Auch von Links gibt es mal wieder Saures

  • Seit geraumer Zeit wird die politische wie gesellschaftliche Diskussion über das Erstarken von Rechtspopulismus und Rechtsextremismus bestimmt.

    Meines Erachtens wird diese Diskussion nur halbherzig und oft bigott verlogen geführt. Problemanlysen fallen aus, stattdessen werden die bekannten blinden Flecken bebauchpinselt. Das Establishment tut sich hier besonders dilettierend hervor. Man jammert, macht auf die berühmten drei Affen und beweist damit eine üble die selbst verschuldete Hilflosigkeit. Dresden ruft einen diesbezüglichen Notstand aus , der eigentlich auch andernorts zu spüren ist.


    Leipzig kann da mitziehen, wenn auch auf Grund von Gewalt aus der anderen Ecke stammend:



    https://www.focus.de/politik/s…en-firma_id_11313001.html


    Anlässlich des Überfalls auf eine Mitarbeiterin seines Unternehmens erklärt Bruno Gerber, Geschäftsführer der Wassermühle Immobilien GmbH:



    https://www.wassermuehle-immob…atement-_Wassermuehle.pdf

  • Geht gar nicht!


    Was bei der Diskussion allerdings nicht erwähnt wird, ist der schlichte Umstand, dass eine Firma in einem "Linksextremisten-Viertel" oder wie man hier in Leipzig sagt, ein alternativer Stadtteil mit soziokultureller Szene, einen Klotz hinsetzt, der Eigentumswohnungen für Gutbetuchte anbietet.

    An was es in diesem Stadtteil fehlt, sind Sozialwohnungen oder zu mindest Mietwohnungen, zu erschwinglichen Preisen.


    Connewitz wird schon seit einiger Zeit immer teurer, weil die Stadt hier viel Grund an Firmen abgibt, die spekulative Wohnpolitik betreiben. Der Grund: Connewitz IST!! ein attraktiver und bunter Stadtteil. Nix für verstaubte Konservative und Nazis. Eher etwas für alternativ lebende und offene Menschen, die ihren Kietz bewahren wollen.


    Nein, damit will ich nicht den Angriff rechtfertigen. Sowas ist dumm und nicht konstruktiv.

    Nur wenn über die Köpfe der dort lebenden Menschen ihr Viertel nach und nach durch solch Projekte so verteuert wird, dass man sich das Wohnen dort nicht mehr leisten kann, dann sind Reaktionen vorprogrammiert. Und da hier jegliche Beteiligung der dort wohnenden ausgeschlossen wurde, hätte man durchaus mit solch Reaktionen rechnen können.


    Der Witz ist: Etwas weiter, angrenzend an Connewitz, gibt es die Südvorstadt.

    Ein Viertel für gut Betuchte. Teurer Grund, teure Wohnungen und kaum noch Möglichkeiten etwas neues zu bauen. Solch Projekte in Nähe dieses Viertels sind defakto eine Erweiterung der Südvorstadt auf Kosten eines Stadtteils, in dem viele Menschen mit unterem oder durchschnittlichen Einkommen grad noch so über die Runden kommen.


    mfg

    Wer in Grenzen denkt, denkt begrenzt.

  • Gähnnnnn.... Ihr müsst noch viel lernen ... ( sarkasmus aus...) Schaut nach Hamburg. Die Rota Flora im ehem. alternativen Stadteil Schanze ist mittlerweile wie das gallische Dorf inmitten des römisch besetzten Galliens. In ein paar Jahren geben die freiwillig auf. Siehe auch Hafenstrasse.


    Die moderne Strategie der Gentrifizierung ist erstmal die Generation der 00 Jahre und danach ran zu lassen, d.H. den zu erzählen das dortiges rumgammeln und Bieranschleppen ( neusprech : "Cornern") so dermassen hip ist, was anderes geht gar nicht. Dann hat man erstmal jedes WE ein paartausend dieses unpolitischen Partyvolks (äh vergessen, Klima,sorry ) die den dort Lebenden gehörig auf den Sack gehen. Die reiben sich dann irgendwann verwundert die Augen das jeder Kiosk, jeder kleine Frischemarkt ( aka Konsum ) etc. anstatt Dinge des Alltags nur noch Alk jeglicher Form anbieten.

    Wenn dann das Partyvolk, müde der langen Wege die endlich freigewordenen Whg bezieht, tja dann stellt sich irgendwann Nachwuchs ein, man settled sich, richtet sich ein. Das Ambiente muss dann natürlich schöner werden, leiser, man rumort gegen die Kneipen, die ewig feiernden Studenten etc. pp.

    So und dann ist die Zeit gekommen für unsere Immobilienprojektentwickler....

  • zizou

    Hat den Titel des Themas von „Auch von Links gibt es mal wieder saures“ zu „Auch von Links gibt es mal wieder Saures“ geändert.