Die Goldenen Zwanziger Jahre

  • Den "Dreigroschenroman" und die "Dreigroschenoper" von B.BRECHT solltest Du Dir mal in der Gänze zu Gemüthe führen, eventuell dürfte die dort enthaltene Kritik am Kapitalismus Dir deutlich werden können!

    Die Dreigroschenoper entstand in einer großartigen Zeit des Wirtschaftsaufschwungs und Liberalismus in Deutschland. Ich vermute mal, das Brecht und Weill das Glück der "Goldenen 20er" einfach nicht geheuer war.


    Das Bewusstsein der Deutschen war durch die autoritäte Kaiserzeit geprägt. Demokratie und Liberty waren ihnen irgendwie suspekt. Es war einfach fremd für sie. Die ersten zarten Knospen der "German Angst" begannen zu sprießen.

  • Die Dreigroschenoper entstand in einer großartigen Zeit des Wirtschaftsaufschwungs und Liberalismus in Deutschland. Ich vermute mal, das Brecht und Weill das Glück der "Goldenen 20er" einfach nicht geheuer war.


    Das Bewusstsein der Deutschen war durch die autoritäte Kaiserzeit geprägt. Demokratie und Liberty waren ihnen irgendwie suspekt. Es war einfach fremd für sie. Die ersten zarten Knospen der "German Angst" begannen zu sprießen.

    Du scheinst die Realität der "Goldenen Zwanziger" wohl nicht zu kennen???? Es war der Tanz der Spekulanten auf dem Vulkan, das totale Versagen der demokratischen Parteien und jene Zeit, die den Faschismus an die Macht verhalf, weil die linken Kräfte sich zerstritten haben. Deutschland hatte kaum je zuvor eine derartige Enteignung sowie Armut der Massen erlebt, wie in dieser Zeit.

  • Es war der Tanz der Spekulanten auf dem Vulkan,

    Nicht nur die, auch Künstler, Sportler, Wissenschaftler, Kulturschaffende und eigentlich alle tanzten mit. Die 20er waren unglaublich fruchtbar, in vielen Beziehungen. In Deutschland nur leider sehr kurz, da totalitäre, antiliberale, politische Strömungen wie NS und Kommunismus den an Monarchie gewöhnten Deutschen näher standen, als Freiheit und Demokratie.

    ... das totale Versagen der demokratischen Parteien ...

    ... Deutschland hatte kaum je zuvor eine derartige Enteignung sowie Armut der Massen erlebt ...

    Mit etwa diesen Lügen haben auch die Nazis die deutsche Bevölkerung in ihren Bann gezogen. Wie sich Linke und Rechte doch wieder einmal gleichen. :(

  • zizou

    Hat den Titel des Themas von „Die Goldenen Zwanziger“ zu „Die Goldenen Zwanziger Jahre“ geändert.
  • Mit etwa diesen Lügen haben auch die Nazis die deutsche Bevölkerung in ihren Bann gezogen. Wie sich Linke und Rechte doch wieder einmal gleichen.

    Na zumindest haben die dann aber den Grundstein dafür gelegt, das wir heute mit 300 Km/h über die Autobahnen bretter können....

    Also ganz so schlecht war die Zeit ja nun nicht, auch was die Familie angeht....es wurde immerhin dafür gesorgt, das die deutsche Frau nicht auf lächerlichen 1,1 Kindern rumturnt....

    Wenn wir das heute noch genauso hätten, wären wir nicht darauf angewiesen, hochkarätige "Facharbeiter" aus den finstersten Winkeln der Welt mit unseren Sozialsystemen anzuwerben....oder?

    Allemagne? C'est un grand Bordel néolibéralement conservateur Merkel'scher l'empreinte


    AMERIKA......oder..... Alles was die Welt nicht braucht....oder....Spiel nicht mit den Schmuddelkindern....



  • Na zumindest haben die dann aber den Grundstein dafür gelegt, das wir heute mit 300 Km/h über die Autobahnen bretter können....

    Mitnichten, Kollege. Das war der hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Otzen


    Also ganz so schlecht war die Zeit ja nun nicht, auch was die Familie angeht....es wurde immerhin dafür gesorgt, das die deutsche Frau nicht auf lächerlichen 1,1 Kindern rumturnt....

    Wenn wir das heute noch genauso hätten, wären wir nicht darauf angewiesen, hochkarätige "Facharbeiter" aus den finstersten Winkeln der Welt mit unseren Sozialsystemen anzuwerben....oder?

    Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass jemand wegen des Sozialsystems nach DE auswandert. Das hat man dir vielleicht während einer AfD-Parteisitzung aufgeschwatzt, aber du musst nicht alles glauben, was deine Kameraden so faseln.

  • Nicht nur die, auch Künstler, Sportler, Wissenschaftler, Kulturschaffende und eigentlich alle tanzten mit. Die 20er waren unglaublich fruchtbar, in vielen Beziehungen. In Deutschland nur leider sehr kurz, da totalitäre, antiliberale, politische Strömungen wie NS und Kommunismus den an Monarchie gewöhnten Deutschen näher standen, als Freiheit und Demokratie.

    Die 20er Jahre waren tatsächlich golden in Bezug auf Wissenschaft und Kultur. Politisch waren sie ein Desaster durch zunehmenden Antisemitismus und Extremismus. Wirtschaftlich ging es in der zweiten Hälfte etwas aufwärts, nachdem weite Kreise der Bevölkerung durch eine Hyperinflation de facto enteignet wurde und verarmte (und das war keine Nazi-Propaganda); Profiteure waren die Besitzer von Produktionsanlagen und anderen Sachwerten.

  • Die 20er Jahre waren tatsächlich golden in Bezug auf Wissenschaft und Kultur. ...

    Aber nur in großen Städten wie Berlin oder Hamburg. Der ganze verdammte Rest war gerade noch dabei dem Feudalismus und dem Mittelalter zu entwachsen. Die bestausgebauten Straßen waren die aus der Römerzeit und als die Autobahnen gebaut wurden, waren die meisten Straßen in den Orten aus Pflastersteinen oder schlicht Feldwege. Kanalisation ? Ich kenne die Häuser in unserem Ort, wo man noch die Spuren der Abwasserleitungen sieht, die den ganzen Scheiß einfach zum Rinnstein auf dem Weg vor dem Haus führten. Ich habe noch selbst gesehen, dass in einem Vorort von Mainz, wo ich aufgewachsen bin, in den Fünfzigern Pferdefuhrwerke die Kohlen für den Winter brachten. Die goldenen Zwanziger gab es vielleicht in Berlin, aber sie waren nicht hier. :opa:

  • […] Ich habe noch selbst gesehen, dass in einem Vorort von Mainz, wo ich aufgewachsen bin, in den Fünfzigern Pferdefuhrwerke die Kohlen für den Winter brachten. […]

    Damals hat auch noch niemand vor der bevorstehenden Klimakatastrophe gewarnt, sondern bestenfalls vor'm nächsten Winter… da war doch der Bullerofen doch das Mittel der Wahl - zumal auch die thermische Isolierung der Gebäude noch nicht so perfektioniert war, wie das die Bauvorschriften heute so regeln…

  • Wissenschaft und Kultur findet nun mal in den Städten statt.

    Ja, aber für wen waren diese Jahre dann golden ? Für die Besucher der Berliner Kneipen, Theater und Varietes ? Das Statussymbol der Zwanziger war nicht das Auto, sondern ob man sich ein Dienstmädchen leisten konnte. :c'mon: Meine Oma hat es (in den Sechzigern) immer sehr bedauert keines mehr zu haben. :opa:

  • Ja, hach... Und der Rauch aus den Fabrikschornsteinen war auch noch so schön schillernd und in allen Farben bunt

    Das triste Dasein des Fabrikarbeiters um die Jahrhundertwende, wurde z.B. im Film "Metropolis" verarbeitet:


    Metropolis (aus den Goldenen 20ern) ist wohl eines der größte Kunstwerke der Filmgeschichte.


    Fritz Lang hat mehr Einfühlungsvermögen für die Arbeiterschaft bewiesen, und damit ein weit größeres Werk geschaffen, als dieser Möchtegern-Philosoph, der sich wie ein verwöhnter Dandy in Londoner Gelehrtenkreisen herumtrieb und seine weltfremde Ideologie ausbrütete.

  • Das triste Dasein des Fabrikarbeiters um die Jahrhundertwende, wurde z.B. im Film "Metropolis" verarbeitet:

    ...

    Fritz Lang hat mehr Einfühlungsvermögen für die Arbeiterschaft bewiesen, und damit ein weit größeres Werk geschaffen, als dieser Möchtegern-Philosoph, ...

    Das ist einerseits ein ziemlich hanebüchener Vergleich, aber andererseits führst Du dich damit nur selber vor, wenn man sich das Werk etwas genauer ansieht. Metropolis ist sehr wahrscheinlich sogar von Marx inspiriert und nicht nur bezogen auf den Kapitalismus, sondern auch auf die religionsfeindliche Einstellung des guten Karl. In Metropolis ist die "dämonische Maschine", die die Arbeiter frisst, nämlich nicht nur dämonisch, sondern wird auch durch einen weiblichen Cyborg, die die Rolle des Engels einnimmt symbolisiert. Und dieser Engel gibt den Arbeitern nichts Reales, nur eine Illusion von Hoffnung - was genau das ist, was Religion für die Reichen und Mächtigen auch macht und was Marx ganz genau so sah. :P

  • Metropolis ist sehr wahrscheinlich sogar von Marx inspiriert

    Das sehe ich auch so. Es ist nichts dagegen einzuwenden, wenn ein Künstler die absurden Thesen des irren Zottelbarts als Muse mitverwendet. Vor allem nicht in den 20ern.


    Ich kann mir gut vorstellen, dass in den 1920ern viele Menschen den Quatsch des Karls noch für valide hielten. Dass das alles Bullshit ist, stellte sich erst viele Jahrzehnte und Leichenberge später heraus.