Perlen der jüngeren Geschichte

  • Die Welt ist verdorben, Gun. Hier bei uns weiß keiner so genau was die Geheimdienste so alles machen (und will auch niemand genau wissen) und ein wenig weiter östlich ist der Geheimdienst seit fast hundert Jahren der Staat. Ich habe den falschen Beruf gewählt;(.

  • Dein Beitrag passt genau zu den Aussagen....

    Kater, ich hab mittlerweile ein gut gefülltes Regal mit Literatur zu diesem Thema.

    Es ist erschreckend, was am Normalbürger vorbei geht, ohne das der etwas davon mitbekommt.


    Aufarbeitungen, investigative Recherchen und Insiderberichte. Kaum etwas davon findet den Weg "ins Licht der Allgemeinheit".


    Dir wird es ähnlich ergehen, mit deiner Literatur zum Thema Israel.

    Natürlich hat man, wenn man im Thema ist, ein anderen Blick auf die Ereignisse von heute und erst recht auf Dinge, die schon etwas zurück liegen. Die letzteren helfen natürlich dabei, aktuelles besser einschätzen zu können oder es in den richtigen Kontext zu setzen.


    Aktuell bin ich grad bei der Aufarbeitung der Gründerzeit des DGB`s ....ich sach dir, wir in der DDR hätten es nicht "besser" machen können...wenn du verstehst, was ich meine ;)


    mfg


    PS: Danke für den Buchtipp :)

  • Die Welt ist verdorben, Gun. Hier bei uns weiß keiner so genau was die Geheimdienste so alles machen (und will auch niemand genau wissen) und ein wenig weiter östlich ist der Geheimdienst seit fast hundert Jahren der Staat. Ich habe den falschen Beruf gewählt;(.

    Leider wissen das sehr wenige. Wenn sie es wüßten, dann... na ich halte mich da mal mit Spekulationen etwas zurück ;)


    Auch in "goldenen Westen" war der Geheimdienst oft "Der Staat". Sogar in eurer BRD konnte man grad in den 50ern kaum noch unterscheiden, was die Org Gehlen war und was Bundespolitik.


    Hast du dich noch nie gefragt, warum es in Bayern eine CSU gibt und im Rest der Republik eine CDU?

    Was ist der Unterschied? Warum diese Extrawurst?

    Gehlen und Ehard waren dicke Freunde und auch gleichzeitig war Ehard das Alibi.


    Unter den ersten Kabinett konnte Gehlen walten und schalten, wie er wollte.

    Das Katholisch liberale Lager bestimmte, wo es lang ging.


    ....aber das kann mal in den Thread diskutiert werden, den ich dafür angelegt hab.


    Fakt ist: Ja, im "Osten" gab es kaum eine Trennung zwischen den "Wächtern" und den "Richtern".

    Im Westen hat man das etwas besser "verkauft" aber die Grundrichtung war ähnlich.

    Das ist nach der Aufarbeitung nun bekannt.


    In sofern unterschied sich das Ganze nur marginal.


    mfg

  • Als besetztes Land ist das ja auch naheliegend. Mit einem Herrn Gehlen hatten die Amis ja auch nicht so große Probleme.

    Mit dem Land weiter östlich meinte ich eigentlich so 1500km weiter östlich.

  • Ich hab das schon erstanden. ;)


    Und ja, so richtig problematisch war Gehlen für die USA nicht. Er machte aber jede Menge Probleme und eigentlich gefiel das den USA nicht sonderlich, nur dachten die in diesen Zeiten eher pragmatisch, weil er in der Lage war, durch seien Verbindungen zu Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, linke Politik zu verhindern, die dem Interesse des Kapitals natürlich zu wider liefen.


    Das Spice....ähm sorry, das Geld muß fließen! ;)


    mfg

  • Als Realist sehe ich das so, dass eine Welt ohne Geheimdienste unrealistisch ist. Aus dem einfachen Grund, der ähnlich bei vielen anderen Dingen zutrifft, warum sollte ich auf so eine Institution verzichten, allein auf Treu und Glauben, dass die anderen ähnlich handeln.

    Es geht also eher darum, ob man diese Dienste im Griff hat und was ihren Aufgabenbereich umfasst und ihre Handlungsbefugnis. An dieser Stelle fängt die Diskussion an und bewegt sich durch sämtliche Grauschattierungen.

    Die Bezeichnung des BND (Bundesnachrichtendienst) sollte eigentlich grundlegendes Programm sein. Soll heißen, dieser Bundesdienst soll die Regierung und das Parlament über die aktuellen Geschehen in der Welt und mögliche Gefahren informieren. Und sicherlich soll er auch Gegenmaßnahmen einleiten und vollziehen, wenn dieses Land durch Spionage und verdeckte Operationen angegriffen wird.


    Wenn ich aber an die Flüchtlingskrise denke und das reumütige Geständnis unserer Bundeskanzlerin, dass eventuell Schaden hätte vermieden werden können, wenn man vorher Geld in die Hand genommen hätte, um die Flüchtlingslager richtig auszustatten, dann frage ich mich was da abgelaufen ist?Ich bin kein Spion oder Politiker, aber wäre es nicht die Aufgabe eines BND eine Wahrscheinlichkeitsanalyse zu geben, um die Regierung auf diese Gefahr aufmerksam zu machen? Ist das ihr Aufgabenbereich?Wurden hier mögliche Risiken ignoriert oder haben sie gar nicht die Kompetenzen dafür?Als einfacher Bürger kann man nur spekulieren, aber Spekulationen führen zu nichts und ändern auch nichts an der momentanen Gesamtlage.Ein guter Geheimdienst handelt nach meiner Meinung im Rahmen seiner Aufgabenbereiche und Zuständigkeiten (Gesetz) und last but not least auf Anweisung der Regierung und des Parlamentes. Und diese tragen dann auch die Verantwortung.

  • Schön wärs, wenn es so wär. Leider haben aber fast alle solcher Dienste ein eigenes Leben entwickelt. Das zeigt sich meistens darin, dass sie sich bei manchen Dingen einfach nicht in ihre Karten schauen lassen. Wenn ein Dienst Erkenntnisse und Wissen geheim halten können, wenn es an die Aufklärung von Straftaten geht, dann hat dieser Dienst ein Monopol an Daten.

    Dieses will gesichert werden. Nur ist es eben auch so, dass jeder Dienst eine Institution einer parlamentarisch kontrollierten Demokratie Rechenschaft ablegen müßte. Tut er dieses nicht, dann ist es ein "Staat in Staat".


    Nehmen wir mal den SREL aus dem kleinen Luxemburg.

    Ein recht übersichtliches Land aber ein umso weitreichender Dienst. Schließlich war er einer der Hauptakteure im Stay Behhind Skandal, der, nebenbei bemerkt auch dem Junker sein MiPrä Posten kostete und dann nach Brüssel abgeschoben wurde.

    Kontrolle und Informationen über Tätigkeiten und Erkenntnisse? Fehlanzeige. Wenn in solch einem kleinen Land schon Dinge unter der Oberfläche an der Tagesordnung sind, Politiker und Ermittler keine Möglichkeit haben, diese zu analysieren, weil Dokumente nicht zugänglich sind, Zeugen offen lügen, Beteiligte nicht mal benannt werden können und letztlich demokratisch gewählte Politiker wie dumme Buben abgespeist werden können, ohne das dies irgendeine Konsequenz hat, dann brauchen wir hier nicht über den BND, den Verfassungsschutz oder de MAD zu reden.


    Allein die Dreistigkeit, dass hier in D Dokumente für 120 Jahre gesperrt werden können, ohne dass die Kontrolleure das Werkzeug haben, dies zu umgehen, ist schon ein Skandal für sich und einer parlamentarischen Demokratie unwürdig. Wenn dann noch Straftäter mit solch Kapitalverbrechen, wie Mord davon kommen, weil diese von ihren Auftraggebern, eben jenen Diensten, geschützt werden, dann ist das schon mit "Skandal" nicht mehr zu beschreiben.


    Es geht also eher darum, ob man diese Dienste im Griff hat und was ihren Aufgabenbereich umfasst und ihre Handlungsbefugnis. An dieser Stelle fängt die Diskussion an und bewegt sich durch sämtliche Grauschattierungen.

    Richtig! Darum geht es. Es muß möglich sein Institutionen des Staates umfassend zu überprüfen.

    Eine Weigerung muß eine sofortige Strafanzeige nach sich ziehen und natürlich auch eine angemessene Sanktion. Ist dies nicht möglich, dann haben wir nicht nur ein Problem, dann haben wir schlicht keine Kontrolle! Und genau das ist die Crux. Denn Kontrolle durch staatliche Institutionen muß essentielles Gut einer Demokratie sein. Gibt es die nicht, gibt es keine Demokratie.


    mfg

  • Zum Eigenleben der Geheimdienste und vernichten von Beweismitteln würde ich eine Analogie zum Militär, Juristen und Ärzte ziehen.Warum?

    Ich sehe hier den Spruch in Perfektion "Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus". Denn wer wird das Bauernopfer bei einer aufgeflogenen Operation sein- sicherlich nicht der Dienstherr. Das soll das Verhalten der Nachrichtendienste nicht entschuldigen, aber es ist ein ganz klares menschliches Verhalten nicht die Verantwortung übernehmen zu müssen.

  • Ein solch konsequentes Vorgehen würde die Vorgesetzten solcher Dienste vllt nicht erst zu kriminellen Taten anspornen. Es könnte diese sogar verhindern und dafür sorgen, dass sie einfach mal nur ihre verdammte Pflicht verantwortungsbewußt und im Sinn ihrer eigentlichen Aufgabe erfüllen.


    mfg