Terroranschlag in Halle

  • Wenn es um Antisemitismus in Deutschland geht, geht es auch um Migranten. Nicht um alle, versteht sich, sondern um die, die antisemitisch sind bzw. antisemitische Straftaten begehen, also kriminell sind. Man kann und sollte Menschen mit Migrationshintergrund aus diesem Thema nicht ausblenden. Nicht nur, weil sich unter ihnen ebenfalls antisemitische Straftäter befinden, sondern auch und vor allem, weil sie schlichtweg Teil unserer Gesellschaft sind und das Thema "zunehmender Antisemitismus" für sie genauso von Bedeutung sein sollte wie für jeden anderen Menschen, der in Deutschland lebt.

    Mit "deutschen Werten" habe ich es auch nicht so, mit dem Einhalten der geltenden Gesetze schon. Denn sie bilden den Rahmen für unsere Gesellschaft, die nur funktionieren kann, wenn sie weitestgehend eingehalten werden bzw. ihre Einhaltung durch den Staat gewährleistet wird. Wobei wir damit allerdings schon bei einem anderen Problem sind ...

    Einverstanden. Dies liest sich aber voellig anders als #84.


    Wenn es um antisemitische Straftaten geht, soll und kann nieman ausgeschlossen werden, das sehe ich natuerlichnicht anders.

    Wer aber das Geschehen um Halle nutzt, um seine Abneigung gegen " integrationsunfaehige kulturfremde Migranten" o.s.ae. auszudruecken und ueber deutsche Werte faselt, den finde zumindest ich deplatziert.

  • Zitat

    Und hier fängt es an. Das rechtsextreme Volk sieht, das

    Angriffe dieser muslimischen Personenkreise auf jüdische Menschen und Einrichtungen mehr

    oder weniger für die Täter folgenlos bleiben. Das ist für diese Drecksnazis ein

    Freibrief, es den Feinden der Juden gleich zu tun.

    Es gibt auch Leute, die im Großmufti von Jerusalem den eigentlichen Drahtzieher des Holocaust sehen.

  • "EXIT-Deutschland ist eine Initiative, die Ausstiegswilligen aus der rechtsextremen Szene hilft, sich ein bürgerliches Leben aufzubauen - und ihr altes Leben, samt der menschenverachtenden Ideologien und eingeschworenen Kameradschaften zurückzulassen. Bereits über 750 Rechte haben mit EXIT den Ausstieg geschafft, aktuell werden 115 Aussteiger betreut. Auch Aussteiger aus der islamistischen Szene unterstützt EXIT."

    https://www.exit-deutschland.d…r-brief-an-frau-dr-merkel

    Gerade jetzt sind aus meiner Sicht solche Institutionen beim Kampf gegen speziell Judenhass und Antisemitismus im allgemeinen sehr wichtig und es ist unverständlich, warum Fördergelder gestrichen wurden. Auf change.org findet sich dazu auch eine Petition.

  • Ständig, oder über was reden wir hier seit Jahren.


    Aber wenn wir dieses Handeln und Tun relativieren und damit abtun das es uns allen so schlecht geht und es nur daran liegt weil Bildung, Arbeit und der Sozialstaat am Boden liegt, dann haben wir schon verloren. Denn über Nacht wirst du diese Umstände nicht ändern können.

  • Vorsicht vor den Statistiken. In Berlin werden antisemitische Straftaten, die keinem Täter zugeordnet werden können, automatisch rechts zugeschrieben. Und die Wahrnehmung jüdischer Mitbürger widerspricht den Statistiken. Offensichtlich gibt es noch keine Statistiken, die klar und deutlich die Täter benennen. Fakt ist, dass antisemitische Straftaten zunehmen - in allen Täterkreisen.

    Hier ein Artikel, der diesen ganzen Komplex ganz gut zusammenfasst:


    https://www.tagesspiegel.de/po…uden-steigt/25001524.html

    Zitat

    Und der Beauftragte der Bundesregierung für den Kampf gegen Antisemitismus, Felix Klein, gibt den Zweiflern Recht. Allerdings nur ein wenig.

    Die Polizei ordne antisemitische Delikte manchmal zu schnell dem Bereich der rechten Kriminalität zu, sagt Klein im Gespräch mit dem Tagesspiegel. Wenn die Beamten nicht genau wüssten, welchen Hintergrund eine Tat habe, zum Beispiel bei der Schmiererei „Juden raus“ an einer Hauswand, würde sie bisweilen dennoch in der Rubik „Politisch motivierte Kriminalität (PMK) – rechts“ eingetragen. Und nicht bei „PMK – nicht zuzuordnen“.

    Der Grund ist für Klein unschwer zu erkennen. Bei den aufgeklärten antisemitischen Delikten gebe es tatsächlich ein Übergewicht rechter Taten, sagt Klein. Allein bei den ermittelten Gewaltdelikten seien rechts motivierte Judenfeinde die überwältigende Mehrheit der Beschuldigten. Angesichts dieser Bilanz würden Polizeibeamte zu Beginn der Ermittlungen öfter als nötig antisemitische Straftaten als PMK - rechts einstufen.


    https://www.tagesspiegel.de/po…iminalitaet/23987766.html

  • Es braucht keine neuen Gesetze. Es muss "lediglich" die Einhaltung geltenden Rechts gewährleistet werden.

    Es müssen die Grenzen des geltenden Rechts ausgeschöpft werden.Leider gibt's in unserer Justiz viele, die dem Gedanken ans Weichspülen heftig frönen.Bei "Gesinnungstätern",wie NSU und/oder Halle ist der Gedanke an Resozialisierung obsolet.

  • Ständig, oder über was reden wir hier seit Jahren.


    Aber wenn wir dieses Handeln und Tun relativieren und damit abtun das es uns allen so schlecht geht und es nur daran liegt weil Bildung, Arbeit und der Sozialstaat am Boden liegt, dann haben wir schon verloren. Denn über Nacht wirst du diese Umstände nicht ändern können.

    Ich kann und muss nicht Umstände über Nacht ändern, die ich nicht verursacht habe.

    Da sollten mal die eigentlichen Verursacher dieser Umstände aufwachen und liefern lernen.

    Dann könnten wir uns vielleicht endlich einmal diese nichtsnutzigen Betroffeheitsrituale sparen.

  • Echt jetzt?


    Welches sind denn die "Modifizierungen", die Dir - wohl insbesondere für nicht-deutsche Straftäter - so vorschweben?

    Und wie hoch ist denn der Anteil derer, die um "Hilfe ersuchen", dann aber "töten, vergewaltigen rauben, etc"? Und für die willst Du dann eine andere Strafanstalt, das Zuchthaus?


    Was in Deiner "Wertewelt" offenbar nicht an Dich herankommt, ist die Situation, in der die Asylanten leben. Es sind überwiegend junge Männer, und das ist eine Gruppe, die auch bei den "Einheimischen", obwohl überwiegend in Familien lebend, überall auf der Welt eine höheren Kriminalitätsrate aufweisen als etwa alte Damen. Die jungen Asylanten haben keinerlei familiäre Kontrolle, deshalb wäre es weit besser, sie mit Lernen und Ausbildung zu beschäftigen, als sie untätig wartend herumlungern zu lassen.


    Es ist noch nicht so lange her, bei der sog. Flüchtlingskrise, dass ich regelmäßig in Aufnahmehäusern, Kleiderkammern und anderen Hilfsstationen gearbeitet habe - ich weiß, wovon ich rede. Du nicht.



    "Oh Tor, im Unglück ist Trotz nicht förderlich!" (Sophokles: Ödipus auf Kolonos)

  • So kommt's, wenn man auf die Propaganda der AfD hereinfällt.

    0,15 bis 0,2 Prozent aller männlichen Zuwanderer ab 16 Jahren waren in der Vergangenheit einer Sexualstraftat tatverdächtig. Dies ist tatsächlich der einzige Straftatbestand, in dem Flüchtlinge und Asylbewerber gegenüber der einheimischen Bevölkerung dominieren. Umgekehrt heißt das aber auch, dass 99,8 % der Zuwanderer diesbezüglich nicht auffällig sind. Und dann labert die Tante was von "Tsunami" und "Invasion".

  • Natürlich ernst gemeint!

    Um mir eine Meinung über z.B. einen Mord bilden zu können, muss ich nicht zwangsläufig einen begehen. Deshalb zieht dein "Insider Wissen" nicht wirklich.


    Was die Sache mit dem "Lernen und Ausbildung" anbelangt hatte ich bereits in #97 dies als gut erachtet - und zwar verpflichtend.


    Und Verstärkung von Strafen und Strafeinrichtungen soll für alle gelten, egal, wo sie herkommen. Wobei ich bei ausländischen Straftätern eine bessere und schnellere Handhabung zur Abschiebung begüßen würde. Hierbei gibt es zu viele Möglichkeiten des Hinauszögerns.

  • Zschäpe wurde zu lebenslanger Haft verurteilt und die besondere Schwere ihrer Schuld festgestellt. Und ich wage die Behauptung, bei Stephan B. wird es nicht anders aussehen.

    Bei B. ist die Lage auch klar.

    Aber welche Verbrechen hat denn die Zschäpe nachweislich begangen? Man hat ja nicht mal die Morde den Uwes nachweisen können. Keinen einzigen! Sie waren nur im Besitz der Tatwaffe......mehr nicht.

    Aber das soll hier jetzt nicht auseinander genommen werden. Könnte man vortrefflich drüber diskutieren.


    Der B. wurde dabei erwischt. Geständnis, Vorgeschichte, Vorbereitung...alles klar, obwohl was die Vorbereitung angeht, da denke ich, sollte man genauer hinschauen. Hat der alles allein gebastelt oder gibt es da Mithelfer....oder sogar einen "Vordenker"?


    Er hat das allein getan. Ich würde aber trotzdem nicht unbedingt von einem Einzeltäter sprechen. Dazu sind diese Netzwerke zu dicht in dieser Szene. Das Umfeld ist hier wohl das wichtige, auf das man sich konzentrieren sollte. Ich kann nur hoffen...ja ich weiß..., dass man aus der Vergangenheit etwas gelernt hat.

    Aber es wird wohl oder übel bei der Hoffnung bleiben.


    mfg

  • Na das ist doch mal ein Kommentar....


    Zitat

    Last but not least kam nun Innenminister Seehofer um die Ecke, dem nach langer Zeit endlich wieder die Gamer als die wahren Gegner im Land einfielen. Und schwups - schon hat sich die Diskussion gedreht. Endlich muss man sich nicht mehr mit dem eigentlichen Naziproblem auseinandersetzen, das bis in den Bundestag hinein zu besichtigen ist, sondern man hat die schaurig wahren Übeltäter erwischt.

    Es gibt "toxische" Computerspiele, sagen nun alle. Und haben Recht damit. Die gibt es. Und jetzt? Dummerweise erlernte der Täter das Schießen aber nicht "toxisch" am heimischen Bildschirm, sondern bei der Bundeswehr.

    https://www.heise.de/tp/featur…nd-die-Gamer-4554334.html


    mfg

  • Der B. wurde dabei erwischt. Geständnis, Vorgeschichte, Vorbereitung...alles klar, obwohl was die Vorbereitung angeht, da denke ich, sollte man genauer hinschauen. Hat der alles allein gebastelt oder gibt es da Mithelfer....oder sogar einen "Vordenker"?

    Naja, Vordenker in dem Sinne gab es wohl viele sei es denn so das er wie jetzt bekannt... https://www.tagesspiegel.de/po…attentaeter/25099200.html die meisten seiner Waffen mit 3 Druck hergestellt bzw. komplettiert hat.

    Ich denke daher ist dieser Anschlag für Deutschland bemerkenswert weil wohl der erste in dieser Richtung.



    Na das ist doch mal ein Kommentar....


    https://www.heise.de/tp/featur…nd-die-Gamer-4554334.html


    mfg

    Siehe oben, wo wahrscheinlich eine viel grössere Brisanz dahinter stecken könnte.


    Trotzdem bin ich aber auch der Meinung das die teils schon sehr heftigen Egoshooter eine Persönlichkeit formen können wenn diese schon in sehr frühen Jahren Jugendbegleitend sind.

  • Ich glaube ich spinne. Jetzt kommen ernsthaft Rufe nach Todesstrafe? […]

    Der typische Aufreger, Computerspiele seien Auslöser wachsender Gewaltbereitschaft späterer Amokläufer, Rechtsextremisten oder Attentäter egal welcher Couleur, ist auch schon wieder verbreitet worden… in Sachsen-Anhalt ist in einem Supermarkt eine Bombenattrappe gefunden worden und bietet Anlass, den Eifer der Polizei bei den Ermittlungen öffentlichkeitswirksam zu zeigen und die Schutzmaßnahmen der Behörden gegenüber dem gewöhnlichen Bürger… dieser Stephan B. soll ja Einzeltäter und Einzelgänger sein, sein Vater hatte bereits seine warhol'schen 15 Minuten… und in den öffentlichen Netzwerken tobt der Clash of Civilisations in der üblichen Weise. Kein Wunder, dass Computerkommunikationspionier Leonard Kleinrock mittlerweile beteuert nicht geahnt zu haben, welche Auswirkungen es mit sich bringen würde, als er den Datenaustausch von Computer zu Computer technisch ermöglicht hat…

  • Trotzdem bin ich aber auch der Meinung das die teils schon sehr heftigen Egoshooter eine Persönlichkeit formen können wenn diese schon in sehr frühen Jahren Jugendbegleitend sind.

    Das ist leider statistischer Unfug.

    Wie groß ist diese Szene? Die Bekloppten sind anteilig nicht mehr als der normale Gesellschafftsdurchschnitt. Sicher gibt es da Gruppen/Clans, die sich einigeln und was weiß ich proben oder planen. Doch solch dummes Geschwafel hört man nach jedem Anschlag/Amoklauf. Und es wird nie richtiger.


    Und grad wenn immer auch CS rumgehackt wird, ist das ziemlich dumm. Da ist man entweder Terrorist oder Polizist/Sonderkommando. Teamwork, Strategie und Taktik stehen da im Vordergrund. Spaß ist/sollte auch immer dabei sein. Wer solch Argumente ernsthaft bringt, der hat einfach keinen Schimmer. Denn das Gewaltpotenzial solcher rechten Dumpfbacken wird ja durch sowas nicht erst aufgebaut, es war immer da!

    Wesentlich bei der Sache ist immer Umfeld, Familie, Sozialisierung und Bildung. Erst ganz hinten können dann solch Marginalitäten kommen, die vllt verstärkend wirken aber nie alleine dafür verantwortlich sind.



    mfg

  • Huch, die Tagesschau brachte es gerade, das Stahlknecht will nun den Verfassungsschutz personell aufrüsten.

    Es soll also wieder IM's geben.

    Die namen "Erika" und "Larve" sind allerdings schon vergeben.

    "Walter Schlegel" übrigens auch. Der gehörte zu Michael Schädlich. Ex-Chef des HFC.

    Stahlknecht wird ihn persönlich kennen und sich beraten lassen.

  • Da wollen wir mal die Kirche im Dorf lassen. Ohne jetzt die Verhältnisse in Sachsen-Anhalt genauer zu kennen: Glaubt hier tatsächlich jemand, mit den noch verbliebenen personellen Bestand und den noch erlaubten Methoden aus dem 20. Jahrhundert ließe sich jemand wie dieser B. feststellen? Systematisch und im Vorfeld? Das sind dann vermutlich die selben, die mehr Fußstreifen fordern und sich dann wundern und motzen, wenn im Ernstfall eben keine Streife zeitgerecht zur Verfügung steht. Man kann nicht immer neue Aufgaben nach Tagesform feststellen, ohne die auch personell und materiell zu unterlegen. Oder zumindest zu sagen, was denn jetzt dafür wegfallen soll.