Kapitalismuskritik

  • Na ja, wenn man in dieser tollen Freiheit sich beständig von oben angepieselt fühlen darf, dann ist das auch nicht das Gelbe vom Ei.

  • Könnte man sagen. Doch die Gier deiner Mitmenschen schränkt das ziemlich ein.

    Nur haben die Mitmenschen weniger Möglichkeiten, die Gier derer einzuschränken, die allerlei "Helfer" bezahlen können.



    "Oh Tor, im Unglück ist Trotz nicht förderlich!" (Sophokles: Ödipus auf Kolonos)

  • Ich finde den Begriff "der kleine Mann" irgendwie abwegig. Er ist immer damit verbunden, dass die Großen mit dem kleinen Mann machen, was sie wollen und der kleine Mann leider keinen Durchblick hat und Opfer ist. Der "kleine Mann", das hilflose Wesen. Das stört mich immer, denn dem sog. "kleinen Mann" hat man auch Übles zu verdanken.

    Dieser Begriff mag unsexy für all diejenigen klingen, die mit diesem umfasst werden und das könnte dein Beweggrund sein, dass du diesen als abwegig empfinden willst.


    Abwegig sehe ich diesen Begriff aber überhaupt nicht, denn in der Tat versuchen die Großen mit dem kleinen Mann das zu machen, was sie wollen und das bekommt der kleine Mann entweder nicht mir oder lässt es sich zumindest gefallen. Andererseits hört das natürlich niemand gern, dass er so als billiges Opfer für diejenigen gilt, die derart mit ihm umspringen. Die wollen nämlich den kleinen Mann als ein hilfloses manipulierbares Wesen , denn mit solchen lassen sich die eigenen Interessen am effizientesten durchsetzen.


    In der Pseudodemokratie unserer Tage soll dieser Umstand verdeckt werden indem die Mächtigen dem ohnmächtigen Normalbürger das Gefühl lassen, dass wenn er alle 4 Jahre artig zur Wahl gehen würde etwas zu sagen hätte. In Wirklichkeit werden die Interessen der kapitalkräftigen Eliten gnadenlos mit Hilfe eines dreisten Wirtschaftslobbyismus durchgeboxt während die gekauften Medien dem Normalbürger das alles als in seinem Interesse stehend verkaufen. Der kleine Man darf noch seine Meinung sagen (so denn er sich überhaupt eine solche erlaubt), zu sagen - das ist der Unterschied zur Diktatur, zu sagen eigentlich zu sagen hat er aber genauso wenig wie in dieser. Das mag abwegig klingen, sollte das auch sein, ist es aber nicht.

  • Ja, daher müssen sie klein anfangen. Wenn sie geschickt genug sind, haben sie bald selber Gier-Befriedigungs-Helfer.

    Die Reise nach Jerusalem - das Spiel kennst du?

    Religion wird von den einfachen Leuten als wahr, von den Weisen als falsch und von den Herrschern als nützlich angesehen.

    Lucius Annaeus Seneca

  • ...

    Was mir besonders auffällt, gerade auch in diesen Zeiten und in Bezug auf die EU im Besonderen ist, dass die öffentliche und private Berichterstattung ausnahmslos negativ aufgestellt ist. Es gibt aber auch rein gar nichts was die Menschen irgendwie motivieren könnte außer im privaten Umfeld. Die Dauerbeschallung seit Jahren ist "Alles Scheiße außer Mama".Ich weiß, schlechte Nachrichten verkaufen sich besser, aber das kann doch nicht ausschließlich unsere Welt abbilden. Die Nachrichten, welche Hoffnungen und Fortschritt (z.B. Wissenschaft etc.) darstellen gehen in dieser Mad Max Berichterstattung total unter. So kann man jedenfalls keine Bereitschaft des (Um-)Denkens bei den Menschen erwarten.

    Es fällt auch hier im Forum auf. Eine nüchterne Betrachtung der Weltwirtschaft in ihren Zusammenhängen als Marshmallowmaschine dargestellt scheint auch etliche gedankliche Überforderung zu bereiten.


    Auch zu Vorschlägen zum besserem Managen von unbürokratischer Hilfe entsteht keine Resonanz.


    Es mangelt ergo nicht an Ideen, es mangelt an der Bereitschaft zur sachlichen Auseinandersetzung, um praktikable Lösungen auch ohne Eigenprofit zu ermöglichen.


    Daran ist das Denken der neokapitalistischen Gesellschaft masivst erkrankt, Lösungen jenseits des eigen Maximalprofits zuzulassen.


    So kann aber eine Gesellschaft auf Dauer nicht bestehen. Die soziale Komponente ist und bleibt das eigentliche Erfolgsmodell der Menschheit, welches aber nicht das Profitable ausschließt. Allerdings alles im Rahmen des erträglichen, welcher derzeit eben nicht mehr gegeben ist.


    Belege derzeit auf dieser Welt mehr als überdeutlich zu erkennen.


    :hut:

    Leben und Leben lassen.

    Bevor isch misch uffresch isses mir lieber egal.

    Einmal editiert, zuletzt von Durch Blick ()

  • Worüber willst du eigentlich diskutieren, wenn für dich "ist halt so" das Maß aller Dinge ist?

    Man kann über Dinge diskutieren, die sich dem menschlichen Einfluss entziehen. Das kann auch einen Erkenntnisgwinn bringen. Ich finde, dass der Mensch seiner eigenen Spezies oftmals zu viel Macht zuschreibt.

  • Ich sagte bereits, dass man geschickt genug sein muss.

    Verlierer gibt es immer. So ist das Leben.

    Eher die Gnade der richtigen Familie bei der Geburt zu haben.


    Erhellend der Verriss der New York Times: https://www-watson-ch.cdn.ampp…AGYAaiIueyj-u3DzAGwASA%3D


    Vielleicht müsste man doch mal das Erbrecht etwas überarbeiten.


    Das Steuerrecht muss ohne Frage gnadenlos überarbeitet werden. Dieses durch Lobbyismus einseitig zugunsten Ultrareicher verbogene Machwerk muss wieder in ein für alle gleichermassen prozentual belastentes Regelwerk umgewandelt werden.


    Wenn ein Arbeitnehmer ledig mit beispielsweise 45% Steuersatz belegt wird und von 2 000 Einkommen 900 abgeben muss ist das für ein Gewinn von 2 000 000 dann 900 000 abzugeben nur recht und billig.

    Der Rest 1 100 sind erheblich weniger Lebensstandard als 1 100 000. Das ist für mich das Kriterium und nicht die Höhe der zu zahlenden Steuersumme.


    :hut:

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  • Also immer gleich die Finger waschen.

    Ja, wie beim Bargeld entgegennehmen. ....oder Türklinken anfassen ....oder die Wurstpackung in den Regalen (man weiß ja nicht, ob die vorher jemand angepackt hat) ...etc


    Es scheint so, als wäre dir dein täglicher Alltag nicht sonderlich Real...oder Aldi...oder Rewe....

  • Vielleicht müsste man doch mal

    dieses libertäre Gesocks mit Steuersätzen bis zu 90%, Zwangsgebühren und Solidarbeiträgen das Leben hier so vermiesen, dass sie freiwillig abhauen. Dann könnte man am Kapitalismus vielleicht noch was reparieren. 8) :D


    Natürlich auch das Shareholder Value zertreten. Alle Privatisierungen der letzten 30 Jahre zurückdrehen und entsprechende Enteignungen jetzt im Rahmen der Corona-Krisenbewältigung durchziehen. :biggrin:

  • Zitat von Durch Blick

    Vielleicht müsste man doch mal

    dieses libertäre Gesocks mit Steuersätzen bis zu 90%, Zwangsgebühren und Solidarbeiträgen das Leben hier so vermiesen, dass sie freiwillig abhauen. Dann könnte man am Kapitalismus vielleicht noch was reparieren. 8) :D


    Natürlich auch das Shareholder Value zertreten. Alle Privatisierungen der letzten 30 Jahre zurückdrehen und entsprechende Enteignungen jetzt im Rahmen der Corona-Krisenbewältigung durchziehen. :biggrin:

    Ich möchte nicht solcherlei Gedankengut untergeschoben bekommen.


    Von solch einem Gedankengut sind meine Standpunkte Galaxien entfernt.


    1. Stehe ich für soziale Marktwirtschaft und nicht für Neokapitalismus oder Kommunismus.


    Beides die falschen Religionen für eine moderne weltweite Wertschöpfungskette.


    2. Stehe ich für Menschenrechte und Basisdemokratie mit für jeden maximal 2 Amtszeiten, egal auf welchen Wahlebenen ohne Änderungsmöglichkeit.


    3. Stehe ich für Abschaffung des Beamtenstatus und der Einführung genereller Angestellte im öffentlichen Dienst ohne irgendwelche Privilegien.


    4. Für ein Rentensystem im welches generell alle einbezahlen plus der Einzahlung aus dem Umsatz gewisser immer wiederkehrender Gebrauchsartikel (z.B. Toilettenpapier, Kronkorken etc.) in prozentualem Anteil am Verkaufspreis dieser Produkte. Dafür Rente bei 100% des letzten Einkommens mit Deckel ab einer zu verhandelnden Maximalhöhe.


    5. Stehe ich für ein Steuersystem in welchem jeder generell den gleichen Prozentsatz zu bezahlen hat, egal ob Firmengewinn, Börsengewinn, Lottogewinn, Zinsgewinn, Gehalt oder Lohn. Im Klartext jeglicher Zugewinn, egal in welcher Form, außer kriminell versteht sich von selbst, wird mit dem gleichen Prozentsatz versteuert.

    Um staatlicher Verschwendung vorzubeugen gibt es einen Steuerdeckel für diese Steuer bei 20%.


    :hut:

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  • So ein Unfug. Wie soll es soziale Marktwirtschaft geben, ohne die Reichen ordentlich zu besteuern ? :kopfkratz2: Und was für eine weltweite Wertschöpfungskette ? Da schöpfen momentan nur multinationale Konzerne und dann verpissen sie sich in Steuerparadiese. Und was soll man weltweit mit Menschenrechten und Basisdemokratie ? Das gehört dann richtig straff organisiert und überwacht. Am besten mit gut bezahlten Beamten. :c'mon: Wie soll man auch ohne Beamte eine unabhängige Justiz am Laufen halten ? Die Richter würden Dir was husten. :lach-m: Rente bei 60-70% des letzten Einkommens wäre schon recht gut und gut genug. Was willst Du als alter Sack mit so viel Geld ? :/ Und natürlich darf der Staat nicht gedeckelt werden. Wenn hier etwas gedeckelt werden muss, dann die internationale Finanzwirtschaft. Also echt... :zwink:

  • Unabhängige Justiz, der war gut.

    :rofl2:

    Die Justiz urteilt generell in dem vorgegebenen Gesetzesrahmen.

    Die Politik gibt den Gesetzesrahmen vor, da hat sich die Unabhängigkeit bereits verabschiedet.


    Genau aus diesem Grund konnte ein Ministerpräsident Filbinger von Ba-Wü auch nicht für seine in der Nazizeit als Richter gefällten Todesurteile belangt werden.


    Das Unabhängig bezieht sich lediglich auf das verhängte Strafmaß innerhalb der vorgegebenen Gesetzesbandbreite.


    Erst mal das gesamte Konzept verstehen, dann tritt weniger an merkwürdigem geschreibe zutage.


    Logisch ist das von mir beschriebene ein weiter Weg.

    Logisch kommt da Widerstand, ja sogar mit viel Geldpower organisierter Widerstand.

    Bedeutet aber noch lange nicht demokratisch auf diesem Weg voranzuschreiten.


    :hut:

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  • Auweia. Schon mal was von Gewaltenteilung gehört? Die Richter sollen also deiner Meinung nach selber die Gesetze machen?


    Der Fall Filbinger läuft unter der Überschrift "politisches Versagen der BRD in der Aufarbeitung des Nationalsozialismus".

  • Wenn ein Großkonzern sich der Infrastruktur, der Konsumenten und des Marktes eines Landes bedient, dann sollte er auch in der Lage sein, sich mit dem Steuerrecht anzufreunden. Leider ist es in der Realität oft anders. Wie oft wurden einem Konzern schon Vergünstigungen und Sonderregelungen angeboten, damit er sich nicht in andere Länder zurück zieht?

    Das Beispiel Nokia sollte ja bekannt sein.

    Zitat


    Dabei hatte Nokia im Geschäftsjahr 2007 noch einen Rekordgewinn von 7,2 Milliarden Euro erzielt, allein in Bochum waren es in dem Jahr 134 Millionen Euro.

    https://www.waz.de/staedte/boc…hter-aus-id213106745.html


    Wenn da nicht Profitmaximierung der Vater des Gedanken war.....


    Zitat


    Der kriselnde Handy-Weltmarktführer Nokia streicht 3500 Arbeitsplätze. Das Werk in Rumänien, in das 2008 unter scharfer Kritik die Handy-Produktion aus der deutschen Stadt Bochum verlagert wurde, wird dichtgemacht. Allein damit fallen 2200 Jobs weg.

    https://www.handelszeitung.ch/…acht-werk-rumaenien-dicht


    Ups, war wohl doch nur eine Schnapsidee? Oder steckt hinter solch Chaos Strategie?


    Das kann wohl nur die Zentrale beantworten.

    Fakt ist, mit solchen Umzügen hinterlassen solch Firmen jede Menge Schaden. Vor allem bei den Angestellten. Was hat der Abzug aus Bochum gebracht? Warum ist das Werk in Rumänien dann auch wieder geschlossen worden? Warum investiert man in den Bau neuer Werke, die dann auch nur wieder dicht gemacht werden?


    Vorgänge, die wir Normalos kaum bis gar nicht nachvollziehen können. Den Schaden haben wir aber. Danke dafür.


    So agierende Konzerne suchen sich wohl Standorte, die für ihre Bilanz optimaler sind.

    Das dies in einer Wirtschaftsgemeinschaft möglich ist, liegt an der Tatsache, dass die EU zwar eine solche ist, sie ist aber keine Steuergemeinschaft. Hier werden die Defizite der EU deutlich. Länder können weiterhin in Konkurrenz stehen, weil sie sich nicht dazu entschlossen haben, auch steuerliche und soziale Standards anzugleichen. DER Fehler der EU schlechthin.

    Wer solch schlechte Arbeit abgibt, braucht sich nicht aufzuregen, wenn Konzerne tun, was sie tun.


    Wer sich also der Umstände eines Standortes bedient, sollte sich angemessen beteiligen. Da wir hier immer von prozentualer Beteiligung reden, geht den Firmen ja nichts verloren, es ist eben nur ein bisschen weniger. Wer sich dem entzieht, handelt moralisch verwerflich und rein gewinnorientiert.

    Menschliche Schicksale sind Nebensache und nur der Profit ist wichtig...Frerengis hätten ihre helle Freude. ;)


    mfg