sahen brennende Menschen fallen und die wahnsinnige Zerstörung, die durch diesen perfiden Plan hervorgerufen wurde.

    Würden täglich Live-Berichte von Kriegsberichterstattern aus dem Jemen gesendet, wäre die Reaktion in der Bevölkerung sicherlich eine andere. Mit Vietnam lief es ähnlich, erst als sich Berichte über die Massaker der US-Armee häuften und entsprechende Bilddokumente weltweit verbreitet wurden, wurde richtig Druck erzeugt.

    Ich frage mich, warum das im Fall des Jemens nicht mehr geschieht. Haben unsere Journalisten keine Eier?

    Religion wird von den einfachen Leuten als wahr, von den Weisen als falsch und von den Herrschern als nützlich angesehen.

    Lucius Annaeus Seneca

  • Ich frage mich, warum das im Fall des Jemens nicht mehr geschieht. Haben unsere Journalisten keine Eier?

    Krieg in einem arabischen Land ist für den bundesdeutschen Durchschnittsbürger weniger von Bedeutung als ein Terroranschlag, der ein westliches Land betrifft. Er kann sich mit den Bewohnern von NY mehr identifizieren, als mit irgendwelchen Arabern.

  • Krieg in einem arabischen Land ist für den bundesdeutschen Durchschnittsbürger weniger von Bedeutung als ein Terroranschlag, der ein westliches Land betrifft. Er kann sich mit den Bewohnern von NY mehr identifizieren, als mit irgendwelchen Arabern.

    Beinahe witzig angesichts der Tatsache, was die Herkunft vieler New Yorker ausmacht. Mit den Bewohnern Manhattans laesst es sich wohl auch leichter identifizieren als mit der bunten Bevoelkerung der Bronx oder gar Arabern irgendwo auf der Welt, oder wie sollte man dich verstehen?

    Das ist schon klar, dass ""irgendwelche Araber" in einem arabischen Land keine Bedeutung haben, sehr wohl aber ihre Bodenschaetze.

    Den Opfern arabischer Laender gibt medial keine Aufmerksamkeit, sie bekommen zum Gegensatz westlicher Opfer weder Gesicht noch Stimme, und dies hat viele Gruende. Vielleicht faellt dir der eine oder andere ein.

  • Den Opfern arabischer Laender gibt medial keine Aufmerksamkeit, sie bekommen zum Gegensatz westlicher Opfer weder Gesicht noch Stimme, und dies hat viele Gruende. Vielleicht faellt dir der eine oder andere ein.

    Sie sind fremdartiger, als Bürger westlicher Länder. Ebenso ergeht es den Asiaten. China unterdrückt und massakriert seine muslimische Minderheit. Im Westen nimmt man kaum Kenntnis davon.


    Generell gilt: je weiter entfernt (Kultur, Religion, Hautfarbe, Lebensweise, usw.) andere Menschen von einem selbst sind, desto gleichgültiger ist einem ihr Schicksal.


    Die Steigerung davon ist Fremdenfeindlichkeit, also dass man sie ablehnt oder sogar hasst. Siehe Pegidioten vs. Flüchtlinge aus Nahost. Kämen die Flüchtlinge aus westlichen Ländern, würde ihnen seitens des einheimischen Pöbels weniger Ablehnung entgegen gebracht werden.

  • Sie sind fremdartiger, als Bürger westlicher Länder. ...................

    Es sind Menschen, wie Du und ich, aber wahrscheinlich kennst Du zuwenige von ihnen. Zudem kommt es immer auf den einzelnen Menschen an, es gibt in allen Ethnien mehrheitlich sympathische Leute, aber eben auch weniger angenehme Zeitgenossen. Für vernunftbegabte Menschen sind fremde Kulturen primär erst mal interessant, denn ihre Erfahrungen bereichern das eigene Denken. Zudem teilen wir uns alle die Erde und Menschenrechte sind universell gültig!

  • Zudem kommt es immer auf den einzelnen Menschen an,

    Das gilt, wenn man die Menschen persönlich kennt.


    Wenn ich entscheiden müsste, welcher Mensch überlebt und welcher sterben muss*, und die Wahl habe zwischen ...

    - einem arabischen Moslem, den ich persönlich kenne und der mir sympathisch ist

    - und einem völlig unbekannten Menschen aus meinem Kulturkreis


    ... dann würde ich sagen, dass der Araber weiterleben und der andere sterben soll.


    Letztlich ist jeder Mensch gleich an Wert, Rechten und Würde. Aber das gilt nur allgemein. Jede konkrete Person hat Vorlieben und Abneigungen, was auch ihre Beziehung zu anderen Menschen betrifft.


    *) Diese Frage würde ein Rassist vielleicht anders beantworten.

  • Langsam scheint mir es ermuedend, endlos weiter auf diesem Thema rumzukauen.

    Ich bin beeindruckt, dass dir ein ''arabischer Moslem " sympathisch sein koennte und spitzenmaessig, dass du ihm sogar den Vorzug zum Weiterleben geben koenntest . Damit hast du endlich ueberzeugt, dass du kein Rassist bist. ||

  • Dachtest du zuerst, ich wäre einer?


    Rassismus ist nicht nur für totale Idioten wie Pegida-Opas.

    Rassismus ist auch brandgefährlich. Der WW2 in Osteuropa z.B. war ein rassistischer Raub- und Vernichtungskrieg.

    Rassismus ist ein unendlich weites Thema, zum Thema Jemen aber nicht unbedingt passend, oder?

  • Recht hat er, wenn er schreibt:" Schaemt Euch"! (Juergen Todenhoefer auf FB)


    "Der Westen verurteilt ohne jeden Beweis den Iran, weil dieser angeblich saudische Oelanlagen bombardiert hat.


    Tote: 0


    Niemand verurteilt die USA, GB, Frankreich oder Deutschland, weil sie den Saudis und ihren Verbuendeten

    bis heute Waffen fuer die Bombardierung und Blockade des Jemen liefern.


    Tote: allein ueber 100 000 Kinder."

  • Niemand verurteilt die USA, GB, Frankreich oder Deutschland, weil sie den Saudis und ihren Verbuendeten

    bis heute Waffen fuer die Bombardierung und Blockade des Jemen liefern.

    Schliesslich sind wir ja die Guten -sagen Donald und Angie und Boris und Emmanuel. Das sagt nicht Wladimir,der ist ja auch bei den Bösen.

  • Mal ein interessanter Artikel zum Hintergrund....


    Zitat


    Im Juni hatte ein Berufungsgericht die britischen Waffenverkäufe an Saudi-Arabien als illegal bezeichnet und angeordnet, dass die Waffendeals in Höhe von 4,7 Milliarden Pfund überprüft werden müssen. Vorgeworfen wird Regierungsmitgliedern, dass sie nicht berücksichtigen, ob saudische Luftangriffe auf Zivilisten im Jemen eine Verletzung der Genfer Konventionen darstellen und die Waffenverkäufe genehmigten, ohne das Risiko für Zivilisten zu berücksichtigen. Im Mai 2018 hatte Boris Johnson, damals noch Außenminister, die Entsendung von einer nicht näher genannten Zahl an britischen Soldaten zur "Information, Beratung und Unterstützung" nach Saudi-Arabien zugegeben, um der Bedrohung durch Huthi-Raketen zu begegnen. Angeblich wollte man Saudi-Arabien so entlasten, so die scheinheilige Begründung, um eher eine politische Lösung zu finden. Die britischen Soldaten konnten offenbar ebenso wenig wie die amerikanischen die Raketen- und Drohnenangriffe abwehren.

    https://www.heise.de/tp/featur…ationalgarde-4555719.html


    mfg