Julian Assange

  • Genau, das ist so wie mit völkerrechtlich anerkannten Assad in Syrien. So ist das nun mal. ;)

    Oder eben mit den irgendwann..


    Deswegen schrub ich von StaatsSchandtaten, keinesfalls bedeutet das,dass derartige Taten und davor laufende "Gesetze" zu billigen wären.Beispielsweise kann das Überwechseln in einen anderen Staat aus meiner Sicht nie eine Straftat sein,so verboten diese Aktion auch sein mag. "Sire,geben sie (nicht nur Gedanken-)Freiheit!"

    ...völkerrechtswidrigen "Grenschutzgesetzen" der DDR. Das diese das zu irgendeinen Zeitpunkt waren, spielte bei den Ausreisewilligen überhaupt keine Rolle. Sie wurden entweder schikaniert, eingebuchtet oder starben beim Versuch. Aber warum ging es bei den Disput hier überhaupt ?


    Das sich der eine oder andere User über die Unmenschlichkeit der Gesetze die gegen Assange vorgebracht werden hier echauffieren aber zeitgleich, eben in dem DDR Thread das die "Grenzverletzungen" derjenigen als Konsequenz eines damals gültigen Gesetzesbruch fast schon a la Selbstschuld zu tragen hätten.

    Gilt nicht aber bei Assange. Da sind die jeweils gültigen Gesetze, USA, GB oder Schweden schon per se nicht anzuerkennen weil unmenschlich und einseitig ausgelegt.

    Ich gehe sogar noch weiter, zur "Schmierenkomödie". Die Schweden haben zum Schutz der Frauen in Ihren Augen sehr, sehr explizite gesetzliche Richtlinien die kaum in einem anderen Land so umgesetzt werden. So weit so gut. Schlecht will ich nicht sagen den man hat da immer gleich Metoo im Hinterkopf und da werden noch ganz andere Maßstäbe - im linksliberal aufgeklärten Lager kaum wiedersprochen - gegen Roman Polanski, gegen Woody Allen, Kevin Spacey etc. etc. angeführt. Wie gesagt, versuche jemand mal bei diesen Fällen gegen den allgemein gültigen Mainstream sich zu positionieren....


    Zurück zu Assange. Natürlich war das eine enorm gute Steilvorlage ihn festzusetzen und, wie jetzt feststeht nach fast 7 Jahren (!) wurden

    https://www.spiegel.de/panoram…tigung-ein-a-1297253.html

    die Ermittlungen entgültig eingestellt.

    Allerdings, und genau das hatten wir damals im Freundeskreis auch gut durchdiskutiert, ist man selbst ohne diese öffentliche Positionierung gut beraten in manchen Ländern auf Besuch seinen Schwengel in der Hose zu lassen und lieber dafür den gewissen PayTV Knopf im Hotelzimmer zu drücken......

    Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen – abgesehen von all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind

  • Assange hat geltende Gesetze des Landes verletzt, in dem er lebte und arbeitete. Die Gesetze waren ihm bekannt. Er wusste also von vornherein, dass er etwas gesetzlich Verbotenes tut und welche Konsequenzen das haben wird, wenn man seiner habhaft wird.

    Der Sachverhalt ist ergo derselbe wie bei den Republikflüchtlingen in der ehemaligen DDR, die entweder erschossen wurden oder im Knast landeten. Denn die wussten laut deiner Argumentation (und der eines zweiten Users) genauso von der Gesetzeslage in der DDR, nämlich dass der Grenzübertritt gesetzlich verboten war und dass man bei dem Versuch, den antifaschistischen Schutzwall zu überwinden, sterben oder im Knast landen kann. So eure Argumentation. Warum wird der Fall Assange jetzt völlig anders bewertet?

    Herr Assange ist meines Wissens Australier und hat die Verbrechen der USA öffentlich gemacht. Da er nicht US-Staatsbürger ist, konnte er damit keine Gesetze "Seines Landes " verletzen. Zudem hat man in Schweden ihn mit einer doubiosen Anklage der angeblichen Vergewaltigung seiner Freiheit beraubt und damit versucht, ihn in vasallenhafter Kumpanei mit Großbritannien und den USA an die USA auszuliefernsowie in den Augen der Öffentlichkeit zu kriminalisieren. Das sind alles ganz andere Dinge, die mit der DDR und ihrer Rechtssprechung in keinem Verhältnis stehen.

  • Deswegen schrub ich von StaatsSchandtaten, keinesfalls bedeutet das,dass derartige Taten und davor laufende "Gesetze" zu billigen wären.Beispielsweise kann das Überwechseln in einen anderen Staat aus meiner Sicht nie eine Straftat sein,so verboten diese Aktion auch sein mag. "Sire,geben sie (nicht nur Gedanken-)Freiheit!"

    Da geb e ich Dir voll Recht, nur was passiert mit einem Palästinenser, der sich in Gaza nur rund 300 m einer völlig willkürlich errichteten Demarkationslinie nähert? Er wird entweder erschossen oder zumindest verstümmelt, wie es bisher Tausenden Menschen ging, die das zionistische Regime auf dem Gewissen hat. Und in der DDR konnte jeder Mensch menschenwürdig leben. Das Grenzregime war dem Kalten Krieg geschuldet,und der Westen trägt eine gehörige MItschuld, dass es so war.

  • Herr Assange ist meines Wissens Australier und hat die Verbrechen der USA öffentlich gemacht. Da er nicht US-Staatsbürger ist, konnte er damit keine Gesetze "Seines Landes " verletzen.


    Lies einfach noch einmal meine Beiträge, insbesondere den, den du zitierst hast, denn da steht: "Assange hat geltende Gesetze des Landes verletzt, in dem er lebte und arbeitete". Deine Aussage hat also weder etwas mit meinem Posting zu tun noch mit dem Sachverhalt, um den es mir geht.



    Zitat

    Zudem hat man in Schweden ihn mit einer doubiosen Anklage der angeblichen Vergewaltigung seiner Freiheit beraubt und damit versucht, ihn in vasallenhafter Kumpanei mit Großbritannien und den USA an die USA auszuliefernsowie in den Augen der Öffentlichkeit zu kriminalisieren. Das sind alles ganz andere Dinge, die mit der DDR und ihrer Rechtssprechung in keinem Verhältnis stehen.


    Von der angeblichen Vergewaltigung war in meinen Postings über die unterschiedliche Bewertung von Verstößen gegen die Menschenrechte gar keine Rede. Von daher ist das "Argument", welches du mit diesen Sätzen mühsam zu konstruieren versuchst, um deine Doppelmoral bei der Bewertung von Menschenrechtsverstößen zu rechtfertigen oder zu negieren, einfach nur witzig.


    Was wiederum die Schmierenkomödie um die angebliche Vergewaltigung angeht - da sind sich hier wohl alle einig ...

  • Moderation:

    Ein Beitrag des Grauen Katers ist in den Israelthread verschoben worden. Eine Kopie dieses Beitrags befindet sich außerdem im Thread über die ehemalige DDR.


    Nachtrag:

    Ein Beitrag von BRM ist nachgezogen, hat sich wohl überschnitten mit meiner Verschieberei.

  • Lies einfach noch einmal meine Beiträge, insbesondere den, den du zitierst hast, denn da steht: "Assange hat geltende Gesetze des Landes verletzt, in dem er lebte und arbeitete". Deine Aussage hat also weder etwas mit meinem Posting zu tun noch mit dem Sachverhalt, um den es mir geht.

    Wann hat er denn in den USA gelebt und gearbeitet?

    Libertarismus. Eine einfältige rechte Ideologie, die sich ideal für diejenigen eignet,

    die nicht in der Lage oder nicht bereit sind, über ihre eigene soziopathische Haltung hinauszusehen.

    * Iain Banks

  • Nun, es scheint aber auch das Assange als Australier nicht viel von seinem Heimaltland erwarten kann:


    "..Australiens Premierminister Scott Morrison schließt eine Einmischung seiner Regierung in den Fall des Wikileaks-Gründers Julian Assange aus. Das sei „Sache der USA“ und habe „nichts mit uns zu tun.."


    https://www.handelsblatt.com/p…-yXmWePA9KKM533cRh1qz-ap4


    Oder wie ein australischer Abgeordneter und selbst in der Sache engagiert, es formuliert:


    " The Australian government has basically hung Julian Assange out to dry"

    https://9now.nine.com.au/60-mi…c1-4ef9-9a5e-3a281fdafb55

    Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen – abgesehen von all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind

  • Die Australier sind genau so üble Vasallen der USA, wie die Europäer.

  • Hat er nicht? Tja. Schreib doch einfach, wenn ich mich geirrt haben sollte. Kein Problem.

    Genau das ist ja das Problem - der selbsternannte Weltsheriff setzt seine Interessen weltweit durch, ohne Rücksicht auf Gesetze und Interessen anderer Länder, Staatsangehörigkeiten und Souveränität.

    Libertarismus. Eine einfältige rechte Ideologie, die sich ideal für diejenigen eignet,

    die nicht in der Lage oder nicht bereit sind, über ihre eigene soziopathische Haltung hinauszusehen.

    * Iain Banks

  • Die Australier sind genau so üble Vasallen der USA, wie die Europäer.

    Ja, alles Vasallen das Kater. Übel. Jedes Land "kümmert" sich um seine "Verräter" und deren Helfershelfer. Das war so und ist immer noch so. Leider. Die Russen "kümmern" sich exakt genauso, Deren Kritiker oder Whistleblower werden aber rein von der Menge her gesehen gern häufiger umgebracht.


    Ein Land, (und damit meine ich alle) kann sich aus reiner Staatsräson nur einen gewissen Prozentsatz, natürlich auch an der Qualität gemessen her leisten. Und da sind alle Regierungsformen, alle Parteien einig.


    Warum wohl sind bei uns die deutschen Deserteure etc. letztendlich erst 70 jahre nach Ende der Diktatur qua Gesetz komplett rehabilitiert/freigesprochen worden ? Weil soviele Nazis so lange im Bundestag saßen ? Nope.


    Eine frühere Freisprechnung hätte "Zeichen" gesetzt. Zeichen die Staatstragend, auch in einer Demokratie nicht gebraucht werden.

    Deswegen ging und geht es den WH Offizier der bis zum Ende mitgemacht hatte besser als seinem Gegenpart der schon vor dem Ende Tschüss gesagt hat.


    Aber da ist Deutschland eben nicht allein.

    Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen – abgesehen von all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind

  • Mal was zum lesen....


    Zitat


    Diese Anklage ist nichts als ein Lawfare und Teil einer umfassenderen Strategie politischer Angriffe auf WikiLeaks, auf Personen im Umfeld von WikiLeaks und auf den investigativen Journalismus als Ganzes. Die in der Anklageschrift dargelegten Behauptungen sind für die direkt und indirekt Genannten sowie für alle Journalisten weltweit mit Blick auf wesentliche Funktionen der Berichterstattung äußerst gefährlich. Immerhin werden die in der Anklageschrift namentlich genannten und nicht namentlich genannten Personen politischer Verbrechen bezichtigt. Die Anklageschrift erweckt den Eindruck, dass sich effektiver und investigativer Journalismus im öffentlichen Interesse nicht von krimineller Spionage unterscheidet, die von Nationalstaaten für ihre Interessen betrieben wird.

    https://www.heise.de/tp/featur…-krimineller-4909922.html


    mfg

  • Was passiert im Gericht?

    Wie kann man beurteilen, was man nicht sieht?

    Wo ist die Transparenz, die notwendig ist, um unsere Exekutiven auf die Finger zu schauen?


    Ich hab grad diesen Artikel gelesen.

    https://www.nachdenkseiten.de/?p=65910


    Alles in allem sehr aufschlußreich und erschreckend, wie man Menschen behandelt, die Verbrechen aufzeigen.

    Nach allem, was ich so über diesen Fall nun gelesen und gesehen hab, bin ich erschrocken, dass solches in einer westlichen Demokratie nicht nur möglich ist, sondern dass der Korrektiv, also die Menschen in dieser Demokratie solchen Verfahren nicht dir rote Karte zeigen.

    Wenn wir uns weiterhin solch Farce einfach nur anschauen, dann brauchen wir uns über die Zersetzung unserer Werte nicht weiter aufregen.


    Da passt der Verweis auf Hannah Arendt hervorragend:

    "Das Böse’, schrieb Hannah Arendt, ‚rührt von einem Scheitern des Denkens. Es trotzt dem Denken, denn sobald das Denken versucht, sich mit dem Bösen zu befassen und seine Prämissen und Prinzipien zu untersuchen, ist es frustriert, weil es dort nichts findet. Das ist die Banalität des Bösen."



  • Hab grad noch etwas gefunden.


    Im Blog von Margit Stumpf (Die Grünen) findet man eine Antwort des Außenministeriums zu einer Anfrage.


    Zitat


    In einem Brief baten wir Bundesaußenminister Heiko Maas sich für faire Haft- und Verfahrensbedingungen für Julian Assange einzusetzen und zu prüfen, ob nicht zwingende Gründe vorliegen, seine Auslieferung an die USA abzulehnen. Seine Antwort ist enttäuschend.

    Hier die enttäuschende Antwort:

    https://margit-stumpp.de/wp-co…n-von-BM-Maas-Assange.pdf


    Wir ermöglichen grad einem "Aufklärer von Korruption" einen sicheren Aufenthalt im schönen Schwarzwald, dessen Sicherheitsmaßnahmen der deutsche Steuerzahler trägt, während wir einem anderen "Aufklärer" nicht mal eine menschenwürdige Unterbringung in einem britischen Gefängnis gönnen.


    Soviel zur Doppelmoral.

    Wir hätten doch auch mal hier ein Angebot machen können, Assange in der Charite zu behandeln, nötig hätte er er das nach all der Zeit. Aber er hat wohl doch auf die falschen Füße getreten.


    mfg

  • Nawalny hat doch den "pöhsen" Putin angegriffen oder wurde von eben jenem angegriffen. Assange hingegen hat den" Vorreiter der Demokratie",die vielgeliebten Vereinigten Staaten von Amerika, verunglimpft,in dem er deren westlichen und (un)demokratischen Machenschaften zum Nachteil Vieler ans Licht der Öffentlichkeit brachte.

    Ja, darf der das denn überhaupt ,die westliche Führungsmacht (erzdemokratisch oder so ähnlich) übler Machenschaften zu bezichtigen??

    Wenn es der pöhse Osten gewesen wäre....aber Nein,niemals doch den Westen angreifen mit bewiesenen Dingen,die ein (welches?)Licht auf eben jenen werfen könnten!!