Terroranschlag in Halle

  • Ich habe heute gelesen, dass es rechtsextreme Foren gibt, in denen geplante und durchgeführte Anschläge diskutiert werden. Es werden sogar Punkte dafür vergeben und all solch Zeugs. Das stand heute in verschiedenen Printmedien, ist also bekannt. Genauso bekannt ist seit Längerem, dass sich die rechte Mischpoke bewaffnet usw. usf. Es war also nur eine Frage der Zeit, wann so etwas passiert und es wird wieder passieren, wenn die Sicherheitsbehörden nicht endlich ihr rechtes Auge ganz weit öffnen. Es ist zum Kotzen.

    Die gibt es schon seit Stuarts Zeiten....und da gab es noch gar kein Internet.

    Für Eingeweihte keine neue Nachricht.


    Klar hat sich das mit dem I-Net verändert, aber nur marginal. Was denkst du denn, was die "Musikveranstaltungen" sind, die regelmäßig auch heute noch von B&H Mitgliedern organisiert werden?


    Mal als Info: Einer meiner Arbeitskollegen war mal in der Hallenser rechten Szene aktiv. Kennt natürlich noch einige. Er hat mir heut Morgen erzählt, dass die stinksauer sind, weil dieser Vollhonk denen in die Suppe gespuckt hat. Die hätten so eine Nummer nie abgezogen, schon gar nicht in ihrer Stadt und schon gar nicht in diesem Viertel. Ich kann das sogar nachvollziehen.


    Dieser Dorftrottel hat es geschafft, dass man wieder auf sie blickt. Sie unter Verdacht stellt und durch die Ermittlungen nun auch Kreise untersucht werden, die vorher schön in Ruhe gelassen wurden.

    Mir ist es recht so. Aber an den Reaktionen sieht man, dass diese Szene nicht ganz so homogen ist, wie man denkt.

    Nicht falsch verstehen, ich will hier niemanden aus der Verantwortung nehmen und verharmlosen schon mal gar nicht. Nur zeigt solch Reaktion, dass diese Szene in Ansätzen (und natürlich auch zum Selbstschutz) etwas anders tickt, als noch vor 15/20 Jahren. Das ist nicht besser, eher bedenklich.


    Was allerdings ein wichtiger Punkt ist, ist die Tatsache, dass es fast ausschließlich selbst gebaute Waffen und Sprengkörper waren. Gut, Rohrbomben sind sehr beliebt bei unseren Bräunlingen, das wissen wir spätestens seit dem NSU. Eine ganz andere Nummer sind die Self-Made-Feuerwaffen.

    Nicht zurück zu verfolgen, keine Beschaffungskriminalität und natürlich beängstigend, wenn man so leicht solch Wirkung erzielen kann.


    Hätte ich nicht vor 4 Wochen meinen Arbeitsbereich gewechselt, dann wäre ich um die Mittagszeit in diesem Viertel unterwegs gewesen. War ich jeden Tag. Aber sowas darf man nicht weiterdenken.


    mfg

  • Was wir brauchen ist ein deutsches FBI, was mit digitalen Experten und Einsatzkomandos ala GSG9 ausgestattet ist. Es kann nicht sein das unsere Beamten Angst haben müssen in bestimmte Stadteile zu gehen (organisiertes Verbrechen, Clans), Extremisten aller Farben gegenübstehen die aufrüsten und auch das Wirtschaftsverbrechen macht was es will.

    Ich möchte keinen Polizeistaat, aber wenn die Gesellschaft und der Bürger sich selber radikalisiert und vermehrt auf alle Gesetze kackt, dann muss auch der Staat vorrübergehend handlungsfähiger werden.

    Der schwache korrupte Staat macht auf dicken Maxe?


    Lächerlich.


    Zitat

    Aber diese Gewalt und Gewaltbereitschaft die sich gerade ausbreitet in verschiedenen Bereichen bedarf einer speziellen Polizeitruppe. Unsere Gesellschaft hat ein zunehmendes Problem mit Gewalt und Rücksichtslosigkeit.Man denke nur an die Behinderung von Feuerwehr und Sanitätern- das kann so nicht weitergehen!

    Bicyclerepairmen und


    Irgendwann einmal an die eventuellen Ursachen dieser Entwicklung gedacht?

  • Unsere Gesellschaft hat ein zunehmendes Problem mit Gewalt und Rücksichtslosigkeit.Man denke nur an die Behinderung von Feuerwehr und Sanitätern- das kann so nicht weitergehen!

    Meiner Meinung nach fängt das bei der Sprache an. Ich hatte geschrieben, man sei fast versucht, die Todestrafe zu wünschen, aber... und da waren einige ganz sensibel. Weniger sensibel ist man auch hier bei Bezeichnungen für unliebsame Leute, Verächtlichmachen und Beschimpfungen aller Art. Ich weiß ja nicht, ob die Leut´ wirklich so denken, wie man glaubt, dass sie denken, aber es fängt doch in den Schulen an, dass die Autorität der Lehrer/innen - auch mithilfe der Eltern - nicht anerkannt wird. Das setzt sich dann fort bei jedweder Autorität bis hin zu Ärzten und Sanitätern auf der Autobahn.

    Das geht ganz schnell: Wer früh damit durchkommt, jeden als Schlampe oder Arschloch zu bezeichnen, kickt auch den Sanitäter beiseite.



    "in der Dummheit ist eine Zuversicht, worüber man rasend werden möchte." F. H. Jakobi, 15. März 1781

  • Wie Israel auf den Anschlag in Halle reagiert, darueber berichtet die FAZ.


    Deutliche Worte fand die Gratis-Zeitung Ïsrael Hajom. Auch wenn der Attentaeter der extremen Rechten zuzuordnen sei, gehe der Grossteil der Angriffe auf Juden von muslimischen und arabischen Einwanderern aus.

    Der israelische Historiker Moshe Zimmermann sieht das anders und meint,

    " dass der Angriff in Halle das Produkt eines „globalen und europäischen Nazismus, Neonazismus, Faschismus“ sei. Ein Feind dieser Kreise sei „jeder, der nicht weiß ist, jeder, der nicht christlich ist, und jeder, der schwach ist“. Juden würden ebenso zum Ziel wie Muslime, Behinderte oder Homosexuelle"

    und die Haaretz schreibt, dass es sich in Halle nicht nur um einen antisemitischen Angriff handelte, sondern auch um einen Angriff auf Einwanderung und dass sowohl Juden als auch Muslime unter einem erstarkenden Rechtsextremismus litten.


    https://www.faz.net/aktuell/po…_medium=social&utm_source

  • "Als Frustreaktion abtun"? Ich glaube auch an die Frustreaktion ("Irgendwer muss jetzt dran glauben"), denn er hat auch eine völlig unbeteiligte Passantin erschossen, und die Döner Bude stand da gerade so passend. er hätte auch einen Eisverkäufer erschossen. Irgendwen. Aber abtun würde ich das nicht nennen, denn für diese Morde hatte er ja noch nicht mal für sich eine Art Motiv.



    "in der Dummheit ist eine Zuversicht, worüber man rasend werden möchte." F. H. Jakobi, 15. März 1781

  • Ich bin für konsequente Strafanwendung. Lebenslänglich ist lebenslänglich. Und ein Gefängnis soll weder eine Lehranstalt in Krimineller Fortbildung noch politischer, rechtsextremer Agititation sein wie in einigen Knästen so üblich.

    Da musst du nur noch die Richter der Bundesverfassungsgerichts überzeugen, denn nicht nur nach deren Auffassung ist eine lebenslängliche Strafe ohne Möglichkeit vorzeitiger Entlassung nicht vereinbar mit unseren Grundrechten.

    Ich finde die derzeitige Regelung alles in allem akzeptabel, und dass nach 15 Jahren geprüft werden muss, heißt noch lange nicht, dass der Lebenslängliche auch in Freiheit kommt. Wir haben etliche in unseren Gefängnissen sitzen, die schon weit mehr als 15 Jahre sitzen.


    https://www.mdr.de/brisant/hin…erungsverwahrung-100.html


    Ich stimme dir allerdings zu, dass

    - Gewaltdelikte, die eine regelrechte sittliche Verwahrlosung des Täters erkennen lassen, schon beim ersten Vergehen konsequenter geahndet werden sollten

    - Mehrfachtäter und Extremtäter, bei denen der Hang zur Gewalt nachvollziehbar eskaliert, früher in Sicherungsverwahrung genommen werden sollten - wer sich aus einer menschlichen Gesellschaft verabschiedet, sollte auch draußen bleiben

    Religion wird von den einfachen Leuten als wahr, von den Weisen als falsch und von den Herrschern als nützlich angesehen.

    Lucius Annaeus Seneca

  • "Als Frustreaktion abtun"? Ich glaube auch an die Frustreaktion ("Irgendwer muss jetzt dran glauben"), denn er hat auch eine völlig unbeteiligte Passantin erschossen, und die Döner Bude stand da gerade so passend. er hätte auch einen Eisverkäufer erschossen. Irgendwen. Aber abtun würde ich das nicht nennen, denn für diese Morde hatte er ja noch nicht mal für sich eine Art Motiv.

    Tatsächlich lautet der Text der von mir an anderer Stelle eingebrachten Meinung im Originalwortlaut


    "Im Falle Halle war der Zweitangriff auf den Dönerladen aus meiner Sicht lediglich dem Frust des Täters geschuldet, dass er nicht in die Synagoge eindringen konnte. Denn diese war definitiv sein Ziel!"

  • "Israel Hajom“ analysiert die wieder seit einiger Zeit zunehmend gefährliche Lage für Juden in Deutschland. Die FAZ erwähnt diesen Kommentar in ihrem Artikel der ausführt, dass trotz der offenbar zum Zeitpunkt recht klaren Zuordnung des Täters zur extremen Rechten ersichtlich ist, dass dennoch ein Großteil der Angriffe auf Juden von arabischen und muslimischen Einwanderern ausgehe! Und hier werden diese durch eine milde Justiz quasi in Wattebäuschchen gepackt, sprich: eine tägliche physische Bedrohung von Juden in Deutschland ist das Ergebnis einer „beschwichtigenden Politik gegenüber arabisch-islamischen Antisemitismus“.

    Quelle: https://www.faz.net/aktuell/po…_medium=social&utm_source


    Und hier fängt es an. Das rechtsextreme Volk sieht, das Angriffe dieser muslimischen Personenkreise auf jüdische Menschen und Einrichtungen mehr oder weniger für die Täter folgenlos bleiben. Das ist für diese Drecksnazis ein Freibrief, es den Feinden der Juden gleich zu tun.


    Ja, der Täter von Halle war gefrustet. Denn definitiv, gezielt ging es ihm um das Töten von Juden, die friedlich in einer Synagoge ihr größtes Fest feierten. Zu seinem Leidwesen und zum Glück im Unglück für die Menschen in der Synagoge kam er in diese nicht hinein. Da rastete er vollkommen aus. Der dann im Dönerladen Getötete war ein Zufallsopfer. Ein kleiner „Erfolg“ für diesen psychotischen Drecksack.

    Ironisch, satirisch fragte jemand in Bezug auf diesen Mörder, ob der dem Bild eines "aufrechten Deutschen" entsprechen würde.... Nach Gusto der entsprechenden Gesinnungslumpen!

  • "Israel Hajom“ analysiert die wieder seit einiger Zeit zunehmend gefährliche Lage für Juden in Deutschland. Die FAZ erwähnt diesen Kommentar in ihrem Artikel der ausführt, dass trotz der offenbar zum Zeitpunkt recht klaren Zuordnung des Täters zur extremen Rechten ersichtlich ist, dass dennoch ein Großteil der Angriffe auf Juden von arabischen und muslimischen Einwanderern ausgehe!

    Die Zeitung scheint nicht auf dem aktuellen Stand zu sein:


    https://www.zeit.de/gesellscha…chte-gewalt-kriminalitaet


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    Aber für einen gewissen Teil jüdischer Propagandablätter steht der Feind halt ideologisch nicht rechts, sondern muss zwingend muslimisch sein. Wenn man gegen rechts wettern würde, müsste man auch den geliebten Bibi kritisieren.

    Religion wird von den einfachen Leuten als wahr, von den Weisen als falsch und von den Herrschern als nützlich angesehen.

    Lucius Annaeus Seneca

  • Es scheint, als sei auch hier jemand nicht auf dem aktuellen Stand., in diesem Zusammenhang von "arabischen und muslimischen Einwanderern zu schreiben, die in "Wattebaeuschchen" seitens einer "milden Justiz" gepackt werden. (#73)


    Das Video der Helmkamera des deutschen Attentaeter zeigt, wie dieser mehrfach ueber "Juden" und "Kanaken" schimpft und zwei Menschen erschiesst, davon einer in einem Doenerladen.

    Dazu schreibt heute auf SPON der Politikwissenschaftler und Antisemitismusforscher Max Czollek: "Bin ich der einzige, der dabei an den NSU denkt, an die jahrelang unerkannt gebliebenen neonazistischen Morde an Migranten.? (...) Wer ein Deutschland ohne Kanaken oder Muslime will, will auch eins ohne Juden."



    https://www.spiegel.de/kultur/…ax-czollek-a-1290955.html

  • Sie sollten den/die auf der Grundlage meines Postings erstellten Artikel sorgfältiger lesen, um dann in Kombination mit meinen Inhalten feststellen zu können, dass es nicht explizit nur um die ausgeführten Taten, sondern um die Motivationsgeber geht. Den jüdischen (Propaganda)blättern ist durchaus der Ausführende in Form des rechtsextremistischen Pöbels bekannt, wobei eben auch ein "Sämann" ins Spiel kommt, der (auch) böse Saat streut!


    Und selbstverständlich hat unsere Justiz bis dato viel zu viel Milde walten lassen! Das betrifft das rechtsextreme Lager wie auch arabisch/muslimische Einwanderer oder auch bereits Etablierte, die man mehr oder weniger ungestört ihren Hass auf Juden öffentlich zeigen ließ mit Verbrennen von Fahnen und Rufen wie "Juden ins Gas".

  • Ich stimme dir allerdings zu, dass

    - Gewaltdelikte, die eine regelrechte sittliche Verwahrlosung des Täters erkennen lassen, schon beim ersten Vergehen konsequenter geahndet werden sollten

    - Mehrfachtäter und Extremtäter, bei denen der Hang zur Gewalt nachvollziehbar eskaliert, früher in Sicherungsverwahrung genommen werden sollten - wer sich aus einer menschlichen Gesellschaft verabschiedet, sollte auch draußen bleiben

    Darauf wollte ich eher hinaus. Egal ob es sich um politisch motivierte Straftaten handelt wo die letztendlich ausgesprochene Gefängnissstrafe nur der I-Punkt einer Latte von Straftaten ist oder eben im kriminellen Milljö https://www.spiegel.de/panoram…alphatiere-a-1289609.html wo zulange solchen "Dissozialen" bei Ihrem Aufstieg schlicht zugeschaut wird. Natürlich spielt da (leider) die Rolle der Verflechtungen unserer "Aufklärungsorgane" in diesem Dunstkreis, mit dieser Täterriege immer eine Rolle. Das müsste natürlich dementsprechend genauso konsequent aufgeklärt bzw. geahndet werden, egal wie naiv solche Vorstellung auch sein mag.

  • .... und selbstverstaendlich ist nicht "unsere Justiz" dazu gefragt, sondern unsere Politik.

    Auch. Aber die Judikative als auch die Exekutive muss hier eine andere Einstellung zum Thema gewinnen. Dieses dauernde nach der Politk rufen ist mir oft einfach zu bequem da die Ausführenden sehr wohl die Instrumente in der Hand haben und es liegt an Ihnen diese zu benutzen.

    Und das hat dann nichts mit den bei einigen Konservativen Schrittverstärkenden "Law-and-Order" zu tun sondern schlicht mit konsequenter Anwendung der Gesetze. Andererseits haben wir leider auch zu viele "Versteher" dort wo es zu solchen Problemen kommt und es drauf haben eine gewisse "Verklärung" zu transportieren. Eigene Erfahrung.