Perlen der jüngeren Geschichte

  • Wenn hier mal jemand nach hinten schaut, dann bin das wohl ich. ;)


    Ich möchte diesen Thread ohne konkretes Thema mit einer Reihe eröffnen, die bei Telepolis erscheint.

    Hier der erste Teil dieser Reihe.


    Zitat

    Vor zwei Jahren haben meine Anwältinnen aus Sankt Petersburg - Team 29 - beim russischen Außenministerium (MID) die Freigabe historischer Dokumente beantragt. Artikel 29 der russischen Verfassung garantiert eine offene und bürgernahe Verwaltung. Und - welch Überraschung - nach anderthalb Jahren habe ich tatsächlich Papiere erhalten!

    Es geht um den Mai 1960, um den gescheiterten Abrüstungsgipfel in Paris, um illegale Atomwaffentests der USA in Patagonien und um Adolf Eichmann, den Nazi-Kriegsverbrecher, von dem der Mossad behauptet, ihn jahrelang gesucht und am 11. Mai 1960 in Buenos Aires entführt zu haben. In Wirklichkeit ist die Geschichte ganz anders verlaufen. Es war ein Gangsterstück der CIA, um den sowjetischen Staatschef Nikita Chruschtschow zu erpressen

    https://www.heise.de/tp/featur…en-und-Adolf-4586234.html


    Wenn ich daran zurück denke, wie meine Leidenschaft für geschichtliche Ereignisse begonnen hat und was zu dieser Zeit als "gesetzt" galt, dann hat sich im Laufe der Zeit an meinem Geschichtsbild einiges verschoben.

    Als Gegeben gesetzte Geschichtsschreibung mußte schon des öfteren berichtigt werden, seit man Akten und Unterlagen einsehen kann.

    Gut daran ist, dass man die Akten frei gibt.

    Nicht gut ist, dass Erkenntnisse aus diesen Akten, die eine etwas andere Sicht auf die Dinge ermöglichen, nicht dazu hernimmt, Geschichte auch neu oder korrekter darzustellen.


    Der Artikel spricht jedenfalls für sich.

    Die allgemeine Darstellung ist nun hinfällig und eine neue Bewertung der Ereignisse sollte nun anstehen.

    Was das an Konsequenzen bedeutet? So gut wie nichts relevantes für das Heute. Aber es hilft die Dinge in dem Licht zu sehen, wie es bisher nur simuliert wurde. Klar könnte man Konsequenzen für zukünftige Ereignisse ziehen. Nämlich das man sich nicht einfach alles erzählen läßt, sondern kritisch oder sensibler an solch Themen heran geht.

    Gelernt haben wir aus der Geschichte ja, dass es bei diesem Thema der internationalen Politik keine realistische Darstellung der wahren Ereignisse gibt. Es wird deformiert, verschoben und uminterpretiert, was das Zeug hält.


    Gut und Böse verkommen zu Floskeln der Eigendarstellung, die unschärfer nicht sein könnte.


    Wenn ihr ein paar Perlen aus der Geschichtsschreibung der letzten ca 70 Jahre findet, dann bitte hier posten.

    Ich warte in der Zeit auf den teil 2, der am Montag erscheinen soll. Dann werde ich auch mal tiefer in diese Geschichte eintauchen.


    Ach, nochwas... Hier soll informiert werden. Anklagen sind eh zu Spät und Konsequenzen wären es auch. Aber es könnte für die Zukunft etwas sensibilisieren.


    In so fern: Entspannte Unterhaltung


    mfg

  • Teil 2

    https://www.heise.de/tp/featur…-Aktenzugang-4587706.html


    Enttäuscht nicht! Und er bestätigt das, was ich speziell zur Causa "Eichmann" ahnte.


    Und es bestätigt, dass Begründungen wie "Akte Geheim, Veröffentlichung könnte die innere Sicherheit gefährden!" oft gebracht werden, wenn ein Staat oder eine Org des Staates illegale Aktionen/Einsätze durchgeführt haben, die diesem Land bei bekannt werden auf die Füße fallen würde.


    Oder weil man sich einfach in einem positiven Licht darstellen will.


    ...und die Wahrheit? Naja, die bleibt geheim und offiziell wird nur, was Erfolg verspricht. Auch wenn es eine Lüge ist. ;)


    mfg

  • Mal was für zwischendurch....


    Eine Doku, die einen recht genauen Blick auf das Oktoberfest Attentat wirft, was heute Stand der Dinge ist und was Zeugen aussagen, die noch nie gehört wurden.


    https://www.br.de/mediathek/vi…:584f62483b4679001187640e


    Fazit: Seit 40 Jahren wird die rechte Szene immer wieder aufs neue unterschätzt.


    ...natürlich schon länger und weil man ja die "Linken" als ultimative Gefahr propagiert und diese natürlich nicht unter- sondern natürlich gerechtfertigt überschätzt.....wie lächerlich, ,in Anbetracht des Schadens, den rechte Spinner und Terroristen hier in D schon angerichtet haben.


    mfg

  • Und hier der dritte und letzte Teil der Reihe.....

    Also nicht der Mossad hat Eichmann glorreich entführt, es waren dann doch Menschen, die das professioneller durchführten.


    Zitat

    Wer Eichmann wirklich ergriffen hat, steht in einem Dokument des argentinischen Geheimdienstes. "Eichmann wurde, bei seiner Entführung, in einem Fahrzeug des Präsidialamtes transportiert, mit einem amtlichen Nummernschild. (Frondizis) Sekretär Samuel Schmuckler saß am Steuer und brachte ihn in das Haus von Mazar Barnet. Präsident Frondizi war über alle Geschehnisse auf dem Laufenden."

    Die beiden waren bewährte Mitglieder der UCRI, Mazar Barnet leitete die Zentralbank. Wer noch bei der Entführung dabei gewesen ist, kann nur vermutet werden. Aber es ist äußerst unwahrscheinlich, dass Frondizi die Operation allein in die Hände der sehr unerfahrenen Mossad-Leute legen wollte.

    https://www.heise.de/tp/featur…d-der-Mossad-4590962.html


    Und grad der Verweis auf die Verhandlungen, die zeitgleich in Paris stattfanden ist ein interessanter Umstand. Denn dieser Verlauf war ja von den USA so gewollt, da sie kein Abkommen wollten.


    Letzteres, also eine internationale Regelung und Regulierung im Sinne des Friedens, war nie im Interesse der USA. Ich hab schon über einige dokumentierte Sabotagen dieser "Diplomaten" gelesen.

    Es ist argumentativ fast immer das Gleiche. Die von Russen gereichte Hand wird als Heuchelei propagiert und damit die eigene Haltung gerechtfertigt. Nein, ich will die Russen hier nicht als Friedensengel verkaufen, es ist aber nun mal ein unbestrittener Fakt, dass recht viele Initiativen von Russland ausgingen und von deren Gegnern blockiert, sabotiert oder schlicht ignoriert wurden.


    Da spielt der kleine aber feine Umstand, dass nicht der Mossad in einer Nacht und Nebel Aktion professionell mal gar nix getan hat, sondern argentinische Beamte den Eichmann festsetzten nur eine beiläufige Rolle. Aber eine nicht unwichtige.


    Schön zu erfahren ist auch, dass unsere deutschen Nachkriegsaufbauer stetig Kontakt zu solchen Kriegsverbrechern in ehrenwerten Positionen hielten. Und das trotz Haftbefehle und der Bekundung der Offiziellen, solch Verbrecher auch festzusetzen.

    Klingt heute für mich so, wie die Versprechen der "lückenlosen Aufklärung" rechten Terrors.


    Aber Stringenz ist ja immer eine Sache des persönlichen Standpunktes. ;)


    mfg

  • So, nun scheint zu mindest festzustehen, dass der Bericht der OPCW zum "angeblichen Giftgasangriff in Douma" manipuliert wurde. Ergo: Was damals vorsichtige und umsichtige forderten, nämlich die Beweise genau zu prüfen und offensichtliche Ungereimtheiten zu hinterfragen, scheint heute Gewissheit.


    Zitat


    Nach Magnitski Ende eines weiteren Narrativs? Wie geleakte Dokumente und Whistleblower von OPCW-Inspektoren zeigen, wurden Befunde durch verfälschende Weglassungen und andere Manipulationen politisch korrekt gemacht

    https://www.heise.de/tp/featur…uma-frisiert-4595395.html


    Da ich einer dieser Vorsichtigen war, brauche ich den Artikel nicht kommentieren, er spricht für sich.


    Wenn Ermittler nicht ermitteln, wenn Aufklärer nicht aufklären und Untersuchungen nichts untersuchen, dann laufen wir Gefahr so zu werden, wie wir es unseren Gegnern gern andichten.


    Es gilt mehr denn je, seinen gesunden Menschenverstand zu schulen und Logik endlich wieder zu akzeptieren. Auch wenn sie unangenehm ist. Sie wird nämlich nicht angenehmer, nur weil manche ihr Weltbild auf manipulierten Fakten bauen.


    Mal vom Vertrauen auf Institutionen, dass durch solch Schmonz zerstört wird, ganz abgesehen.


    mfg

  • Es wird immer schwieriger, die "Wahrheit" heraus zu finden, zwischen Propaganda und echten News zu unterscheiden.

    Ist zwar nichts neues, dass Regierungen vertuschen, verschleiern und verfälschen, zu Verschlusssachen erklären...


    Manches klappt durch die Technik und weltweite Vernetzung durch das Internet nicht mehr so gut. Z. B. Handyaufnahmen von prügelnden Polizisten etc., die die wahren Vorgänge dokumentieren.

    Andererseits bietet gerade diese Technik auch die Möglichkeit, Darstellungen täuschend echt zu faken und zu verbreiten, wobei die Echtheit/Unechtheit nur durch Analyse von Experten zu entlarven ist.


    Dann nutzt es mitunter auch nichts, in alle Richtungen zu recherchieren, Gegenmeinungen und Darstellungen einzubeziehen. Am Ende bleibt dann letztlich oft doch nur die selektive Wahrnehmung, eigene Filterblase und Bauchgefühl. Oder eben zu hoffen, dass nach 30 J. die Akten frei gegeben werden und die Wahrheit ans Licht kommt, wenn es schon viel zu spät ist und sich längst neue Seilschaften gebildet haben.


    TM, Technik und Internet. Dilemma und Chance zugleich

  • Ja, es ist Arbeit.

    Und NEIN, sicher kann man sich nie sein.


    Was man sich aber dringend bewahren sollte, ist eine Art innere Ruhe. Denn man liest j, wie man selbst verarscht wurde. Das kann dem einen oder anderen schon sauer aufstoßen und dann läuft man Gefahr, der "anderen" Seite sein Vertrauen zu schenken, ohne weiteres Reflektieren.


    Für mich sind solche Rückblicke wie ein Krimi. Einige sind unterhaltsam, einige einfach nur so schlecht, dass sie durchaus bei RTL im Abendprogramm laufen könnten.


    Andere haben aber auch das Zeug zum Kinoknaller.

    Denn wenn durch das Aufdecken der Sauereien Geschichte neu geschrieben werden müßte, zumindest Konsequenzen gezogen, die einiges an Veränderungen nach sich ziehen müßten aber nix passiert, dann kann das eine interessante Sache werden.


    mfg

  • nach sich ziehen müßten aber nix passiert, dann kann das eine interessante Sache werden.


    Um die sich die aktuell Regierenden einen scheiß scheren und die Enthüllungen - Akten offen legen - idR erst erfolgen, wenn die Schuldigen längst von der medialen und politischen Bildfläche verschwunden sind.


    Um so wichtiger sind Helden wie Snowden und Manning, Wiki Leaks und alle anderen Whistleblower.


    TM, die den beharrlich verteidigten fehlenden Whistleblowerschutz nicht wundert

  • Um die sich die aktuell Regierenden einen scheiß scheren und die Enthüllungen - Akten offen legen - idR erst erfolgen, wenn die Schuldigen längst von der medialen und politischen Bildfläche verschwunden sind.


    Um so wichtiger sind Helden wie Snowden und Manning, Wiki Leaks und alle anderen Whistleblower.


    TM, die den beharrlich verteidigten fehlenden Whistleblowerschutz nicht wundert

    Aktuell siehst du ja selbst, wie angepißt man reagiert, wenn man gewisse Schnüffeleien der NSA erwähnt. Da ist dann gleich eine Millionenfache Beleidigung amerikanischer Menschen Thema und wei froh wir deutschen doch sein sollen, dass immernoch eine Armee hier im Land ist, die sich um die Sicherheit aller Menschen weltweit kümmert.....moment...geht gleich weiter....ich bin nur schnell mal kotzen...


    ....so, wo waren wir? Ach ja, der Grenell und seine Angepißtheit. Der Trottel soll sich einfach verpissen und nicht so ein Mist erzählen.

    Dank der mutigen Menschen, die solch Aktionen aufdecken, wissen wir ja erst, wen die USA so alles ausschnüffeln. Und ja, wir hätten daraus Konsequenzen ziehen können. Wenn sich nun aber so ein Schnüffler hinstellt und verlangt, dass Firmen, die wahrscheinlich...weil sie könnten...eventuell....schnüffeln, dann entbehrt das nicht einer gewissen Komik. Denn nach dieser Logik wären Google, Microsoft und Apple auch Firmen, die im Staatsauftrag für die US Dienste schnüffeln.


    Wo ist der Unterschied?


    Der USA dürfte es doch eigentlich egal sein, es ist ja unser Land. Nur wenn man um die Ecke denkt, dann wird ein Schuh draus.


    Theorie:

    Warum interessiert es wohl die USA, ob wir mit Huawei oder nicht?

    Ganz einfach. Die schnüffeln ja eh weiter. Was bedingt, dass sie die Infrastruktur nutzen müssen, die angeboten wird. Nun ist es aber so, das sich mal von einem Typen den Hinweis bekommen habe, dass die USA nur stinkig auf Huawei sind, weil die Dienste es nicht schaffen, den Hardware-Code dieser Firma zu knacken. Bei ihren Schoßhunden, also Google, Apple, Microsoft da haben sie ja ihre Hintertüren und greifen die Rohdaten direkt ab. Sprich, die können einfach nicht schnüffeln, wenn Hardware der Firma Huawei verwendet wird.


    Ob das jetzt so professionell von mir wiedergegeben wurde, sei dahin gestellt. Ich hoffe, dass die Infos nicht falsch waren. Plausibel klingt es ja. So viel ist sicher.


    mfg

  • Zum Thema Grenell: hätte unsere Regierung wirklich einen Hintern in der Hose,dann würde dieser obskure Trumpknecht zur persona non grata erklärt.

    Wie gesagt:wenn wir eine solche Regierung hätten.....

  • Denen kuckt doch schon der Kuppperbolzen, wenn der nur um die Ecke kommt. Sorry, schlechtes Benehmen und diktatorisches Auftreten kennen wir vom Addi, auch ein Ausländer, der dachte, dass sein Werk 1000 Jahre....hust.....


    Ja, so einen brauchen wir genau hier in Deutschland......NICHT! ;)


    mfg

  • Ein Fall, der in Deutschland kaum Beachtung fand, der aber für die Zeitgeschichte sehr wichtig ist, fand in der Schweiz statt.


    Der Fall Tinner


    Erstes Probelm: WO fängt man an?


    Urs Tinner wurde in der Schweiz angeklagt, gegen das Kriegsmaterialgesetz verstoßen zu haben.

    Das fanden seine Dienstherren nicht grad supi. Diese waren nämlich die Chefs der CIA.

    Der Prozess drohte die Machenschaften der CIA bei der Beschaffung der A-Bombe für Pakistan aufzudecken.

    Das darf natürlich nicht passieren, denn dies würde ein Verstoß gegen internationale Abkommen bedeuten. Das darf natürlich nicht passieren und so hat sich diese Behörde in dem Verfahren auch verhalten.


    Fangen wir aber am Anfang an.

    Was ist passiert?

    Dazu erst ein Video.



    Abdul Qadeer Khan ist der zweite Name, den man sich merken muß.


    Techniker und Händler treffen aufeinander und beide handeln im Auftrag der CIA, um Pakistan die A-Bombe zu bringen. Wahrscheinlich ist dies der Dank für die Unterstützung Pakistans im Kampf gegen die Russen in AFG. Wer weiß.

    So lange es um Pakistan ging, gab es auch keine Probleme, nur als Khan sein Wissen und die Beziehungen nutzte, um auch anderen Ländern diese Technik zu verkaufen, geriet er ins Visier seiner ehemaligen Vorgesetzten.

    Nun fingen die Mühlen an zu malen.


    Der Prozess in der Schweiz ging los und die Sache nahm ihren Lauf.

    Angeklagt wegen Gesetzesverstöße gegen das Kriegsmaterialgesetz drohte die Verstrickung mit dem US Dienst öffentlich zu werden. Das durfte natürlich nicht passieren, denn dieser Umstand wäre ein Verstoß gegen internationale Atomwaffenabkommen.


    Der Prozess begann mit einer Anweisung der CIA an die schweizer Behörden, Akten zu vernichten, die jene Verflechtung offenlegen würde.

    https://www.blick.ch/news/poli…de-sabotiert-id26053.html


    Zum Glück gab es vergessene Kopien.

    Doch Die schützende Hand der CIA war allgegenwärtig.


    Wahrscheinlich hat das dann auch zu den eher milden Urteilen geführt. Dies endete mit einem Deal zwischen Tinners und der BA. Es fand eine Beweisbeschau statt, eigentlich wurde da gar nicht mehr nach Beweisen gesucht. Letztlich doch ein Erfolg der Behinderer, denn so sind Hintergründe und Hintermänner nicht öffentlich geworden.


    Alles in Allem wieder ein Verfahren, wo Dienste ihre Finger maßgeblich im Spiel hatten und der am Ende keine oder nur marginale Konsequenzen hatte. Aufgeflogen ist das alles nur, weil das Khan Netzwerk gierig geworden ist und Deals außerhalb der Erlaubniszone des CIA machen wollte.


    Was letztlich genau passiert ist, wer welche Rolle spielte und warum die USA keine Konsequenzen tragen mußte, obwohl sie wirklich zu den Kreis der Kriminellen zu zählen ist, bleibt im dunkeln.


    Zum Schluß noch Links zum Thema für Interessierte

    https://www.20min.ch/news/doss…er-Bundespolizei-23484746


    http://www.news.ch/Brisante+Ti…inblick/402934/detail.htm


    http://www.wolfgangfrey.com/se…d_lerch.html#kapitulation


    Das Urteil als PDF

    https://www.parlament.ch/cente…eil-bstger-2012-09-25.pdf


    Anmerkung


    Die USA haben sich ja mächtig aufgeregt, als herauskam, dass "ihr Plan" einfach kopiert wurde und das Wissen und die Technik auch noch nach Libyen und Nordkorea ging. Allein dieser Umstand ist aber die Crux, denn mit Pakistan hatten sie ja keine Probleme, obwohl dies mindestens genauso illegal war.

    Die künstliche Aufregung in diesem Fall ist also nur ein Eingeständnis, dass sich ihre "Nützlichen Idioten" auf eigene Wege machten.

    Denn es ging ja nie um die A-Bombe Pakistans, sondern nur um die Deals, die mit Libyen und N-Kora gemacht werden sollten.


    mfg

  • These:


    Wenn ein politischer Mord nicht oder unzureichend aufgeklärt wird, dann hat ein Geheimdienst mittelbar oder unmittelbar seine Finger im Spiel.


    Der Fall Buback


    Ein Fall, der bis heute nicht geklärt ist und schon einige Runden durch deutsche Gerichte durchlief, steht für den Sohn des Ermordeten immer noch ganz oben auf seiner To Do Liste.

    Ein Interview auf den Nachdenkseiten zeigt, wie unklar vieles in dieser Causa noch ist.

    https://www.nachdenkseiten.de/?p=57406


    Schaut man sich die Aufklärungsquote der Morde der RAF an, dann kann einem schlecht werden.

    Warum fehlen so viele Erkenntnisse? Warum dominieren Spekulationen, Behauptungen und sogar Lügen solch Prozesse?


    Es ist wie es ist. Damit müssen wir Normalos uns einfach mal abfinden. Das Hochlied auf unsere Rechtsstaat verkommt angesichts solcher Un-Prozesse, Verschleierungen und das Mauer der Dienste zu einer Farce.

    Denn jeder politische Mord, so es denn einer ist, bekommt somit einen Anstrich, der Raum für Spekulationen freigibt, der eigentlich durch saubere Ermittlung und dem Vorlegen stichhaltiger Beweis gar nicht erst entstehen könnte.


    Es waren halt professionelle Killer, die akribisch darauf achteten, keine Spuren zu hinterlassen...außer natürlich die berühmten Bekennerschreiben, die aber von Gerichten nicht als eindeutiger Beweis gewertet werden, denn die hätte JEDER schreiben können.


    Ob und wann nun ein klares Licht auf diesen und ähnlichen Fällen fällt, ist ungewiß. So lange Dienste nicht an der Aufklärung interessiert sind, sollte man immer davon ausgehen, dass diese in jedem Fall ihre Finger im Spiel haben oder hatten.


    Das gibt der Raum her, der schlechte Beweisführung nun mal hinterläßt.


    Vergleicht man diesen Fall mit aktuellen Ereignissen, dann kann einem schon etwas schlecht werden. Nicht wegen der Tat an und für sich, sondern weil der Unwillen zur Aufklärung schlicht ein schlechtes Bild auf Behörden wirft, denen wir ja eigentlich vertrauen müßten, weil sie unsere Sicherheit gewährleisten sollen.

    Ich möchte von solchen Institutionen nicht geschützt werden. Dafür reicht es einfach nicht, mein Vertrauen.


    mfg

  • Eindeutig ein Fall für diesen Thread.


    Hier mal eine gute Zusammenfassung vom ZDF


    https://www.zdf.de/nachrichten…peration-rubikon-100.html


    Zitat

    Das Wichtigste in Kürze

    • Bundesnachrichtendienst und CIA haben über Jahrzehnte gemeinsam Staaten ausspioniert, auch befreundete Länder.
    • Erkenntnisse unter anderem über staatlichen Massenmord wurden verschwiegen.
    • Für die Spionage nutzten BND und CIA Chiffriermaschinen, die weltweit von anderen Nachrichtendiensten eingesetzt wurden.
    • Diese Chiffriermaschinen manipulierten BND und CIA so, dass sie die Kommunikation von mehr als 130 Regierungen und Nachrichtendiensten mitlesen konnten.
    • Das ZDF, die "Washington Post" und das Schweizer Fernsehen haben entsprechende Geheimdienstunterlagen ausgewertet und veröffentlichen ihre Recherchen nun unter #Cryptoleaks.


    ....und das verdiente Geld wurde natürlich nur für karitative Zwecke verwendet. ;)


    mfg

  • Der beste Geheimdienst ist der, über den man nicht spricht, den man nicht ernst nimmt und mitleidig belächelt.
    Was das Wissen über Menschenrechtsverletzung angeht kommt mir sofort der Gedanke Enigma in den Kopf. Lieber lasse ich ein paar Schiffe versenken und tausende Seeleute sterben als meine Operation auffliegen zu lassen. Es hat sich also nicht viel geändert.

    Geheimdienste sind der staatliche Ausdruck, dass wir unseren Mitmenschen nicht trauen und dieses hinsichtlich historischer Abläufe wohl auch nie werden.
    Was den MAD angeht hoffe ich, dass dieser wenigstens Ansatzweise seinem Auftrag nachkommt und verhindert das unsere Bundeswehr von "durchgeknallten" Neonazis unterwandert wird- allerdings fehlt mir da der Glaube.

  • Was den MAD angeht hoffe ich....

    Vergiß es, Verschleierung von rechten Strukturen und deren Unterstützung ist mir bekannt und ein reger Austausch mit dem BND, was Wissen über eben diese angeht.


    Ich muß dir auch sagen, dass einige Geheimdienste viel mit privaten Auftraggebern kooperieren und staatliche Interessen diesen Kooperationen untergestellt werden.

    Nachweislich findet das seit den 50ern statt und ein Vorreiter in diesem Bereich war die CIA.

    Europäische haben in den 60ern nachgezogen und solch Dinge wie Parteigründungen (CSU, NPD) wo MI6 und BND die erst Geige spielten sind auch bekannt.

    NGOs und Presseagenturen (US AID, Aginter Press zB) seien hier mal nur nebenbei erwähnt.


    Alles ein Moloch und verworren bis zum abwinken.



    Ich hab bei meinen Recherchen manchmal überlegt, ob ich überhaupt weiter lesen will.


    mfg

  • Dein Beitrag passt genau zu den Aussagen, die Jeff HALPER: in "War against the People" , beschreibt. Erhältlich über Pluto-Books, London, ISBN: 978 0 7453 3430 1; auch über Amazon zu kaufen. In Deutschland hat sich für das Buch kein Verleger gewagt, es zu veröffentlichen.