• Auch die chinesische Geschichte kennt ein ständiges auf und ab. Ich denke, Frankreich und Deutschland wissen was die Stunde geschlagen hat und da der Chinese auch bald unsere Autos nicht mehr braucht wird sich da schon etwas bewegen. Die Importkurve Chinas hinsichtlich der Importe aus Europa kennt seit Jahren nur eine Richtung, nach unten.

    Das Problem ist dabei allerdings, dass uns das weit mehr schmerzt als den Chinesen. Deshalb befürworte ich auch eine Wiederannäherung an Russland. Nicht weil ich Putins Oligarchenzirkel so toll finde, sondern weil es wirtschaftliche Alternativen bieten würde. Der riesige russische Markt und die angrenzenden asiatischen Länder schreien geradezu nach europäischen Investitionsgütern, im Gegenzug könnte man die europäischen Versorgung mit Rohstoffen sicher stellen und Russland auch etwas unabhängiger von China machen. Auch der Ukraine würde dies ungemein helfen wieder wirtschaftlich auf die Beine zu kommen, ohne ständig um Hilfskredite aus dem Westen betteln zu müssen und zu verarmen.


    Da sind aber derzeit die Amerikaner und in Europa die Transatlantiker vor. Die Hoffnung, dass in diesen Zirkeln Vernunft einkehrt und man durch eine Annäherung (nicht Unterwürfigkeit) den stetig wachsenden Einfluss Chinas auszubalancieren versucht, habe ich aber fast aufgegeben.

    Ich bin nur für das verantwortlich was ich schreibe, nicht für das was du verstehst!


    "Der Zynismus ist meine Rüstung, der Sarkasmus mein Schwert und die Ironie mein Schild."

  • ...

    Ich kann mir nicht vorstellen das Putin das gefallen kann, vorallem, wenn es dann so abläuft wie in Sri Lanka (die Ironie der Geschichte und der Fingerzeig wo es hingeht, insbesondere bei der Länge der Hoheit über den Hafen- 99 Jahre;)).

    Auch ein Putin wird von wirtschaftlichen und politischen Zwängen getrieben. Und als Russe würde ich gut auf meinen sibirischen Hinterhof aufpassen. Das betrachtet die chinesische Führung nicht erst seit Xi Jingpin als eigentlich zu China gehörende Einflusssphäre, welche mit dem Niedergang des Kaiserreichs verloren gegangen ist. Deshalb versucht die Russen ja immer wieder Verbindung nach Europa aufzunehmen, um nicht vollständig von den Chinesen abhängig zu sein. In genau diese Lage bringen wir sie aber mit unserer blödsinnigen westlichen Sanktionspolitik.

    Ich bin nur für das verantwortlich was ich schreibe, nicht für das was du verstehst!


    "Der Zynismus ist meine Rüstung, der Sarkasmus mein Schwert und die Ironie mein Schild."

  • Deshalb befürworte ich auch eine Wiederannäherung an Russland.

    Ich befürworte das auch, aber der Zug mit Russland ist wohl erst mal abgefahren. Nach all den Aktionen der EU der letzten 20 Jahre wird er auch nicht so schnell anhalten. Völlig egal, wer da Chef ist.


    Davon abgesehen würde es auch der UA nicht helfen. Das ist ein weites Feld, deshalb nur plakativ: man wollte unbedingt die Unabhängigkeit von Russland und hat danach nichts auf die Reihe bekommen. Grund: Völlige Verkennung der Ausgangslage, Korruption und immer stärkerer Nationalismus. Keinerlei Bestrebungen, die Beziehungen zu RU mal der Realität anzupassen. Hat jeder gewusst, auch als Merkel Oligarchin Goldlöckchen als armes Opfer nach DE zur Behandlung holte. Oder als deutsche Politiker auf dem Maidan rumstanden. Oder... Es ging um Einfluss, Markt, Macht und ein Stück weit geostrategisch gegen RU. Wäre dem nicht so gewesen, hätten wir das Land längst in die Schmuddelecke gestellt und mit Sanktionen überzogen. Aus dieser Gemengelage heraus ist wohl erst mal nichts zu machen, selbst wenn einer der Beteiligten über seinen Schatten springen wollte. Will aber keiner. In UA wäre das eine komplette Rückwärtsrolle. Der Präsi hat eh nur die Unterstützung des Westens der UA, Wenn der mit RU zusammenarbeiten will, kann er einpacken. Eine engere Zusammenarbeit EU - RU wird diesen Ukrainern auch nicht gefallen. Und Russland? Die sind dort nicht nachtragend, vergessen aber auch nichts. Vor allem aber lieben sie ihre Unabhängigkeit. Putin ist an die Macht gekommen und immer noch da, weil er den vollständigen Ausverkauf Russlands verhindert hat. Von dieser Position abweichen bedeutet auch weg vom Fenster. Und die EU? Reden wir nicht drüber... Das gegenseitige Vertrauen ist weg, aus guten Gründen. Und es wird auch nicht so schnell wiederkommen.

  • Nun, freue dich nicht zu früh, sie USA werden von den Chinesischen als größter Absatzmarkt der Welt gebraucht wie eben umgekehrt auch. Untergangsphantasien sind da äußerst verfrüht, vor allen weil die Weltwährung noch gebraucht wird...

    Dito gibt es schlimmere Szenarien, vor allen unter dem Aspekt das beide Länder enger kooperieren als uns lieb sein könnte.

    Um so dringlicher wird der europäische Einigungsprozess, die Überwindung der nationalistischen Dummheiten und Vorbehalte, sonst wird Europa zwischen den Blöcken zerrieben! Die USA waren noch nie ein Freund, nur haben sie uns bisher als nützliche Idioten gebraucht! :evil::evil::evil::!:

  • Auch ein Putin wird von wirtschaftlichen und politischen Zwängen getrieben. Und als Russe würde ich gut auf meinen sibirischen Hinterhof aufpassen. Das betrachtet die chinesische Führung nicht erst seit Xi Jingpin als eigentlich zu China gehörende Einflusssphäre, welche mit dem Niedergang des Kaiserreichs verloren gegangen ist. Deshalb versucht die Russen ja immer wieder Verbindung nach Europa aufzunehmen, um nicht vollständig von den Chinesen abhängig zu sein. In genau diese Lage bringen wir sie aber mit unserer blödsinnigen westlichen Sanktionspolitik.

    Nun, neben Sibirien gibt es zwischen beiden Ländern in Zukunft so einige Baustellen.

    Und bevor wir hier zuviele Tempotaschentücher Richtung Kreml schicken muss aber auch gesagt werden das durch die in der Vergangenheit recht "Handfeste" Verbreitung der Macht und deren bis heute andauernde Stabilisierung der Gleichen Gospodin Putin ( Vor und Nachfolger mit inbegriffen ) sich in West und Zentralasien fest gesetzt hat. Ebenfalls als Nachbar von Onkel Xi der das gleiche macht.


    Und das sich in dieser Region in Kürze, neben wohl so einigen, internen Indentitätsfragen ( Religiös oder Politisch ) dann beide konträr gegenüber stehen werden, da hält sich mein Mitleid in Grenzen.

    Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen – abgesehen von all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind

  • Und das sich in dieser Region in Kürze, neben wohl so einigen, internen Indentitätsfragen ( Religiös oder Politisch ) dann beide konträr gegenüber stehen werden, da hält sich mein Mitleid in Grenzen.

    Putin wird Zentral- und Ostasien nicht den Chinesen überlassen! Wirtschaftliche Entwicklung zum gegenseitigen Nutzen wird es sicher geben, eine massive Einwanderung von Chinesen wohl eher nicht, wo auch noch die Mongolei und Kasakhstan mitspielen dürften. Die Bestrebungen der USA, Russland Über die Ukraine und den islamischen "Unterleib" aufzurollen, haben sich auch als zu teuer und wenig erfolgversprechend erwiesen, weil man in Moskau eben wachsam ist! Wenn Europa nicht von den ewig Gestrigen regiert würde, die aus zwei Weltkriegen und dem Kalten Krieg nichts gelernt haben und noch immer meinen, mit den USA und der NATO die Revange gewinnen zu können, hätten wir längst eine fruchtbare Kooperation mit Russland auf Augenhöhe zum gegenseitigen Nutzen!

  • Putin wird Zentral- und Ostasien nicht den Chinesen überlassen! Wirtschaftliche Entwicklung zum gegenseitigen Nutzen wird es sicher geben, eine massive Einwanderung von Chinesen wohl eher nicht, wo auch noch die Mongolei und Kasakhstan mitspielen dürften. Die Bestrebungen der USA, Russland Über die Ukraine und den islamischen "Unterleib" aufzurollen, haben sich auch als zu teuer und wenig erfolgversprechend erwiesen, weil man in Moskau eben wachsam ist! Wenn Europa nicht von den ewig Gestrigen regiert würde, die aus zwei Weltkriegen und dem Kalten Krieg nichts gelernt haben und noch immer meinen, mit den USA und der NATO die Revange gewinnen zu können, hätten wir längst eine fruchtbare Kooperation mit Russland auf Augenhöhe zum gegenseitigen Nutzen!

    In der Amur-Region Russlands zählen die Chinesen schon zur größten Minderheitengruppe.

  • Das Problem ist dabei allerdings, dass uns das weit mehr schmerzt als den Chinesen. Deshalb befürworte ich auch eine Wiederannäherung an Russland. Nicht weil ich Putins Oligarchenzirkel so toll finde, sondern weil es wirtschaftliche Alternativen bieten würde. Der riesige russische Markt und die angrenzenden asiatischen Länder schreien geradezu nach europäischen Investitionsgütern, im Gegenzug könnte man die europäischen Versorgung mit Rohstoffen sicher stellen und Russland auch etwas unabhängiger von China machen. Auch der Ukraine würde dies ungemein helfen wieder wirtschaftlich auf die Beine zu kommen, ohne ständig um Hilfskredite aus dem Westen betteln zu müssen und zu verarmen.


    Da sind aber derzeit die Amerikaner und in Europa die Transatlantiker vor. Die Hoffnung, dass in diesen Zirkeln Vernunft einkehrt und man durch eine Annäherung (nicht Unterwürfigkeit) den stetig wachsenden Einfluss Chinas auszubalancieren versucht, habe ich aber fast aufgegeben.

    Das uns das mehr schmerzt als die Chinesen ist doch klar, aber es wird so kommen. Darum sollte man sich jetzt schon darum kümmern wie es wirtschaftlich weitergeht.


    Ich währe vorsichtig so schnell zu beurteilen wie Amerikas Russland-Politik in Zukunft aussehen wird. Man nimmt immer das kleinere Übel in kauf, um dem größeren Übel und Bedrohung zu begegnen. China spricht von Eurasien in seiner Zukunfstvision als dominanter Kontinent in Wirtschaft, Politik und Militär. Man sollte sich aber im Klaren sein, welche Bedeutung den einzelnen Ländern zukommt und welche Rolle sie einnehmen sollen.

    Ich bin immer überrascht wie die Zukunft determiniert wird und das man weiß wie alles ausgeht. Man kann die Zukunft erahnen und man kann Prognosen geben, aber die können sich halt ändern, wenn man selber handelt. Bei so viel Akteuren ist überhaupt nichts vorbestimmt und schon gar nicht in Demokratien wo die Akteure wechseln.


    Und ja, auch Russland kann Angebote machen.

  • Auch ein Putin wird von wirtschaftlichen und politischen Zwängen getrieben. Und als Russe würde ich gut auf meinen sibirischen Hinterhof aufpassen. Das betrachtet die chinesische Führung nicht erst seit Xi Jingpin als eigentlich zu China gehörende Einflusssphäre, welche mit dem Niedergang des Kaiserreichs verloren gegangen ist. Deshalb versucht die Russen ja immer wieder Verbindung nach Europa aufzunehmen, um nicht vollständig von den Chinesen abhängig zu sein. In genau diese Lage bringen wir sie aber mit unserer blödsinnigen westlichen Sanktionspolitik.

    Absolut und darum verstehe ich auch nicht warum Russland sich nicht ein wenig bewegt, insbesondere was einzelne EU-Staaten betrifft.


    Und an seiner Stelle würde ich mir auch Gedanken machen, um seine Ostgrenze, insbesondere unter der Zuhilfenahme von Dieters Artikel aus 2013, wo klar gesagt wird, dass China schon lange nicht mehr fähig ist seine eigene Bevölkerung zu ernähren.


    Zitat

    Seit Jahren schon kaufen chinesische Staatskonzerne Land auf der ganzen Welt. Die chinesischen Böden reichen bei weitem nicht mehr aus, die Versorgung des Milliardenvolks zu sichern. Lediglich neun Prozent der chinesischen Fläche sind für den Ackerbau geeignet - zu viele Berge, zu viele Wüsten. Zudem sind durch das rasante Wirtschaftswachstum der vergangenen Jahren viele Böden in China verseucht, in weiten Teilen des Landes ist das Grundwasser mit Schwermetallen belastet. Die Zentralregierung verfolgt schon seit Jahren die Politik, Lebensmittel im Ausland herstellen zu lassen. Auf Importe oder gar die Preisschwankungen am Weltmarkt angewiesen zu sein, das ist der Führung in Peking jedoch zu risikoreich.


  • Absolut und darum verstehe ich auch nicht warum Russland sich nicht ein wenig bewegt, insbesondere was einzelne EU-Staaten betrifft.

    Es ist ja nichts neues wenn man sagen kann das Putin ( wie andere ) in der jeweiligen, eigenen Blase steckt. Und so manche, Ihm unterstellte ( auch oder vor

    allen in diesem Forum hier ;)) maskuline Schlitzohrigkeit auch politisch gehörig nach hinten los geht. Und er auch, siehe gewisse Vorkomnisse ( Skripal etc. ) schlecht beraten war bzw. sein Apparat es komplett verpeilt hat.

    Und an seiner Stelle würde ich mir auch Gedanken machen, um seine Ostgrenze, insbesondere unter der Zuhilfenahme von Dieters Artikel aus 2013, wo klar gesagt wird, dass China schon lange nicht mehr fähig ist seine eigene Bevölkerung zu ernähren.

    Nicht umsonst machen SIe ja auch schon rund um Ihrem Hometurf https://www.wirtschaftsdienst.…edeutung-fuer-die-eu.html Nägel mit Köppen.

    Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen – abgesehen von all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind

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    Und an seiner Stelle würde ich mir auch Gedanken machen, um seine Ostgrenze, insbesondere unter der Zuhilfenahme von Dieters Artikel aus 2013, wo klar gesagt wird, dass China schon lange nicht mehr fähig ist seine eigene Bevölkerung zu ernähren.

    Genau um diese Ostgrenze geht es. Der seelige PSL hat schon zu Lebzeiten darauf aufmerksam gemacht, dass die Chinesen auf das Gebiet, aus nationalistisch-kulturellen Gründen, aber auch hinsichtlich Rohstoffen und als Anbauflächen, ein Auge geworfen haben.

    Auch gibt sich die Bevölkerung nicht mehr mit der berühmten Reisschüssel pro Tag zufrieden. Ackerbauflächen sind rar, die Umweltverschmutzung ist ein zunehmendes Problem, das selbst die Parteiführung mittlerweile erkannt hat. Unter diesem Gesichtspunkt sollte man auch die riesigen Fangflotten betrachten, die Überall im Pazifik, aber auch vor Afrika auftauchen und alles leer fischen.

    Ich bin nur für das verantwortlich was ich schreibe, nicht für das was du verstehst!


    "Der Zynismus ist meine Rüstung, der Sarkasmus mein Schwert und die Ironie mein Schild."

  • Genau um diese Ostgrenze geht es. Der seelige PSL hat schon zu Lebzeiten darauf aufmerksam gemacht, dass die Chinesen auf das Gebiet, aus nationalistisch-kulturellen Gründen, aber auch hinsichtlich Rohstoffen und als Anbauflächen, ein Auge geworfen haben.

    Auch gibt sich die Bevölkerung nicht mehr mit der berühmten Reisschüssel pro Tag zufrieden. Ackerbauflächen sind rar, die Umweltverschmutzung ist ein zunehmendes Problem, das selbst die Parteiführung mittlerweile erkannt hat. Unter diesem Gesichtspunkt sollte man auch die riesigen Fangflotten betrachten, die Überall im Pazifik, aber auch vor Afrika auftauchen und alles leer fischen.

    Und sie wird umso interessanter je wärmer das Klima wird;).


    Im Übrigen sind seine Sibirer eh nicht mehr die tollsten Untertanen, der Unmut wächst.


    "Russland ist groß, der Zar ist weit" ist die contradiction zu "klein aber fein".

  • "Russland ist groß, der Zar ist weit" ist die contradiction zu "klein aber fein".

    Das ist zuerst mal die allgemein gültige Regel in schwach besiedelten Ländern. Je weiter die Zentralmacht entfernt, desto weniger gelten deren Regeln. Im Falle ostwärts des Urals natürlich auch. Oder meinst du, da werden außerhalb der Großstädte Moskauer Waffen- und Jagdgesetze auch nur ansatzweise durchgesetzt? Das läuft, wie es immer gelaufen ist. Gerüchteweise soll es so was, wenn auch in stark abgeschwächter Form, selbst in Deutschland geben :biggrin: Allerdings ist man auch von dieser Zentralmacht abhängig. Moskau hat in vielen Fällen die besondere Unterstützung von abseits gelegenen Gebieten (außer denen, die für die Wirtschaft absolut bedeutend sind) heruntergefahren, abhängig ist man allerdings trotzdem.


    Zumindest für weite Teile der nördlich der Transsibirischen Eisenbahn gelegenen Regionen gilt aber: Da kann man nicht effektiv Lebensmittel anbauen. Auch mit Klimawandel nicht. Die sind "nur" interessant wegen der Ressourcen.